Mordfall Fabian: Hier können die Menschen Abschied nehmen
Mordfall Fabian: Hier können die Menschen Abschied nehmen

Nach der Freigabe von Fabians Leichnam bietet die Pfarrkirche in Güstrow für alle einen Trauergottesdienst an. Auch auf dem Markt ist er zu erleben.Der Tod des achtjährigen Fabianbewegt nach wie vor die Menschen in Güstrow. Immer noch stehen zahllose Teelichter vor der Pfarrkirche. Am Donnerstag wurde der Leichnam des getöteten Jungen von der Staatsanwaltschaft freigegeben. Die Pfarrgemeinde lädt nun am Donnerstag, 30. Oktober, zu einem Trauergottesdienst ein.Trauergottesdienst, um einen Abschluss zu findenEr soll Gelegenheit geben, zu einer Art Abschluss zu finden, aber auch Danksagungen aussprechen, erläutertPastor Jens-Peter Schulz. „Wir haben zusammengesessen mit der Familie von Fabian“, sagt der Pastor. Sie hätten dabei besprochen, „dass jetzt die Stadt Güstrow und auch alle Helfer und Helferinnen, alle, die sich irgendwie eingesetzt haben und gesucht haben, dass alle jetzt irgendwie einen Abschluss brauchen.“

Der Fall habe eine ganze Weile viele Herzen bewegt. „Und trotzdem muss es einen Moment geben, an dem die Trauer Gott überreicht wird, um ein Stück weit damit abzuschließen“, ergänzt Jens-Peter Schulz. Das sei ein ganz heilsamer Moment. Klar sei aber auch, dass der Fall – solange er noch nicht abgeschlossen ist – die Menschen auch weiterhin bewegen werde. Dennoch müsse man langsam loslassen, da Fabian nun in der Obhut von Gott sei.Angedacht ist auch, dass einige Briefe und Nachrichten, die in der Kirchgemeinde eingegangen sind, vorgelesen werden. Gezeigt werden sollen unter anderem auch Hoffnungskerzen in Wimpelform, dieGemeindepädagogin Christiane Hinrichsvergangene Woche mit Kindern angefertigt hatte. So hätte auch Fabians Familie darum gebeten, dass diese Sachen einen Ort finden, an dem sie gewürdigt werden.
Kinder haben von ihren Erlebnissen berichtetWie die Gemeindepädagogin erzählt, habe sie bei der Arbeit mit den Kindern gemerkt, dass sie den Fall Fabian bereits mit ihren Lehrern und Erziehern thematisiert hatten. Dabei hätten die Kinder auch von ihren persönlichen Berührungspunkten mit dem Thema Tod gesprochen. „Einige haben berichtet, dass ihre Katze oder Hund gestorben ist, während andere erzählten, dass ihre Oma, Opa oder Tante oder Onkel bereits verstorben sind“, erläutert die Gemeindepädagogin. In der Kirche stehe immer noch der Tisch, an dem Besucher die Hoffnungskerzen basteln können, um ihrem Gedenken Ausdruck zu verleihen.Christiane Hinrichs wird – wie auch schon beim Gedenkgottesdienst kurz nach dem Auffinden der Kinderleiche – in einem Team mit anderen Helfern den Trauergottesdienst mitgestalten. Wie Pastor Jens-Peter Schulz erklärt, werden er sowie Bürgermeister Sascha Zimmermann einige Worte an die Besucher richten. Umrahmt werde der Gottesdienst mit Orgelklängen sowie eingespielter Musik.
Gottesdienst auch nach draußen übertragenDa die Kapazität in der Pfarrkirche mit 550 Plätzen begrenzt ist, wird der Gottesdienst nach draußen übertragen. Menschen, die keinen Platz in der Kirche finden, können das Geschehen dann an derSüdseite des Gotteshausesverfolgen. Aus Sicherheitsgründen würden in der Kirche aber keine Kerzen mehr angezündet. Wer eine Kerze dabei hat, könne sie vor dem Gotteshaus anzünden. Dort stehen immer noch zahllose Teelichter als Ausdruck der Trauer um Fabian. Wie es vom Pastor heißt, sollen sie vorerst auch stehen bleiben. „Die Trauer gehört den Leuten und die darf man ihnen nicht wegnehmen.“Wie Jens-Peter Schulz weiter informiert, könne sich die Familie mit der Freigabe des Kinderleichnams auch um Fabians Beisetzung kümmern. „Die eigentliche Beisetzung, das wird dann im Rahmen der Familie stattfinden“, sagte der Pastor.





