Wal-Rettung in Livestream und Ticker: Schlepper „Robin Hood“ bringt Barge mit „Timmy“ zur Nordsee

Vor der Insel Poel lag der Buckelwal „Timmy“ wochenlang im Flachwasser. Nun ist die Rettungsaktion ein gutes Stück weiter, das gestrandete Tier ist in die Barge geschwommen.

Update vom 28. April, 22:42 Uhr: Buckelwal „Timmy“ ist auf dem Weg in die Nordsee: Ein Schlepper hat die Barge mit dem an der Ostseeküste gestrandeten Tier übernommen. Der mit Wasser gefüllte Lastkahn, mit dem der Wal in die Nordsee gebracht werden soll, wurde von kleineren Booten aus der Kirchsee der Insel Poel heraus in die Wismarbucht gebracht. Dort nahm der Schlepper „Robin Hood“ ihn auf den Haken.

Der seit dem 31. März vor Poel festliegende Meeressäuger war zuvor durch eine eigens gebaggerte Rinne zu der Barge bugsiert worden. Der motorlose Lastkahn mit dem Wal soll nun nach Angaben von Vertretern der privaten Rettungsaktion auf dem Weg zur Nordsee von dem Schlepper gezogen und dabei von einem weiteren Schiff begleitet werden.

Update vom 28. April, 21:35 Uhr: Seit etwa anderthalb Stunden ist Wal „Timmy“ inzwischen auf dem Weg in die Wismarer Bucht. Langsam gleitet die Barge durchs Wasser, während die Dunkelheit hereinbricht.

Update vom 28. April, 20:07 Uhr: Nur wenige Minuten nach 20:00 Uhr geht es für „Timmy“ auf die Reise – die Barge ist in Bewegung.

Buckelwal „Timmy“ seit Dienstagabend auf dem Weg in die Wismarer Bucht.
Buckelwal „Timmy“ ist seit Dienstagabend auf dem Weg in die Wismarer Bucht. © Livestream / news5

Update vom 28. April, 19:59 Uhr: Die Helfer bestätigten am Dienstagabend, dass der Transport in die Wismarbucht noch heute beginnen soll. Derweil herrscht wieder Betrieb auf dem Wasser: Vier Boote nähern sich dem Buckelwal, der nach wie vor eine Fontäne sprüht. Derweil werde Wasser aus den Tanks der Barge gepumpt, um eine Wassertiefe von 1,60 Metern unter dem Tier zu erzielen. Ist der Lastkahn ausreichend angehoben, soll er gemeinsam mit dem Wal in die Wismarbucht gezogen werden.

Update vom 28. April, 18:36 Uhr: Cheftierärztin Dr. Kirsten Tönnies trat ebenfalls vor die Kameras und gab eine Erklärung zur Rettungsaktion ab. Sie spricht von einer „Dschungelcamp-Atmosphäre“, die in der letzten Phase vor Ort herrschte. Doch als es darauf ankam, habe das Team zusammengefunden. Das Fazit der Cheftierärztin fällt eindeutig aus: „Alle sind happy.“ Und Tönnies ist überzeugt: „Das war für die meisten Menschen hier das Größte, was sie je im Leben gemacht haben.“

Update vom 28. April, 17:30 Uhr: Auch Cheftaucher Fred Babbel ergriff das Wort und beantwortete Fragen zum weiteren Transport des Tieres. Er habe zu keinem Zeitpunkt an dem Konzept der privaten Initiative gezweifelt, der entscheidende Moment habe ihn jedoch überwältigt.

Buckelwal in der Ostsee
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist in dem für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn angekommen. © Stefan Sauer/dpa

Der Wal befinde sich nun in einem Wasserbereich von rund 1,60 Metern Tiefe. Für den Abend sei geplant, die Barge aus der Kirchsee herauszuführen und zunächst nach Wismar zu bringen, wo die Umkopplung erfolgen soll. Den Schleppauftrag übernehme dabei die „Fortuna B“ – voraussichtlich noch am selben Abend oder in den frühen Morgenstunden des Mittwochs.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus dankte indes den zahlreichen Helfern: „Viele Menschen haben hier vor Poel in den letzten Tagen und Wochen mit viel Herzblut und unter persönlichen Opfern mitgewirkt, um dem Wal zu helfen.“ Die Männer und Frauen der DLRG hätten ihren Urlaub geopfert, um die Arbeiten auf und im Wasser abzusichern, sagte Backhaus. Hinzu komme die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf und die Polizei. Besonders dankte er auch der privaten Initiative zur Rettung des Wals. „Dies war eine Gemeinschaftsleistung, die sicher in die Geschichte des Landes eingehen wird.“

Update vom 28. April, 15:50 Uhr: Oliver Bartelt, Einsatzleiter der DLRG vor Ort, zeigt sich gegenüber News5 tief erleichtert und stolz über die geglückte Aktion. Das Team werde am Abend gebührend feiern. Die Euphorie sei „Wahnsinn“. Das Team habe ihn zwar unterstützt, die letzten Meter sei der Wal jedoch allein geschwommen. Auch Felix Bohnsack, der technische Leiter, zeigt sich erleichtert und stolz. Momente des Zweifels habe es nicht gegeben. Doch vor allem die Zusammenarbeit mit den Behörden habe Bohnsack auch teilweise überfordert.

Update vom 28. April, 15:30 Uhr: Nachdem der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal nun im Lastkahn für den Transport angekommen ist, ist Geldgeber Walter Gunz überglücklich. „Gott sei Dank. Gott sei Dank. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel gebetet“, sagte der Mediamarkt-Gründer der Deutschen Presse-Agentur unmittelbar nach der geglückten Aktion. Er selbst habe den Moment nicht am Bildschirm verfolgen können. „Ich habe es von der Karin gehört. Ich hatte keine Nerven mehr.“ Unternehmerin Karin Walter-Mommert ist ebenfalls Geldgeberin für das Wal-Rettungsprojekt.

Als er die Nachricht vernommen hatte, seien ihm die Tränen gekommen. „Man hat ja auch Ängste. Das war schon eine harte Zeit.“ Er sei nun einfach nur froh, dass es gelungen sei. „Ich habe ja auch zwischendurch immer wieder gedacht: „Mein Gott, haben wir alles richtig gemacht?“. Wir haben alles richtig gemacht. Denn: Was ist das Wertvollste? Das Leben!“ Mit diesem ersten Schritt zum Erfolg sei nun der Hauptteil des Krimis geschafft. Nun folge ein tagelanger Transport Richtung Nordsee.

Wal ist endlich in der Barge

Update vom 28. April, 15.10 Uhr: Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigt sich in dem aktuellen Pressestatement vom Verlauf der Aktion begeistert. Er wünsche dem Wal nun eine gute Reise, die Idee mit der Barge sei eine „hervorragende Idee“ gewesen. „Timmy“ würde sich in der Barge „pudelwohl“ fühlen. Vermutlich heute Abend soll der Wal nun in die Nordsee gebracht werden.

Backhaus glaube, dass der Wal nun Ärger bekomme, wenn er in der Nordsee seine Mutter wiedertrifft. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, so Backhaus. Er sei selbst kurz davor gewesen, ins Wasser zu springen, um den Wal in die Barge zu helfen. Als das Tier dann in die Barge geschwommen sei, seien auch bei ihm selbst Tränen gelaufen. Das Experten-Team würde auch bei der Reise in die Nordsee mitfahren und „Timmy“ bei seiner Reise begleiten. Und genau dieses Experten-Team ist im Hintergrund der Pressekonferenz laut jubelnd zu sehen.

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee Rettungsversuch
Umweltminister Till Backhaus zeigte sich nach der Rettungsaktion vom Dienstag emotional. (Collage) © Philip Dulian/dpa

Update vom 28. April, 15:05 Uhr: In Kürze wird es ein Pressestatement zur aktuellen Rettungsaktion geben.

Update vom 28. April, 14:43 Uhr: Es scheint wirklich geklappt zu haben: „Timmy“ scheint in der rettenden Barge zu liegen. Die Helfer jubeln.

Update vom 28. April, 14:38 Uhr: Ist „Timmy“ nun sogar schon in der Barge? Das will die Bild anhand des Livestreams erkannt haben.

Update vom 28. April, 14:30 Uhr: „Timmy“ schwimmt! Nun scheint sich ein mächtiges Stück getan zu haben. Der Buckelwal hat sich Richtung Barge bewegt. Die rettende Barge scheint nun nur noch ein kleines Stück entfernt zu sein.

Update vom 28. April, 14:15 Uhr: Erneut sind zahlreiche Helfer direkt am Wal zu sehen. Wird „Timmy“ nun in Richtung der Barge gezogen?

Update vom 28. April, 14 Uhr: Laut Informationen der Bild stehe nun die zweite Phase der Rettung unmittelbar bevor. Demnach werde aktuell die Barriere, die dem Wal noch im Weg liege, weggespült. Somit könnte gleich der Weg für den gestrandeten Wal frei sein.

Update vom 28. April, 13:50 Uhr: So wirklich scheint sich vor Ort aktuell nichts fortzubewegen. Im Livestream sind die Helfer jedoch immer wieder lautstark zu hören. Und das obwohl Karin Walter-Mommert, eine der Sponsorinnen der Rettungsaktion, noch am Vormittag gegenüber der Bild betont hat: „Wichtig ist jetzt, dass alles ruhig funktioniert.“ Demnach sei von Anfang an geplant gewesen, sich ruhig am Wal zu verhalten. Es sollte zudem mit dunkler Stimme kommuniziert werden.

Wal „Timmy“ jetzt gedreht

Update vom 28. April, 13:10 Uhr: Unklar ist, wie die Rettungsaktion nun, nachdem „Timmy“ gedreht wurde, fortgesetzt werden soll. Im Livestream ist nun ein kleines Boot in der Nähe des Wals zu sehen.

Update vom 28. April, 12:45 Uhr: „Timmy“ scheint sich tatsächlich komplett gedreht zu haben. Nun liegt der Wal mit dem Gesicht zur Barge. Experte Fabian Ritter zeigt sich im Gespräch mit der Bild fassungslos. Er glaubt, im Livestream gesehen zu haben, wie eine der Personen auf den Rücken des Wals geklettert sei. „Das sieht gruselig aus“, so Ritter. Die Rettung zu beobachten sei für den Experten schwer anzuschauen. Dies liege vor allem an den Gurten, die um den Wal liegen. Laut Ritter sei auch die Fluke des Wals angehoben worden. Dies bedeute Stress für das Tier und sei ein No-Go.

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee Poel Rettungsversuch gestartet
Der Buckelwal vor Poel hat sich offenbar gedreht. Zahlreiche Helfer hatten den Wal mittels Gurten zu bewegen versucht. © Jens Büttner/dpa

Update vom 28. April, 12.35 Uhr: Die Helfer scheinen „Timmy“ mithilfe der Gurte offenbar drehen zu wollen. Und offenbar scheint dies auch zu klappen. Zumindest hat sich die Lage des Wals im Vergleich zu heute Morgen geändert.

Update vom 28. April, 12:25 Uhr: Erneut stellen sich die Kräfte am Wal in einer Reihe auf, auch die Gurte sind nun wieder deutlich zu sehen. Zu sehen ist nun auch sehr deutlich, dass der Gurt rund um die Brust des Wals zu liegen scheint. Erneut legen sich die Einsatzkräfte deutlich in die Gurte, scheinen mit aller Kraft zu ziehen. Doch „Timmy“ scheint weiterhin nicht mitspielen zu wollen. Lediglich leichte Bewegungen des Wals sind im Livestream zu sehen. „Timmy“ scheint seine Retter nicht vertreiben zu wollen, so wirklich mithelfen möchte der Wal aber scheinbar auch nicht.

Update vom 28. April, 12:10 Uhr: So wirklich viel scheint sich aktuell nicht vor Ort zu bewegen. Im Livestream sind weiterhin Menschen am Wal zu sehen. Unklar ist, ob das Team weiter im Zeitplan liegt oder ob es möglicherweise ein Problem gibt.

