NACH MONATELANGEM SCHWEIGEN: Gina H. spricht endlich vor Gericht – aber ausgerechnet zur zentralen Frage könnte sie schweigen!
🚨 PAUKENSCHLAG IM FALL FABIAN (†8): Gina H. bricht ihr Schweigen – doch ausgerechnet die entscheidenden Fragen könnten unbeantwortet bleiben!
Monatelang hat Gina H. im Mordprozess um den achtjährigen Fabian geschwiegen. Nun will die Angeklagte erstmals selbst vor Gericht sprechen und angeblich „einige Dinge richtigstellen“. Doch ein Geständnis soll es nicht geben – und Fragen von Gericht, Staatsanwaltschaft oder Nebenklage wird sie voraussichtlich ebenfalls nicht beantworten. Warum wählt die Verteidigung diese auffällige Strategie?
Rostock – Auf diesen Moment warten Prozessbeobachter seit dem Auftakt Ende April: Gina H. will erstmals öffentlich auf die schwerwiegenden Vorwürfe reagieren.
Die 30-Jährige soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft den achtjährigen Fabian aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, ihn an einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und seinen Körper anschließend teilweise verbrannt haben.
Gina H. hat dazu bislang geschwiegen. Das soll sich nun ändern – allerdings unter streng kontrollierten Bedingungen.
Der entscheidende Termin ist der 24. August
Der Prozess wird nach seiner Sommerpause bereits am 6. August fortgesetzt. Die Einlassung von Gina H. ist nach Angaben ihres Verteidigers Thomas Löcker jedoch erst für den 24. August vorgesehen.
Ursprünglich war eine frühere Aussage im Gespräch. Der Termin wurde jedoch verschoben, weil die ersten Verhandlungstage nach der Pause bereits für weitere Zeugen reserviert sind.
Gina H. soll ihre vorbereitete Einlassung selbst vortragen. Nach Angaben ihres Anwalts dürfte sie höchstens einige Stunden dauern. Ein Geständnis werde es ausdrücklich nicht geben. Stattdessen wolle die Angeklagte verschiedene Aussagen und bisher behandelte Prozesspunkte „richtigstellen“. T-Online zur angekündigten Einlassung
Sie will sprechen – aber offenbar nicht antworten
Besonders brisant ist die geplante Form der Aussage. Zwar will Gina H. selbst das Wort ergreifen, anschließend aber voraussichtlich keine Fragen beantworten.
Das bedeutet: Staatsanwaltschaft, Richter, Nebenklage und möglicherweise auch ein Sachverständiger könnten ihre Darstellung nicht unmittelbar durch Nachfragen überprüfen.
Genau darin dürfte der zentrale Vorteil für die Verteidigung liegen. Eine vorbereitete Einlassung ermöglicht es der Angeklagten, jene Punkte anzusprechen, die sie selbst für wichtig hält – ohne sich spontan mit unerwarteten Fragen oder möglichen Widersprüchen auseinandersetzen zu müssen.
Die genaue Begründung für diese Strategie hat die Verteidigung bislang nicht vollständig öffentlich gemacht.
Darf eine Angeklagte Fragen einfach verweigern?
Ja. Eine angeklagte Person muss sich in einem deutschen Strafverfahren nicht selbst belasten. Sie darf vollständig schweigen, nur zu einzelnen Themen Stellung nehmen oder eine vorbereitete Erklärung abgeben und anschließend sämtliche Fragen ablehnen.
Dieses Schweigen darf grundsätzlich nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden.
Für die Verteidigung kann eine begrenzte Einlassung deshalb sinnvoll erscheinen: Gina H. erhält die Möglichkeit, ihre eigene Version bestimmter Ereignisse darzustellen, ohne dass die Staatsanwaltschaft sie in ein ausführliches Kreuzverhör verwickeln kann.
Doch die Strategie birgt auch ein Risiko. Bleiben zentrale Fragen bewusst unbeantwortet, könnte der Eindruck entstehen, dass lediglich einzelne, sorgfältig ausgewählte Punkte erklärt werden sollen.
Diese Fragen beschäftigen den Prozess
Die Beweisaufnahme hat zahlreiche Punkte hervorgebracht, zu denen Gina H.s Darstellung mit besonderer Spannung erwartet wird:
- Warum soll sie bereits am Vorabend des offiziellen Leichenfundes mit zwei Männern am Tümpel gewesen sein?
- Weshalb führte sie am folgenden Tag eine weitere Bekannte zu demselben Ort?
- Warum wurde die Polizei nicht sofort verständigt?
- Wie erklärt sie ihre Internetsuchen nach Polizeimeldungen und Wildschweinen?
- Weshalb war ihr Mobiltelefon während eines entscheidenden Zeitraums offenbar nicht erreichbar?
- Warum beschäftigte sie sich bereits früh mit einem möglichen Alibi?
- Wie erklärt sie Aussagen von Zeugen, die ihrem bisherigen Verhalten widersprechen?
Welche dieser Fragen Gina H. tatsächlich aufgreifen wird, ist nicht bekannt. Die Verteidigung erklärte lediglich, dass sie bestimmte Dinge aus den vergangenen Verhandlungstagen korrigieren wolle.
Kann eine vorbereitete Erklärung den Prozess verändern?
Grundsätzlich ja. Wenn Gina H. nachvollziehbare Erklärungen für belastende Indizien liefert und diese durch andere Beweise gestützt werden, könnte ihre Einlassung für die Verteidigung wichtig werden.
Doch allein durch das Vorlesen einer Erklärung verschwinden die bisherigen Indizien nicht. Das Gericht wird jedes ihrer Worte mit Zeugenaussagen, Chatverläufen, Standortdaten, kriminaltechnischen Untersuchungen und ihrem dokumentierten Verhalten vergleichen.
Widerspricht ihre Darstellung objektiven Spuren oder Aussagen mehrerer Zeugen, könnte die Einlassung sogar neue Probleme verursachen. Deshalb dürfte jedes Wort gemeinsam mit den Verteidigern sorgfältig vorbereitet werden.
Fabians Mutter erwartet offenbar keine vollständigen Antworten
Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter, äußerte bereits Zweifel daran, dass die Einlassung wesentlich zur Aufklärung beitragen werde. Sie rechnet eher damit, dass Gina H. die Vorwürfe bestreiten und eine eigene Darstellung der Ereignisse präsentieren wird. RTL zur Einschätzung der Nebenklage
Für Fabians Angehörige dürfte der 24. August deshalb zu einem besonders belastenden Prozesstag werden. Nach Monaten des Schweigens wird Gina H. zwar reden – doch ob sie auch jene Antworten liefert, auf die die Familie wartet, ist vollkommen offen.
Redet sie über die Tat – oder nur über die Zeugen?
Die größte Unbekannte bleibt der Inhalt ihrer Einlassung. Wird Gina H. konkret erklären, wo sie sich am 10. Oktober befand? Wird sie eine alternative Version des Tatablaufs präsentieren? Oder beschränkt sie sich darauf, Erinnerungslücken und Glaubwürdigkeit einzelner Zeugen anzugreifen?
Genau diese Unsicherheit macht ihre angekündigte Aussage zum möglicherweise wichtigsten Moment des bisherigen Verfahrens.
Denn Gina H. will ihr Schweigen brechen – aber offenbar nur so weit, wie es ihre Verteidigungsstrategie zulässt. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für sie die Unschuldsvermutung.




