FALL FABIAN (†8): Unglaubliche Aussagen aus dem ersten Verhör von Gina H.! Sie fragte: „Können wir dann endlich mal fertig werden? Weil ich hab keinen Bock mehr!“

Rostock – Der 38. Verhandlungstag im Mordprozess um den getöteten Fabian (8) hat neue Einblicke in Gina H.s erste Aussagen nach dem Leichenfund geliefert. Über Stunden wurde im Gericht die Videoaufzeichnung ihrer Vernehmung vom 14. Oktober 2025 gezeigt. Darin schildert die Angeklagte ihr Verhältnis zu Fabian, zu Matthias R. und zu Christian D. und verteidigt immer wieder ihre Darstellung, den Jungen nur zufällig gefunden zu haben. Mehrfach fallen dabei Unterschiede zu ihrer Einlassung vom Montag auf.

Am Nachmittag stand erneut Gina H.s Samsung-Handy im Fokus. Ein Kriminaloberkommissar präsentierte bislang nicht ausgewertete Bewegungs- und Nutzungsdaten, die erst nachträglich entschlüsselt werden konnten. Die Auswertung soll unter anderem Fahrten, Spaziergänge und Suchaktionen rund um den späteren Fundort dokumentieren. Zudem rückten zeitliche Überschneidungen zwischen Handydaten, Zeugenaussagen und den Bewegungen von Gina H.s orangefarbenem Ford Ranger in den Mittelpunkt der Verhandlung.

„Ich will nach Hause!“

Während einer Pause der Vernehmung wird Gina H. zunehmend ungeduldig. Sie versteht nicht, warum sie die Dienststelle nicht verlassen darf. „Meine Pferde stehen draußen auf der Koppel, die haben Hunger“, sagt sie in dem Vernehmungs-Video, das gerade im Gericht gezeigt wird. Auch um ihre Großeltern und ihren Sohn macht sie sich Sorgen. „Ich hab keinen Bock mehr. Ich will nach Hause!“

  • Der Fall, der Deutschland erschüttert

    Der Mord an Fabian (8) bewegt viele Menschen. Wie der Junge verschwand, gesucht und schließlich tot aufgefunden wurde, hat BILD ausführlich rekonstruiert. Alle Hintergründe zum Fall lesen Sie hier.

    Foto: Privat; Schwarck Media
  • Verhandlungstag beendet

    Um 17.54 Uhr schließt Richter Holger Schütt die Verhandlung für heute. Zum Schluss standen vor allem neue Auswertungen der Handydaten von Gina H. im Mittelpunkt.

    Weiter geht der Mordprozess am Freitag um 9.30 Uhr. Dann dürfte die Auswertung der digitalen Spuren weiter eine wichtige Rolle spielen.

  • Technik-Teil neigt sich dem Ende zu

    Nach der umfangreichen Auswertung der Handydaten gibt es noch einige Rückfragen von Richtern, Anwälten und Verfahrensbeteiligten. Die Diskussion dreht sich dabei vor allem um technische Details der neu entschlüsselten Smartphone-Datenbanken und deren Aussagekraft.

    Für Zuschauer im Saal ist der Abschnitt zeitweise schwer zu verfolgen. Immer wieder geht es um Datenstrukturen, Zeitstempel und die Frage, wie zuverlässig bestimmte Bewegungen oder Nutzungen des Handys rekonstruiert werden können.

  • Handydaten zeigen mehrere Suchen am Tümpel

    Auch der nächtliche Weg zum Tümpel mit Christian D. lässt sich laut Ermittler in den neuen Bewegungsdaten erkennen. Zwischen 20.58 und 21.28 Uhr wechselt das Handy mehrfach zwischen Gehen und Stillstand. Gina H. aktiviert dabei dreimal das Display. Einmal bleibt es fünf Minuten lang eingeschaltet, ohne dass eine weitere Nutzung registriert wird.

    Auch die späteren Suchen mit Olaf K. und Heike M. spiegeln sich nach Angaben des Kriminaloberkommissars in den Daten wider.

  • Nachricht vor mutmaßlicher Fahrt zum Tatort

    Der Handy-Gutachter nimmt nun den 13. Oktober 2025 unter die Lupe. Um 10.14 Uhr verschickt Gina H. demnach eine Nachricht mit dem Inhalt: „Fahre jetzt los.“ Wenige Minuten später registriert das Smartphone eine Autofahrt.

    Brisant wird der Zeitraum danach: Zwischen 10.25 und 11.13 Uhr gibt es laut Auswertung keine Nutzung des Handys. In diese Zeit fällt eine Zeugenaussage, wonach gegen 11.10 Uhr ein orangefarbener Ford Ranger in der Nähe des späteren Tatorts gesehen worden sein soll. Das Handy selbst liefert für diesen Zeitraum keine weiteren Aktivitäten.

  • War Gina H. noch einmal am Fundort?

    Neue Handydaten werfen Fragen zu Gina H.s Bewegungen am 11. Oktober auf. Zwischen 16.49 und 17.22 Uhr registriert ihr Smartphone eine Autofahrt. Etwa zur selben Zeit wurde am Ortseingang von Klein Upahl eine junge Frau mit Hund gesehen. Später soll ein Zeuge einen Pick-up beobachtet haben, der in Richtung Fundort fuhr und mit hoher Geschwindigkeit zurückkehrte.

    Ob Gina H. tatsächlich erneut am Fundort war, lässt sich daraus bislang nicht sicher ableiten. Es könnte jedoch auf einen weiteren, bisher nicht bekannten Aufenthalt in der Gegend hindeuten.

  • Fahrt zur Bank passt nicht ins Zeitfenster

    Jetzt wird es bei den Bewegungsdaten konkret. Gina H. hatte erklärt, sie sei am Tattag am Vormittag zu einer Bank in Güstrow gefahren. Der Kriminaloberkommissar hält das anhand der neu ausgewerteten Handydaten für problematisch.

    Zwischen 10.43 Uhr und 10.52 Uhr registriert das Smartphone Stillstand. Ein Bankautomat sei von Fabians Wohnort jedoch mindestens drei Minuten mit dem Auto oder neun Minuten zu Fuß entfernt gewesen, sagt der Experte. „Das hätte nicht gereicht, um eine Bank zu erreichen. Weder mit dem Auto noch zu Fuß.“ Danach zeigt die Datenbank wieder eine Fahrzeugbewegung an.

  • Neue Handydaten zum Tattag

    Die Bewegungsdaten von Gina H.s Handy zeigen am Tattag zunächst von 6.49 bis 7.17 Uhr eine Autofahrt, vermutlich zur Schule ihres Sohnes nach Krakow am See. Von 10.21 bis 10.43 Uhr registriert das Smartphone erneut eine Fahrt, anschließend bis 10.52 Uhr Stillstand.

    Auffällig ist die zeitliche Überschneidung: Fabians Handydisplay war zuletzt um 10.51 Uhr aktiv. Zudem zeichnete eine Kamera zwischen 10.43 und 10.54 Uhr einen orangefarbenen Ford Ranger in Fabians Straße auf. Ob es sich dabei um Gina H.s Wagen handelte, ist damit allerdings nicht bewiesen.

  • Handy wird um 14.26 Uhr kurz bewegt

    Die neuen Handydaten sollen Gina H.s Bewegungen am 9. Oktober 2025 zeigen. Von 13.09 Uhr bis 14.26 Uhr registriert das Smartphone zunächst Stillstand. Um 14.25 Uhr werden kurz Kalender und Taschenrechner benutzt, eine Minute später zeichnet das Handy eine kurze Gehbewegung auf.

    Brisant: Für etwa 14.25 Uhr hielten die Ermittler ein zufälliges Treffen zwischen Fabian und Gina H. für möglich. Ab 14.50 Uhr registriert das Smartphone wieder eine Autofahrt, vermutlich zur Abholung ihres Sohnes. Auffällig sei zudem, dass ein Teil der Daten erst rund eineinhalb Stunden später gespeichert wurde. Warum, konnte der Experte nicht erklären.

  • Handydaten bestätigen Treffen mit Christian D.

    Der Kriminaloberkommissar zeigt nun erste Ergebnisse aus den neu ausgewerteten Bewegungsdaten von Gina H.s Smartphone. Anhand der Datei „motion_log“ ließen sich nach seinen Angaben mehrere Treffen mit Christian D. nachvollziehen.

