40 Tote! Betreiber von Unglücksbar am Boden zerstört: Tun alles, um die Ursache zu klären

Crans-Montana (Schweiz) – Die Betreiber der Unglücksbar von Crans-Montana sind nach Medienberichten am Boden zerstört.
„Wir können weder schlafen noch essen“ – Nach tödlichem Silvesterbrand ringt eine ganze Stadt um Antworten
Die Worte des Wirts klingen erschöpft, gebrochen – und sie spiegeln die Stimmung wider, die seit der Silvesternacht über der Stadt liegt.
„Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht“, sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal 20 Minuten. Es sind Worte, die den seelischen Ausnahmezustand beschreiben, in dem sich nicht nur er und seine Familie, sondern auch viele Betroffene befinden.
Menschen erweisen den Opfern der Silvesterfeier in Crans-Montana, Schweiz, mit Blumen die letzte Ehre. © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Eine Nacht, die alles veränderte
In der Silvesternacht kam es in der Bar zu einem verheerenden Brand, der das neue Jahr in eine Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes verwandelte. 40 Menschen verloren ihr Leben, weitere 119 wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Die Rettungskräfte kämpften stundenlang unter extremen Bedingungen, während sich die Nachricht vom Unglück rasend schnell verbreitete.
Augenzeugen berichten von Chaos, Rauch, Schreien – und von einem verzweifelten Versuch, Menschen aus dem Gebäude zu retten. Für viele Familien begann das neue Jahr mit Angst, Ungewissheit und Trauer.
Die Wirtsfamilie unter Schock
Besonders schwer getroffen ist die Familie des Wirts. Nach Medienberichten befand sich seine Frau in der Unglücksnacht selbst in der Bar. Sie wurde leicht verletzt, steht jedoch – ebenso wie ihr Mann – unter enormem psychischen Druck.
„Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären“, zitierte 20 Minuten den Wirt weiter.
„Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert.“
Die Familie betont ihre volle Kooperationsbereitschaft mit den Behörden. Es gehe ihnen darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen – nicht nur aus rechtlicher, sondern auch aus menschlicher Verantwortung gegenüber den Opfern.
Ermittlungen laufen – aber keine Hinweise auf Straftaten
Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Wirtepaar als Zeugen vernommen wurde. Nach aktuellem Stand gebe es keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Aspekte, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud erklärte.
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Klärung der Brandursache, mögliche technische Defekte sowie die Abläufe in der Unglücksnacht. Dabei werde mit größter Sorgfalt vorgegangen, betonen die Behörden. Ziel sei es, Fakten von Spekulationen zu trennen.
Eine Gemeinschaft in Trauer
Während die juristische Aufarbeitung Zeit braucht, ist der emotionale Schaden bereits immens. Kerzen, Blumen und handgeschriebene Botschaften säumen den Ort des Unglücks. Viele Menschen sprechen von einer kollektiven Trauer, die das gesamte Umfeld erfasst hat.
Psychologen warnen vor langfristigen Folgen für Überlebende, Angehörige und Ersthelfer. Schlaflosigkeit, Schuldgefühle und Angst seien typische Reaktionen auf ein solches Trauma.
Der Wunsch nach Antworten – und nach Frieden
Für die Hinterbliebenen bleibt vor allem eine Frage offen: Warum?
Warum kam es zu diesem Brand? Hätte etwas verhindert werden können? Und wie kann man sicherstellen, dass sich eine solche Katastrophe nie wiederholt?
Während die Ermittlungen weitergehen, hoffen viele auf Aufklärung, Gerechtigkeit und einen würdevollen Umgang mit den Opfern. Der Wirt brachte es in einem Satz auf den Punkt, der nachhallt:
„Wir werden alles tun, um die Ursachen zu klären – für die Menschen, die ihr Leben verloren haben.“
Ein neues Jahr hat begonnen – doch für viele wird es lange dauern, bis sich das Leben wieder normal anfühlt.