Update vom 28. April, 11:45 Uhr: Noch immer ist im Livestream zu sehen, wie Helfer immer wieder an den Gurten ziehen. Unklar ist, ob sich „Timmy“ durch die Bemühungen schon ein Stück bewegt hat. Immerhin: „Timmy“ lässt sich die Bemühungen weiter geduldig gefallen. Helfer wollen das Tier vorwärts durch eine eigens im flachen Wasser geschaffene Rinne in die sogenannte Barge lenken. Doch noch immer haben die Helfer dabei ein gutes Stück Arbeit vor sich. Die Barge ist noch nicht in unmittelbarer Nähe zum Wal. Die Helfer und der Wal müssen somit noch einige Meter zurücklegen.

Update vom 28. April, 11:23 Uhr: Es scheint so, als würden die Helfer nun tatsächlich Druck auf die Gurte ausüben. Mehrere Helfer stehen am Wal und scheinen an den Gurten zu ziehen. Im Hintergrund sind lautstark Kommandos zu hören. So wirklich bewegt sich „Timmy“ bislang aber noch nicht.

Gurte werden um „Timmy“ gelegt – dann soll der Wal in die Barge gezogen werden.
Gurte werden um „Timmy“ gelegt – dann soll der Wal in die Barge gezogen werden. © Livestream/News5

Update vom 28. April, 11:10 Uhr: Bislang scheint „Timmy“ die Helfer an seiner Seite zu akzeptieren. Das Tier liegt einigermaßen ruhig unverändert an Ort und Stelle. Lediglich manchmal sind leichte Bewegungen des Wals zu sehen.

Update vom 28. April, 10:45 Uhr: Nun sind auch die Gurte, mit denen „Timmy“ unterstützt werden soll, im Livestream zu sehen. Offenbar wird das Gurtsystem dem Wal nun angelegt.

Update vom 28. April, 10:40 Uhr: Nun sind zahlreiche Helfer direkt am Wal zu sehen. Auch ein Schlauchboot ist unmittelbar am Wal.

Update vom 28. April, 10:30 Uhr: Die ersten Helfer sind nun direkt am Wal. Wie im Livestream von News5 zu sehen ist, sind auch zahlreiche Helfer noch vor Ort im Hafen. Unklar ist, ob auch diese Helfer noch zum Wal fahren werden.

Experte zeigt sich entsetzt

Update vom 28. April, 10:14 Uhr: „Unfassbar“, entfährt es einem Mitglied von Sea Shepherd, als es von der Genehmigung für den Einsatz der Gurte erfährt. Jetzt legen die Boote zum Buckelwal ab. Ein Sprecher von Sea Shepherd erklärt: „Der Gurt schneidet quasi in der Achselhöhle massiv ein. Da anzuziehen, wäre katastrophal. Alles, was hier passiert, ist nicht mehr mit dem Wohl des Tieres erklärbar.“ Die Tierschutzorganisation kann nicht nachvollziehen, wieso der Rettungsversuch in dieser Form geduldet wird.

Update vom 28. April, 9.55 Uhr: Es geht los! Das Boot mit den Helfern legt nun Richtung „Timmy“ ab.

Update vom 28. April, 9:50 Uhr: „Wir schaffen das!“, sagt Dr. Kirsten Tönnies gegenüber News5 im Livestream, die Tierärztin macht sich nun ebenfalls für die Rettung bereit. Der finale Rettungseinsatz geht nun los, Helfer machen sich am Hafen für die Abfahrt bereit.

Update vom 28. April, 9.45 Uhr: Die finale Rettungsaktion für den gestrandeten Wal kann jeden Moment beginnen. Der Wal soll an Bord eines Lastkahns, mit dem normalerweise etwa Schiffe transportiert werden, seine Reise Richtung Nordsee antreten. Doch ob sich der Wal überhaupt in die bereitgestellte Barge lenken lässt, bleibt abzuwarten.

Rettungseinsatz kann offiziell starten!