    Als Beispiel nennt der Ermittler den 9. Oktober 2025. Das Handy registrierte von 13.02 bis 13.09 Uhr eine Fahrt mit dem Auto. Das passe zu Gina H.s eigener Angabe, dass sie rund sieben Minuten bis zum Treffpunkt mit Christian D. gebraucht habe.

  • Handy zeichnet Bewegungen auf

    Für die Auswertung ist die Datei „motion_log“ entscheidend. Darin registriert das Smartphone, ob Gina H. stillsteht, geht, rennt oder sich in einem Fahrzeug bewegt.

    Der Kriminaloberkommissar hat die Bewegungsdaten vom 13. September bis zum 14. Oktober 2025 untersucht. Damit soll sich genauer nachvollziehen lassen, wie sich Gina H.s Handy rund um Fabians Verschwinden bewegt hat. Dabei wurden auch sogenannte Routinefahrten festgestellt, etwa wenn Gina H. ihren Sohn zur Schule brachte oder von dort abholte.

  • Handy erkennt Gehen, Rennen und Autofahrten

    Der Kriminaloberkommissar erklärt, welche Bewegungsdaten das Samsung-Handy von Gina H. überhaupt erfassen kann. Die Software unterscheidet demnach zwischen vier Zuständen: stationär, Gehen, Rennen und Fahrten mit einem Fahrzeug.

    Genau diese Daten wollen die Ermittler nun nutzen, um Bewegungen der Angeklagten rund um den Zeitraum von Fabians Verschwinden genauer nachzuvollziehen.

  • Letzte Verbindung zum Ford Ranger

    Die neu entschlüsselten Handydaten liefern auch Hinweise auf Gina H.s Auto. Laut dem Ermittler deaktivierte sie am 4. Oktober 2025 um 16.29 Uhr die Bluetooth-Funktion ihres Smartphones. Zu diesem Zeitpunkt war das Handy zum letzten Mal mit ihrem Ford Ranger verbunden.

    Ob und welche Bedeutung dieser digitale Eintrag für den Fall hat, erläutert der Kriminaloberkommissar bislang nicht.

  • Taschenlampe wird zum wichtigen Beweisstück

    Jetzt wird es konkret: Der Kriminaloberkommissar (38) berichtet, dass sich aus neu entschlüsselten Daten von Gina H.s Samsung-Handy unter anderem die Nutzung der Taschenlampenfunktion nachvollziehen lasse.

    Von besonderer Bedeutung sei dabei der Abend des 13. Oktober 2025. Laut der Auswertung habe Gina H. die Taschenlampe ihres Handys mehrfach genutzt – genau in dem Zeitraum, als sie nach eigener Darstellung mit Christian D. in der Nähe des späteren Fundorts unterwegs war.

  • Neue Daten aus Gina H.s Handy

    Der Kriminaloberkommissar präsentiert nun weitere Auswertungen aus dem Samsung-Handy der Angeklagten. Nach seinen Angaben konnten Ermittler inzwischen Daten entschlüsseln, die bei früheren Untersuchungen noch nicht zugänglich waren.

    Im Fokus stehen zwei Datenbanken, die das Nutzungsverhalten des Smartphones erfassen. Laut der Präsentation können darüber unter anderem Bewegungen, Standorte, Schlafverhalten, App-Nutzung und weitere digitale Spuren nachvollzogen werden. Nun soll geklärt werden, welche Erkenntnisse sich daraus für den Fall ergeben.

  • Jetzt geht es um Ginas digitale Spuren

    Der nächste Zeuge nimmt Platz: ein Kriminaloberkommissar, der bereits am siebten Prozesstag zur Funkdatenauswertung ausgesagt hatte. Nun stellt er eine Präsentation mit dem Titel „Auswertung weiterer digitaler Spuren“ vor.

    Dabei soll es vor allem um die Bewegungsdaten von Gina H.s Handy gehen. Sie könnten Hinweise darauf liefern, wie lange bestimmte Treffen dauerten und wie sich das Telefon bewegte.

  • Handy-Gutachter sagt doch noch aus

    Eigentlich sollte der Polizeibeamte, der die Bewegungsdaten von Gina H.s Handy erneut ausgewertet hat, heute nicht mehr gehört werden. Doch der Versuch, ihn auf einen späteren Termin zu verschieben, ist offenbar gescheitert.

    Damit wird der Ermittler nun doch noch aussagen. Nach einer Pause bis 16.30 Uhr dürfte sich die Verhandlung wieder um die Frage drehen, welche Rückschlüsse die Handydaten auf Gina H.s Bewegungen zulassen.

  • Drei Stunden Verhör im Gericht gezeigt

    Nach mehr als drei Stunden endet die Vorführung der ersten Vernehmung von Gina H. vom 14. Oktober 2025. Die Angeklagte stimmt darin auch einer DNA-Probe zu. Weitere Teile des Videos werden heute nicht mehr gezeigt.

    Jetzt rückt wieder die Ermittlerin in den Mittelpunkt, die die Vernehmung damals führte und heute als Zeugin aussagt. Sie erinnert daran, dass Gina H. bereits am folgenden Tag erneut und aus eigenem Antrieb bei der Polizei erschienen sei.

  • Frage nach Matthias R.

    Auf den gezeigten Vernehmungsaufnahmen kommen die Ermittler noch einmal auf die Trennung von Matthias R. zu sprechen. Gina H. nennt Geldprobleme und seine viele Arbeit als Gründe für das Beziehungs-Aus.

    Dann wird es heikel. Eine Beamtin fragt, ob sie Matthias R. zutrauen würde, Fabian schwer zu verletzen. Gina H. zögert zunächst. Schließlich sagt sie: „Möchte ich nicht ja und nicht nein sagen.“ Danach ergänzt sie: „Ich würd’s ihm schwer zutrauen.“

  • „Ich hab vielleicht nicht alles erzählt“

    Im Verhörvideo räumt Gina H. ein, den Ermittlern zunächst nicht gesagt zu haben, dass sie bereits am Vorabend mit Christian D. in der Gegend des späteren Fundorts gewesen sei. „Das war vielleicht falsch, aber ich bin auch nur ein Mensch“, sagt sie. Zugleich betont sie: „Ich weiß, ich hab nichts in dem Sinne zu verbergen.“

    Später spricht sie über Fabian und behauptet, der Junge wäre etwa zu Fremden gegangen, wenn diese im Ort Süßigkeiten verteilt hätten. Während dieser Passage reagiert Fabians Mutter im Gerichtssaal erneut sichtbar und schüttelt den Kopf.

  • „Fabian habe ich nie angefasst“

    Später geht es um Fabians Verhalten. Gina H. beschreibt den Jungen auf den Videoaufnahmen erneut als provozierend. Ihr eigener Sohn habe einmal „ordentlich eine geklatscht bekommen“, sagt sie.

    Bei Fabian sei das anders gewesen. „Fabian habe ich nie angefasst, nie“, betont Gina H. Im Video sagt sie, sie habe ihn höchstens angeschrien, wenn er nicht gehört habe.

  • Auto Thema der Vernehmung

    Ohne dass die Ermittler danach fragen, kommt Gina H. im Verhörvideo selbst auf ihr Auto zu sprechen. Sie betont, Fabian habe zuletzt in den Sommerferien darin gesessen. Dann schiebt sie hinterher: „Ich hab mein Auto ewig und drei Tage nicht geputzt.“

    Diese Aussage fällt auf. Vor Gericht wurde bereits thematisiert, dass Gina H. ihren Wagen wenige Tage vor dem Leichenfund gereinigt haben soll. Fotos davon soll sie sogar an Christian D. geschickt haben.

  • Auto soll untersucht werden

    Im gezeigten Verhörvideo geht es kurz um eine mögliche kriminaltechnische Untersuchung von Gina H.s Fahrzeug. Die Ermittler fragen, ob sie damit einverstanden sei.

    Ihre Antwort fällt deutlich aus: „Wenn’s Not tut. Ich steh hier nicht im Wege, ich weiß, ich hab damit nichts zu tun.“ Zuvor hatte Gina H. erklärt, warum sie und Christian D. erst spät am Abend losgefahren seien: Beide hätten sich zunächst um ihre Kinder gekümmert und sie bettfertig gemacht.

  • Nächtliche Treffen nur „freundschaftlich“?

    Bei den nun gezeigten Vernehmungsaufnahmen beschreibt Gina H. ihr Verhältnis zu Christian D. als rein freundschaftlich. Zwischen ihnen sei „nichts Inniges oder sowas“ gewesen, sagt sie den Ermittlern. Auch dessen Ehefrau habe ihrer Ansicht nach gewusst, dass sie sich regelmäßig sahen.

