Ukrainische Familie verliert Tochter (†10) bei Anschlag : Vor Krieg geflohen, am Bondi Beach erschossen

Michael und Valentyna bei der Mahnwache am Dienstag (Ortszeit) am Bondi Beach. Ihre 10-jährige Tochter Matilda wurde angeschossen, erlag wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen

Die Eltern von Matilda (†10), dem jüngsten Todesopfer vom Anschlag am Bondi Beach, bei der Mahnwache am Dienstag (Ortszeit)

Foto: Getty Images

Sydney – Ein Meer aus Blumen und Eltern, die keinen Trost mehr finden: Die zehnjährige Matilda ist das jüngste Opfer des brutalen Massakers von Bondi Beach. Jetzt sprachen ihre Eltern zum ersten Mal über den unfassbaren Verlust.

Die Familie hatte gerade Chanukka gefeiert, als der Angriff begann. Matilda wurde vor den Augen ihrer sechsjährigen Schwester erschossen – mitten am berühmten Bondi Beach.

Eltern benannten Tochter nach neuer Heimat

Bei einer Mahnwache mit tausenden Menschen brachen ihre Eltern ihr Schweigen. „Ich habe sie Matilda genannt, weil sie unser erstes Kind in Australien war“, sagte Vater Michael. Die Familie war aus der Ukraine geflüchtet, suchte in der neuen Heimat Sicherheit. Matilda ist ein beliebter Name, der die australische Kultur betont. In seiner Hand hielt der Vater ein Foto seiner Tochter. „Erinnert euch an ihren Namen!“, appelliert er, ehe er in Tränen ausbrach.

Die Trauer ist grenzenlos, der Schmerz der Eltern für immer. „Merkt euch ihren Namen“, appellierte Matildas Vater nach ihrem Tod

Die Trauer ist grenzenlos, der Schmerz der Eltern für immer. „Merkt euch ihren Namen“, appellierte Matildas Vater nach ihrem Tod

Foto: Getty Images

Mutter: Schütze feuerte bewusst auf Matilda

Matildas Mutter Valentyna tritt ans Mikrofon: „Wir kamen aus der Ukraine. Ich habe meinen ältesten Sohn mitgebracht.“ Dann bricht ihre Stimme. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich meine Tochter hier verliere.“

Valentyna erklärte, der Schütze habe gezielt auf Matilda geschossen. Sie könne nicht begreifen, wie jemand ein weinendes Kind sehen und trotzdem abdrücken könne. „Es war kein Unfall. Es war eine Kugel, die nur auf sie abgefeuert wurde“, so die Mutter.

Ein Meer aus Blumen erinnert an die Opfer und Verletzten. Beim Anschlag am Bondi Beach verloren 15 Menschen ihr Leben

Ein Meer aus Blumen erinnert an die Opfer und Verletzten. Beim Anschlag am Bondi Beach verloren 15 Menschen ihr Leben

Foto: IMAGO/AAP

Matildas Bruder rang bei seiner Rede um Fassung: „Wenn ich Matilda gefragt habe, ob sie weiß, dass ich sie liebe, hat sie sofort Ja gesagt.“ Auch er konnte nur schwer begreifen, was geschehen ist. Bei der Mahnwache legte die Familie Blumen, Matildas Schuhe und ein Foto nieder. Das Blumenmeer im Bondi Pavilion war so groß, dass Menschen Schlange standen.

Kampf gegen Hass: „Wir weigern uns, aufzuhören.“

Insgesamt wurden 15 Menschen bei dem antisemitischen Anschlag getötet, 42 verletzt. Die beiden Attentäter, Vater (†50) und Sohn (24), hatten dem IS ihre Treue geschworen. Der Sohn wurde schwer verletzt verhaftet, der Vater am Tatort erschossen – nachdem ihn Obstverkäufer Ahmed al Ahmed (43) zu Boden gerungen und entwaffnet hatte.

Rabbiner Motti Feldman: „Hass muss ausgelöscht werden – in all seinen Formen. Das ist die Botschaft der Chanukkia, der Kerzen, die wir auf diesem jüdischen Fest anzünden, das sie auszulöschen versuchten. Aber wir weigern uns, aufzuhören.“

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