Unfall-Drama in Braunschweig: Auto stürzt in Mittellandkanal ++ Identitäten geklärt

Zwischen Braunschweig und Gifhorn hat es einen schweren Unfall gegeben. Ein Auto ist in den Mittellandkanal gestürzt.

© picture alliance/dpa

Es sind schreckliche Szenen, die sich am Samstag (25. Oktober) in Braunschweig abgespielt haben!

Bei einem Unfall auf der B4 in Höhe des Mittellandkanals sind drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei wurden schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt, sagt die Polizei.

Braunschweig: Unfall am Mittellandkanal

Polizeibeamte wollten am Samstagmittag einen BMW auf der A2 kontrollieren. Das war gegen 13 Uhr. Die Beamten gaben dem Wagen ein Anhaltesignal. Doch statt dem Folge zu leisten, entzog sich der BMW der Kontrolle und fuhr davon. Nur kurze Zeit später, um 13.10 Uhr, stand das Telefon bei der Polizei plötzlich nicht mehr still. Gleich mehrere Notrufe gingen ein, um einen schweren Unfall auf der B4 in Höhe des Mittellandkanals zu melden.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der BMW mit „stark überhöhter Geschwindigkeit“ auf der B4 in Richtung Norden unterwegs. In Höhe der Kanalbrücke überholte er dann drei Fahrzeuge rechts und touchierte sie alle dabei. Danach kam er mit der rechten Seite gegen die Schutzplanke und geriet daraufhin in den Gegenverkehr.

Die Feuerwehr Braunschweig im Einsatz an der Unfallstelle. Foto: Jörg Koglin

BMW-Insassen haben keine Überlebenschance

Dort krachte er frontal mit einem entgegenkommenden VW zusammen. Nach dem Unfall durchbrach der BMW auf der linken Seite das Brückengeländer und stürzte in den Mittellandkanal. Mit einem Großaufgebot an Rettungskräften versuchte man sowohl auf der Brücke als auch im Mittellandkanal Menschenleben zu retten.

 

Beim Eintreffen der Feuerwehr wurden die beiden Insassen des VW Touran bereits gemeinsam mit Notärzten und dem Rettungsdienst mithilfe von technischem Gerät behutsam aus dem Fahrzeug befreit. Anschließend kamen sie – teils per Rettungshubschrauber – in umliegende Krankenhäuser. Der Hubschrauber Christoph 30 landete auf der Brücke und flog eine der verletzten Personen in die Medizinische Hochschule Hannover.

Für den im Mittellandkanal versunkenen BMW waren zwei Rettungsboote, Einsatzkräfte der Feuerwehr aus der Samtgemeinde Papenteich sowie die Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr Wolfsburg im Einsatz. Die Insassen konnten nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Die Insassen des VW wurden schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt. Foto: Jörg Koglin

Identitäten der Beteiligten geklärt

Die Bilder des schrecklichen Unfalls kursierten eine Zeit lang auf Reddit im Subreddit „Braunschweig“. Die Bordkamera eines Schiffes hatte Pasternak den Unfall aufgezeichnet, auf dem auch zu sehen ist, wie eine Person aus dem Wagen geschleudert wird. Das Video wurde inzwischen wieder von der Plattform genommen.

Jetzt steht auch die Identität der Unfallbeteiligten fest: Im VW saß ein 53-jähriger Mann, der lebensgefährliche Verletzungen erlitt, und eine 47-jährige Frau, die schwer verletzt wurde. Wie die Feuerwehr mitteilte, gestaltete sich die Bergung aufgrund der Unfallschwere besonders schwierig. Die Frau wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) geflogen.

Bei einem schweren Unfall mit mehreren Fahrzeugen bei Braunschweig wird ein Auto von einem Kranfahrzeug aus dem Wasser geborgen, nachdem es bei dem Unfall auf der Bundesstraße 4 von einer Brücke in den Mittellandkanal gestürzt war. Foto: picture alliance/dpa

Die drei Insassen des BMW kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben. Laut Polizeisprecher Sascha Repp handelt es sich bei dem Wagen um ein Fahrzeug mit Münchner Kennzeichen. Zwei der Opfer, Männer im Alter von 25 und 31 Jahren, konnten bereits identifiziert werden. Die dritte Person, die im Fahrzeug eingeklemmt war und erst später von der Feuerwehr geborgen werden konnte, ist bislang noch nicht eindeutig identifiziert. Es wird vermutet, dass es sich ebenfalls um einen Mann handelt. Die beiden identifizierten Toten sind kroatischer Herkunft.

Bergung mit erschwerten Bedingungen

Bis in den späten Abend hinein waren Polizei und Feuerwehr mit rund 30 Einsatzkräften im Einsatz. Bereits am frühen Samstagnachmittag stand fest: Die Bergung des BMW würde sich hinziehen. Der Mittellandkanal ist vier bis fünf Meter tief, die Sicht unter Wasser beträgt nur etwa 50 Zentimeter. Nach ersten Informationen vor Ort wurde ein Spezialkran des Wasser- und Schifffahrtsamtes benötigt – ein Bergeschiff aus Hannover wurde für den frühen Abend erwartet. Die A391 ist in Höhe der B4 seit 19.50 Uhr wieder befahrbar, heißt es von der Feuerwehr.

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