Toter Wal vor Dänemark: Ist es „Timmy“? Möwen-Ansturm auf Kadaver – neue Details zu Untersuchung

Seit seiner Freilassung fehlt nahezu jedes Lebenszeichen von Buckelwal Timmy. Jetzt wurde vor Dänemark ein toter Wal gesichtet.

Ist der tote Wal vor Dänemark „Timmy“? Tierärztin rückt ein Detail in den  Fokus

Update vom 16. Mai, 9:28 Uhr: Während die Identität des toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt weiter ungeklärt bleibt, verdichten sich die Detailinformationen rund um die Untersuchungen. Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen war persönlich vor Ort, als dem Kadaver eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Diese soll nach Deutschland geschickt werden – wo genau die Analyse stattfinden und womit das Material verglichen werden soll, war zunächst offen.

Neue Zahlen beleuchten zudem das Ausmaß von „Timmys“ Odyssee: Von seiner ersten Sichtung Anfang März bis zum Transport ins offene Meer vergingen rund 60 Tage. Etwa zwei Drittel dieser Zeit verbrachte der Wal in Flachwasserzonen – eine enorme Belastung für das geschwächte Tier. Die Freilassung erfolgte schließlich von einer Bucht der Insel Poel aus, von wo der Wal per geflutetem Lastkahn in die Nordsee gebracht wurde.

Tierärztin reist zu totem Wal

Update vom 15. Mai, 7 Uhr: Der Kadaver des toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt bietet inzwischen ein düsteres Bild: Auf Luftaufnahmen ist zu sehen, wie sich zahlreiche Möwen über das tote Tier hermachen. Der Wal liegt auf dem Rücken, etwa 75 Meter vor der Küste, in hüfttiefem Wasser.

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt,
Toter Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt – noch immer ist unklar, ob es sich um „Timmy“ handelt. © Marcus Golejewski /pictures alliance

Weitere Untersuchungen sind für heute angekündigt. Eine Tierärztin, die an der privaten Transportaktion beteiligt war und den Kadaver bereits am Freitag inspiziert hatte, soll den Wal erneut in Augenschein nehmen – die Begutachtung vom Vortag hatte keine Klarheit über die Identität des Tieres gebracht, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.

Hoffnung auf eine Identifizierung macht ein Detail: Jeder Buckelwal trägt ein individuelles Muster auf seiner Schwanzflosse – vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Journalisten versuchten am Freitagabend, die Fluke mit einer Drohne aus verschiedenen Winkeln aufzunehmen. Das Muster liegt allerdings unter Wasser und ist bislang nicht klar zu erkennen. Gewebeproben wurden bereits entnommen und zur Analyse nach Deutschland geschickt.

Zweifel an der Identität des Tieres hält derweil die Tierschutzorganisation „Stranded no more“ aufrecht: Sie veröffentlichte auf X Videoauswertungen der rechten Brustflosse beider Tiere und kommt zu dem Schluss, dass der tote Wal nicht „Timmy“ sei – der Kadaver weise schwarze Pigmentierungsmarkierungen auf, die beim geretteten Wal nicht vorhanden gewesen seien.

Update vom 15. Mai, 21:15 Uhr: Am Freitagabend war zunächst weiter nicht klar, ob es sich bei dem vor der Insel Anholt (Dänemark) entdeckten Buckelwal um den zuvor mehrfach in der Ostsee gestrandeten Wal „Timmy“ handelt. Eine Identifizierung mittels Fotos der Fluke brachte auf den ersten Blick keine Gewissheit. Livestream-Bilder von News5 aus der Luft ließen keinen zweifelsfreien Schluss zu – vor allem auch, weil die Fluke des toten Tiers offensichtlich teilweise mit Sand bedeckt war.

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt Buckelwal Timmy?
An der dänischen Insel Anholt wurde ein Buckelwal angespült. Ob es sich um den mehrfach an der Ostsee gestrandeten Wal „Timmy“ handelt, war zunächst unklar. © Jonas Walzberg/dpa

Am späten Nachmittag wurde der Kadaver von einer Tierärztin des privaten Helferteams begutachtet, das den Wal in die Nordsee gebracht hatte. Ein klares Ergebnis habe auch diese Begutachtung nicht gebracht, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. „Morgen sollen weitere Untersuchungen erfolgen.“

Update vom 15. Mai, 18:40 Uhr: Um festzustellen, ob es sich bei dem in Dänemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Buckelwal handelt, könnten Bilder behilflich sein. Nach Angaben der privaten Rettungsinitiative, die den Wal in einem Lastschiff Richtung Nordsee gebracht hatte, wurde ein Foto von der großen Schwanzflosse (Fluke) des Tieres gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen solle.

Laut Bild macht eine Tierärztin Fotos vom Kadaver. Im Falle einer erfolgreichen Identifikation per Foto dauere es „im besten Fall nur noch Stunden“, ehe der Wal-Kadaver zugeordnet werden könne, sagte der Meeresbiologe Fabian Ritter gegenüber Bild.

Update vom 15. Mai, 16:07 Uhr: Die dänische Umweltbehörde Miljøstyrelsen hat sich am Freitagnachmittag offiziell geäußert und dabei Zweifel an der Identität des toten Wals vor Anholt geäußert. Laut einer Stellungnahme gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau gibt es keine eindeutigen Merkmale, die bestätigen, dass es sich bei dem Kadaver um den deutschen Buckelwal „Timmy“ handelt.

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt Buckelwal Timmy?
Vor der dänischen Insel Anholt wurde ein lebloser Wal entdeckt. Handelt es sich um den Ostsee-Buckelwal „Timmy“? © Jonas Walzberg/dpa

„Der Wal liegt auf der Seite und ist halb unter Wasser. Es wurden keine deutlichen Kennzeichen beobachtet, die bestätigen können, dass es sich um den Buckelwal handelt, der zuvor in Deutschland gestrandet war und später durch dänische Gewässer transportiert wurde“, so die Behörde. Gleichzeitig schließt Miljøstyrelsen eine Identität mit „Timmy“ ausdrücklich nicht aus.

Gewebeproben wurden entnommen und sollen nun zur weiteren Analyse geschickt werden. Bis Ergebnisse vorliegen, werde es nach Behördenangaben „einige Zeit“ dauern. Derzeit werden keine weiteren Maßnahmen am Fundort ergriffen – der Kadaver verbleibt vorerst rund 75 Meter vor der Küste Anholts auf ein bis zwei Metern Wassertiefe. Die Behörde ruft die Bevölkerung erneut dazu auf, ausreichend Abstand zu halten und sich dem toten Tier nicht zu nähern.

Update vom 15. Mai, 13:46 Uhr: Ob das tote Tier vor der dänischen Insel Anholt der Buckelwal „Timmy“ ist, lässt sich noch immer nicht mit Sicherheit sagen. Morten Abildstrøm von der Naturstyrelsen teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass die Identität des Wals ungeklärt bleibt – zumal kein GPS-Sender an dem Tier gefunden wurde.

Abildstrøm war selbst vor Ort, als dem Meeressäuger eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Das Material soll zur Analyse nach Deutschland gebracht werden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent geht der Behördenvertreter davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Ebenfalls ein Problem: Eine definitive Aussage sei ihm jedoch verwehrt, da das Tier seitlich im Wasser liege und teilweise unter der Oberfläche. Den Angaben zufolge misst das Tier zwölf Meter und treibt etwa 75 Meter vor der Küste Anholts. Die Umweltbehörde Miljøstyrelsen geht davon aus, dass der Wal schon seit geraumer Zeit verendet ist.

Offen bleibt zudem, ob der GPS-Sender überhaupt je montiert wurde. Die private Rettungsinitiative hatte behauptet, das Gerät vor der Freilassung am 2. Mai an der Rückenfinne befestigt zu haben – eine unabhängige Bestätigung existiert nicht. Seitdem ist vollständige Funkstille: Ortungsdaten liefert der Sender keine mehr.

Update vom 15. Mai, 12:10 Uhr: Noch immer ist unklar, ob es sich bei dem toten Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt um „Timmy“ handelt. Die dänischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass es höchstwahrscheinlich das zuvor in Deutschland gestrandete Tier ist. Eine Karte zeigt seinen mutmaßlich letzten Weg.

Update vom 15. Mai, 11:18 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich persönlich zu dem toten Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt geäußert. Sein Ministerium stehe seit der Nacht in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium sowie der dänischen Umweltbehörde. „Ziel ist es, zu erfahren, ob es sich bei dem toten Wal um das Tier handelt, das zuvor mehrfach in der Wismarbucht gestrandet war“, so Backhaus. Mit schnellen Ergebnissen rechne er jedoch nicht – auch wegen der schwierigen Erreichbarkeit der Insel.

Ist der tote Wal vor Dänemark „Timmy“? Minister Backhaus will Klarheit.
Ist der tote Wal vor Dänemark „Timmy“? Minister Backhaus will Klarheit – und warnt. © OPSLAGSTAVLEN ANHOLT/Facebook + dpa | Hendrik Schmidt (Montage)

Gleichzeitig warnte Backhaus davor, „in den sogenannten sozialen Medien Verschwörungstheorien“ zu verbreiten oder solchen aufzusitzen. Sobald gesicherte Neuigkeiten vorlägen, werde das Ministerium die Öffentlichkeit umgehend informieren.

Gestrandeter Wal in Dänemark „höchstwahrscheinlich ‚Timmy‘“

Update vom 15. Mai, 10:15 Uhr: Gegenüber dem dänischen Sender DRTV haben die dänischen Behörden eine Vermutung zum toten Wal geäußert. Behörden-Aufseher Morten Abildstrøm sagte: „Sowohl die deutschen als auch die dänischen Forscher, mit denen ich gesprochen habe, glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um den Buckelwal ‚Timmy‘ handelt.“ Abildstrøm will untersuchen, ob der Wal mit dem Sender versehen ist, den „Timmy“ von den deutschen Behörden angebracht bekommen hatte. Die dänischen Behörden gehen davon aus, dass der Wal schon seit einiger Zeit tot ist.

