Fabian (†8): Frau in U-Haft – warum Profiler Axel Petermann vor einem besonders verstörenden Motiv warnt
Fabian (†8): Frau in U-Haft – warum Profiler Axel Petermann vor einem besonders verstörenden Motiv warnt
Es ist ein Fall, der Deutschland den Atem raubt.
Ein Kind verschwindet. Tage vergehen. Hoffnung und Angst wechseln sich ab. Und am Ende bleibt nur noch Entsetzen.
Fast vier Wochen nach dem Verschwinden des achtjährigen Fabian aus Güstrow gibt es eine dramatische Wendung: Eine Frau sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Zum ersten Mal seit dem grausamen Fund der Leiche scheint sich das Puzzle langsam zu schließen. Doch mit jeder neuen Information öffnet sich zugleich ein tieferer Abgrund.
Denn was Ermittler nun vermuten – und was der renommierte Profiler Axel Petermann offen ausspricht – lässt selbst erfahrene Kriminalisten erschaudern.

Ein gewöhnlicher Morgen, der tödlich endete
Der 10. Oktober begann wie so viele Tage zuvor. Fabian fühlte sich unwohl, blieb zu Hause. Kein Schulweg, kein Unterricht, kein Abschied von Freunden. Als seine Mutter von der Arbeit zurückkehrte, war die Wohnung leer. Fabian war verschwunden.
Ein Detail ließ bereits zu diesem Zeitpunkt Alarmglocken schrillen: Sein Handy lag noch zu Hause. Für ein Kind in diesem Alter ist das höchst ungewöhnlich. Nichts deutete darauf hin, dass er freiwillig das Haus verlassen hatte.
Was folgte, waren Tage voller Ungewissheit. Suchaktionen, Plakate, Hoffnungen. Und schließlich die grausame Gewissheit.
Vier Tage später wurde Fabians Leiche bei Klein Upahl gefunden – rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt, nahe eines Tümpels. Doch das Ausmaß der Tat schockierte selbst abgebrühte Ermittler: Der Körper war angezündet worden. Ein offensichtlicher Versuch, Spuren zu vernichten.