    Das fällt auf: Vor Gericht hatte Gina H. am Montag noch geschildert, dass sie und Christian D. sich geküsst hätten und sich häufig trafen. Die Darstellung im Verhörvideo wirkt deutlich zurückhaltender.

  • „Dann fahren Sie doch nicht dahin zum Spazierengehen“

    Ein „komisches Bauchgefühl“ habe sie am nächsten Morgen noch einmal in die Gegend gelockt, sagt Gina H. auf den Vernehmungsaufnahmen. Eigentlich habe sie mit Heike M. nur spazieren gehen und reden wollen.

    Die vernehmende Polizistin zeigt sich im Video zunächst verständnisvoll. Dann kommt der Einwand: „Kann ich soweit verstehen. Dann fahren Sie doch nicht dahin, um spazieren zu gehen.“ Die Frage zielt direkt auf einen zentralen Punkt der Verteidigung ab: Warum führte der Weg ausgerechnet in die Nähe des späteren Fundorts?

  • Warum rief sie nicht Matthias an?

    Auf den Vernehmungsaufnahmen hakt der Ermittler nach, warum Gina H. Matthias R. damals nicht informierte. Ihre Antwort: Sie habe ihm keine falschen Hoffnungen machen wollen. „Was soll ich sagen, da liegt irgendwas?“

    Stattdessen sei für sie klar gewesen, dass die Polizei verständigt werden müsse. Deshalb sei sie am nächsten Morgen mit Heike M. noch einmal losgefahren. Auch ihre Hunde seien dabei gewesen. „Da Kami hingelaufen ist, waren beide Hunde unten“, sagt Gina H. im Video.

  • „Ich hab doch keine Ahnung von sowas!“

    Die Diskussion um das Nachtsichtgerät zieht sich durch die Vernehmung. Auf den gerade gezeigten Aufnahmen erklärt Gina H., sie habe den vermeintlichen Fund zunächst für eine Puppe gehalten. Als ihr klar geworden sei, dass dort etwas nicht stimme, habe sie Angst bekommen.

    Warum sie trotzdem nicht sofort die Polizei rief? Laut Gina H. wollte sie Christian D. schützen. Er habe ihr gesagt, die Nutzung des Nachtsichtgeräts könne als Wilderei gewertet werden. „Ich kenn’ mich doch mit sowas nicht aus!“, sagt sie im Video mehrfach. Immer wieder betont sie, sie habe „Rotz und Wasser geheult“ und sei mit der Situation überfordert gewesen.

  • Wer ging voran?

    Bei den jetzt gezeigten Vernehmungsaufnahmen gerät Gina H. auch bei einem weiteren Detail in Erklärungsnot. Auf Nachfrage einer Ermittlerin sagt sie, Christian D. sei im Wald vorangegangen, sie selbst hinterher.

    Das ist bemerkenswert: In ihrer Einlassung vor Gericht hatte Gina H. erklärt, sie seien nebeneinander gegangen. Christian D. hatte dagegen ausgesagt, Gina H. sei vorausgelaufen. Damit stehen nun drei unterschiedliche Versionen zum Ablauf im Raum.

  • Andere Version zum Jagdausflug

    Während die Vernehmungsaufnahmen weiterlaufen, fällt ein weiterer möglicher Widerspruch auf. Gina H. schildert den nächtlichen Ausflug nun anders als noch zuvor. Jetzt sagt sie, Christian D. habe abends zur Jagd fahren wollen. „Ja komm, dann komm ich mit“, habe sie darauf geantwortet.

    Zuvor hatte Gina H. den Eindruck vermittelt, die Fahrt sei von ihr ausgegangen, weil sie ein ungutes Bauchgefühl gehabt habe und nach Fabian suchen wollte. Die Erklärungen klingen im Video unterschiedlich.

  • „Ein beschissener Zufall“

    Die Ermittler gehen der Rolle von Christian D. weiter nach. Auf den Vernehmungsaufnahmen sagt Gina H., sie könne sich keinen anderen Grund vorstellen, warum er die Polizei nicht sofort einschalten wollte. Er habe Fabian und dessen Familie gar nicht gekannt.

    Dann kommt sie erneut auf den Fundort zu sprechen. „Das war ein beschissener Kack-Zufall. Damit hab ich nicht gerechnet“, sagt Gina H. im Video. Dabei erwähnt sie auch, dass sie bereits am Freitag in der Gegend spazieren gewesen sei. Die Jagdwaffe von Christian D. habe während des nächtlichen Ausflugs im Auto gelegen.

  • Anderes Bild von Christian D. im Verhör

    Auf den jetzt gezeigten Vernehmungsaufnahmen beschreibt Gina H. ihre Beziehung zu Christian D. als rein freundschaftlich. Man sehe sich gelegentlich tagsüber und rede miteinander, erklärt sie den Ermittlern.

    Das wirkt bemerkenswert: In ihrer Einlassung vor Gericht am Montag hatte Gina H. noch geschildert, dass sie und Christian D. sich zweimal geküsst hätten und sich regelmäßig trafen, teils fast jeden Abend, nachts und auch während seiner Mittagspausen.

  • Nachtblind, aber Details erkannt?

    Auf den gezeigten Vernehmungsaufnahmen hakt eine Ermittlerin bei Gina H.s Schilderung der Auffindesituation nach. Zuvor hatte die Angeklagte erklärt, im Dunkeln nachtblind zu sein und selbst nicht durch das Nachtsichtgerät geschaut zu haben.

    Als die Polizistin nach Steinen am Fundort fragt, gerät Gina H. in Erklärungsnot. Sie habe durch das Gerät nur Punkte gesehen, sagt sie. Christian D. habe ihr dann gesagt, dass es sich dabei um Steine handele. Die Ermittlerin fragt mehrfach nach den genauen Umständen.

  • „Wir sagen, wir haben ihn heute Morgen gefunden“

    Auf den jetzt gezeigten Vernehmungsaufnahmen erklärt Gina H., warum sie am nächsten Morgen noch einmal zum Fundort gefahren sei. Sie habe Angst gehabt und die Polizei informieren wollen. Gleichzeitig berichtet sie von einem Telefonat mit Heike M.

    Dabei fällt ein bemerkenswerter Satz: Gina H. sagt im Video, Heike M. habe vorgeschlagen, man solle angeben, die Leiche erst an diesem Morgen entdeckt zu haben. „Sie kommt mit mir mit und sie sagt, dass wir das heute Morgen erst gefunden haben“, ist auf den Aufnahmen zu hören.

  • Widerspruch zu späterer Einlassung?

    Auf den jetzt gezeigten Vernehmungsaufnahmen schildert Gina H., wie sie nach dem nächtlichen Ausflug nach Hause gefahren sei. Mit ihrem Großvater habe sie nicht gesprochen, obwohl dieser noch wach gewesen sei. Auch Olaf K. habe sie nicht eingeweiht. „Ich wollte mit Olaf reden, aber ich hab nichts gemacht. Gar nichts. Ich hab gar nichts erzählt“, sagt sie im Video.

    Das fällt auf: Bei ihrer Einlassung am Montag hatte Gina H. noch erklärt, später am Abend gemeinsam mit Olaf K. zum Fundort gefahren zu sein.

  • „Ich habe heute Nacht fast gar nicht geschlafen“

    Im gezeigten Verhörvideo erklärt Gina H., warum sie die Polizei schließlich informiert habe. Erst am Tag des Funds habe sie erkannt, dass es sich nicht um eine Puppe, sondern um Fabian gehandelt habe.

    „Heute hab ich das gesehen, dass das keine Puppe ist, dass das Fabian war“, sagt Gina H. auf den Aufnahmen. Sie habe schon am Vorabend darüber nachgedacht, die Polizei zu rufen. „Ich hab heute Nacht fast gar nicht geschlafen. Mir ging es richtig schlecht.“

  • „Vielleicht Fabian?“

    Auf den gezeigten Vernehmungsaufnahmen schildert Gina H. den nächtlichen Ausflug mit Christian D. weiter. Weil sie nach eigenen Angaben im Dunkeln schlecht sehe, habe nur er durch das Nachtsichtgerät geschaut. Dann habe er gesagt: „Das sieht aus wie eine verbrannte Puppe.“

    Daraufhin habe sie geantwortet: „Vielleicht Fabian?“ Als der Ermittler im Video kritisch nachfragt, warum ihr ausgerechnet Fabians Name in den Sinn gekommen sei, reagiert Gina H. gereizt: „Ja, warum denn nicht? Das Kind ist weg!“ Im Gerichtssaal schütteln Fabians Mutter und ihre Anwältin während dieser Passage mehrfach den Kopf.