Update vom 28. April, 9:20 Uhr: Umweltminister Dr. Till Backhaus hat im Rahmen eines Pressestatements bestätigt: Der Wal ist nach Beurteilung zweier Tierärztinnen transportfähig. Er habe jedoch eine leichte Bindehautentzündung. Die Hautveränderungen seien jedoch in guter Heilung. Die heutige Rettungsmission werde nun geduldet. Auch der Einsatz des Gurtsystems sei genehmigt.

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee Backhaus
Einer Rettung des mehrfach gestrandeten Buckelwals am Dienstag stehe jetzt nichts mehr im Weg, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus am Morgen vor der Presse. © Jens Büttner/Marcus Golejewski/dpa

Update vom 28. April, 9 Uhr: Der große Einsatz könnte tatsächlich kurz bevorstehen. Wie die Bild berichtet, bereiten Helfer aktuell Schläuche vor, die Teil des Geschirrs seien, mit dem „Timmy“ bei der Rettung in die Barge unterstützt werden soll. Doch noch immer fehlt für genau dieses Geschirr offenbar die Genehmigung. Wie die dpa am Morgen berichtet hatte, werde am Morgen noch geprüft, ob dieses neue Konzept vom Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern geduldet wird.

Update vom 28. April, 8:50 Uhr: Wann konkret am heutigen Tag die finale Rettungsphase des Wals beginnen soll, ist unklar. Gestern hatten Helfer in einem Pressestatement berichtet, dass am Vormittag mit dem Verladen des Wals in die Barge begonnen werden sollte. Dies könnte schnell gehen, sich aber auch über Stunden hinziehen.

Im Livestream von News5 ist bereits jetzt geschäftiges Treiben am Hafen zu sehen. Helfer bereiten den finalen Einsatz vor. Nach Informationen der Bild sind zahlreiche Helfer am Morgen mit Gepäck am Hafen angekommen. Sie hätten bereits in ihren Hotels ausgecheckt. Am heutigen Dienstag sind also alle Augen vor die Insel Poel gerichtet. Wird es gelingen, „Timmy“ aus seiner misslichen Lage zu befreien?

Update vom 28. April, 8:30 Uhr: Während die Maßnahmen für die finale heutige Rettung des Wals auf Hochtouren laufen, kommen Helfer zunehmend an ihre Grenzen. Bereits am Montag hatte Oliver Bartelt, Einsatzleiter der DLRG vor Ort, in einem Pressestatement erklärt, den Einsatz der DLRG am Mittwoch zu beenden. Viele der Helfer hätten ehrenamtlich nun fast 14 Tage versucht, den Wal zu retten. Dafür wurde Urlaub geopfert und Familien zurückgelassen.

Update vom 28. April, 8:21 Uhr: Momentan finden am Ufer noch Beratungen statt, berichtet News5 von der Insel Poel. Dabei geht es demnach um den Einsatz der Gurte, mit denen der Wal in die Barge gezogen werden soll. Die Gurte sind demnach auch heute noch nicht von den Veterinären des Umweltministeriums genehmigt worden. Darum hatte es bereits gestern Fragezeichen gegeben. Aktuell offen, ob und wann diese Genehmigung kommt.

Ein Lastkahn liegt am Morgen am Ende des Kirchsee vor der Insel Poel. Im Hintergrund ist die Wismarer Werft zu sehen. Die sogenannte Barge ist für den Transport des Buckelwals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen.
Ein Lastkahn liegt am Morgen am Ende des Kirchsee vor der Insel Poel. Im Hintergrund ist die Wismarer Werft zu sehen. Die sogenannte Barge ist für den Transport des Buckelwals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen. © Jens Büttner/picture alliance/dpa

Update vom 28. April, 8:06 Uhr: Aktuell wird der Buckelwal mit feuchten Tüchern abgedeckt. Die Vorbereitungen für den Einsatz der Barge laufen.

Update vom 28. April, 7:49 Uhr: Nun setzen sich zwei Boote mit Einsatzkräften in Bewegung. Ein Boot der DLRG ist bereits am Wal und drei Taucher begeben sich ins Wasser.

