Unfall-Drama in Braunschweig: 3 Tote ++ Neue Details zum Unfallhergang – warum floh der BMW?
Horror-Crash zwischen Braunschweig und Gifhorn! Drei Menschen haben ihr Leben verloren. Zwei sind schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt.

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Es sind schreckliche Szenen, die sich am Samstag (25. Oktober) in Braunschweig abgespielt haben!
Bei einem Unfall auf der B4 in Höhe des Mittellandkanals sind drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei wurden schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt, sagt die Polizei. Am Montag (27. Oktober) veröffentlichte die Polizei neue Details zum Unfallhergang.
Braunschweig: Unfall am Mittellandkanal
Polizeibeamte wollten am Samstagmittag einen BMW auf der A2 kontrollieren. Das war gegen 13 Uhr. Die Beamten gaben dem Wagen ein Anhaltesignal. Doch statt dem Folge zu leisten, entzog sich der BMW der Kontrolle und fuhr davon. Nur kurze Zeit später, um 13.10 Uhr, stand das Telefon bei der Polizei plötzlich nicht mehr still. Gleich mehrere Notrufe gingen ein, um einen schweren Unfall auf der B4 in Höhe des Mittellandkanals zu melden.
Nach neuen Erkenntnissen der Polizei war der BMW als unterschlagen gemeldet, weshalb die Polizei ihn kontrollieren wollte. Ob sich der Fahrer und seine beiden Insassen deshalb auf die Flucht begaben, darüber kann derzeit nur spekuliert werden und ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Denn nach der Aufforderung zum Anhalten, floh der BMW und war danach mit „stark überhöhter Geschwindigkeit“ auf der B4 in Richtung Norden unterwegs. In Höhe der Kanalbrücke überholte er dann drei Fahrzeuge rechts und touchierte sie alle dabei. Danach kam er mit der rechten Seite gegen die Schutzplanke und geriet daraufhin in den Gegenverkehr.

Rettungskräfte holen Insassen aus VW
Dort krachte er frontal mit einem entgegenkommenden VW zusammen. Nach dem Unfall durchbrach der BMW auf der linken Seite das Brückengeländer und stürzte in den Mittellandkanal. Mit einem Großaufgebot an Rettungskräften versuchte man sowohl auf der Brücke als auch im Mittellandkanal Menschenleben zu retten.
Beim Eintreffen der Feuerwehr wurden die beiden Insassen des VW Touran bereits gemeinsam mit Notärzten und dem Rettungsdienst mithilfe von technischem Gerät behutsam aus dem Fahrzeug befreit. Im VW saß ein 53-jähriger Mann eine 47-jährige Frau aus Hamburg, die schwer verletzt wurde. Wie die Feuerwehr mitteilte, gestaltete sich die Bergung aufgrund der Unfallschwere besonders schwierig. Die Frau war gleichzeitig die Fahrerin des Autos und wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) geflogen. Der 53-jährige Beifahrer, der bei dem Unfall lebensgefährliche Verletzungen davontrug, befindet sich nach neuesten Polizeiinformationen weiterhin in Lebensgefahr und wird intensivmedizinisch behandelt.
BMW-Insassen haben keine Überlebenschance
Für den im Mittellandkanal versunkenen BMW waren zwei Rettungsboote, Einsatzkräfte der Feuerwehr aus der Samtgemeinde Papenteich sowie die Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr Wolfsburg im Einsatz. Die Insassen konnten nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Nach Polizeiangaben trieb ein Mann leblos an der Wasseroberfläche. Die zwei weiteren Personen waren im Wagen eingeklemmt.
Laut Polizeisprecher Sascha Repp handelt es sich bei dem Wagen um ein Fahrzeug mit Münchner Kennzeichen. Mittlerweile konnten alle Todesopfer identifiziert werden: Dabei handelt es sich um Männer mit kroatischer Staatsbürgerschaft im Alter von 25 und 31 und einen 34-jährigen Serben. Der 34-Jährige war dabei Führer des Fahrzeugs. Das als unterschlagen gemeldete Fahrzeug wurde nach der Bergung am Samstagabend beschlagnahmt.

Bilder kursieren in den sozialen Netzwerken
Die Bilder des schrecklichen Unfalls kursierten eine Zeit lang auf Reddit im Subreddit „Braunschweig“. Die Bordkamera eines Schiffes hatte den Unfall aufgezeichnet, auf dem auch zu sehen ist, wie eine Person aus dem Wagen geschleudert wird. Das Video wurde inzwischen wieder von der Plattform genommen. Doch bei denen, die vor Ort waren, haben sich die Bilder sowieso eingebrannt. Mehrere Notfallseelsorger kümmerten sich um Zeugen und begleiteten die Einsatzkräfte. „Kein Kollege, der dort war, hat sowas schon mal erlebt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. „Das ist auf jeden Fall ein komplizierter Einsatz gewesen.“

Noch viele Fragen offen
Die Bergung des Autos gestaltete sich als schwierig. Das Problem: Der Mittellandkanal ist vier bis fünf Meter tief, die Sicht unter Wasser beträgt nur etwa 50 Zentimeter. Das machte es für die Einsatzkräfte nur schwerer. Sowohl ein Spezialkran als auch ein Bergeschiff wurden benötigt, um das Wrack aus dem Wasser zu holen. Das Schiff machte nach der Bergung am Hafen fest. Erst dort konnten Einsatzkräfte die dritte Leiche aus dem Fahrzeug holen.
Anfang der Woche wollen die Ermittler nun das Unfallfahrzeug untersuchen. Dabei spiele auch das Gutachten eines Sachverständigen eine Rolle. Aller Voraussicht nach gehe der Fall an die Staatsanwaltschaft, die dann wiederum über eine Obduktion der Toten entscheiden soll. Fakt ist aber schon jetzt: Es sind noch viele Fragen offen. Allen voran, warum der Unfallfahrer sich der Polizeikontrolle entziehen wollte. Oder aber warum er zu dem riskanten Überholmanöver ansetzte. Die neuesten Erkenntnisse der Polizei könnten einen Hinweis auf die Hintergründe geben. (mit dpa)




