PAUKENSCHLAG IM FABIAN-PROZESS: Gina H. will ihr Schweigen brechen – doch vorher belastet eine Freundin sie mit einer Aussage, die im Saal nachhallt!
🚨 PAUKENSCHLAG IM FABIAN-PROZESS: Gina H. will ihr Schweigen brechen – doch vorher belastet eine Freundin sie mit einer Aussage, die im Saal nachhallt!
Eine angeblich inszenierte Entdeckung, eine mögliche Alibi-Zeugin und die wiederholte Weigerung, sofort die Polizei zu verständigen: Was Heike M. vor Gericht schilderte, setzt die Angeklagte unter erheblichen Erklärungsdruck. Jetzt richtet sich alles auf Gina H.s angekündigte Aussage.
ROSTOCK – Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow steht der möglicherweise spannendste Moment der bisherigen Verhandlung noch bevor: Nach monatelangem Schweigen will sich Gina H. erstmals selbst zu den schweren Vorwürfen äußern.
Ein Geständnis soll es nach Angaben ihrer Verteidigung nicht werden. Stattdessen möchte die Angeklagte offenbar erklären, weshalb sie sich vor und nach dem Auffinden von Fabians Leiche so verhalten hat, wie es zahlreiche Zeugen vor Gericht beschrieben haben.
Doch ihr angekündigtes Schweigenbrechen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine frühere Freundin sie mit einer besonders brisanten Aussage belastet hat.
Heike M. berichtete vor dem Landgericht Rostock von einem angeblichen Plan, den offiziellen Fund von Fabians Leiche wie einen Zufall aussehen zu lassen. Ihre Schilderung wirft eine zentrale Frage auf:
Warum wurde die Polizei nicht sofort verständigt, obwohl Gina H. nach Aussagen mehrerer Zeugen bereits wusste, wo Fabian lag?
„Wir haben ihn gefunden, tot“
Nach der Darstellung von Heike M. erhielt sie am 14. Oktober 2025 einen Anruf von Gina H. Die Nachricht am anderen Ende der Leitung war erschütternd: Fabian sei gefunden worden – tot.
Doch Gina H. soll zu diesem Zeitpunkt nicht zum ersten Mal von dem Leichnam gewusst haben. Mehrere Zeugen berichteten im Prozess, bereits zuvor gemeinsam mit ihr an dem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl gewesen zu sein.
Trotzdem war die Polizei offenbar noch nicht informiert worden.
Heike M. schilderte, dass sie sich deshalb unter Druck gesetzt fühlte. Sie habe befürchtet, Fabian könnte andernfalls noch länger unentdeckt bleiben. Aus diesem Grund sei sie schließlich mit Gina H. und ihren Hunden zu dem Tümpel gefahren.
Was anschließend geschehen sein soll, gehört zu den außergewöhnlichsten Aussagen des bisherigen Prozesses.
Sollte ein Hund den Leichenfund erklären?
Nach Heike M.s Darstellung wollte Gina H. den später eintreffenden Ermittlern erzählen, einer der Hunde habe Fabian zufällig während eines Spaziergangs entdeckt.
Doch die Zeugin erklärte vor Gericht, dass dies nicht der Wahrheit entsprochen habe. Gina H. habe den Ort bereits gekannt und sei zielgerichtet dorthin gegangen.
Heike M. habe ihrer damaligen Freundin deutlich gemacht, dass sie nicht für sie lügen werde. Als Gina H. gegenüber der Polizei dennoch die Geschichte vom zufälligen Fund durch einen Hund erzählt habe, soll die Zeugin sofort widersprochen haben.
Für Heike M. entstand rückblickend der Eindruck, dass sie möglicherweise als Alibi eingesetzt werden sollte. Ihre Anwesenheit und ihre Hunde hätten erklären können, weshalb Gina H. ausgerechnet an diesem abgelegenen Ort unterwegs gewesen sei.
War die Entdeckung also inszeniert? Oder gibt es für das ungewöhnliche Vorgehen eine andere Erklärung?
Bislang handelt es sich um die Darstellung einer Zeugin. Ob das Gericht ihr in allen Punkten folgt, wird erst im Urteil bewertet.
Rätselhafte Spuren am Fundort
Zusätzlich schilderte Heike M. weitere Vorgänge, die im Gerichtssaal für Aufsehen sorgten. Einer ihrer Hunde soll an Fabians Leichnam uriniert haben. Gina H. habe später davon erzählt und sich nach Wahrnehmung der Zeugin auffällig für die dadurch entstandenen Spuren interessiert.
Außerdem soll die Angeklagte versucht haben, mit einer Hundeleine eine Schleifspur auf dem Boden zu erzeugen. Dadurch hätte möglicherweise der Eindruck entstehen können, ein Hund sei ausgerissen und habe die Frauen zufällig zu dem Fundort geführt.
Doch auch hier gilt: Diese Darstellung stammt aus der Aussage von Heike M. Sie ist kein gerichtlich festgestellener Beweis für eine geplante Täuschung.
Die Staatsanwaltschaft dürfte darin dennoch ein weiteres Indiz sehen. Für die Verteidigung entsteht gleichzeitig erheblicher Erklärungsbedarf: Warum hätte Gina H. eine solche Geschichte erfinden sollen, wenn sie mit Fabians Tod nichts zu tun hatte?