  • Ermittler hakt bei nächtlicher Suche nach

    Der Polizist will wissen, warum Gina H. ausgerechnet nachts mit Christian D. losgezogen ist. Sie erklärt, sie habe ein schlechtes Bauchgefühl gehabt. Tagsüber sei Christian D. arbeiten gewesen. „Das klingt aber wirklich nach einem dummen Zufall. Muss man sagen“, antwortet der Polizist.

    Als der Ermittler nach dem eigentlichen Ziel fragt, reagiert Gina H. gereizt. „Nichts Leiche suchen!“, ruft sie. Sie betont, den Wald von früheren Spaziergängen mit den Kindern gekannt zu haben und das Nachtsichtgerät nie selbst benutzt zu haben. Anschließend zeigt sie auf einer Karte, welchen Weg sie nach eigenen Angaben gefahren seien.

  • „Ich schwöre bei meinem Kind!“

    Die Diskussion um den Spaziergang in Richtung des späteren Fundorts wird immer hitziger, wie das aktuell vor Gericht gezeigte Video verdeutlicht. Der Ermittler konfrontiert Gina H. damit, dass sie zunächst behauptet hatte, gar nicht nach Fabian gesucht zu haben. Nun schildert sie aber, dass sie Christian D. gefragt habe, ob sie gemeinsam etwas herumfahren könnten.

    Gina H. bleibt dabei, dass alles Zufall gewesen sei. „Das war ein verfickter Zufall. Ich kann das doch nicht wissen!“, ruft sie. Als der Beamte entgegnet: „Das ist die Frage … Können Sie es wissen?“, reagiert sie emotional: „Ich schwöre bei meinem Kind!“

  • „Das klingt schon etwas komisch“

    Die Geschichte vom zufälligen Fund überzeugt den Ermittler offenbar nicht. Nachdem Gina H. erklärt hat, ein Bekannter habe mit einem Nachtsichtgerät etwas entdeckt und sie habe nicht gewusst, dass es sich um Fabian handelte, hakt der Beamte in dem Video der Vernehmung nach.

    Sein Kommentar: „Dass das jetzt alles ein bisschen komisch klingt, wissen Sie schon?“ Die Diskussion um den Fundort wird damit immer konfrontativer.

  • „Dann lassen Sie eine Leiche liegen?“

    Mit Nachdruck stellt der Ermittler im Video Gina H.s Erklärung zum Fund der Leiche infrage. „Dann lassen Sie eine Leiche dort liegen?“, fragt er. Gina H. weist das entschieden zurück. Sie habe gar nicht gewusst, dass dort ein Mensch liege.

    Stattdessen habe ihr ein Bekannter gesagt, es sehe aus wie eine Puppe. Außerdem habe sie verhindern wollen, dass dieser wegen seines Nachtsichtgeräts Ärger bekommt. „Ich wusste nicht, dass das Fabian ist“, beteuert Gina H. mehrfach im Verhörvideo.

  • Neue Erklärung zum Leichenfund

    Unter Druck liefert Gina H. plötzlich eine neue Schilderung. Sie sagt, ein Bekannter habe mit einem Nachtsichtgerät etwas entdeckt. „Ich wollte gestern Abend schon die Polizei rufen“, erklärt sie im Verhör.

    Gleichzeitig beteuert sie erneut, nichts von Fabian gewusst zu haben. „Ich wusste nicht, dass es Fabian ist. Der Hund ist wirklich abgehauen!“, sagt Gina H. im Video.

  • Warum wollte Gina H. überhaupt in den Wald?

    Der Ermittler hakt nach dem Spaziergang mit Heike M. und den Hunden nach. Warum wollte Gina H. an diesem Tag unbedingt los? Die Antwort fällt stockend aus. Sie spricht von einem Bekannten, bei dem ihr Sohn untergebracht sei, und betont immer wieder: „Ich hab mit Fabian nichts zu tun, wirklich gar nichts!“

    Dabei schweift sie mehrfach ab und kommt unter anderem auf ein Nachtsichtgerät für Jäger zu sprechen. Der Beamte versucht weiter, ihre Beweggründe für den Ausflug in Richtung des späteren Fundorts zu verstehen.

  • „Natürlich war das zufällig!“

    Dann wird die Stimmung im Verhörraum plötzlich deutlich schärfer. Ein Ermittler konfrontiert Gina H. direkt mit dem Leichenfund. „Sie haben das Kind doch jetzt nicht zufällig gefunden. Das stimmt doch jetzt nicht!“, sagt er.

    Die Reaktion kommt sofort. „Natürlich! Woher sollte ich wissen, dass er da ist? Natürlich war das zufällig!“, ruft Gina H. zurück. Die Szene gehört zu den angespanntesten Momenten der bislang gezeigten Vernehmung.

  • Polizist unterbricht plötzlich Telefonat

    Eine überraschende Szene im Verhörvideo: Gerade als Christian D. oder Olaf K. zurückruft, will die Polizistin Gina H. den Hörer geben. Doch ein Ermittler kommt zurück in den Raum und beendet das Gespräch sofort. Er legt auf, setzt sich Gina H. gegenüber und schlägt einen Aktenordner auf den Tisch.

    Dann belehrt er sie erneut als Zeugin. „Noch sind Sie Zeuge“, sagt der Beamte. Er weist Gina H. darauf hin, dass sie sich nicht selbst belasten müsse. Ihre Reaktion kommt prompt: „Ich hab nichts!“

  • „Es interessiert keinen, wie es mir geht“

    Als die Vernehmung pausiert, spricht Gina H. mit einer Beamtin über ihre eigene Situation. „Wissen Sie, was schlimm ist? Es möchte keiner wissen, wie es mir damit geht. Es interessiert keinen“, sagt sie. Die Beamtin antwortet: „Sie können es mir erzählen. Ich höre Ihnen zu.“

    Kurz darauf kommt die vernehmende Polizistin zurück. Gina H. möchte Christian D. erreichen, bei dem ihr Sohn J. gerade ist. Dafür wird seine Nummer aus ihrem Handy gesucht. Als sie bemerkt, dass die SIM-Karte entfernt wurde, zeigt sie sich irritiert. Der Anrufversuch scheitert jedoch: Niemand geht ans Telefon. Auch ein weiterer Anruf vom Festnetztelefon der Polizei an Olaf K. scheitert.

  • Gespräch über Fabians Eltern

    Allein mit einer Beamtin spricht Gina H. auch über Fabians Eltern. Die Polizistin sagt, sie könne sich nicht vorstellen, wie schwer es für sie sei, nun die Beerdigung ihres Kindes organisieren zu müssen.

    Gina H. stimmt zu. „Ich möchte nicht in der Haut stecken jetzt eine Beerdigung zu organisieren von meinem eigenen Kind“, sagt sie. Die Beamtin antwortet: „Die Kinder müssen nicht vor den Eltern gehen.“ Gina H. entgegnet nur knapp: „Ne.“

  • „Manchmal fühle ich mich schuldig“

    Allein mit einer Beamtin spricht Gina H. offen über ihre Lage. „Manchmal fühle ich mich, als wenn ich hier schuldig bin. Sie behandeln mich, als wenn ich was gemacht hätte“, sagt sie. Später kommt sie auf Fabian zu sprechen: Es tue weh, was passiert sei. „Aber es würde nochmal was anderes sein, als wenn es wirklich mein eigenes Kind wäre.“

  • Verhandlungspause!

    Nach der Vorführung dieser Passage legt das Gericht eine Verhandlungspause ein.

  • Gina H. wollte so schnell wie möglich weg

    Das Video der Vernehmung zeigt dann, wie einer der Polizisten aufsteht, um den Raum zu verlassen. Die Polizistin schlägt daraufhin eine Pause vor. Gina H., die offenbar glaubte, sie habe schon genug Auskunft gegeben, fragt ungläubig: „Sind wir immer noch nicht fertig?“

  • Gina H.: „In dem Moment war mir so kotzübel“

    Die Polizisten bitten Gina H., ihre Gefühle beim Auffinden zu beschreiben. Die Verdächtige in ihrem ersten Verhör: „Mir war schlecht. Ich hatte zu tun, nicht zu spucken. In dem Moment war mir so kotzübel. Ich habe noch nie eine Leiche gesehen. Nur im Fernsehen. Ich habe gedacht: Nein, nein, nein, das kann nicht Fabian sein.“ Danach habe sie Heike M. erzählt, dass sie glaubt, gerade Fabian gefunden zu haben. „Ich möchte aber ich kann nicht weinen“, sagt sie wieder.

