Sie werden ABSOLUT SCHOCKIERT sein, was neue Tracker-Daten über Buckelwal Timmy enthüllen sollen — und wie lange er nach seiner Freilassung noch gelebt haben könnte

Wal-Aktivist aus Rettungsinitiative nennt neue Tracker-Details: Wie lange „Timmy” noch gelebt haben soll

Eine private Initiative wollte den gestrandeten Buckelwal „Timmy“ retten. Doch das Tier starb. Jetzt kommen neue Einzelheiten ans Licht.

München – Über Wochen wurde das Schicksal des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Mehrfach lag „Timmy“ auf Sandbänken fest. Das Tier konnte sich zwar mit menschlicher Hilfe befreien, steckte aber am Ende wieder fest.

Ein toter Wal im Wasser vor der dänischen Insel Anholt
Buckelwal „Timmy“ starb wenige Tage nach einem umstrittenen Rettungsversuch einer privaten Initiative. © Marcus Golejewski/dpa

Über den Umgang mit der misslichen Lage des Buckelwals stritten Experten, Behörden und weitere Beteiligte. Eine private Initiative finanzierte eine teure Rettungsaktion und ließ „Timmy“ mit einer Barge in die Nordsee bringen. Dort sollte er freigelassen werden und sich wieder erholen. Doch inzwischen steht fest: Die Mission endete tragisch, der Buckelwal ist tot.

Wal-Drama um „Timmy“: Mitglied aus Wal-Retterteam nennt neue Details zum Tracker

Der Kadaver von „Timmy“, der übrigens entgegen erster Erkenntnisse ein Weibchen ist, wurde in Dänemark angespült. Doch was geschah davor in den Stunden nach seiner Freilassung? Jetzt hat sich Jeffrey Foster vom Wal-Retterteam zu Wort gemeldet. Der umstrittene Aktivist des Whale Sanctuary Project nannte Details zum Tracker, der an „Timmy“ angebracht wurde.

Das Gerät sollte helfen, den Weg des Buckelwals nach seiner Freilassung verfolgen zu können. Vertreter der Rettungsinitiative legten bislang so gut wie keine Daten vor, der Tracker habe nicht funktioniert wie geplant, hieß es. Dagegen behauptet Foster nun, das Gerät an „Timmy“ habe doch einige Signale gesendet.

Wal-Aktivist Foster: An diesem Tag sendete der Tracker an „Timmy“ letztes Lebenszeichen – es bleiben offene Fragen

„Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen mithilfe des CLS-Satelliten-Trackers auf“, sagte der US-Amerikaner der Bild. „Die Daten zeigen, dass der Wal mehr als 150 Meilen (ca. 241 Kilometer) vom Standpunkt seiner Freilassung gereist ist.“ Dem Wal-Aktivisten zufolge sei „Timmy“ zumindest einmal 150 Meter abgetaucht, außerdem habe er mehrere Male bis zu 50 Meter Tauchstrecke hinter sich gebracht.

Rehabilitation Coordinator Jeffrey Foster
Jeffrey Foster, bekannt durch seine Rolle bei der Rückführung von Orca Keiko, wurde als Meeressäuger-Experte in das Rettungsteam für Buckelwal „Timmy“ berufen. © IMAGO / whalesanctuaryproject.org

Doch die Ausführungen des Aktivisten lassen einige Fragen offen. Foster spricht nicht über exakte Positionen oder eine Route des Wals. Auch erklärt er nicht, wie ihm der Empfang der Daten des Trackers gelungen sei. Dennoch sagt der US-Amerikaner, dass „Timmy“ laut Trackerdaten am 8. Mai ein letztes Lebenszeichen gesendet habe. Der tote Körper des Buckelwals wurde am 14. Mai vor der dänischen Insel Anholt von Urlaubern entdeckt. Auch der Tracker wurde dort aufgefunden.

Nach Angaben von Foster wurde ein Splash 10-F-296 der Firma Wildlife Computers an „Timmy“ angebracht. Das Gerät wurde laut Hersteller-Website „zur Verfolgung vertikaler und horizontaler Bewegungen von frei lebenden Meerestieren entwickelt“.

Toter Buckelwal „Timmy“: Obduktion erfolgt kommende Woche und soll Todesursache klären

Fest steht: Eine unabhängige Überprüfung von Fosters Aussagen ist nicht möglich. Indes wird am kommenden Donnerstag (4. Juni) der Kadaver des Buckelwals genauer untersucht. „Die Obduktion wird am Nachmittag beginnen und etwa sechs Stunden dauern“, kündigte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an. „Jetzt werden sich Tierärzte und Experten um die Untersuchung des Wals kümmern.“

Zuvor hatte ein Unimog-Fahrzeug den aufgeblähten Walkadaver mit einem Seil aus dem flachen Wasser an den Strand gezogen. Laut Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet, wolle man vor allen Dingen die Todesursache von „Timmy“ herausfinden: „Denn in der Diskussion ging es ja viel darum, ob der Wal gerettet werden konnte oder nicht.“

Ein toter Wal wird von einem Unimog-Fahrzeug an Land der dänischen Insel Anholt gezogen
Der tote Wal „Timmy“ wurde an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. © Marcus Golejewski/dpa

Der renommierte Forscher hat eine klare Vermutung: „Das war ganz offensichtlich ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte, und man hätte es einfach in Frieden lassen sollen.“ Ob sich diese These am Donnerstag durch die Obduktion bestätigt, bleibt abzuwarten.

Wal-Experte kritisiert Rettungsaktion als „reine Tierquälerei“ und hat klare Vermutung

Wal-Experte Madsen kritisierte den Rettungsversuch der privaten Initiative, die mit einer Aktion in Dänemark für Ärger sorgte, unterdessen scharf. Man habe ein Tier, das noch nie in Gefangenschaft gelebt habe, tagelang in einer Metallkiste eingesperrt über das Meer bugsiert. „Es wurde von den Wellen hin und her geschmissen, dem Lärm der Motoren ausgesetzt, um dann einfach ins Meer gekippt zu werden – das muss höllisch stressig und beängstigend für das Tier gewesen sein.“ Aus der Sicht des Forschers von der Universität Aarhus war es „reine Tierquälerei“.

Madsen hofft derweil auf ein Umdenken, insbesondere in Bezug auf den Einsatz von Fischernetzen in der Ostsee. „Bei vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark haben Fischernetze nachweislich eine Rolle bei ihrem Tod gespielt“, erklärt Madsen. Zudem seien diese möglicherweise auch bei den beiden anderen Tieren todesursächlich gewesen, es sei nur nicht mit Sicherheit zu sagen.

Die klare Forderung des Wal-Experten: „Wir sollten uns darüber freuen, dass wir wieder mehr Buckelwale in der Ostsee sehen. Aber anstatt so viele Ressourcen auf den Versuch zu verwenden, ein einzelnes Tier zu retten, sollten wir dafür sorgen, dass Tiere nicht in solche Situationen geraten.“ (Quellen: Bild, dpa) (kh

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker