Was heute mit dem Wal passieren soll : erklärt die geheime Timmy-Tafel
Am Montag konnte BILD einen Blick auf den Einsatzplan der DLRG werfen
Wismar – Timmys 400 Kilometer lange Schicksalsreise in Richtung Nordsee rückt näher. Stunden bevor die letzten Vorbereitungen dafür getroffen werden, herrscht Hochbetrieb in der Einsatzzentrale: Auf einer großen Magnettafel hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) dargestellt, wie ihr Einsatz an Tag 28 vor Poel weitergeht. BILD konnte einen Blick auf den Plan werfen, ein Foto machen.
Die Weichen für den Transport des jungen Buckelwals in die Freiheit sind gestellt. Timmy liegt perfekt in der Fahrrinne und wird versorgt, die „Robin Hood“ hat die sogenannte Barge, eine Art stählernes Aquarium, vom Schlepper „Hans“ übernommen und soll in wenigen Stunden in der Bucht eintreffen. Währenddessen ist die DLRG mit bis zu 38 Kräften zeitgleich, vor Ort – und erfüllt wichtige Aufgaben auf dem Wasser wie auch an Land.
Die für den Timmy-Einsatz bereitstehenden Boote sind aufgelistet
Retter mit sieben Booten im Einsatz
Schaut man auf die Einsatztafel vor dem DLRG-Zelt, sieht man, dass diese im oberen Bereich in drei Spalten aufgeteilt ist. Links sind offenbar die Boote aufgelistet, die am Montagmorgen startklar sind und im Tagesverlauf eingesetzt werden könnten, darunter die Motorrettungsboote „Kelda“ und „Adler MV“. Der DLRG-Einsatzleiter zu BILD: „Wir sind mit sieben Booten vor Ort im Einsatz und haben noch vier weitere im Rückhalt.“ Zu sehen ist auch, dass wohl nicht geplant ist, ein Jetski einzusetzen: Das motorradartige, schnelle und wendige Wasserfahrzeug ohne Bordwand ist „außer Wasser“, steht an Land.
Das DLRG-Team am Montag auf dem Motorrettungsboot „Kelda“
In der mittleren Spalte ist zu sehen, welche Boote offensichtlich beim Ponton im Einsatz sind. Am Samstag hatten die Helfer damit rund 40 riesige, mit Sand gefüllte Plastiksäcke zu Timmy bugsiert und um ihn herum platziert. So wird verhindert, dass sich der Wal bei steigendem Wasserstand noch weiter in die Flachwasserzonen bewegt. Bislang mit Erfolg!
DLRG auch für Notfälle an Land gerüstet
Mit Magneten wurden darunter zwei Luftaufnahmen befestigt und unter anderem aufgelistet, welche Rettungswagen (RTW) oder Mannschaftstransportwagen (MTW) an Land zur Verfügung stehen. „Wir hatten zwei Einsätze an Land, unter anderem für die Tierärztin. Im Wasser mussten wir noch nicht eingreifen“, sagt der Einsatzleiter weiter. Die DLRG ist zudem für eine Art Boot-Shuttle, die Logistik und Versorgung der Helfer zuständig. „Arbeiten direkt am Wal machen wir nicht.“
Auch Aufgaben zum Brandschutz und Hygienemanagement unterliegen der DLG
Auf der To-do-Liste für Montag stehen etwa Fragen rund um den Brandschutz, die Beurteilung der aktuellen Wellenhöhe und das Hygienemanagement. Darunter könnten ganz profane Dinge wie die Reinigung der unweit vom Ufer aufgestellten mobilen Toilette und Waschmöglichkeiten fallen. Aber auch wie das Team organisiert ist, zeigt eine Art Stammbaum in der dritten Spalte auf der Tafel: oben die Einsatzleitung, darunter alle weiteren Boote mit den entsprechenden Ansprechpartnern.
Interessant sind hier zudem wichtige weitere Daten, die unmittelbar mit dem Timmy-Einsatz in Verbindung stehen: die Temperaturen von Luft und Wasser sowie die Windrichtung und -stärke.
In dieser Barge soll Timmy mit einem Schlepper in Richtung Nordsee gebracht werden
Timmy-Schlepper schon in der Nähe
Der für Timmys Transport vorgesehene Lastkahn wird am Montagnachmittag in Wismar erwartet. Im dortigen Seehafen soll er nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel für die Aufnahme des Wals vorbereitet werden. Laut Schiffsortungsdiensten hatte der Schlepper „Robin Hood“, der die Barge zieht, am Morgen bereits Fehmarn passiert. Wann die hoffentlich letzte Mission stattfinden wird, ist noch unklar.
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