Update vom 28. April, 7:41 Uhr: Jetzt sind die ersten Einsatzkräfte zu sehen, die sich am Ufer versammeln. Sie tragen grüngelbe Signalkleidung und reihen sich um Umweltminister Backhaus. Ein Schiff der DLRG war laut News5 bereits zum Wal gefahren, die Barge ist seit gestern in Position.

Update vom 28. April, 7:26 Uhr: Der Start der Vorbereitungen für den heutigen Ablauf des Rettungsversuchs war von der Privatinitiative eigentlich für 7 Uhr angekündigt, doch bislang fehlt von den Helfern jede Spur. Wo sie sind, das kann auch Umweltminister Till Backhaus nicht beantworten, den die Nachrichtenagentur News5 vor Ort angetroffen hatte. Backhaus stellt fest: „Ich bin da.“ Und bekräftigt, das Vorhaben soll heute stattfinden.

Wal „Timmy“ soll in Barge nicht aufliegen – Tierschützer erneuern Kritik

Update vom 28. April, 6:45 Uhr: Der gestrandete Großwal soll in ein schwimmendes Becken – eine sogenannte Barge – gebracht werden. Ursprünglich plante das Rettungsteam, das Tier rückwärts mithilfe einer Plane zu bugsieren. Tierärztin Kirsten Tönnies verkündete jedoch eine Änderung der Strategie.

Künftig soll der Meeressäuger vorwärts durch eine eigens im Flachwasser angelegte Rinne zur Barge geleitet werden. Ein Gurt dient dabei als Unterstützung. „Wir versuchen, das so schonend wie möglich zu machen, und das ist nur eine Unterstützung“, erklärte Tönnies. Das Tier werde nicht überbeansprucht. Oliver Bartelt von der DLRG, die den Einsatz unterstützt, betonte: Der Wal werde sich „floatend bewegen“ und nicht auf dem Sand aufliegen. „Er wird über keinen Sand gezogen.“

Ob der Rettungsversuch überhaupt stattfindet, blieb bis zum späten Nachmittag des Vortags unklar. Das Schweriner Umweltministerium erklärte, trotz mehrfacher Nachfragen seien keine Unterlagen für den Einsatz des Gurtes eingereicht worden. In der Vergangenheit hatte das Ministerium betont, es gehe bei der Abstimmung nicht um Genehmigungen, sondern um die Frage der Duldung.

Das Deutsche Meeresmuseum sprach sich am Montag erneut dafür aus, dem Wal stattdessen Ruhe zu gewähren. Die wiederholten Strandungen deuteten auf ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hin.

Wie der Wal letztlich reagieren wird, könne niemand vorhersagen, teilte die Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC mit. Vorhandene Daten zeigten, dass Interaktionen mit Menschen bei wildlebenden Bartenwalen Stress auslösten. „In freier Natur sind Wale keine Situationen gewohnt, in denen sie eingesperrt sind. Am wahrscheinlichsten ist, ganz allgemein gesprochen, dass die ungewohnte Situation einen Wal zusätzlich in Stress, möglicherweise auch Angst und Panik versetzen würde“, so die Experten. Besonders problematisch: Das Tier könne seinem natürlichen Fluchtinstinkt nicht nachkommen.

Falls der Wal genug Energie aufbringe, seien heftige Flossenschläge denkbar – mit Risiken für das Tier und die Einsatzkräfte. Alternativ könne das Tier in eine Fangmyopathie verfallen, „also in eine Art Schockstarre, bei der sich die Muskeln verkrampfen“. Möglicherweise sei der Wal aber auch bereits zu geschwächt für starke Reaktionen. „So könnte es dann wirken, als würde er den Einsatz freiwillig mitmachen oder über sich ergehen lassen.“

Sollte der Transport trotz aller Widrigkeiten starten, sind die Wetterbedingungen laut Vorhersagen günstig. Richtung Schleswig-Holstein könnte es am Dienstag Wind höchstens bis Windstärke 4 geben, teilte das Seewetteramt des DWD mit. Der Mittwoch werde in der Region „total schwachwindig“, sagte ein Meteorologe. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erwartet zudem keine außergewöhnlichen Pegelschwankungen vor Poel.

