Wal-Drama spitzt sich zu: Ärztin erklärt Rettungsplan – was verrät Timmys Blutbild?
Niendorf/Wismar/Poel – Deutschland bangt weiter mit Buckelwal “Timmy”. Nach mehreren Strandungen in den vergangenen Wochen keimte zuletzt wieder Hoffnung auf. Kann sich der Ozeanriese womöglich selbst aus seiner Lage befreien? Oder wird er von einer privaten Initiative gerettet? TAG24 berichtet im Liveticker.
Die private Initiative gibt trotz interner Unruhen nicht auf – sie will “Timmy” lebend zurück in den Atlantik bringen. Das finale Konzept dafür steht allerdings noch nicht zu 100 Prozent.
24. April, 21.35 Uhr: Rund um “Timmy” ist Ruhe eingekehrt
Die Maßnahmen der Rettungsinitiative für den heutigen Tag sind beendet.
Rund um den Wal ist Ruhe eingekehrt, “Timmy” liegt wieder völlig allein in der Bucht.

24. April, 20.36 Uhr: Tierärztin gibt Statement ab
Tierärztin Dr. Kirstin Tönnies hat am Abend im Hafen von Poel ein Statement abgegeben. Die Medizinerin erklärte, dass ein Blutbild von “Timmy” erstellt werden soll. Sie kritisierte zudem, dass dies noch nicht früher gemacht worden sei.
Unter anderem sollen so die Organwerte überprüft und etwaige Hinweise auf schwere Entzündungen sichtbar werden. Der Wal mache allerdings einen guten Eindruck, so die Ärztin. “Wir haben heute wieder alle gesagt: Er will leben.” Eine versuchte Blutabnahme habe im ersten Versuch allerdings nicht funktioniert.
Tönnies äußerte sich auch zu einem geplanten Rettungskonzept: Sie sprach von einem 50 mal 30 Meter großen “Transportbehältnis” [gemeint ist die Schute, Anm. d. Red.], in das “Timmy” hineingeleitet werden solle. Das Konzept habe zwar grundsätzlich “grünes Licht”, einige Details müssten aber noch geklärt werden.
24. April, 19.50 Uhr: Gibt es noch ein Statement des Retter-Teams?
Nach TAG24-Informationen soll derzeit eine Lagebesprechung des Retter-Teams stattfinden – ob es am heutigen Freitag noch ein Statement der Beteiligten gibt, ist unklar.
Buckelwal “Timmy” zeigt währenddessen Aktivität: Vor wenigen Minuten schlug er kräftig mit seiner Schwanzflosse, darüber hinaus ist immer wieder sein Brummen zu hören.
24. April, 19.02 Uhr: Buckelwal liegt wieder allein in der Bucht
Nachdem “Timmy” längere Zeit Gesellschaft hatte, haben sich die Mitglieder des Rettungsteams inzwischen wieder zurückgezogen.
Der Buckelwal liegt wieder völlig allein in der Bucht vor Poel.
24. April, 18 Uhr: Retter benetzen “Timmy” immer wieder mit Wasser
Immer noch sind einige Retter beim Wal im Wasser. Immer wieder sorgen sie dafür, dass die Oberseite des Tieres mit Flüssigkeit benetzt wird.
Im Hafen laufen derweil die Vorbereitungen für den Einsatz der Big Bags. Diese stehen für den Transport zu “Timmy” bereit – ob dies noch am heutigen Freitag erfolgt, ist allerdings unklar.
24. April, 16.44 Uhr: Buckelwal “Timmy” hat wieder Besuch
Aktuell sind wieder mehrere Mitglieder des Rettungsteams beim Wal im Wasser. “Timmy” ist derzeit mit einem größeren Tuch bedeckt, das ihn vermutlich vor der Sonne schützen und seine Haut beruhigen soll.
Die Retter sind im Bereich des Kopfes im Einsatz – was genau sie dort machen, ist aktuell noch unklar. Allerdings verwenden sie eine Gießkanne samt Schlauch.
24. April, 16.03 Uhr: Big Bags im Hafen eingetroffen
Die angekündigten Big Bags sind am Freitagnachmittag im Hafen von Poel eingetroffen. Wie Fred Babbel, technischer Leiter der Rettung, vor Ort erklärte, sollen diese zeitnah im Wasser platziert werden.
Ziel sei es, eine Art “Leitplanke” beziehungsweise “Barrikade” zu errichten. So soll verhindert werden, dass der Wal am Sonntag, wenn der Wasserstand wieder steigt, losschwimmt und sich in noch flacheres Wasser verirrt.
Zur Platzierung der mit Sand gefüllten Big Bags werde der Bagger auf dem schwimmenden Ponton verwendet.

24. April, 15.21 Uhr: Wasserstand soll am Sonntag deutlich steigen
Apropos Wasserstand: Für die Bucht wird für Sonntag ein deutlich steigender Pegel erwartet. Die Situation werde ähnlich sein wie am vergangenen Montag, als der Wal von selbst losschwamm, erklärte Umweltminister Backhaus.
Rund um das Tier ist es derzeit ruhig. Nachdem mehrere Personen am Vormittag bei ihm im Wasser waren, ist der Ozeanriese nun schon seit längerer Zeit wieder allein.
24. April, 13.43 Uhr: Minister Backhaus gibt nicht auf
Minister Backhaus betonte auf Nachfrage erneut, dass er nicht aufgeben werde. “Es gibt zwei Optionen.” Er hoffe, dass eines der Konzepte duldbar ist.
Zudem macht der Wasserstand am Sonntagnachmittag Hoffnung. “Vielleicht macht sich der Wal wieder los. Aber er kann auch wieder festsitzen”, so Backhaus.
Am 23. März war der Wal auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, doch der Wal konnte sich schließlich selbst befreien – um kurz darauf mehrfach vor Wismar zu stranden.
Nach einer erneuten Befreiung lag er seit dem 31. März vor der Insel Poel – alles sah danach aus, als würde der Koloss dort sterben. Am 16. April trat jedoch plötzlich eine private Rettungsinitiative auf den Plan. Sie wollte den Wal aufs offene Meer hinausziehen.
Entsprechende Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, doch am Montag (20. April) befreite sich der Buckelwal selbst, ehe er noch am selben Tag wieder zum Liegen kam.
24. April, 13.39 Uhr: Till Backhaus zeigt sich beeindruckt
In seinem Statement wirkt Backhaus sichtlich mitgenommen von der aktuellen Situation. “Mich beeindruckt dieses Tier und mich beeindrucken auch die ernst gemeinten Hinweise und Ideen”, erklärte der Politiker.
Zudem machte er durch das Scheitern des ersten Konzeptes der Initiative klar: “Wir haben nicht mehr viel Zeit.”
24. April, 13.31 Uhr: Teilkonzepte zur Rettung liegen vor
Backhaus führte weiter aus, dass seit Donnertstag zwei Teilkonzepte zur Rettung vorliegen würden. Dazu habe das Ministerium noch am Abend Fragen gestellt, die im Laufe des Freitages beantwortet worden.
Aktuell würden diese durch die Kollegen geprüft werden, so der Minister. Dabei gehe es vor allem um das Tierwohl, den Tierschutz, artgerechte Verhaltensweisen sowie den Schutz der Menschen.
Zu guter Letzt erwarte man den Walsachverstand, sowohl auf der Veterinärseite als auch auf technischer Seite. “Und natürlich auch bei der Frage, wie wird er weiter begleitet”, fuhr Backhaus fort.
24. April, 13.25 Uhr: Backhaus erklärt altes Konzept als gescheitert
Minister Till Backhaus trat am Freitagmittag vor die Kamera und gab ein Statement zur aktuellen Situation ab. Dabei machte er deutlich: “Das alte Konzept ist gescheitert!” Wie der Politiker erklärte, hatte es für einen Transport mit den Pontons keine Erlaubnis gegeben.
Zudem habe “Timmy” bewiesen, dass er in der Lage sei, sich selbst zu befreien und zu schwimmen.

