Angefahren und zum Sterben zurückgelassen : Vinzenz’ Tod ist endlich aufgeklärt!

52-Jährige gesteht die Fahrerflucht

Die Familie legte Blumen und Kerzen an die Unfallstelle, an der Vinzenz L. (Foto) starb. BILD zeigt den jungen Mann mit Einverständnis der Familie

Die Familie legte Blumen und Kerzen an die Unfallstelle, an der Vinzenz L. (Foto) starb. BILD zeigt den jungen Mann mit Einverständnis der Familie

Riekofen (Bayern) – Um 0.38 Uhr rief Vinzenz L. (24) seine Mama an und sagte: „Ich möchte nach Hause.“ Kurz darauf brach das Gespräch ab. In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2024 wurde der junge Mann auf der Straße zwischen Sünching und Riekofen überfahren und sterbend auf der Straße zurückgelassen.

Monatelang suchten die Ermittler nach dem Unfallfahrer. Dann verdichteten sich in den vergangenen Wochen die Hinweise auf eine 52-jährige Frau aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Regensburg beschlagnahmten die Ermittler ihr Auto sowie technische Geräte aus ihrem Umfeld. Anschließend wurde die Frau als Fahrerin des Unfallwagens identifiziert. Sie räumte in einer Vernehmung den Vorfall ein, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Die genauen Hintergründe werden ermittelt.

Vinzenz‘ Schwester Regina trägt einen Anhänger mit seinem Foto um den Hals

Vinzenz’ Schwester Regina trägt einen Anhänger mit seinem Foto um den Hals

Foto: Karina Palzer

Familie lebte lange ohne Antworten

Laut Polizei musste Vinzenz bereits auf der Straße gelegen haben, als er überfahren wurde. Er starb noch an der Unfallstelle. Rund ein Jahr lang überprüften die Ermittler etwa 2500 Fahrzeuge. „Wir fragen uns jeden Tag, was in jener Nacht passiert sein mag“, sagte Schwester Regina (30). Auch Schwester Sophie erinnerte sich an sein letztes Telefonat: „Er machte keinen betrunkenen Eindruck, lallte nicht. Vinzenz sagte nur, dass sein Freund nicht mehr da und er allein sei. Er wusste nicht, wo er sich befand.“

Ab 0.52 Uhr war sein Handy ausgeschaltet. Um 1.09 Uhr alarmierten Ersthelfer die Feuerwehr Sünching. Die Polizei ging davon aus, dass das gesuchte Auto „deutliche Beschädigungen“ hatte. Regina sagte: „Das Einzige, das sie bei der Obduktion gefunden haben, ist ein kleiner Splitter vom Lack eines Autos.“

Der führte die Ermittler jetzt offenbar zur Unfallfahrerin.

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