Warum rief niemand sofort die Polizei?
Diese Frage steht im Mittelpunkt der Zeugenaussage.
Wenn Gina H. tatsächlich bereits am Vorabend mit zwei Bekannten am Leichnam gewesen sein sollte, weshalb verständigte keiner der Beteiligten unverzüglich die Behörden?
Heike M. sagte aus, Gina H. habe zunächst mehrfach abgelehnt, die Polizei zu rufen. Als Grund soll sie angegeben haben, keine Erklärung dafür zu haben, warum sie bereits zuvor an diesem Ort gewesen sei.
Erst nachdem Heike M. wiederholt darauf gedrängt habe, sei der Notruf erfolgt.
Die Zeugin zeigte sich während ihrer Vernehmung stark emotionalisiert. Sie musste zeitweise innehalten und griff zu einem Taschentuch. Für sie sei offenbar bis heute schwer zu begreifen, warum die Verständigung der Polizei nicht sofort die höchste Priorität hatte. RTL
Anwältin von Fabians Mutter hält Heike M. für glaubwürdig
Christine Habetha vertritt Fabians Mutter Dorina L. als Nebenklägerin. Sie bezeichnete Heike M. nach der Aussage als authentisch und glaubhaft.
Nach ihrer Einschätzung sei die Zeugin zu der Überzeugung gelangt, dass sie als Alibi für den 14. Oktober dienen sollte. Auch die angebliche Inszenierung eines zufälligen Leichenfundes durch einen Hund habe Heike M. absurd gefunden.
Für Habetha war zudem die Emotionalität der Zeugin bedeutsam. Heike M. habe erkennbar verstanden, dass es hier nicht nur um widersprüchliche Geschichten gehe, sondern um ein getötetes Kind.
Die Bewertung der Nebenklage ist jedoch nicht automatisch die Bewertung des Gerichts. Die Richter müssen prüfen, ob die Erinnerungen der Zeugin zuverlässig sind, ob ihre Angaben durch weitere Beweise gestützt werden und ob mögliche Widersprüche bestehen.
Gina H. steht jetzt unter Erklärungsdruck
Bislang hat Gina H. zu den Mordvorwürfen geschwiegen. Das ist ihr gutes Recht und darf juristisch nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden.
Ihre Verteidiger haben jedoch angekündigt, dass sie nach der Sommerpause erstmals eine Einlassung abgeben könnte. Dafür ist nach bisheriger Planung der Vormittag des 6. August vorgesehen.
Rechtsanwalt Andreas Ohm deutete bereits an, dass es aus Sicht der Verteidigung Erklärungen für viele vermeintlich belastende Situationen geben soll. Er äußerte Zweifel an einzelnen Zeugenaussagen und bezeichnete die geschilderten Ereignisse rund um den Fundort als ungewöhnlich.
Wie Gina H. Heike M.s Darstellung entkräften will, bleibt allerdings offen. RTL
Diese Fragen muss ihre Aussage beantworten
Sollte sich Gina H. tatsächlich ausführlich äußern, dürfte sich alles um mehrere zentrale Punkte drehen:
- Wann erfuhr sie erstmals, dass Fabian an dem Tümpel lag?
- Weshalb soll sie bereits vor dem offiziellen Fund mit zwei Männern dort gewesen sein?
- Warum wurde die Polizei nicht unmittelbar verständigt?
- Wie entstand die Geschichte, ein Hund habe den Leichnam zufällig entdeckt?
- Weshalb nahm Heike M. die Situation als Versuch wahr, sie als Alibi zu benutzen?
- Was geschah mit der Hundeleine, und warum sollen zusätzliche Spuren erzeugt worden sein?
- Wie erklärt Gina H. ihre Äußerungen und ihr Verhalten in den Tagen vor und nach dem Fund?
Ihre Antworten könnten den bisherigen Eindruck verändern – sie könnten aber ebenso neue Widersprüche hervorrufen. Sobald sie sich einlässt, dürfen Staatsanwaltschaft, Gericht und Nebenklage ihre Darstellung mit den bereits gehörten Zeugenaussagen und den kriminaltechnischen Erkenntnissen vergleichen.
Der entscheidende Moment steht noch bevor
Die ersten Worte von Gina H. haben den Gerichtssaal also noch nicht „erstarren lassen“. Dieser Moment steht erst bevor.
Gerade darin liegt die tatsächliche Spannung: Nach 19 Verhandlungstagen kennt das Gericht zahlreiche Aussagen über die Angeklagte – doch ihre eigene zusammenhängende Version der Ereignisse fehlt bislang.
Wird sie erklären können, warum drei verschiedene Personen vor der offiziellen Alarmierung der Polizei an Fabians Leiche gewesen sein sollen? Kann sie die Schilderung von Heike M. glaubhaft widerlegen? Oder öffnet ihre Aussage weitere Fragen, die sich nicht mehr schließen lassen?
Am 6. August könnte aus dem monatelangen Schweigen erstmals eine konkrete Verteidigungsgeschichte werden. Ob sie Gina H. entlastet oder den Verdacht weiter verstärkt, entscheidet jedoch nicht die Wirkung ihrer ersten Worte – sondern deren Übereinstimmung mit sämtlichen Beweisen.
Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung.