  • Gina H. erhebt Vorwürfe gegen Fabians Mutter

    Wenig später lenkt Gina H. das Gespräch auf Fabians Mutter Dorina L. Im Gespräch mit den Polizisten erklärt sie, sie habe auch darüber nachgedacht, was passiert sein könnte. „Wieso sollte er weggelaufen sein?“ Fabian habe mal erzählt, dass ihn ein paar Leute in der Schule ärgern. Von Mobbing sei aber nie die Rede gewesen. Ansonsten sei er viel am Handy und Tablet gewesen. „Für Dorina war’s ein Einfaches, Fabian damit ruhigzustellen. Sie hat ihm ein Handy, Tablet in die Hand gegeben, damit sie ihre Ruhe hat.“

  • Gina H. zu den Polizisten: „Die Arbeit überlass ich Ihnen“

    Auf die Frage, ob sie eine Erklärung hat, bricht es in dem Verhör aus Gina H. heraus: „Es gibt immer etwas zwischen Himmel und Erde was man sich nicht erklären kann. Es ist für mich unerklärlich. Wie grausam kann ein Mensch bitte sein? Wie grausam kann ein Mensch sein und das einem Kind antun?“

    Die Polizistin fragt, ob sie einen Verdacht hat. „Die Arbeit überlass ich ihnen. Finden Sie raus, was passiert ist. Fakt ist für mich, es muss jemand gewesen sein, der Fabian kannte. Und vor allem muss es ja jemand gewesen sein, der das da unten kannte. Weil das ist eine Schweinesuhle.“

    Die Polizistin hakt nach und fragt nach dem Begriff Schweinesuhle. Gina H. erklärt: „Jeder nennt das anders. Wir sagen dazu Schweineloch oder Schweinesuhle. Das sieht man ja. Spuren von Tieren kenn ich, weil mein Opa war ja selber Jäger.“

  • Gina H. beschreibt, wie Fabians Leiche lag

    Im weiteren Verlauf des Verhörs schildert Gina H. der Polizistin und einem Kollegen, der auch im Vernehmungsraum sitzt, ihre Gefühlswelt nach dem Fund: „Eigentlich wollte ich die ganze Zeit heulen, aber konnte nicht ich habe gestern die ganze Zeit geheult. Ich möcht weinen, aber ich kann nicht, es ist wie eine Blockade. Es kommt vielleicht erst morgen.“

    Auf die Frage, wie nah sie an der Leiche gewesen sei, antwortet sie: „Sehr nah. Der Hund hat da auch hingepullert in dem Moment. Ich hab’s nicht angefasst. Definitiv nicht.“ Jetzt zeigt sie anhand ihres Portemonnaies, wie die Leiche gelegen hat. „Die Leiche lag so. Dann war hier ein Büschel, so ein Schilfgras. Ich hab das Gesicht gesehen und einfach gewusst, das ist Fabian.“

  • „Dann hab ich Fabian da liegen sehen“

    Gina H. erzählt im ersten Verhör, sie habe gedacht: „Mein Gott, wo ist sie denn?“ Weiter erzählt sie: „Dann bin ich darunter gestiefelt.“ Da habe der Hund an der Stelle gestanden. Sie habe gesagt: „Komm’ weg da, was hast du da?“

    Von oben habe man nicht richtig erkennen können, was dort unten ist. „Ich hab das da nicht liegen sehen. Dann hab ich Fabian da liegen sehen.“ Zunächst habe sie kein Gesicht gesehen, nur Arme und Beine. Als sie das Gesicht gesehen habe, habe sie ihn erkannt. „Dafür kenn ich ihn zu gut. Auch wenn von diesem Körper fast nichts mehr übrig war. Ich war der Meinung, dass der Körper verbrannt war.“ Auch angefressen habe der Körper ausgesehen. Sie habe nur noch weg gewollt. Dann habe sie gleich die Polizei gerufen.

  • Gina H.: Nur ein Hund kam zurück

    Gina H. gibt dem Verhör an, sie habe nach beiden Hunden gerufen. Jedoch sei nur ihrer zurückgekommen, der von Heike M. aber habe nicht gehört.

  • Hund von Freundin riss sich los

    Im weiteren Verlauf des Mitschnitts ist zu sehen, wie Gina H. auf den Leichenfund eingeht. Im Verhör sagt sie: „Wenn Heikes Hund da nicht runtergerannt wäre heute. Dann wäre ich da nicht runtergegangen.“ Die Polizistin fragt: „Wie kam das, dass Sie da spazieren waren?“ Antwort von Gina H.: „Wir haben telefoniert. Ich hab Heike gesagt, ich brauch ein bisschen Ablenkung. Können wir spazieren gehen?“

    Kurz nach halb 10 sei das gewesen. „Wir sind ja von Lohmen aus. Wir sind ja nicht durch Klein Upahl gefahren. Lohmen ist ja gleich bei mir um die Ecke.“ In dem Video ist zu sehen, dass Gina H. jetzt richtig lebhaft erzählt. Sie gestikuliert und schildert die Situation nicht nur sachlich, sondern wirklich lebendig. Fast, als würde man einem Freund eine witzige Anekdote erzählen. Sie hätten das Auto im Wald abgestellt. Und den Hund ihrer Freundin dabei gehabt. „Die ist ja so ein Wirbelwind und das ist ja ein Jagdhund, die hat dann die Leine aus der Hand gerissen“, sagt sie. Sie habe dann gesagt: „Scheiße, den finden wir nie wieder.“

  • Suche nach Fabian? „Ich bin nur spazieren gegangen“

    An der Suche nach Fabian habe sie sich damals nicht beteiligt, sagt Gina H. im Verhörvideo. „Ich bin nicht losgelaufen suchen. Ich bin, wenn dann, nur spazieren gegangen.“

    Dabei kommt auch der Wald bei Lähnwitz zur Sprache, also das Gebiet nahe des späteren Fundorts. Regelmäßig sei sie dort nicht unterwegs gewesen, betont Gina H. „Das würde ich nicht sagen.“

  • Widerspruch bei Social-Media-Aussagen

    Auf die Frage nach Informationen aus sozialen Medien antwortet Gina H.: „Nichts anderes, als was Matthias mir erzählt hat.“ Am Montag hatte sie dagegen erklärt, online auf Klein- und Groß Upahl als mögliche Suchorte gestoßen zu sein.

    Richter Holger Schütt stoppt deshalb das Video und hakt bei der Polizistin nach. Hinweise darauf, dass Gina H. den Fundort aus sozialen Medien kannte, habe es später nicht gegeben, sagt die Zeugin.

  • Gina H. schildert ihren Tagesablauf

    Im Verhörvideo fragt die Polizistin nach den Tagen nach Fabians Verschwinden. Gina H. berichtet, sie habe den Samstag in Reimershagen verbracht, sei reiten gewesen und habe Zeit mit ihrem Sohn verbracht. Außerdem habe sie ihre Freundin Heike M. aus Plauen abgeholt.

    Am Ende des Tages habe bereits die Kripo vor ihrer Tür gestanden, erzählt Gina H. und lacht dabei kurz. Den Sonntag habe sie ebenfalls in Reimershagen verbracht.

  • „Ich bin für dich da“

    Im Verhörvideo berichtet Gina H. auch von den Tagen nach Fabians Verschwinden. Sie habe Matthias R. damals Unterstützung angeboten. „Ich bin für dich da“, habe sie ihm gesagt.

    „In so einer Situation denkt man nicht an unsere Probleme, sondern an Fabian“, erklärt Gina H. den Ermittlern.

  • Korrektur beim letzten Treffen

    Im Verhörvideo wird Gina H. nach ihrem letzten persönlichen Kontakt zu Matthias R. gefragt. Zunächst legt sie sich auf den Montag vor Fabians Verschwinden fest. Kurz darauf rudert sie jedoch zurück.

    „Oder den Dienstag. An dem Abend, wo er bei mir war“, sagt Gina H. schließlich. Die Angaben zum Zeitpunkt des letzten Treffens bleiben damit zunächst unklar.

  • Kontakt zu Matthias kurz vor Fabians Verschwinden

    Im Verhörvideo spricht Gina H. auch über ihre letzten Kontakte zu Matthias R. Nach ihren Angaben hatten die beiden erst seit rund zwei Wochen wieder Kontakt. Als die Polizistin nach dem letzten Treffen fragt, gerät Gina H. zunächst ins Stocken.

    Schließlich legt sie sich auf den Montag vor Fabians Verschwinden fest. Danach habe es nur noch Telefonate gegeben. Von Fabians Verschwinden habe sie schließlich von Matthias R. erfahren, sagt Gina H. im Video.

  • Suizidversuch im Pferdestall

    Im Verhörvideo spricht Gina H. erneut über ihre psychischen Probleme. Sie berichtet von einem Suizidversuch im Pferdestall. Auf die Frage der Polizistin, wer sie damals gefunden habe, antwortet Gina:„Matthias tatsächlich.“

  • Gina H. spricht über ihre Gesundheit

    Im Verhörvideo berichtet Gina H. auch von gesundheitlichen Problemen. Sie leide unter Arthrose und Migräne und gehe deshalb regelmäßig zum Hausarzt. Nach ihren Angaben nimmt sie teilweise auch starke Schmerzmittel ein.

    Die Schilderungen fallen in einen längeren Abschnitt, in dem Gina H. ausführlich über ihre persönliche und gesundheitliche Situation spricht.

  • Gina H. rechnet mit Familie ihres Ex ab

    Im Verhörvideo äußert sich Gina H. auch abfällig über die Familie von Matthias R. Dessen Heimatort Groß Breesen sei immer wieder ein Streitpunkt gewesen. Die Zustände dort beschreibt sie drastisch und kritisiert mangelnde Hygiene und Ordnung.

    Über ihre Rolle in der Familie sagt sie: „Ich war immer das schwarze Schaf in der Familie. Schon immer.“ Die Situation sei für sie insgesamt sehr belastend gewesen.

  • Gina H. spricht über psychische Erkrankungen

    Im Verhörvideo schildert Gina H. die Trennung von Matthias R. im August 2025 als schweren Einschnitt. Er habe von einem Tag auf den anderen seine Sachen gepackt und auch Arbeitsgeräte für die Pferde mitgenommen. „Das hat mir schon echt den Boden unter den Füßen weggerissen“, sagt sie.

    Auf Nachfrage der Ermittler spricht Gina H. auch über ihre psychische Gesundheit. Sie nennt Borderline, Depressionen und eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Trennung habe sie so belastet, dass sie nach eigenen Angaben zwei Suizidversuche unternommen habe.

  • Gina H. spricht über schwieriges Verhältnis zu Fabians Mutter

    Im Verhörvideo erklärt Gina H., dass sie Fabians Mutter Dorina L. schon aus der Schulzeit gekannt habe. „Früher mochte ich sie gar nicht“, sagt sie. Auch ihrem damaligen Partner Matthias R. habe sie lange nicht geglaubt, dass dessen Kontakt zu Dorina ausschließlich wegen Fabian bestand.

    Außerdem berichtet Gina H. von einer langen Kontaktpause zwischen Fabian und seinem Vater. Ihren ersten Kontakt zu Fabian nach dieser Zeit datiert sie auf die dritte Sommerferienwoche 2025. Gemeinsam seien sie damals mit ihrem Sohn am See und später bei McDonald’s in Güstrow gewesen.

  • „Ich war ihm wichtiger als sein Papa“

    Im Verhörvideo beschreibt Gina H. ihre Beziehung zu Fabian als besonders eng. „Ich hatte einen hohen Stellenwert bei Fabian. Ich war ihm wichtiger wie sein Papa“, sagt sie in der Aufnahme vom 14. Oktober 2025.

    Die Aussage fällt während eines längeren Blocks, in dem Gina H. über das Familienleben und ihren Umgang mit dem Achtjährigen spricht.

  • Fabians Mutter reagiert sichtbar

    Im Verhörvideo berichtet Gina H., Fabian habe ihr persönliche Dinge anvertraut und zeitweise sogar „Mama“ zu ihr gesagt. Das habe Fabians leiblicher Mutter nicht gefallen, behauptet sie.

    Im Gerichtssaal sorgt diese Passage für eine deutliche Reaktion. Fabians Mutter schüttelt den Kopf und lacht lautlos auf, während die Aufnahmen laufen.

  • Fabians Mutter schüttelt den Kopf

    Im Verhörvideo erhebt Gina H. weitere Vorwürfe gegen Fabian. Der Junge sei im Kindergarten aggressiv gewesen, habe Fenster zerstört sowie Kinder und Erzieher geschlagen, behauptet sie.

    Diese Schilderung sorgt im Gerichtssaal für eine sichtbare Reaktion: Fabians Mutter schüttelt während der Vorführung deutlich den Kopf.

    Fabians Mutter Dorina am Mittwoch vor Gericht

    Fabians Mutter Dorina am Mittwoch vor Gericht

    Foto: Peter Müller/BILD
  • Gina H. erhebt Vorwürfe gegen Fabian

    Im Verhörvideo spricht Gina H. nicht nur über die Konflikte mit Matthias R., sondern auch über Fabian. Der Achtjährige habe die Erwachsenen oft gegeneinander ausgespielt, sagt sie. „Fabian wollte, dass wir uns streiten.“

    Einmal sei ihr deshalb der Kragen geplatzt. Sie habe dem Jungen gesagt: „Hör auf damit, sonst bleibst du nur noch bei deiner Mutter und kommst gar nicht mehr hierher.“

  • Gina H. schildert ihren Alltag mit den Kindern

    Im Verhörvideo beschreibt Gina H. ausführlich das Familienleben mit Fabian und ihrem eigenen Sohn. Jeden Morgen sei sie zunächst nach Güstrow gefahren, um Fabian in den Kindergarten zu bringen. Anschließend habe sie ihren Sohn nach Krakow am See gebracht.

    Danach habe sie sich um die Pferde gekümmert, ehe sie am Nachmittag beide Kinder wieder abholte. Ihren Alltag schildert sie als ständigen Spagat zwischen den verschiedenen Orten und Aufgaben.

  • Richter hakt bei Widersprüchen nach

    Richter Holger Schütt stoppt das Video und geht auf einen auffälligen Widerspruch ein. In der Vernehmung sagt Gina H., sie habe ein gemeinsames Kind mit Matthias R. verloren. In ihrer Einlassung am Montag hatte sie dagegen erklärt, die Schwangerschaft sei abgebrochen worden.

    Außerdem fragt der Vorsitzende nach den geschilderten Gewalttaten. Die Ermittlerin berichtet, man habe frühere Anzeigen überprüft. Dabei seien unter anderem eine Anzeige gegen den Vater ihres eigenen Kindes sowie eine Vergewaltigungsanzeige bekannt geworden.

  • Gina H. berichtet ausführlich über Gewaltvorwürfe

    Im Verhörvideo redet Gina H. inzwischen nahezu ohne Unterbrechung. Immer wieder schildert sie Streit und Gewalt in ihrer Beziehung mit Matthias R. Einmal sei sie bei einer Auseinandersetzung sogar eine Treppe hinuntergestürzt. Geschlagen habe er sie nach ihren Worten meist mit der „flachen Hand“. Die Ermittler lassen sie erzählen.

  • Weihnachten nur für die Kinder

    Im Verhörvideo spricht Gina H. auch über einen Vertrauensbruch in der Beziehung zu Matthias R. Kurz vor dem ersten gemeinsamen Weihnachtsfest sei er fremdgegangen. Trotzdem habe man an Heiligabend für die Kinder „einen auf Happy Family gemacht“.

    Die Affäre habe ihr Vertrauen nachhaltig erschüttert. „Ich habe ihm wenig bis schwer vertraut“, sagt Gina H. in der Vernehmung.

  • Gina H. spricht von großer Liebe zu Matthias R.

    Im Verhörvideo wird deutlich, wie eng Gina H. sich damals noch mit Matthias R. verbunden fühlte. „Ich lieb den Mann immer noch, auch wenn er nicht nett zu mir ist. Ich bin halt leider ein Herzensmensch“, sagt sie.

    Dabei fällt ein Detail auf: Gina H. berichtet, sie sei wenige Monate nach Beginn der Beziehung schwanger geworden und habe das Kind verloren. In ihrer Einlassung am Montag hatte sie dagegen erklärt, die Schwangerschaft sei abgebrochen worden.

