PROZESS-ERDBEBEN IM FALL FABIAN (†8): Profiler, Ermittler und neue Zeugen – der 15. Verhandlungstag bringt brisante neue Erkenntnisse!
🚨 MORDPROZESS UM FABIAN (†8): Profiler, Polizeibeamte und neue Zeugenaussagen – Der 15. Verhandlungstag bringt wichtige neue Erkenntnisse ⚖️
Der 15. Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian gehörte zu den umfangreichsten seit Beginn des Verfahrens. Über Stunden hinweg standen sowohl der leitende Profiler des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern als auch zwei Polizeibeamte im Zeugenstand und schilderten ihre Erkenntnisse.
Während der Profiler seine Rekonstruktion des mutmaßlichen Tatablaufs präsentierte, berichteten die Polizeibeamten von den ersten Telefonaten nach dem Auffinden der Leiche. Die Aussagen sorgten im Gerichtssaal für große Aufmerksamkeit und führten zu zahlreichen Nachfragen durch Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung.
Profiler rekonstruiert den mutmaßlichen Tatablauf
Zu Beginn des Verhandlungstages stellte der Sachverständige der Operativen Fallanalyse die Ergebnisse seiner monatelangen Auswertung vor.
Nach seiner Einschätzung spreche vieles für eine geplante Tötung mit einem persönlichen Motiv. Fabian sei höchstwahrscheinlich nicht gewaltsam aus seiner Wohnung gebracht worden. Vielmehr sei nach der Analyse ein sogenannter „positiver Anreiz“ gesetzt worden, der den Jungen dazu brachte, freiwillig das Haus zu verlassen.
Anschließend sei das Opfer innerhalb weniger Stunden zum späteren Tatort gebracht worden.
Der Profiler machte jedoch mehrfach deutlich, dass seine Analyse keine Aussage darüber trifft, wer Täter oder Täterin ist. Die Operative Fallanalyse arbeite mit Wahrscheinlichkeiten und könne lediglich den wahrscheinlichen Ablauf sowie Verhaltensmuster beschreiben.
Warum wurde der Leichnam angezündet?
Ein Schwerpunkt der Befragung war das Inbrandsetzen des Leichnams.
Der Sachverständige erklärte, dass das Feuer einerseits Spuren vernichten konnte, andererseits aber möglicherweise auch eine psychologische Bedeutung gehabt habe.
Dass Gesicht und rechte Hand vergleichsweise wenig von den Brandverletzungen betroffen gewesen seien, könne aus seiner Sicht ein mögliches Indiz für eine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer darstellen. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich, dass dies kein Beweis, sondern lediglich ein Aspekt innerhalb der Gesamtanalyse sei.
Tatort bewusst gewählt?
Nach Auffassung des Profilers spricht außerdem vieles dafür, dass die sogenannte „Schweinekuhle“ dem Täter bereits bekannt gewesen sei.
Es habe mehrere abgelegene Orte gegeben, die ebenfalls geeignet gewesen wären.
Dass dennoch genau dieser Ort gewählt wurde, könne darauf hindeuten, dass die Täterschaft die Umgebung gut kannte.
Auch die Möglichkeit, dass Wildschweine den Leichnam verändern und dadurch Spuren beseitigen könnten, sei im Rahmen der Analyse diskutiert worden.
Polizeibeamte berichten über die ersten Minuten nach dem Fund
Nach einer kurzen Unterbrechung wurden zwei Polizeibeamte vernommen, die am 14. Oktober 2025 an den ersten Maßnahmen nach dem Fund beteiligt waren.
Ein Polizeihauptkommissar schilderte das damalige Telefonat mit der Anruferin, das unmittelbar nach dem Fund geführt wurde.
Nach seiner Erinnerung habe die Anruferin zunächst erklärt:
„Ich glaube, ich habe ihn gefunden.“
Auf Nachfrage habe sie erläutert, dass sie den Jungen beziehungsweise dessen sterbliche Überreste gefunden habe. Außerdem habe sie den Fundort als „Wildschweinkuhle“ bezeichnet.
Der Beamte erklärte vor Gericht, dieser Begriff sei ihm bis heute besonders im Gedächtnis geblieben.
Weitere Details zum Notruf
Ein weiterer Kriminaloberkommissar sagte aus, dass er kurz nach der ersten Meldung ebenfalls mit Gina H. telefoniert habe.
Nach seiner Aussage habe das Gespräch rund zwei Minuten gedauert.
Er schilderte, die Anruferin habe ruhig und sachlich gewirkt.
„Sie war gefasst. Das Gespräch war zielführend.“
Außerdem habe sie erklärt, in einer „Schweinekuhle“ ein Skelett gefunden zu haben, dessen Gesicht noch zu erkennen gewesen sei. Aufgrund ihrer langjährigen Beziehung zu Fabians Vater habe sie angenommen, dass es sich um Fabian handele.
Die Einsatzkräfte vereinbarten anschließend, dass sie die Polizei am Ortseingang von Klein Upahl treffen und zum Fundort führen sollte.
Diskussion über die Objektivität der Fallanalyse
Auch die Entstehung der Operativen Fallanalyse war Gegenstand der Befragung.
Der Profiler erklärte, dass Aussagen einer wichtigen Zeugin bewusst nicht an sein gesamtes Team weitergegeben worden seien, um eine möglichst unbeeinflusste Analyse zu ermöglichen.
Nach seinen Angaben kannte ausschließlich er selbst diese Aussage, während die übrigen Analysten ohne diesen Einfluss arbeiteten.
Das Gericht erläuterte, Ziel sei eine möglichst objektive Bewertung des Falles gewesen.
Das Verfahren bleibt offen
Mit den Aussagen des Profilers und der beiden Polizeibeamten ist ein weiterer wichtiger Abschnitt der Beweisaufnahme abgeschlossen.
Ob die heute präsentierten Erkenntnisse später maßgeblichen Einfluss auf das Urteil haben werden, ist derzeit offen.
Das Gericht wird sämtliche Zeugenaussagen, Sachverständigengutachten und Spuren gemeinsam würdigen, bevor über die erhobenen Vorwürfe entschieden wird.
Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für die Angeklagte die Unschuldsvermutung.