24. April, 13.05 Uhr: Geldgeber Gunz hält an Rettungsplan fest
Noch immer liegt “Timmy” vor der Ostsee-Insel Poel, alle bisherigen Versuche das Tier ins Meer hinaus zu begleiten, scheiterten. Der neueste Plan einer privatfinanzierten Initiative wirkt herausfordernd.
“Wir bleiben dabei und gehen den Weg bis zum Ende”, machte Geldgeber und MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz deutlich, auch wenn er einen Tod des Wales nicht ausschließen will.
Schließlich sei die Rettung mit einem gewissen Risiko verbunden. Daher betrachte er die Kritik an dem Vorhaben als “teilweise berechtigt”.
24. April, 12.33 Uhr: Lagebesprechung und Baggerarbeiten
Weiterhin ist es eher ruhig um Timmy. Auf dem Ponton wird gearbeitet. Der Meeresboden wird weiter abgetragen, um eine Rinne für den Wal zu graben.
Ansonsten scheint sich das Retterteam zum weiteren Vorgehen zu besprechen.

24. April, 11.05 Uhr: Mehrere Personen nah am Wal
Der Wal wird weiterhin lediglich begutachtet und sporadisch mit Ostseewasser bespritzt.
Vier Helfer befinden sich recht nah am Tier. Einer scheint Timmy aus Unterwasser-Perspektive zu beobachten.

24. April, 10.37 Uhr: Tücher für Timmy
Timmy wird derzeit von Helfern auf einem SUP-Board erneut mit in Zinksalbe getränkten Tüchern bedeckt und mit Salzwasser aus einer Gießkanne benetzt.
Dabei wirkt es so, als würden die Helfer dem Wal auch wieder Nahrung anbieten. Gestern soll er zwar nichts gefressen haben, nach Informationen vor Ort jedoch zumindest sein Maul geöffnet haben.
24. April, 10.15 Uhr: Weiter Warten in Poel
Immer noch heißt es warten: Ein offizielles Statement des Helferteams steht weiterhin aus. Auf der Plattform mit dem Bagger ist jedoch zu erkennen, dass Vorbereitungen getroffen werden, um den geplanten Kanal bis zur Fahrrinne weiter auszubauen. Dabei kommt auch eine Pumpe zum Einsatz.
Aktuell befindet sich Timmy in einer provisorisch geschaffenen, vergleichsweise sicheren Lage in einer künstlichen Kuhle, aus der er aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht eigenständig entkommen kann.
Ein ursprünglich geplanter zweiter Bagger, der eigentlich schon auf dem Weg von Hamburg nach Poel war, wird hingegen doch nicht zum Einsatz kommen. Chef-Taucher Fred Babbel sprach am Donnerstag von “Problemen” und dass man es jetzt alleine schaffen müsse.

24. April, 8.30 Uhr: Erste Helfer am Wal
Die ersten Helfer sind bereits im Wasser, und auch Minister Till Bachhaus ist augenscheinlich direkt beim Wal im Einsatz. Er verschafft sich dabei offenbar einen Überblick über die Lage.
Anhand der Bilder wird deutlich, wie niedrig der Wasserstand ist – die Ostsee reicht den Helfern gerade einmal bis zu den Knien.
24. April, 6.20 Uhr: Heute soll weiter gebaggert werden
Auch am Freitagmorgen liegt Timmy weiterhin unverändert in der Bucht vor der Insel Poel.
Heute soll der Verbindungskanal zur Seewasserstraße weiter ausgebaggert werden. 40 der geplanten 110 Meter wurden am Donnerstag bereits ausgehoben.
Der Wal befindet sich derzeit in einem künstlich angelegten Wasserbecken, da er aufgrund des in den vergangenen Tagen stark gesunkenen Wasserstandes Gefahr lief, von seinem eigenen Gewicht erdrückt zu werden. Anschließend ist geplant, Timmy mithilfe eines Lastkahns in den Atlantik zu ziehen. Genaue Details zu diesem Vorhaben sind bislang noch nicht bekannt.
Das neue Konzept wurde nach Angaben von Chef-Taucher Fred Babbel Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) bereits vorgelegt. Es müssen jedoch noch einige Korrekturen vorgenommen werden. Sobald die Retter grünes Licht erhalten, soll das Konzept auch öffentlich vorgestellt werden.