War es Planung oder Panik?
Bis heute beschäftigt diese Frage die Ermittler.
Handelte es sich um eine kalt geplante Tat? Oder um eine panische Reaktion nach einem eskalierten Geschehen?
Dass jemand versuchte, die Leiche zu verbrennen, deutet auf ein Bewusstsein für Schuld hin. Auf Angst vor Entdeckung. Und möglicherweise auf einen Täter oder eine Täterin aus dem näheren Umfeld.
Genau hier setzt die aktuelle Entwicklung an.
Die Festnahme – und was sie bedeutet
Am frühen Donnerstagmorgen klickten die Handschellen. Eine Frau wurde festgenommen und sitzt nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Parallel dazu durchsuchte die Polizei mehrere Objekte. Offiziell bestätigt wurde unter anderem die Durchsuchung des Grundstücks der Ex-Freundin von Fabians Vater.
Ein weiteres Detail rückte sofort in den Fokus: die Sicherstellung eines Geländewagens.
Für Ermittler und Profiler ist dieses Fahrzeug von zentraler Bedeutung.
Der Geländewagen als mögliches Schlüsselbeweisstück
Axel Petermann bezeichnet den Geländewagen als ein potenziell entscheidendes Puzzleteil. Nach seiner Einschätzung könnte er benutzt worden sein, um Fabians Leiche vom Tatort zum späteren Fundort zu transportieren.
Die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen auf Hochtouren. Jeder Millimeter des Fahrzeugs wird analysiert. Gesucht wird nach DNA-Spuren, Haaren, Faserresten, Fingerabdrücken. Ebenso wird geprüft, ob umgekehrt Spuren des Fahrzeugs an Fabians Kleidung oder am Körper gefunden wurden.
In vielen Mordfällen, so Petermann, entscheiden mikroskopisch kleine Hinweise über den Ausgang eines Verfahrens. Ein einzelnes Haar kann eine ganze Tat rekonstruieren.
Aktenzeichen XY – Zufall oder Auslöser?
Brisant ist der zeitliche Zusammenhang: Am Abend vor der Festnahme wurde der Fall Fabian bei Aktenzeichen XY im ZDF ausgestrahlt. Schnell entstand der Eindruck, ein entscheidender Hinweis aus der Sendung habe zur Festnahme geführt.
Doch die Staatsanwaltschaft widerspricht klar. Die Maßnahmen seien unabhängig von der Sendung vorbereitet worden. Der Zugriff sei kein spontaner Schritt gewesen.
Auch Petermann hält das für glaubwürdig. Seiner Meinung nach müssen den Ermittlern bereits zuvor neue belastbare Erkenntnisse vorgelegen haben – möglicherweise Zeugenaussagen.
Gab es jemanden, der Fabian nicht allein sah?
Ein besonders brisanter Gedanke:
Was, wenn jemand Fabian an diesem Vormittag beobachtet hat – und er nicht allein war?
Ein Zeuge, der gesehen hat, wie Fabian das Haus verließ. Vielleicht begleitet. Vielleicht geführt. Vielleicht gelockt.
Ein solcher Hinweis würde den gesamten Tatablauf neu definieren. Und erklären, warum das Kind sein Handy zurückließ.
Warum der Verdacht gegen eine Frau die Ermittler nicht überrascht
Dass eine Frau im Zentrum der Ermittlungen steht, sorgt in der Öffentlichkeit für Diskussionen. Für Profiler Petermann ist es jedoch kein Widerspruch zu kriminalstatistischen Erkenntnissen.
Er betont: Tötungsdelikte, die von Frauen begangen werden, finden fast immer im persönlichen Nahbereich statt. Es gibt nahezu immer eine emotionale Beziehung zum Opfer oder zum Umfeld des Opfers.
Zufällige Gewalttaten von Frauen an völlig Fremden sind extrem selten. Deshalb konzentrieren sich Ermittler in solchen Fällen konsequent auf das soziale und familiäre Umfeld.
Die möglichen Motive – und eines, das alles überragt
Petermann nennt mehrere denkbare Motive, die in Betracht gezogen werden müssen, sollte sich der Tatverdacht erhärten.
Dazu gehören klassische Beziehungsmotive wie Eifersucht, Hass oder Kränkung. Ebenso der Wunsch, jemandem maximalen Schmerz zuzufügen – nicht dem Opfer selbst, sondern einer anderen Person, etwa einem Ex-Partner.
Doch ein Motiv lässt selbst erfahrene Profiler innehalten.
Der Mord als Mittel, um eine andere Person emotional wieder an sich zu binden.
Ein Mord aus manipulativer Hoffnung
Petermann beschreibt dieses Motiv als äußerst selten und psychologisch hochkomplex. In dieser verzerrten Logik wird das Kind nicht als eigenständige Person wahrgenommen, sondern als Hindernis oder Werkzeug.
Die Vorstellung dahinter: Durch den Verlust soll eine andere Bezugsperson – etwa der Ex-Partner – wieder näherkommen. Gemeinsames Leid als neues Band. Schuld als Klammer.
Ein solches Denken deutet laut Petermann auf eine tiefgreifend gestörte Persönlichkeitsstruktur hin.

Eine Tat, die lange reifte?
Solche Motive entstehen nicht spontan. Sie entwickeln sich über Monate oder Jahre. Abhängigkeit, Kontrollverlust, emotionale Verzweiflung – all das kann sich zu einer gefährlichen Dynamik verdichten.
Für die Ermittler ist nun entscheidend, ob sich diese Theorie mit harten Beweisen untermauern lässt. Aussagen, digitale Spuren, Bewegungsdaten, Zeugenaussagen.
Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.
Ein Ort in Schockstarre
In Güstrow herrscht unterdessen eine bedrückende Stille. Kerzen brennen. Blumen liegen an improvisierten Gedenkstellen. Eltern halten ihre Kinder fester an der Hand.
Der Tod eines Kindes hinterlässt eine Leere, die kein Urteil füllen kann. Doch die Hoffnung auf Wahrheit bleibt.
Dieser Fall ist mehr als ein Kriminalfall. Er ist ein Spiegel menschlicher Abgründe – und eine Mahnung, wie zerstörerisch ungeklärte emotionale Konflikte werden können.




