Zeuge taucht auf und widerlegt die Aussagen der Polizei im Fall des T.o.d.e.s von Jota

Ein Lkw-Fahrer, der den Moment miterlebte, als der Lamborghini der beiden Fußballer-Brüder Diogo Jota und Andre Silva in Flammen aufging, beteuert, dass das Auto zum Zeitpunkt des Unfalls nicht zu schnell gefahren sei.

Zuvor hatte ein vorläufiger Ermittlungsbericht, der am 8. Juli veröffentlicht wurde, ergeben, dass der Lamborghini der beiden Brüder vermutlich die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte, als er die Kontrolle verlor, von der Straße abkam und explodierte, wobei beide Brüder noch an der Unfallstelle ums Leben kamen.

Die Straße, auf der die Brüder Jota verunglückten und starben, gilt als „sehr gefährlich“ und ist für häufige Unfälle bekannt (Foto: Getty).

Forensische Experten analysieren derzeit Reifenspuren, um die Unfallursache zu klären. Die Polizei äußerte den Verdacht, dass ein Reifen geplatzt sein könnte, und ermittelt, ob überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle spielte.

Ein kürzlich aufgetauchtes Video zeigt den Lkw-Fahrer Jose Azevedo, offenbar gefilmt mit einer Dashcam in seinem Fahrerhaus. Er richtete beruhigende Worte an die Familien der beiden Opfer:
„Ich kann versichern, dass sie nicht zu schnell gefahren sind. Ich habe umgedreht, angehalten und versucht zu helfen, aber leider war niemand mehr zu retten.“

Er fügte hinzu: „Ich wusste in dem Moment nicht, wer im Auto war, aber später erfuhr ich es. Mein aufrichtiges Beileid an die Familie. Ich fahre diese Strecke jeden Tag von Montag bis Samstag und kenne die Gefährlichkeit dieser Straße genau. Sie ist dunkel, schlecht ausgeschildert.“

Der tragische Unfall ereignete sich gegen 0:35 Uhr (Ortszeit), als Diogo Jota (28) zusammen mit seinem Bruder Andre Silva (26) in der Provinz Zamora (etwa 16 km von der portugiesischen Grenze entfernt) auf dem Weg nach Santander im Norden Spaniens war, um die Fähre nach England zu nehmen.

Unmittelbar nach dem Unfall erklärte die Provinzregierung von Zamora, dass die A-52 eine „sehr gefährliche“ Straße sei. Statistiken zeigen, dass es im Jahr 2023 auf dieser Strecke 19 schwere Unfälle mit durchschnittlich 1,5 Toten pro Unfall gab.

Laut dem spanischen Automobilclub (AEA) ist die A-52 regelmäßig von Schlaglöchern, schlechter Beschilderung und schlechtem Fahrbahnbelag geprägt. Im ersten Monat des Jahres 2024 gingen rund 40 Beschwerden beim spanischen Verkehrsministerium über Schlaglöcher auf dieser Strecke ein.

Der Lkw-Fahrer erklärte, dass die Brüder Jota beim Versuch, ein vorausfahrendes Fahrzeug zu überholen, nicht zu schnell gefahren seien (Foto: Daily Mail).

Das Terrain der Region Zamora ist ohnehin hügelig und bewaldet, häufig tritt Nebel auf und es fehlt an Straßenbeleuchtung. Dennoch ist die A-52 eine wichtige Verkehrsachse zwischen Nordportugal und den Häfen Santander, Bilbao sowie den nordöstlichen Regionen Spaniens und Frankreichs.

Die Strecke ist außerdem berüchtigt für Geschwindigkeitsverstöße: Allein im Jahr 2020 wurden dort fast 15.000 Bußgelder verhängt. Die spanische Regierung hat bereits vor vier Jahren eine Kampagne zur Sensibilisierung und besseren Kontrolle der Geschwindigkeit auf dieser Strecke gestartet.

Unterdessen teilte die spanische Polizei mit, dass sie sich nahezu sicher sei, dass Diogo Jota zum Zeitpunkt des Unfalls am Steuer saß und das Fahrzeug die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten habe. Ein Sprecher der Guardia Civil erklärte: „Wir vervollständigen derzeit den Fachbericht, einschließlich der Analyse der Reifenspuren auf der Straße. Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass das Fahrzeug zu schnell war.“

Der Bericht wird nach Fertigstellung dem Gericht in Puebla de Sanabria zur weiteren Untersuchung vorgelegt.

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