Schauspieler Mario Adorf ist tot

Mario Adorf sei nach kurzer Krankheit eingeschlafen, heißt es. | ©Imago

In über 200 Rollen war Mario Adorf während seiner langen Karriere im Kino und TV zu sehen. Jetzt ist die Filmlegende im hohen Alter in Paris verstorben.

Die Todesmeldung bestätigte Adorfs Management gegenüber “Bild”. Der Schauspieler ist nach kurzer Krankheit am 8. April in seiner Pariser Wohnung verstorben. Sein Manager Michael Stark habe ihn kurz zuvor noch besucht. Ihm habe er mitgegeben, dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt. Er wurde 95 Jahre alt.

Am 8. September 1930 kam Adorf in Zürich als uneheliches Kind auf die Welt. Er wuchs in prekären Verhältnissen auf, kämpfte sich dann hoch. Seine Erfüllung fand er in der Schauspielerei. Nach dem Abitur  studierte er an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach ging er ans Theater und zum Film. Es war der Start einer großen Karriere mit einer enormen Bandbreite an Rollen. Sein Durchbruch kam 1957 mit “Nachts, wenn der Teufel kam” mit seiner Darstellung des angeblichen Frauenmörders Bruno Lüdke, eines geistig Behinderten.

Mario Adorf war der Schurke vom Dienst

Adorf war fortan auf die Rolle des Schurken abonniert. Regelrecht verachtet wurde er vom Publikum, weil er 1963 im Millionenerfolg “Winnetou” als Halunke Santer Winnetous liebreizende Schwester Nscho-tschi erschoss. Adorf machte danach in den 60er Jahren auch eine internationale Karriere. Er lebte in Rom, spielte in vielen italienischen Produktionen und genoss nach eigenen Worten das Dolce Vita. “Das war eindeutig die schönste Zeit meines Lebens”, sagte er der HÖRZU. Der Darstellung, er habe damals einem Terminator gleich eine wunderschöne Geliebte nach der anderen “erlegt” widersprach er jüngst zwar, aber auch nur halbherzig: “Damals war allerdings der One-Night-Stand eine Normalität”.

Außer in Italien bekam Adorf auch in Hollywood Aufträge – doch als er wegen seines dichten schwarzen Haars auf die Rolle des Mexikaners abonniert werden sollte, wandte er sich ab. Eine Wende zum Charakterdarsteller ermöglichte ihm Anfang der 70er-Jahre der neue deutsche Film. Regisseur Volker Schlöndorff besetzte ihn in “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” und danach in der mit dem Oscar ausgezeichneten Verfilmung “Die Blechtrommel”.

Für Helmut Dietl spielte er im Kinoerfolg “Rossini” oder in der Serie “Kir Royal”. Legendär wurde sein Generaldirektor Haffenloher, der den Klatschreporter Baby Schimmerlos anblaffte: “Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast.”  In den TV-Mehrteilern “Der große Bellheim” (1992), “Der Schattenmann” (1995) und “Die Affäre Semmeling” (2002) war er jeweils in der Hauptrolle zu sehen

Adorf hinterlässt seine französische Ehefrau Monique und seine Tochter Stelle aus erster Ehe sowie seinen Enkel Julius.

Trailer: Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf

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