Nicht schon wieder! : Verletzter Buckelwal an Ostsee-Küste entdeckt Er hat Wunden am Rücken wie Timmy und findet nicht zurück

Der Buckelwal im Hafen von Wismar. Er zeigt eine auffällige weiße Verfärbung am Rücken

Foto: —/Hansestadt Wismar/Hafenamt/dpa

Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – An der deutschen Küste droht das nächste Tier-Drama! Drei Monate, nachdem Buckelwal Timmy ins offene Meer gezogen und schließlich tot angespült wurde, leidet erneut ein Meeressäuger vor unseren Augen.

Wieder ist ein verletzter Wal in der Ostsee gesichtet worden, wieder viel zu nah an Land. Eine weitere Parallele: Wunden auf dem Rücken könnten darauf hindeuten, dass er schon einmal gestrandet war. Auch scheint er die Orientierung verloren zu haben und seit Tagen nicht von allein den Weg zurück in den Nordatlantik zu finden.

Wal schon seit zwei Wochen in der Ostsee

Laut den Umweltministerien von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist das etwa acht Meter lange Exemplar zum ersten Mal am 17. Juli vor der Kieler Küste gesichtet worden. Vergangenen Freitag tauchte der Wal in der Flensburger Förde auf, am Montag in Wismar und am Mittwoch schließlich im knapp eine Autostunde entfernten Wustrow. Bilder zeigen, wie das Tier an Paddlern vorbeischwimmt. Besucher konnten es von der Seebrücke aus beobachten.

Kurz zuvor sei der Wal auch vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst entdeckt worden, wie der Radiosender Ostseewelle berichtete. Das Deutsche Meeresmuseum wiederum habe am frühen Nachmittag weitere Sichtungsmeldungen aus der Nähe des Dierhagener Strands erhalten.

Die Wasserschutzpolizei beobachtete den Wal in der Wismarer Bucht

Foto: Philip Dulian/dpa

Meeresbiologin: Verletzungen deutlich sichtbar

Den Experten nach handelt es sich höchstwahrscheinlich um denselben Buckelwal, der bereits im Juni in Schottland und Dänemark durch die weiße Verfärbung am Rücken aufgefallen war. Warum er eine so helle Haut hat und ob diese auch auf dem Bauch zu finden ist, könne man derzeit jedoch nicht beurteilen.

Auffällig seien allerdings die Wunden im Bereich des Rückens vor der Finne, erklärte Meeresbiologin Lisa Klemens: „Anhand des Bildmaterials lässt sich jedoch nicht feststellen, wodurch die Verletzungen verursacht wurden. Für eine verlässliche Einschätzung wären weitere Aufnahmen oder eine Untersuchung erforderlich.“

Mit Buckelwal Timmy hatten täglich Tausende Menschen mitgefiebert. Nach einer Rettungsaktion wurde er tot in Dänemark angespült

Foto: Philip Dulian/dpa

Schicksal erinnert an Odyssee von Timmy

Vor fast einem halben Jahr hielt Buckelwal Timmy an der deutschen Ostsee-Küste viele Menschen in Atem. Auch er war damals im Hafen von Wismar aufgetaucht, später strandete er immer wieder an der Küste. Eine private Initiative brachte ihn in einer aufwendigen und umstrittenen Aktion in einem Transportkahn in die Nordsee und setzte ihn dort frei. Mitte Mai wurde vor der dänischen Insel Anholt ein toter Wal entdeckt – anhand eines Senders wurde er als Timmy identifiziert.

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