Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Todes eines Jungen (4) im Freibad – war es nur Ertrinken oder steckt noch mehr Geheimnis dahinter?

Im Freibad am Willersinn-Weiher in Ludwigshafen starb am Pfingstsonntag ein Junge (4)

Foto: Michael Ruffler

Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) – Er ertrank im Nichtschimmerbecken: Am Pfingstsonntag starb ein 4-jähriger Junge im Freibad am Willersinn-Weiher. Während dort der Betrieb am Dienstag wieder normal lief, ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankenthal zu der Tragödie. Sie hat die Obduktion des Leichnams angeordnet.

Laut Polizei hatte ein Badegast das leblose Kind im kombinierten Lehr- und Nichtschwimmerbecken entdeckt, es aus dem Wasser gezogen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimation starb der 4-Jährige im Krankenhaus.

Auf BILD-Anfrage erklärt die Stadt Ludwigshafen als Betreiberin des Schwimmbades: „Das Team des Freibades und mit ihm die gesamte Stadtverwaltung sind erschüttert über den tragischen Todesfall vom Sonntag. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie des Kindes.“

Stammgästen ist Bad oft zu voll

Wurde der Ansturm am ersten echten Sommerwochenende dem Kind zum Verhängnis? Eine regelmäßige Besucherin erklärt der BILD-Reporterin vor Ort, warum sie und viele andere „Frühschwimmer“ an heißen Tagen morgens ins Bad gehen und es nachmittags meiden: „Es ist dann oft überfüllt. Man sieht dann kaum noch Wasser, nur noch Köpfe.“

Ein Schild am Eingang des Freibades weist Eltern auf ihre Aufsichtspflicht hin

Foto: Michael Ruffler

Für die Bademeister wird es dann zwar anspruchsvoll, trotzdem könnten sie die Übersicht behalten, sagt Michael Schreiner, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz des Bundesverbands deutscher Schwimmmeister, auf BILD-Anfrage: „Nach einer dreijährigen Ausbildung sind wir Schwimmmeister gut ausgebildet und können in der Regel den Überblick trotzdem behalten. Wenn ein Bad allerdings komplett überfüllt wäre und nicht genug Personal vor Ort wäre, dann könnte es in Einzelsituationen kritisch werden. Aber in der Regel sind wir Schwimmmeister genau für diese Situationen ausgebildet.“

Sieben Badetote am Pfingstwochenende

Doch der Vierjährige aus Ludwigshafen ist nicht der einzige Badetote des warmen Pfingstwochenendes. Insgesamt kamen in Freibädern, Seen und Flüssen sieben Menschen ums Leben. Im ostfriesischen Marienhafe zogen Taucher ein Mädchen (13) tot aus einem Kiessee, in Hasbergen (Niedersachsen) verunglückte ein 34-Jähriger bei einem Badeunfall an einem abgelegenen Privatsee. Ein 40-Jähriger starb im Kahler See in Kahl am Main (Bayern).

Tipps zum sicheren Baden – Infografik

Schon am Samstag ertrank ein 14-Jähriger in der Ruhr bei Essen (NRW) und ein Schüler (11) in einem Schwimmbad in Birlenbach (Rheinland-Pfalz). In der Nacht zu Montag ging ein 33-Jähriger in der Elbe bei Magdeburg unter. Seine Leiche wurde am folgenden Nachmittag geborgen.

Um die Todesumstände des 4-Jährigen aufzuklären, sucht die Polizei Ludwigshafen weiterhin Zeugen. Das Hinweistelefon hat die Nummer 0621-96 32 33 12. Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz: „Zur Klärung der Todesursache soll der Leichnam obduziert werden.“

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker