SCHOCK IM FALL FABIAN (8): Gina H. soll gegoogelt haben, ob Wildschweine tote Menschen fressen – die Enthüllung sorgt im Gericht für Entsetzen
Prozess um Tod von 8-jährigem Fabian:Gina H. fragte Google, ob Wildschweine tote Menschen fressen
Gina H. (30) am zehnten Prozesstag
Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Zehnter Prozesstag um den brutalen Mord an dem kleinen Fabian (†8) in Rostock. Ein Kriminalbeamter hatte die Handydaten von Gina H. ausgewertet. Am Morgen nach dem Tod von Fabian googelte Gina H., ob Wildschweine tote Menschen fressen. Zuvor hatte sie nach „Polizei“ und „Polizei news“ in der Suchmaschine gesucht.
Der Vater trennte sich einen Tag vor dem Verschwinden von Gina H. Die soll eifersüchtig gewesen sein und gehofft haben, die Beziehung zu Matthias R. retten zu können. Acht Wochen später sind beide wieder ein Paar.
-
Video: Auffällige Sprachnachrichten
Reporter Johannes Schmitz beim Prozess um den ermordeten Fabian.
Related Articles10. Prozesstag in Rostock:Warum hält Fabians Vater zur Angeklagten?
Quelle: BILD -
-
Prozess bis 12 Uhr unterbrochen
Die PowerPoint-Präsentation des Kripo-Beamten ist voller Daten und Nachrichten. Das Gericht legt nach der Flut an Informationen eine kurze Pause ein. Der Prozess soll um 12 Uhr weitergehen.
-
Angeklagte wirkt angespannt
Gina H. verschränkt während der Präsentation die Arme und liest die Präsentation mit. Zwischendurch flüstert sie ihren Anwälten immer mal wieder etwas zu.
-
Google-Suche „fressen Wildschweine tote Menschen“
Am Tag nach Fabians Ermordung googelt sie am Morgen um 8.01 Uhr „fressen Wildschweine Menschen“ und „fressen Wildschweine tote Menschen“, so der Kripobamte.
-
Ungewöhnliche Online-Suche
Um 16.11 Uhr sucht sie nach „Polizei“. Um 19.11 Uhr sucht sie über die Google-App „Polizei“ und „Polizei infos aktuell“ und ruft „Pressemitteilungen – Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern“ auf. Sie sucht weiter nach „Polizei news aktuell“ und ruft verschiedene Seiten dazu auf.
-
Am 10. Oktober schaltete sie Handy aus
Dann berichtet der Kipo-Beamte von einer ungewöhnlichen Beobachtung. Just am 10. Oktober, dem Tag von Fabians Ermordung, schaltet Gina H. zwischen 11.22 und 12.42 Uhr ihr Smartphone aus. Das ist ein besonderes Ereignis, weil die Angeklagte das nie macht, so der Beamte. Sie hat es aktiv ausgeschaltet, der Akku war voll aufgeladen.
-
Ließ ChatGPT Testament verfassen
Noch am selben Tag um 20.45 Uhr, lässt sie sich von ChatGPT ein Testament verfassen: Mit 17 Jahren soll ihr Sohn ihr Auto bekommen. Anschließend blockiert sie Fabians Vater. Um 21.32 Uhr kauft sie eine Testsamentsvorlage für 15 Euro.
-
Gina H. schrieb Fabians Vater: „Wünschte, ich wäre tot“
Am Tag nach der Trennung von Fabians Vater beginnt Gina H. mit einer Onlinerecherche mit den Schlagwörtern „Testament aufsetzen, Testament schreiben ohne Notar, online Testament verfassen“.
Sie schrieb dann Fabians Vater: „Du bist der Mann, der mein Innerstes berührt hat wie kein anderer. Der Mann, für den ich alles gegeben hätte. Der Mann, für den ich kämpfen wollte, wenn es mich alles gekostet hätte. Ich wünschte, ich wäre endlich tot.“
-
300.000 Interaktionen mit Handy
Als nächster Zeuge tritt der Kriminalbeamte auf, der die Daten vom Mobiltelefon von Gina H. ausgewertet hat. Laut seiner Aussage nutzte die Angeklagte das Gerät sehr intensiv. Im Untersuchungszeitraum habe es 300.000 Interaktionen mit dem Gerät gegeben. Hauptsächlich habe sie Sprachnachrichten verfasst. Er präsentiert die Auswertung in einer PowerPoint-Präsentation.
-
Zeuge wird entlassen
Erik W. steht auf und geht. Dabei geht er einmal an der Angeklagten vorbei. Die beiden schauen sich nicht an und wechseln keine Blicke.
-
Frage nach Auto von Gina H.
Dann folgte eine brisante Frage der Anwältin an Erik W.: „Sie sind Kfz-Mechatroniker, kennen Sie das Auto von Frau H.“?
Erik W.: „Nein, sie hatte mich mal etwas gefragt, aber nein.“ In seiner Werkstatt sei das Fahrzeug nie gewesen.
Die Frage war insofern von Bedeutung, als das Fahrzeug von Gina H. just im Zeitraum des Mordes an Fabian keine Daten aufgezeichnet hatte. Der Gutachter konnte sich das bei seiner Vernehmung nicht erklären.
Die Rechtsanwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha
Foto: Fabian Matzerath/BILD -
Anwältin von Fabians Mutter hat noch Fragen
Die Anwältin von Fabians Mutter hat aber noch Fragen an Erik W.: „Als sie sich vor drei Jahren wiedergefunden haben und wieder Kontakt hatten, hat sie Ihnen da etwas über die Partnerschaft mit dem Kindesvater ihres Kindes erzählt?“
Zeuge. „Dass sie keinen Kontakt hat.“
Die Nebenklägerin: „Hat sie etwas über Gewalttätigkeiten in dieser Beziehung erzählt?“
„Ja, weil es daran gescheitert ist.“
-
Richter kommt das spanisch vor
Damals habe er sich keine Gedanken über solche Dinge wie DNA-Spuren auf Wasserleichen oder Brandleichen gemacht, so der Zeuge. Dem Richter kommt das aber sehr auffällig vor: „Das kommt so aus dem Nichts, dass Gina H. von Brand und Wasserleichen spricht. Wurde darüber nochmal gesprochen?“ Zeuge: „Nein, mehr weiß ich darüber nicht.“ Der Richter hat nun keine weiteren Fragen mehr an Erik W.
-
„Wasserleichen haben keine DNA-Spuren“
Jetzt wird eine Sprachnachricht von Erik W. an Gina H. abgespielt. Sie entstand nach dem Fund von Fabians Leiche: „Da stellt sich die Frage, was da passiert ist? Ist er reingestolpert, reingefallen, wurde reingeschmissen? Oh man, naja.“ Gina H. antwortete: „Tja das wird man nie erfahren tatsächlich, ne. Weil Wasserleichen haben keine DNA-Spuren (lacht). Auch keine Brandleichen, die werden auch wenig DNA-Spuren haben, das ist leider so.“
Gina H. versteckte ihr Gesicht auch am Dienstag wieder hinter einem Aktendeckel
Foto: michael körner -
Fabians Mutter regungslos bei Sprachnachrichten
Fabians Mutter Dorina L. sitzt während der gesamten Vernehmung des Zeugen aufrecht und nimmt die Aussagen und Sprachnachrichten regungslos zur Kenntnis.
Foto: michael körner -
Erik W. über Leichenfund
Erik W. schildert, wie Gina H. ihm vom Leichenfund berichtete. „Sie erzählte mir, dass sie spazieren war mit einem Kumpel und der Hund Fabian entdeckt hätte: Der hat gebellt und dann sind sie hin und haben Fabian gefunden. Sie sagte, er sah schrecklich aus, und dann habe ich das Gespräch schnellstmöglich beendet und bin weg.“
-
Leiche genau dort, wo laut Gina H. Fabian nie gewesen sei
Der Richter lässt immer mehr Sprachnachrichten von Gina H. an Erik W. abspielen.
Besonders sticht die Sprachnachricht vom 13. Oktober, 15.15 Uhr, hervor: „Ja, das mag bei euch so sein, aber Fabian ist in seinem Leben noch nie hier irgendwo im Wald gewesen, nicht mal wo er kleiner war. Vor allem nicht zwischen Zehna und Breesen. Der ist auch noch nie Bus gefahren, totaler Bullshit. Fabian war in den Sommerferien zuletzt hier, da war er einen Tag da.“
Einen Tag später fand Gina H. die Leiche von Fabian in dem Wald, genau dort, wo das Kind laut ihrer Aussage noch nie gewesen sei.
-
Richter hilft Zeugen immer wieder auf die Sprünge
Erik W. will sich immer wieder nicht erinnern können. Der Richter hilft ihm abermals auf die Sprünge, mit einer Sprachnachricht von Gina H. an ihn: „Ich hab mich immer bemüht, Fabian so gut es geht auf die richtigen Spuren zu bringen. Wenn ich mit ihm alleine war, hat es gut funktioniert. Fabian ist kein einfaches Kind und der hat viel Mist gemacht und betrieben. Viele Probleme gemacht in meiner Beziehung. Aber naja, da will ich ihm nicht so einen großen Vorwurf machen.“
Zeuge: „Soweit ich weiß, wohnt der Verlobte an dem See, wo die Spürhunde waren. Damals habe ich Gina gefragt, ob sie was Genaueres dazu weiß, weil die Medien berichtet haben.“
Richter: „Können Sie sich noch an die Antwort erinnern?“
Zeuge: „Irgendwas mit Wasserleichen, dass die keine DNA-Spuren haben. Den genauen Wortlaut kann ich nicht wiedergeben.“
-
War Gina H. eifersüchtig auf Fabians Mutter?
Der Richter konfrontiert Erik W. mit einer Sprachnachricht vom 12.10. um 20:56 Uhr von Gina H.: „Es sind jetzt einige Dinge rausgekommen von Dorinas Seite. Die wird richtig Probleme kriegen mit dem Jugendamt und der Polizei. Es kommen jetzt Dinge raus, dass sie ihn nachts alleine gelassen hat und feiern gegangen ist, statt bei ihm zu bleiben. Stockbesoffen nachhause gekommen ist, naja…“
Richter: War Gina H. eifersüchtig auf Frau L.?
Zeuge: „Wüsste ich jetzt nicht.“
-
Zeuge weicht immer wieder aus
Richter: „Wie hat sich Frau H. darüber geäußert, wie es bei Fabian zu Hause so war? Es gingen ja diverse Mutmaßungen im Internet herum, vor allem, warum Fabian weg war.“
Zeuge: „Ich weiß nur, dass Fabian ja schon lange keinen Kontakt mehr zu Matthias hatte.“
Richter: „Wie hat sie über Frau L. gesprochen, Fabians Mutter?
Zeuge: „Das kann ich auch nicht beantworten, das weiß ich auch nicht mehr.“
-
Richter hakt jetzt nach
Der Richter hakt weiter nach: „Wenige Tage später wurde Fabian gefunden. Können Sie sich erinnern, wie Frau H. sich verhalten hat? War sie an der Suche beteiligt, was hat sie berichtet?“ Zeuge kann sich nicht erinnern.
-
Brisante Nachricht vom 12. Oktober
Die nächste Nachricht vom 12. Oktober um 20.54 Uhr ist noch brisanter: „Also kann der Bengel schon seit morgens weg sein, seitdem sie aus dem Haus gegangen ist oder wat? Oah ist das alles schlimm. Schade um den Bengel. Er hat dir zahlreiche Steine in den Weg gelegt in der Beziehung, aber der hat es glaube auch nicht einfach zuhause.“
-
„Wie viel Ärger er dir eingebracht hat“
Der Richter hakt nach. Er will wissen, was Erik W. damals mit dem Satz meinte, „wieviel Ärger er dir eingebracht hat“. Der Zeuge erklärt, dass er damit die Streitigkeiten meinte, die Fabian zwischen Angeklagter und Vater ausgelöst hat.
-
Richter lässt Sprachnachrichten abspielen
Es werden Sprachnachrichten abgespielt, die Erik W. während der Zeit der Suche nach Fabian an Gina H. geschickt hat. Die erste Nachricht: „Guten Morgen. (…) ist voll, wegen diesem Bengel, wa? Den finden sie nicht mehr wieder.“ Dann die zweite Nachricht: „Ja gut, das stimmt, da geb ich Dir recht. Aber, ja. So hart es klingt von mir, ist aber nicht deine Sorge, ne? Du weißt selber, wie viel Ärger der Dir eingebracht hat. Da haben sich jetzt Mutter und Vater drum zu kümmern. Trotzdem ist das alles nicht schön, dass das so…“
-
Zeuge erfuhr über Social Media über Fabians Verschwinden
Er habe über Social Media von Fabians Verschwinden erfahren. Erik W.: „Da ich wusste, dass Frau H. ihn kannte, habe ich immer mal wieder nachgefragt, was es Neues gibt.“ Er sei dann auch einmal selbst losgezogen, ob er etwas entdecken würde, weil das Verschwinden in der Nähe seines Wohnortes geschah.