Update vom 28. April, 6:13 Uhr: Der Buckelwal liegt bislang weiterhin alleine in der Bucht vor der Insel Poel. Die beteiligte Tierärztin hatte am Dienstag Sorgen bezüglich seines schlechter werdenden Gesundheitszustands geäußert. Jetzt ragt sein Körper weit aus dem flachen Wasser heraus. Bewegungen und Atemfontänen sind in unregelmäßigen Abständen zu sehen.

Update vom 28. April, 5:19 Uhr: Am Montagabend legte die Barge in Wismar an, heute soll der höchst umstrittene Rettungsversuch für Wal „Timmy“ in der Ostsee beginnen. „Im Laufe des Vormittags ist es angedacht, dass der Rettungsversuch startet“, sagt Oliver Bartelt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Das Tier soll auf eine Art Lastkahn geschafft und damit in die Nordsee gebracht werden. Tierschützer äußern enorme Zweifel daran, dass das qualfrei abläuft.

Biologe warnt vor „abenteuerlichem“ Plan für Ostsee-Wal

Update vom 27. April, 20:30 Uhr: Meeresbiologe Fabian Ritter hat erhebliche Zweifel an den Rettungsmaßnahmen für Buckelwal Timmy geäußert. Er glaubt, das Tier könne die für Dienstag geplante Aktion mit einer Barge nicht überleben. „Ich hoffe das Beste, aber ich befürchte das Schlimmste“, sagte der Experte t-online. Nur wenn der Wal sich „extrem kooperativ“ verhalte, könne die Sache gelingen. Doch das Verhalten des Tiers sei unberechenbar.

Und auch die Helfer würden sich einer erheblichen Gefahr aussetzen, betonte Ritter. „Wenn sich dieses tonnenschwere Tier noch einmal richtig aufbäumt, wenn es in Panik gerät, dann kann es tragisch enden – für den Wal und für alle, die in der Nähe sind.“ Der Experte nennt das Unterfangen „abenteuerlich“ – auch, da „so etwas auch mit kleineren Walen noch nie zuvor probiert worden“ ist.

Update vom 27. April, 15:34 Uhr: Oliver Bartelt, Einsatzleiter der DLRG, erklärt gegenüber der Presse, dass der Einsatz aus Sicht der DLRG am Mittwoch abgebrochen werde. Die Einsatzgrenze nähere sich nun. Es müsse irgendwann eine Grenze gezogen werden, nachdem die Helfer der DLRG ehrenamtlich nun schon fast 14 Tage im Einsatz seien. 15-30 Einsatzkräfte seien täglich vor Ort. Der Rettungsversuch am Dienstag werde noch unterstützt. Bartelt bestätigt, dass der finale Rettungsversuch am Dienstagvormittag starten solle. Helfer würden jedoch bereits ab 7 Uhr mit den Vorbereitungen starten.

Der Wal soll via neuem Rettungsversuch aus der Ostsee geholt werden.
Der Wal soll via neuem Rettungsversuch aus der Ostsee geholt werden. © dpa | Jens Büttner + dpa | Philip Dulian

Dr. Kirsten Tönnies erklärt bei der Pressekonferenz zudem: Der gestrandete Buckelwal soll am Dienstag mit Gurten unterstürzt werden. Dafür würden zahlreiche Männer zum Einsatz kommen. Es würde laufend darauf geachtet werden, wie das Tier darauf reagiere.

Update vom 27. April, 15:20 Uhr: In einem neuen Statement informieren die Helfer über den aktuellen Stand der Rettungsaktion. Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erklärt vor der Presse: „Es fängt an, ihm schlechter zu gehen“. Es werde deutlich, dass der Wal mittlerweile abbaue. „Es läuft wirklich heiß hinter den Kulissen, weil alle ihr Maximum geben. Damit das alles fertig wird.“ Die Atmung sei schlechter und flacher geworden. „Er muss jetzt da raus“, so Tönnies weiter. Die Zeit werde jetzt knapp.

