FALL FABIAN: Zwei Männer, dieselbe Nacht, derselbe Tümpel – diese Ähnlichkeiten lassen den Gerichtssaal aufhorchen!

🚨 FALL FABIAN: Zwei Männer, dieselbe Nacht, derselbe Tümpel – diese Ähnlichkeiten lassen den Gerichtssaal aufhorchen! 😱⚖️

Christian D. und Olaf K. wurden getrennt voneinander befragt. Dennoch schilderten beide eine auffällig ähnliche Abfolge: Gina H. soll die Suche angestoßen, den Weg vorgegeben und beide Männer nacheinander zu jenem abgelegenen Tümpel geführt haben, an dem Fabian lag. Zufall, gegenseitige Bestätigung – oder fehlt noch ein entscheidendes Puzzleteil?

Rostock – Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow stehen zwei Männer im Mittelpunkt, die inzwischen als die „Tümpelzeugen“ bekannt sind: Christian D. und Olaf K.

Beide sollen am Abend des 13. Oktober 2025 gemeinsam mit der Angeklagten Gina H. am späteren Fundort gewesen sein – einen Tag, bevor sie den Leichenfund offiziell der Polizei meldete.

Ihre Aussagen erfolgten an zwei aufeinanderfolgenden Verhandlungstagen. Und obwohl sich die beiden Männer in manchen Punkten unterschiedlich erinnerten, ergeben ihre Schilderungen in den entscheidenden Momenten ein auffällig ähnliches Bild.

Christian D.: Die Initiative soll von Gina H. ausgegangen sein

Christian D. berichtete am elften Verhandlungstag, Gina H. habe am Abend unbedingt im Bereich von Klein Upahl nach dem vermissten Fabian suchen wollen. Sie soll den Weg zu dem abgelegenen Tümpel genau beschrieben und ihn dorthin geführt haben.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft habe Christian D. nicht nachvollziehen können, warum ausgerechnet dort gesucht werden sollte. Oberstaatsanwalt Harald Nowack betonte, die Initiative sei von der Angeklagten ausgegangen und sie habe dem Zeugen den Weg gezeigt. Protokoll zur Aussage von Christian D.

Christian D. schilderte jedoch Erinnerungslücken. Während er vor Gericht erklärte, zunächst lediglich schwarze Gegenstände beziehungsweise „Rohre“ wahrgenommen zu haben, sollen frühere Aussagen darauf hingedeutet haben, dass er die menschliche Gestalt möglicherweise erkannt hatte.

Genau diese Unterschiede griff die Verteidigung scharf an. Sie stellte infrage, wie zuverlässig seine Erinnerungen Monate nach den Geschehnissen noch seien.

Olaf K.: Wieder soll Gina H. den Weg vorgegeben haben

Nur kurze Zeit nach dem Besuch mit Christian D. soll Gina H. auch Olaf K. gebeten haben, mit ihr zum Tümpel zu fahren. Nach seiner Aussage trafen sie kurz vor Mitternacht dort ein.

Olaf K. berichtete, dass er eine Kinderleiche gesehen, den Jungen wegen seines Zustands jedoch nicht eindeutig als Fabian erkannt habe. Gina H. hingegen soll sofort von Fabian gesprochen haben. Bericht zur Aussage von Olaf K.

Auch in seiner Schilderung erscheint die Angeklagte als die Person, die den Ort kannte und die Fahrt dorthin veranlasste.

Damit wiederholt sich ein zentraler Punkt: Zwei Männer sollen unabhängig voneinander von derselben Frau zum selben abgelegenen Ort geführt worden sein – noch bevor der Leichenfund offiziell gemeldet wurde.

Die auffälligsten Gemeinsamkeiten

Beide Aussagen stimmen vor allem in vier wesentlichen Punkten überein:

  • Gina H. soll die Initiative zur Suche im Bereich Klein Upahl ergriffen haben.
  • Sie soll den Weg zu dem abgelegenen Tümpel gekannt und vorgegeben haben.
  • Beide Männer sollen am 13. Oktober dort gewesen sein.
  • Die Polizei wurde trotz der nächtlichen Besuche zunächst nicht verständigt.

Diese Übereinstimmungen sind für die Staatsanwaltschaft bedeutsam, weil sie die Frage nach möglichem Täterwissen aufwerfen: Warum wollte die Angeklagte ausgerechnet an einem schwer auffindbaren Ort suchen? Und warum führte sie nacheinander mehrere Menschen dorthin?

Die Tatsache, dass beide Zeugen einen ähnlichen Ablauf schildern, kann ihre Aussagen gegenseitig stützen. Sie beweist allein jedoch weder eine Tatbeteiligung noch, dass jedes einzelne Detail korrekt erinnert wurde.

Waren ihre Aussagen abgesprochen?

Für eine Absprache zwischen Christian D. und Olaf K. gibt es nach den öffentlich bekannten Prozessinformationen keinen Beleg.

Die Ähnlichkeiten können auch eine naheliegende Erklärung haben: Beide Männer erlebten in derselben Nacht mit derselben Person Fahrten zum selben Ort. Wenn sich die Ereignisse tatsächlich so abgespielt haben, wären übereinstimmende Schilderungen zwangsläufig zu erwarten.

Das Gericht muss daher nicht nur auf die Gemeinsamkeiten achten, sondern ebenso auf die Unterschiede:

  • Was konnten die Männer am dunklen Fundort tatsächlich erkennen?
  • Wann begriffen sie, dass dort ein menschlicher Körper lag?
  • Welche Worte benutzte Gina H.?
  • Warum verständigte keiner von ihnen sofort die Polizei?
  • Und wie zuverlässig sind ihre Erinnerungen heute?

Gerade diese Details wurden von der Verteidigung intensiv hinterfragt.

Die Frage, die Gina H. in Bedrängnis bringt

Am schwersten wiegt möglicherweise nicht, was die beiden Männer am Tümpel sahen, sondern wie sie überhaupt dorthin gelangten.

Der Ort lag abgelegen und war nach den Aussagen nicht ohne Weiteres zu finden. Trotzdem soll Gina H. beide Männer gezielt dorthin geführt haben. Am folgenden Tag soll sie mit einer weiteren Bekannten erneut zum Tümpel gegangen sein und anschließend erklärt haben, die Leiche sei bei einem Spaziergang zufällig entdeckt worden.

Damit steht eine entscheidende Frage im Raum:

Wie zufällig kann ein Leichenfund noch sein, wenn die spätere Finderin bereits am Vorabend mehrfach an genau diesem Ort gewesen sein soll?

Staatsanwaltschaft und Verteidigung ziehen unterschiedliche Schlüsse

Die Staatsanwaltschaft sieht in den Aussagen wichtige Puzzleteile zur Auffindesituation und mögliche Hinweise darauf, dass Gina H. den Ort bereits kannte.

Die Verteidigung verweist dagegen auf Erinnerungslücken, unterschiedliche frühere Aussagen und die besondere Belastung der Zeugen. Zudem bedeutet eine Anwesenheit am Fundort noch keinen Beweis dafür, dass die Angeklagte Fabian getötet hat.

Gina H. ist wegen Mordes angeklagt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll sie den Jungen getötet und seinen Körper anschließend in Brand gesetzt haben. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für sie uneingeschränkt die Unschuldsvermutung.

Christian D. und Olaf K. liefern deshalb nicht automatisch den endgültigen Beweis. Doch gemeinsam stellen ihre Aussagen eine Frage, die sich durch den gesamten Prozess zieht:

Warum kannte Gina H. offenbar den Weg zu Fabian – bevor sein Fund offiziell bekannt wurde?

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