-
Zeuge berichtet über Verhältnis von Gina H. zu Fabian
Der Richter fragt: „Was hat sie über Fabian berichtet, über ihr Verhältnis zu ihm?“
Erik W.: „Eigentlich hat sie erzählt, dass sie ein gutes Verhältnis zu ihm hatte. Ein, zwei Streitigkeiten seien von ihm ausgegangen, aber an sich sei das Verhältnis gut gewesen. Was das für Streitigkeiten waren, sagte sie auf Nachfrage nie. Gina und ich hatten in den letzten drei Jahren ein bis zwei Mal die Woche Kontakt über WhatsApp.“
-
Gina H. erzählte von Streitigkeiten mit Fabians Vater
Der Richter möchte von Erik W. wissen, was Gina H. über ihren Freund, Fabians Vater, erzählt hatte. Viel sei das laut Erik W. nicht gewesen. Ab und an habe sie von kleinen Streitigkeiten berichtet. Es gab immer Meinungsverschiedenheiten, aber auf Nachfrage, was denn los sei, habe Gina H. immer gesagt, dass sie nicht darüber reden wolle. Ansonsten ging es eher nicht um Beziehungssachen. Mit Matthias R., Fabians Vater, hatte und hat er keinen Kontakt.
-
Zeuge kannte Fabian aus Erzählungen von Gina H.
Fabian kannte Erik W. nicht und hat ihn nie kennengelernt. Er wusste nur aus Erzählungen von Gina H., dass er der Sohn ihres Freundes sei, mehr nicht.
-
Erik W. hatte regelmäßigen Kontakt
Danach gab es viele Jahre keinen Kontakt, dann immer mal wieder über Social Media vor etwa drei Jahren. Es ist eine Bekanntschaft mit regelmäßigem Kontakt.
-
Zeuge und Gina H. gingen zusammen zur Schule
Der Zeuge Erik W. und die Angeklagte sind zusammen auf einer Schule gewesen. Sie hat dann eine Ausbildung in Güstrow gemacht, er in einem Autohof. Damals hat man sich immer mal gesehen.
-
Richter gibt Prozessprogramm bekannt
Richter Holger Schütt kündigt das heutige Programm an: Der Prozesstag soll kürzer sein als bislang gewohnt. Zeuge Erik W., der Bekannte von Gina H., und ein Polizeibeamter, der die Mobiltelefone ausgewertet hat, werden heute aussagen. Der Zeuge nimmt Platz.
-
Richter begrüßt Fabians Mutter
Richter Holger Schütt betritt nun den Prozesssaal und eröffnet die Verhandlung. Zunächst begrüßt er Fabians Mutter, Dorina L. Gina H. liest in ihrer Mappe, ihr Blick ist gesenkt.
-
Gina H. betritt den Saal
Gina H. betritt den Gerichtssaal, wieder mit der roten Mappe vor dem Gesicht. Sie setzt sich zwischen ihre Anwälte Andreas Ohm und Thomas Löcker. Ihr gegenüber sitzt Fabians Mutter Dorina L.
-
Fabians Mutter ist bereits da
Kurz vor Prozessbeginn ist der Zuschauerraum voll. Fabians Mutter, Dorina L., und ihre Anwältin Christine Habetha sind bereits da und bislang die einzigen Prozessbeteiligten, die Platz genommen haben.
-
Schlange beim Einlass
Auch am zehnten Prozesstag ist das Interesse ungebrochen. Eine Stunde vor Beginn hat sich eine Schlange am Eingang des Gerichts gebildet. Rund 40 Personen warten vor dem Gerichtssaal.
-
Verhandlung beendet
Der Prozesstag wird beendet. Die Hauptverhandlung wird am 09.06. fortgesetzt.
-
-