„Timmy“ reagiere jedoch noch, wenn er angesprochen werde. Noch suche das Tier den Kontakt. „Er will nicht alleine sein“. Doch es sei nicht mehr so intensiv, wie es mal war. Bei der anstehenden Rettung müsse darauf geachtet werden, das Tier nicht zu sehr zu stressen. „Wir werden das hinkriegen“, ist sich die Tierärztin sicher. Ein anderer Experte verurteilt die Rettungsaktion indes aufs Schärfste.

Update vom 27. April, 14 Uhr: Die Rettung des gestrandeten Wals „Timmy“ steht kurz bevor. Biologe Fabian Ritter befürchtet, die Rettung in den Atlantik könnte für den Wal sehr stressig werden. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich“, so Ritter gegenüber der Bild. Das Tier wirke auf den Experten desorientiert und entkräftet.

Ritter betont in dem Gespräch zudem, dass die ganze Rettungsaktion auch für Helfer schnell gefährlich werden könnte. Das Tier könne beispielsweise in Panik ausbrechen. Dann würden abrupte Bewegungen auch die Helfer gefährden. Das Tier müsse für die Rettung „kooperativ“ sein.

Südlich von Sydney in Australien wurde am Wochenende ein toter Pottwal entdeckt. Zahlreiche Haie tummeln sich wegen des Kadavers im Wasser.

Update vom 27. April, 12.45 Uhr: Die finale Rettung des gestrandeten Buckelwals „Timmy“ rückt immer näher. Tauchunternehmer Fred Babbel bestätigt im Gespräch mit Focus online, dass die finale Phase am Dienstag (28. April) gegen 6 Uhr morgens beginnen soll. Zuvor muss noch der für die Rettung vorgesehene Lastkahn Wismar erreichen. Laut dem Helfer werde der Lastkahn nach aktuellem Stand gegen 20 Uhr vor Ort erwartet.

Update vom 27. April, 11:45 Uhr: Sie wollte dem gestrandeten Buckelwal „Timmy“ helfen und benötigte dann selbst medizinische Hilfe: die hinzugezogene Tierärztin Janine Bahr-van-Gemmert lag nach einem medizinischen Notfall tagelang im Koma. Nach tagelangem Bangen bestätigt nun das Team der Tierärztin auf der Homepage der Tierarzt-Praxis, dass die Tierärztin mittlerweile aus dem Koma erwacht ist: „Nach einer Zeit voller Sorge gibt es nun einen bedeutenden Lichtblick: Janine ist nicht mehr im Koma“.

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee Janine Bahr-van Gemmert
Während der Wal weiter vor Poel aufliegt, gibt es indes gute Nachrichten: Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert ist aus dem Koma erwacht. (Collage) © Bodo Marks/Philip Dulian/Dpa Screenshot News5

Demnach ist der Zustand der Tierärztin „weiterhin ernst, sie steht noch ganz am Anfang eines Weges, der viel Zeit und Ruhe braucht“. Das Team bedankt sich zudem für jede mitfühlende Nachricht und jeden guten Gedanken und bittet gleichzeitig um Ruhe für Janine Bahr-van-Gemmert.

Update vom 27. April, 10:15 Uhr: Auch wenn die finale Rettung des Wals für den Montag nicht vorgesehen ist, geht die Vorbereitung der Aktion unverändert weiter. Im Livestream von News5 ist beispielsweise zu sehen, wie sich auch am Montagmorgen Helfer dem gestrandeten Wal genähert haben. Erneut wurden auf den Rücken des Tieres Tücher mit Salbe gelegt.

Laut Informationen der Bild soll zudem ein neuer Tracker am Wal angebracht werden. Dieser sei eigens aus Amerika geliefert worden. Helfer hatten bereits vor Tagen einen Peilsender an „Timmy“ befestigt, dieser soll jedoch nicht unter Wasser funktionieren. Wann das neue Gerät an „Timmy“ befestigt wird, sei noch unklar.

Update vom 27. April, 9:40 Uhr: Laut Informationen des NDR sollte die „Robin Hood“ den Wismarer Hafen voraussichtlich gegen Mittag erreichen (siehe vorheriges Update). Nach Informationen der Bild könnte sich der Transport allerdings doch länger hinziehen. Demnach werde mit einer Ankunft gegen 18 Uhr gerechnet.

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