Update vom 15. Mai, 10:07 Uhr: Während die Identität des toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt noch ungeklärt ist, rückt der Umgang dänischer Behörden mit Walstrandungen in den Fokus. Grundlage ist ein Bereitschaftsplan der Umweltbehörde Miljøstyrelsen aus dem Jahr 2024: „Walstrandungen werden als ein natürlicher Teil des Gangs der Natur betrachtet, der nicht durch menschliche Eingriffe gestört werden sollte.“ Rettungsversuche sollen demnach grundsätzlich unterbleiben – das Töten kranker Tiere ist allenfalls bei Walen bis zu etwa vier Metern Länge möglich. Ausgewachsene Buckelwale sind in der Regel mehr als dreimal so groß.

Walstrandungen sind in Dänemark kein neues Phänomen. Anfang des Jahres strandeten mehrere bereits verendete Pottwale; einer wurde obduziert und als verhungert identifiziert – Fischernetze hatten seine Speiseröhre blockiert. Im Frühjahr 2025 verendete ein Buckelwal nahe Aarhus. Bereits im Sommer 2024 war ein toter Buckelwal auf Bornholm angespült worden und sorgte Monate später für einen skurrilen Fund: Strandreiniger entdeckten nahe Snogebæk einen anderthalb Meter langen Walpenis, der mutmaßlich zu dem Tier gehörte.

Update vom 15. Mai, 8:57 Uhr: Wochenlang sorgte „Timmy“ in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen. Doch seit der Freilassung des Buckelwals in der Ostsee am 2. Mai 2026 gibt es offene Fragen und viel Streit um den GPS-Sender, den die verantwortliche Privatinitiative vor dem Transport angebracht haben will. Öffentliche Daten kamen nie. Knapp zwei Wochen Funkstille – und niemand weiß, wo der Wal ist. „Unsere Juristen prüfen rechtliche Schritte“, erklärte mittlerweile eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern. Kommende Woche will das Ministerium entscheiden, wie es gegen die Privatinitiative vorgehen wird, die den Transport des Wals per Lastkahn von der Insel Poel organisiert hatte.

Update vom 15. Mai, 8:05 Uhr: Auch das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern befasst sich mit dem toten Wal, der vor der dänischen Insel Anholt treibt. Ob von der Behörde jemand oder Umweltminister Till Backhaus (SPD) selbst Richtung Anholt fahren werde, sei zunächst unklar, erklärte ein Sprecher am Freitagmorgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Das solle im Laufe des Vormittags besprochen und entschieden werden.

Der Sprecher vermutete, dass es keine schnelle Identifizierung des Tieres geben werde. „Ich gehe davon aus, dass am Vormittag das Rätsel noch nicht gelöst wird.“ Die Insel Anholt liegt mitten im Kattegat, dem Gewässer zwischen Dänemark und Schweden. Den Angaben zufolge fährt nur einmal am Tag eine Fähre auf die Insel.

Update vom 15. Mai, 6:21 Uhr: Über Wochen beschäftigte ganz Deutschland das Schicksal des Buckelwals „Timmy“. Mehrfach strandete er in der Ostsee. Schließlich gelang es einer privaten Initiative, das Tier mit einer Barge ins offene Meer zu bringen. Dort wurde „Timmy“ freigelassen – in der Hoffnung, er könne so zurück in gewohntes Areal finden und überleben. Doch der Fund eines toten Buckelwals vor der Insel Anholm in Dänemark könnte nun traurige Gewissheit bringen, dass dieser Plan womöglich keinen dauerhaften Erfolg hatte.

Toter Wal vor dänischer Insel angespült: Behörde mit dringender Warnung

Nach Angaben der dänischen Behörden soll das tote Tier gegen Mittag untersucht werden, berichten mehrere dänische Medien übereinstimmend. Laut Ekstra Bladet sei geplant, bei Niedrigwasser zu dem toten Wal zu gelangen und eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Unterdessen warnt die dänische Umweltschutzbehörde dem Bericht zufolge Schaulustige dringend, sich selbst dem toten Wal zu nähern. Der Kadaver könne Krankheiten übertragen, die auf den Menschen übertragbar sind. Zudem bestehe Explosionsgefahr, da sich im Inneren des toten Wals Gas ansammelt.

Ist es „Timmy“? Toter Buckelwal strandet vor der dänischen Insel Anholt

Erstmeldung vom 14. Mai: Vor der dänischen Insel Anholt wurde ein toter Wal gesichtet. Experten gehen davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Ob das Tier mit dem mehrfach gestrandeten Wal aus Deutschland identisch ist, bleibt vorerst ungeklärt. Das Rätsel um Buckelwal Timmy könnte eine letzte Wendung nehmen, denn wo sich der Buckelwal aufhält, der Deutschland wochenlang in Atem hielt, weiß niemand. Timmys Tracker liefert schon Tage keine Daten mehr.

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