Riesige Lawine in Südtirol verschüttet zehn Personen: Mehrere Touristen betroffen, darunter auch Deutsche
In einem beliebten Urlaubsgebiet sind am Samstagmittag (21. März) mehrere Menschen von einer Lawine erfasst worden. Für drei Menschen kommt jede Hilfe zu spät.
Update vom 23. März, 8:56 Uhr: Mehrere Skitourengruppen sind am Samstag (21. März) in Südtirol von einer Lawine erfasst worden. Mindestens zehn Menschen wurden mitgerissen. Wie Rai News berichtet, gibt es jetzt ein drittes Todesopfer. Eine junge Italienerin (1999 geboren), die zuvor schwer verletzt in ein Krankenhaus in Innsbruck eingeliefert worden war, ist jetzt an den Folgen der Verletzungen gestorben. Auch ein 62-jähriger Bergführer und ein 56-Jähriger sind bei dem Lawinen-Abgang ums Leben gekommen.

Lawine erfasst zahlreiche Menschen: Neue Details zu den Opfern
Update vom 22. März, 9:33 Uhr: Zwei Tote, drei Schwerverletzte, zwei Leichtverletzte. Das ist die bittere Bilanz einer großen Lawine, die am Samstag in Südtirol abging. Jetzt sind weitere Details zu den Opfern bekannt. Schon am Samstag wurde bekannt, dass es sich bei den beiden Toten um einen 62-jährigen Bergführer und einen 56-Jährigen handelt, die beide aus dem italienischen Ridanna stammen. Laut Rai News handelt es sich bei den Schwerstverletzten um eine 26-jährige Frau aus Brescia sowie einen deutschen und einen österreichischen Touristen. Auch die beiden Leichtverletzten sind demnach deutsche Staatsbürger.
Update vom 21. März, 20:15 Uhr: Im Südtiroler Ridnauntal hat eine Lawine am Samstagvormittag mehrere Skitourengruppen erfasst. Mindestens zehn Personen wurden von den Schneemassen mitgerissen, insgesamt sollen 25 Personen beteiligt gewesen sein. Mehr als 80 Bergretter suchten nach den Verschütteten. Für zwei Alpinisten kam jede Hilfe zu spät.
Nun steht die Identität der beiden Todesopfer fest: Bei ihnen handelt es sich um einen 62-jährigen Bergführer aus Ridnaun sowie einen 56-jährigen Mann, ebenfalls aus Ridnaun, der zuletzt aber in Österreich wohnhaft war, wie Rai Südtirol berichtet. Neben den drei Schwerverletzten kamen zwei weitere Tourengeher mit leichten Verletzungen davon. Unter den Schwerverletzten befindet sich eine Frau aus Brescia, die in ein Krankenhaus nach Innsbruck geflogen wurde. Sie soll sich laut Tiroler Tageszeitung in kritischem Zustand befinden.
Erstmeldung vom 21. März, 16:20 Uhr: Kurz vor Mittag ging der Alarm bei der Bergrettung Südtirol ein. Im Ridnauntal ist eine gewaltige Lawine losgebrochen. Zehn Personen sollen von den Schneemassen auf etwa 2400 Metern Meereshöhe begraben worden sein. Bestätigt wurde die Zahl der Verschütteten bisher aber nicht.
Wie der Corriere dell‘Alto Adige berichtet, kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Drei weitere Personen erlitten schwere Verletzungen. Die Suche nach weiteren Opfern läuft auf Hochtouren.
Heerschar an Bergrettern im Einsatz: Riesige Lawine in Südtirol verschüttet mehrere Alpinisten
Laut Rai Südtirol sind mindestens 80 Bergretter sowie sechs Rettungshubschrauber aus Südtirol und Tirol im Einsatz, um nach den Verschütteten zu suchen. Zum genauen Unglücksort lagen zunächst unterschiedliche Angaben vor. Es soll sich um mehrere Skitourengruppen handeln, die zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs im betroffenen Gebiet nahe der Rudererspitze unterwegs waren. Angaben der italienischen Bergwacht zufolge sei die Lawine an der Hohen Ferse abgegangen. Stol.it berichtet unter Berufung auf den Landesnotruf von 25 involvierten Personen oberhalb der Gewinges Alm.
Alle zehn Skitourengeher trugen laut ersten Meldungen des Corriere zufolge ein ARTVA-Gerät – einen Lawinenverschüttetensuchsender, der die Ortung unter den Schneemassen erheblich erleichtert. Für die Überlebenschancen Verschütteter ist das entscheidend.
Zur Identität der Toten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben. Im Herbst starben fünf Deutsche nach einem Lawinenabgang in der Ortlerregion im Westen Südtirols.
Tödlicher Winter 2025/26: Ungewöhnlich viele Lawinentote in den Alpen
In den italienischen Alpen kam es in diesem Winter bereits mehrfach zu Lawinenunglücken mit Toten und Verletzten. Erst vor einem Monat war ein deutscher Skiurlauber weiter südlich im Aostatal unter einer Lawine ums Leben gekommen. Damit kamen in Europas Gebirgen in dieser Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 127 Menschen durch Lawinen ums Leben.
Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 34 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus den aktuellen Zahlen sowie einer Übersicht des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer. Die Opferzahlen in den Alpen allgemein sind in diesem Winter aber ungewöhnlich hoch. Laut Experten steckt auch die Klimaerwärmung dahinter. (Quellen: Corriere dell‘Alto Adige, Rai Südtirol, Stol.it) (jm)




