Obduktion von Buckelwal „Timmy“ abgeschlossen – Biologin enthüllt nun die wahrscheinliche Todesursache und sorgt für Aufsehen

Obduktion von Buckelwal „Timmy“ abgeschlossen – Biologin gibt Erklärung zur Todesursache ab

Die Obduktion des Wals „Timmy“ auf der Insel Anholt steht am Donnerstag (4. Juni) an. Ob die Todesursache des Wals noch geklärt werden kann, ist offen.

Update vom 5. Juni, 6:56 Uhr: Der Buckelwal „Timmy“ sorgte wochenlang für Aufsehen – zunächst lebend an der deutschen Ostseeküste, dann tot vor der dänischen Insel Anholt. Die Obduktion des Kadavers ist nun abgeschlossen. Eine eindeutige Todesursache ließ sich nicht ermitteln, wie Biologin Charlotte Bie Thøstesen und Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen im Anschluss erklärten. Verletzungen waren keine erkennbar – was Jensen auf den fortgeschrittenen Verwesungsgrad zurückführte. Zwar wurden Parasiten nachgewiesen, für den Tod seien diese jedoch nicht verantwortlich. Auch Fischernetze oder andere Fremdkörper fanden sich weder im Maul noch im Magen des Tiers.

Das Team entnahm Gewebeproben aus Nieren und Leber – Ergebnisse werden erst in einigen Monaten erwartet. „Wir haben Gewebeproben entnommen, und die werden nun analysiert“, so Jensen. Thøstesen betonte den wissenschaftlichen Wert der Untersuchung: Da Buckelwale im Meer nur schwer zu erforschen seien, lieferten gestrandete Tiere wertvolle Einblicke. Zudem stellte sich heraus, dass „Timmy“ in den letzten Monaten nicht trächtig war.

Die Experten verließen die Insel noch in der Nacht. Der Abtransport der Container ist laut Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung für Anfang kommender Woche geplant – eine Abholung am Wochenende sei wegen eingeschränkter Öffnungszeiten nicht sinnvoll. Einige Knochen – darunter Flossen- und Beckenknochen – sollen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen übergehen.

Update vom 4. Juni, 21:34 Uhr: Immer noch ist der Wal nicht vollständig zerlegt und zum Abtransport in den Container gebracht. Die Experten vor Ort arbeiten laut News5 noch bis Einbruch der Dunkelheit weiter, dann ruhen die Arbeiten. Der Rest des Tieres wird dann wohl morgen weggeräumt.

Update vom 4. Juni, 20:14 Uhr: In zwei Stunden soll die Obduktion beendet und „Timmy“ zum Abtransport in den Container verladen sein. Ein Mitglied des an der Untersuchung beteiligten Teams vor Ort sagte einem News5-Reporter, man liege im Zeitplan. Wann genau der Wal jedoch abgeholt wird, ist derzeit unklar. Gegenüber der dpa erklärte eine Sprecherin des Fährunternehmens Anholt Greena noch vor Beginn der Obduktion, der Transport von der Insel sei auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird die Untersuchung mit Spannung verfolgt. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass nun weitere Erkenntnisse zum Zustand des Tieres gewonnen werden“, wird Umweltminister Till Backhaus (SPD) in einer Mitteilung zitiert. Man wolle die Ergebnisse genau prüfen, hieß es weiter. „Unser Ziel ist es, die Abläufe kritisch zu analysieren und künftig besser vorbereitet zu sein.“

Jetzt steht es fest: „Timmy“ ist ein Mädchen

Update vom 4. Juni, 18:34 Uhr: Jetzt ist es offiziell – „Timmy“ ist ein Mädchen. Wie News5 im Livestream verlauten ließ, habe das Experten-Team, das den Kadaver obduziert, soeben den Gebärmutterhals des Tieres freigelegt.

Update vom 4. Juni, 17:25 Uhr: Inzwischen hat die Obduktion des Buckelwals begonnen. Im Livestream von News5 sehen Tausende in Echtzeit zu, wie das Tier untersucht wird. Dabei soll festgestellt werden, was die Todesursache war. Zudem soll das Geschlecht des Tieres bestimmt werden, wie der Stern berichtet. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Vermutungen, der Wal könne möglicherweise ein Weibchen sein. Außerdem ist geplant, Hautproben für einen DNA-Test zu entnehmen.