  • Gina H. spricht über Alkohol in Fabians Familie

    In der Vernehmung erhebt Gina H. auch Vorwürfe gegen die Familie von Matthias R. Dieser habe „ein minimales Alkoholproblem“, sagt sie. Alkohol habe in der Familie generell eine große Rolle gespielt.

    So berichtet Gina H., selbst der Vater von Matthias R. habe am Wochenende morgens Alkohol getrunken. „Da wird immer getrunken“, sagt sie im Verhörvideo.

  • Gina H. schildert Streit und Gewalt

    Im Verhörvideo spricht Gina H. erneut über ihre Beziehung zu Matthias R. Die beiden hätten viel gestritten, sagt sie. Besonders das vergangene Jahr sei von zahlreichen Verlusten geprägt gewesen.

    Außerdem schildert sie einen Vorfall, bei dem Matthias R. sie geschlagen haben soll. Die Kinder hätten den Streit mitbekommen. „Ich wurde als Kind selber nur geschlagen von meiner Mutter, und das ist nicht schön“, sagt Gina H. im Video.

  • „Ich habe ihn geliebt wie meinen eigenen Sohn“

    Im Verhörvideo beschreibt Gina H. ihren Alltag mit Fabian und ihrem eigenen Sohn. Jeden Morgen habe sie zunächst Fabian nach Güstrow und anschließend ihren Sohn nach Krakow am See in den Kindergarten gebracht.

    Dabei wird Gina H. emotional. „Ich hab den geliebt, als wenn’s mein eigener Sohn gewesen wäre. Oder war“, sagt sie über Fabian.

  • Gina H. berichtet von Gewalt in der Beziehung

    Im Verhörvideo spricht Gina H. auch über ihre Beziehung zu Matthias R. Sie schildert mehrere gewalttätige Vorfälle. „Er hat mich geschlagen. Das haben die Kinder mitbekommen, auch Fabian“, sagt sie. Nach ihren Angaben habe Fabian dadurch den Respekt vor seinem Vater verloren.

  • Gina H. erzählt plötzlich ausführlich aus ihrem Leben

    Zu Beginn der Videovernehmung wirkt Gina H. noch genervt von den Fragen der Ermittler. Doch das ändert sich schnell. Sie spricht ausführlich über ihre Kindheit, ihre psychischen Probleme und frühere Gewalterfahrungen.

    Unter anderem berichtet sie von einem Aufenthalt in der Psychiatrie und schildert ihren Ex-Partner als gewalttätig. Die Fragen zum eigentlichen Fall geraten in dieser Phase der Vernehmung zunächst in den Hintergrund.

  • Verhör aus nächster Nähe zu sehen

    Im Gerichtssaal werden nun die Aufnahmen der Vernehmung vom 14. Oktober 2025 gezeigt. Zu sehen ist Gina H. kurz nach Beginn des Gesprächs um 17.33 Uhr. Sie sitzt mit überschlagenen Beinen und gefalteten Händen an einem Tisch, vor ihr steht eine Dose Paulaner Spezi.

    Auf dem Video sind neben Gina H. die heute als Zeugin vernommene Polizistin sowie ein weiterer Ermittler zu sehen. Gezeigt wird die Nahaufnahme aus dem Vernehmungsraum.

  • Richter fragt nach Gina H.s Kleidung

    Bei der Vernehmung geht es auch um das Aussehen der Angeklagten am Tag des Leichenfundes. Die Polizistin erinnert sich, dass Gina H. dieselbe Kleidung getragen habe wie zuvor. Sie beschreibt Gummistiefel, eine dunkle Reithose, ein dunkles Oberteil und eine schwarze Bomberjacke.

    Vor Gericht trägt Gina H. auch am Mittwoch wieder Fußfesseln

    Vor Gericht trägt Gina H. auch am Mittwoch wieder Fußfesseln

    Foto: Peter Müller/BILD
  • Verhör-Video dauert drei Stunden

    Nach der Entscheidung des Gerichts kann das Video der ersten Vernehmung von Gina H. vom 14. Oktober gezeigt werden. Allerdings: Die Aufzeichnung hat eine Laufzeit von rund drei Stunden.

    Die Folge für den weiteren Verhandlungstag: Der Polizeisachverständige, der zu den Bewegungsdaten von Ginas Handy aussagen sollte, wird für heute wieder ausgeladen.

  • Richter begründet Entscheidung

    Richter Holger Schütt macht deutlich, warum die Kammer die Widersprüche der Verteidigung zurückgewiesen hat. In der frühen Phase eines Tötungsdelikts müssten zunächst verschiedene Aussagen überprüft und eingeordnet werden. Zu diesem Zeitpunkt habe es weder Handy-Auswertungen noch weitere Zeugenvernehmungen gegeben.

    Gleichzeitig bremst der Vorsitzende etwas: Über die Vernehmung vom 15. Oktober soll zunächst nicht gesprochen werden. Auch das Video dieses Gesprächs wird vorerst noch nicht gezeigt.

  • Gericht: Gina H. war damals noch Zeugin

    Die Kammer begründet ihre Entscheidung ausführlich. Bis einschließlich 15. Oktober 2025 habe es „keine Anhaltspunkte für einen Beschuldigtenstatus“ von Gina H. gegeben. Erst einen Tag später seien durch Vernehmungen und die Auswertung ihres Handys Widersprüche aufgefallen.

    Damit bleibt das Gericht bei seiner Auffassung: Gina H. wurde zunächst rechtmäßig als Zeugin vernommen. Die Videos dürfen gezeigt werden.

  • Gericht weist Widerspruch zurück

    Die Verteidigung scheitert mit ihrem Vorstoß gegen die Vernehmung der Polizistin und die Vorführung der Videoaufnahmen. Richter Holger Schütt weist beide Widersprüche nach längerer Beratung zurück.

    Damit ist der Weg frei: Die Videos von Gina H.s Vernehmungen aus den Tagen nach dem Leichenfund können nun im Gerichtssaal gezeigt werden.

  • Pause zieht sich

    Eigentlich sollte die Verhandlung längst weitergehen. Doch die Kammer braucht für ihre Beratung offenbar mehr Zeit. Die ursprünglich angesetzte Unterbrechung dauert inzwischen bereits rund 15 Minuten länger.

    BILD-Reporterin im Landgericht Rostock:Jetzt geht es um die GPS-Daten von Gina H.

    Vor Ort im Landgericht Rostock bei Prozess um Fabian: Jetzt geht es um die GPS-Daten von Gina H.
    Quelle: BILD
  • Staatsanwalt gegen Widerspruch der Verteidigung

    Staatsanwalt Oliver Schley hält den Antrag der Verteidigung für unbegründet. Die vernehmende Polizistin habe glaubhaft geschildert, dass zum Zeitpunkt der Gespräche noch kein Anfangsverdacht gegen Gina H. bestanden habe. Auch Nebenklage-Anwältin Christine Habetha schließt sich dieser Auffassung an.

    Über den Antrag muss das Gericht nun entscheiden. Zunächst geht der Prozess in eine längere Pause. Seit 10.48 Uhr ruht die Verhandlung für rund 30 Minuten.

  • Richter kann Antrag nicht entziffern

    Für einen kurzen Schmunzler im Gerichtssaal sorgt Verteidiger Andreas Ohm selbst. Nachdem er seinen Widerspruch gegen die Verwertung der Vernehmungsvideos handschriftlich notiert und eingereicht hat, muss Richter Holger Schütt passen: Er kann den Zettel nicht lesen.

    Also trägt Ohm seinen Antrag selbst vor. Die Verteidigung widerspricht der Verwertung der aufgezeichneten Vernehmungen vom 14. und 15. Oktober sowie der weiteren Einvernahme der Zeugin.

  • Streit um Vernehmungs-Videos

    Kurz vor der geplanten Vorführung der Vernehmungsvideos grätscht Verteidiger Andreas Ohm dazwischen. Er fordert zunächst einen richterlichen Beschluss. Aus seiner Sicht stand Gina H. schon damals im Fokus der Ermittler.

    Ohm verweist auf Aussagen von Heike M. im Polizeiauto. Dort sei bereits über Widersprüche bei der Auffindesituation der Leiche gesprochen worden. Es sei „völlig lebensfremd“, dass diese Informationen nicht an die vernehmende Polizistin weitergegeben worden seien. Deshalb habe aus Sicht der Verteidigung schon zu diesem Zeitpunkt ein Anfangsverdacht gegen Gina H. bestanden.

  • Polizistin: Gina H. wirkte gefasst

    Richter Holger Schütt fragt die Zeugin nach ihrem Eindruck von Gina H. während der Fahrt nach Rostock. Die Polizistin beschreibt die Angeklagte als gesprächig und sachlich. Man habe Smalltalk geführt, unter anderem über ihre Pferde und ihr Kind.

    Gleichzeitig habe Gina H. betont, wie sehr sie der Fall belaste. Sie habe erzählt, am Vortag viel geweint zu haben. „Jetzt können keine Tränen mehr kommen“, habe sie damals gesagt.

  • Diskussion um Handy-Sicherstellung

    Die Polizistin schildert auch die Sicherstellung von Gina H.s Handy. Demnach sei die Angeklagte zunächst nicht begeistert gewesen. Sie habe erklärt, dass sie das Handy brauche und sich darauf sehr persönliche Daten befänden.

    Erst nach einem längeren Gespräch habe Gina H. schließlich zugestimmt. Laut der Zeugin habe sie zunächst nicht verstanden, warum die Ermittler das Gerät überhaupt sicherstellen wollten. Auf der Fahrt zur Vernehmung in Rostock sprach die Polizistin nach eigenen Angaben mit Gina H. Allerdings sei es dabei nicht um den Fall gegangen. Thema seien vielmehr ihre Pferde und ihr Kind gewesen.

  • Polizistin erinnert sich an Gina H.s Verhalten

    Richter Holger Schütt hakt nach: Wie wirkte Gina H. direkt nach dem Leichenfund? Die Ermittlerin erinnert sich an eine auffällig abwesende Frau. Im Polizeitransporter habe Gina H. aus dem Fenster gestarrt und kaum reagiert.

    Erst als die Polizistin sie direkt ansprach und fragte, ob sie sie höre und verstehe, habe Gina H. geantwortet. Die Bestätigung sei „relativ laut“ gekommen, berichtet die Zeugin.

  • Gina H. schon früh im Fokus der Ermittler

    Die angeklagte Gina H. ließ sich einen Tag nach dem Leichenfund noch einmal freiwillig von der Polizei vernehmen. Wie eine Ermittlerin berichtet, bat sie am 15. Oktober selbst um ein weiteres Gespräch und wurde dafür erneut nach Rostock gebracht.

    Einen Anfangsverdacht gegen Gina H. gab es laut der Polizistin bereits am 16. Oktober. Nach mehreren Vernehmungen und der Auswertung ihres Handys seien Widersprüche und Unklarheiten aufgefallen. „Es gab durchaus den Anfangsverdacht einer Tatbeteiligung“, sagt die Beamtin.

  • Polizistin fährt mit Gina H. zur Vernehmung

    Die Zeugin schildert ihre ersten Schritte nach dem Fund der Leiche. In Klein Upahl habe sie Ermittler, Kriminaltechniker und den Rechtsmediziner getroffen. Dort sei ihr gesagt worden, dass es zwei Frauen gebe, die den Fund gemeldet hätten.

    Anschließend fuhr die Beamtin gemeinsam mit einer Kollegin und Gina H. zur Polizeidienststelle nach Rostock. Dort wurde die Angeklagte als Zeugin vernommen.

  • Erste Zeugin schildert Ermittlungsbeginn

    Jetzt sagt die erste Zeugin des Tages aus. Die Rostocker Polizeibeamtin war ab dem 13. Oktober 2025 in die Ermittlungen eingebunden und verschaffte sich zunächst einen Überblick über den Fall.

    Einen Tag später wurde bekannt, dass in der Region Güstrow ein Leichnam gefunden worden war. Die Ermittlerin fuhr noch am selben Tag zum Fundort.

  • Fotos anderer Pick-ups vom Tisch

    Im Gericht werden Fotos von zwei orangefarbenen Ford Ranger gezeigt, die dem Wagen der Angeklagten ähneln. Allerdings fehlen bei beiden Fahrzeugen der Aufbau auf der Ladefläche und die auffälligen Bergaufkleber. Verteidiger Andreas Ohm erklärt trotzdem wenig später, dass sich seine Beweisanregungen zu ähnlichen Fahrzeugen in der Region damit erledigt hätten.

  • Prozess wird länger dauern als geplant

    Der Mordprozess um den getöteten Fabian wird deutlich länger dauern als zunächst vorgesehen. Das Gericht setzt weitere Verhandlungstage an. Statt Ende August läuft der Prozess nun mindestens bis zum 25. September. Für Oktober wurden vorsorglich bereits zwei zusätzliche Ausweichtermine eingeplant.

  • Verteidiger schildert Gina H. als völlig verändert

    Richter Holger Schütt fragt nach, ob sich Gina H. doch noch Fragen stellen möchte. Doch ihr Anwalt Thomas Löcker macht wenig Hoffnung. Die Einlassung vom Montag habe bei seiner Mandantin „irgendwas ausgelöst“, sie sei seitdem emotional völlig verändert.

    Löcker berichtet, Gina H. habe kaum geschlafen und bei Telefonaten immer wieder geweint. „Ich habe das Gefühl, dass ihr zum ersten Mal bewusst geworden ist, was hier auf dem Spiel steht“, sagt der Verteidiger. Seine Mandantin sei derzeit nicht in der Lage, sich einer Befragung zu stellen.

  • Verteidiger betonen ihre Einigkeit

    Anwalt Thomas Löcker sagt, dass er sich dem Antrag anschließt. „Auch wenn das in der Presse gerne diskutieret wird, dass wir uns uneinig wären. Wir sind uns in allen Punkten einig und arbeiten sehr eng zusammen!“, sagt er.

  • Professor hält neue Analyse für möglich

    Verteidiger Andreas Ohm berichtet von einem möglichen neuen Gutachter. Er habe einen Professor aus Würzburg kontaktiert und gefragt, ob sich die Brenndauer der Leiche auch jetzt noch bestimmen lasse. Die Antwort des Experten: Das sei grundsätzlich möglich, wenn auch nicht zwingend mit einem eindeutigen Ergebnis.

  • Verteidigung zweifelt Brand-Zeitfenster an

    Verteidiger Andreas Ohm legt den nächsten Beweisantrag vor. Ein neuer Sachverständiger soll untersuchen, wie lange Fabians Leiche gebrannt haben könnte. Aus Sicht der Verteidigung ist die Brenndauer entscheidend für die Frage, ob der von den Ermittlern angenommene Zeitablauf überhaupt möglich ist.

  • Staatsanwalt gegen Trainerin als Zeugin

    Die Staatsanwaltschaft spricht sich gegen die Vernehmung von Fabians Fußballtrainerin aus. Staatsanwalt Oliver Schley hält ihre möglichen Aussagen für wenig belastbar. Ob die Berichte stimmen, wonach Fabian zuletzt verändert wirkte und vor jemandem Angst gehabt haben soll, sei unklar. Zudem habe die Trainerin keine konkrete Person benennen können.

  • Der Prozess beginnt

    Richter, Schöffen und Verfahrensbeteiligte nehmen ihre Plätze ein. Im Zeugenstand wird gleich die Polizistin erwartet, die Gina H. kurz nach dem Fund der Leiche befragt hatte.

  • Weniger Andrang als zuletzt

    Im Gerichtssaal bleiben heute viele Plätze leer. Die angeklagte Gina H. betritt kurz vor Prozessbeginn den Saal. Sie trägt dieselbe Kleidung wie bereits am Montag

  • Prozesstag beendet

    Für heute ist Schluss! Der Prozess wird am Mittwoch um 9.30 Uhr fortgesetzt.

  • Antrag der Verteidigung abgelehnt

    Die Verteidigung hatte am vergangenen Verhandlungstag angeregt, die Halter anderer Pick-ups zu ermitteln. Staatsanwalt Schley lehnte ab. „Bei den Fahrzeugen handelt es sich um gänzlich andere Fahrzeuge“, so Schley. Etwa hätten diese eine offene Ladefläche.

  • Auto von Christian D. längst ausgewertet

    Beim letzten Verhandlungstag war von Anwalt Thomas Löcker angeregt worden, die Bewegungsdaten des Fahrzeugs von Christian D. auszuwerten. Staatsanwalt Oliver Schley: „Dem muss der Erfolg verwehrt bleiben.“ Das Auto sei bereits „kriminaltechnisch untersucht worden, die Daten gesichert und aufbereitet“.

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