Update vom 4. Juni, 13:45 Uhr: Vor Wochen wurde Buckelwal „Timmy“ vor der dänischen Insel Anholt angespült, am vergangenen Wochenende zogen Helfer den Kadaver dann an den Strand. Für den Donnerstag ist nun die Obduktion geplant. Der Kadaver des Tieres könnte jedoch noch länger auf der Insel bleiben. Noch vor Beginn der Obduktion sagte eine Sprecherin des Fährunternehmens Anholt Greena der Deutschen Presse-Agentur, der für heute oder morgen geplante Abtransport von der Insel sei auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ab dem späten Nachmittag soll das Tier von Experten untersucht werden. Sie erhoffen sich mögliche Erkenntnisse über die Todesursache des Buckelwals, der seit Wochen Schlagzeilen macht. Am Strand stehen bereits große Container bereit. Ob der gelblich verfärbte und durch Fäulnisgase aufgeblähte Wal nach der Obduktion zerteilt und in die Container verladen wird oder bis auf weiteres am Strand liegenbleibt, war zunächst unklar. Anwohner sind besorgt, der übelriechende Kadaver des tonnenschweren Tiers könnte Badegäste abschrecken.

Toter Buckelwal „Timmy“: Obduktion soll Todesursache klären

Ursprungstext vom 4. Juni, 9:29 Uhr: Der Buckelwal „Timmy“ wird am Donnerstag (4. juni) auf der dänischen Insel Anholt öffentlich obduziert. Die Obduktion des Wals durch ein Team aus Tierärzten und Forschern soll am Nachmittag stattfinden und rund sechs Stunden dauern. Ziel ist es, die bis dahin ungeklärte Todesursache des Tiers zu ermitteln.

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt (Symbolbild)
Tierärzte und Forscher obduzieren Wal „Timmy“ auf der dänischen Insel Anholt. Doch der Verwesungszustand macht das Feststellen einer eindeutigen Todesursache fraglich. © Marcus Golejewski/dpa

Ob die Obduktion eindeutige Antworten liefern kann, ist jedoch fraglich. Der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen warnte angesichts des fortgeschrittenen Verwesungszustands: „Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken.“ Auch Wasser in der Lunge lasse sich in diesem Zustand kaum noch zweifelsfrei nachweisen.

Obduktion auf Anholt: War Buckelwal „Timmy“ ein Weibchen — und starb er im Netz?

Neben der Todesursache sollte die Obduktion auf der Insel Anholt auch das biologische Geschlecht des Tiers abschließend klären – es gibt Hinweise, dass „Timmy“ möglicherweise ein Weibchen war. Zudem suchten die Forscher im Magen und Darm nach Fischernetzen, die als mögliche Todesursache des Wals in Betracht kommen.

Interessierte konnten der Obduktion mit Sicherheitsabstand zuschauen. Das Schicksal des Buckelwals „Timmy“ hatte viele Menschen in Deutschland seit Wochen beschäftigt: Ab Ende März 2026 war das Tier mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet und hatte damit große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

„Timmy“ wurde in Dänemark tot angespült

Eine private Initiative transportierte den lebenden Wal anschließend gegen den ausdrücklichen Rat von Fachleuten in einer Metallkiste per Schiff Richtung Nordsee und setzte ihn dort aus. Experten hatten vor diesem Vorgehen gewarnt, konnten den Transport jedoch nicht verhindern. Ein Fachmann bewertete das Vorgehen der privaten Initiative als „Tierquälerei“.

Einige Zeit später wurde „Timmy“ tot vor der Insel Anholt angespült. Der Kadaver lag stark aufgebläht und von Möwen traktiert vor der Insel, bevor ein Bergungsteam ihn auf den Strand zog. Die Todesursache des Wals blieb zunächst ungeklärt.

Für die Einheimischen auf Anholt ist der Fall auch praktisch brisant: Sie befürchten, der Kadaver könnte Badegäste an dem beliebten Strand abschrecken. Bereits am Mittwoch standen Container am Strand bereit, um die Überreste des Buckelwals nach der Obduktion von der Insel abtransportieren zu können. Schneller handelte man in Frankreich: Hier wurde ein an der Küste von Rivedoux-Plage auf der Île de Ré gestrandeter Finnwal innerhalb weniger Stunden abtransportiert.

Die Verwertung des Kadavers soll das Unternehmen Daka Dänemark übernehmen. Aus dem Fett werde Biodiesel gewonnen, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. „Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet“, sagte er. „Und alles andere – Knochen, Sehnen und Haut – wird zu einer Art Mehl verarbeitet, die als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet.“ (Quelle: dpa) (str)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker