Ostsee-Drama im Live-Ticker : Lagebesprechung! Eilantrag! Und jetzt rollt ein Bagger an

Tag 14 in der Bucht von Poel ++ Timmy atmet noch

Dieser Bagger soll Timmy retten

Dieser Bagger soll Timmy retten

Foto: Martin Brinckmann

Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Buckelwal Timmy liegt nun den 14. Tag in der Bucht von Poel bei Wismar, gibt nach wie vor Lebenszeichen von sich. Am Wochenende spielte die Freiwillige Feuerwehr ihm Walgesänge vor. Damit sollte er aktiviert werden. Doch der Wal zeigte kaum Reaktion. Immer wieder gehen Eilanträge ein, um Timmy helfen zu dürfen. Jetzt ist sogar ein Bagger angerollt!

Damit der Meeressäuger in Würde sterben kann, hat die Polizei um Timmy herum ein Sperrgebiet von 500 Metern eingerichtet. BILD-Reporter vor Ort berichten über das Wal-Drama.

Lesen Sie alle aktuellen Meldungen im Ticker.

    • Bagger rollt an!

      Während sich die Helfer besprechen, hat ein Bagger die Bucht vor Timmy erreicht. Doch um den Wal tatsächlich retten zu dürfen, fehlt eine Genehmigung. Diese soll vor dem Verwaltungsgericht verhandelt werden. Der Bagger muss aktuell also stillstehen.

      Foto: Martin Brinckmann
    • Eilantrag für Timmy-Rettung bei Gericht eingegangen

      Mit einem Rettungsplan für Wal Timmy war Oliver Bienkowski von der Organisation Pixelhelper am vergangenen Freitag an BILD herangetreten. Doch bisher hat der Minister den Plan verworfen. Deshalb teilte Bienkowski am Sonntag mit, einen Eilantrag gestellt zu haben, und rückte heute sogar schon mit Baggern an. Doch beim Gericht lag zunächst kein Antrag vor. Heute Nachmittag schickte Bienkowski eine Kopie der Klage an BILD, mit Datum vom Montag. Das Verwaltungsgericht bestätigte soeben gegenüber BILD: Die Klage ist eingegangen. Wann darüber entschieden wird, ist noch nicht klar. Heute ist jedoch mit keiner Entscheidung zu rechnen.

    • Minister heute wieder bei Timmy

      Bei der Besprechung heute Morgen wurden laut eines Sprechers des Ministeriums „ganz viele vertrauliche Sachen besprochen“. Außerdem wurde besprochen, dass Minister Backhaus heute wohl wieder nach Wismar beziehungsweise Poel kommen wolle.

    • Timmy atmet weiter

      Während über Timmys Rettung heftig diskutiert wird, liegt das Tier auch weiterhin unverändert in der Bucht. Zwischendrin ist immer wieder zu erkennen, wie Timmy atmet.

    • Bundespräsident mischt sich ein

      Auch das deutsche Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier will sich über die Situation informieren – bei einem bereits zuvor geplanten Besuch in Stralsund. Mehr im BILD-Artikel.

      Foto: Christoph Schmidt/dpa; STEFAN TRETROPP
    • Sprengung zu grausam?

      Wäre Sprengen grausamer als ein langsamer Tod? Niemand kann sagen, wie lange Timmy noch leiden muss. Mehr dazu im BILD-Artikel.

      Foto: Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa
    • Fähre von Polizei bewacht

      Laut Polizei wird die Fähre zwischen Wismar und Poel auf Höhe des Wals mit einem Schlauchboot der Wasserschutz-Polizei begleitet, um bei weiteren Vorfällen von der Fähre aus sofort eingreifen zu können. Eine komplette Begleitung der Polizei auf ganzer Strecke wird es aber nicht geben. Schon mehrmals haben Menschen versucht, sich dem Wal zu nähern.

  • Bagger startklar, warten auf Urteil

    Die Pixelhelper Foundation lässt einen Bagger vorfahren und möchte Timmy helfen. Damit das schwere Gerät zum Einsatz kommen darf, braucht es ein entsprechendes Urteil vom Verwaltungsgericht. Darauf warten die Retter jetzt. Die Pixelhelper Foundation ist laut eigenen Angaben eine international agierende Organisation, die sich für Kunstfreiheit, Menschenrechte und Umweltschutz einsetzt.

  • Nächster Eilantrag eingegangen

    Derweil ist wohl ein weiterer Eilantrag eingegangen, um Timmy zu retten. Von wem und wie genau der Wal gerettet werden soll, ist nicht bekannt.

  • Lagebesprechung um 10 Uhr

    Nach BILD-Informationen wollen sich die Helfer um 10 Uhr besprechen und sich ein Bild von der aktuellen Lage rund um Timmy machen.

    • Timmy hat sich bewegt!

      Timmy hat sich in der Nacht bewegt! Das bestätigte das Ministerium auf BILD-Nachfrage. Er lebt also nach wie vor, gab heute Morgen auch schon Lebenszeichen von sich. Allerdings liegt der Wal unverändert in der Bucht.

    • Lebenszeichen von Timmy

      Timmy gibt offenbar noch Lebenszeichen von sich. Gerade war zu sehen, wie er durch sein Blasloch Luft ausgestoßen hat.

    • Aktuelle Lageeinschätzung

      Backhaus beschrieb gegenüber dem BILD-Reporter vor Ort wechselnde Hoffnungsmomente: kleine Bewegungen bei Timmy, Flossenregungen, veränderte Atmung. Insgesamt sieht er aber einen Kraftverlust und keine ausreichenden Fortschritte. Die Polizei und andere Einsatzkräfte seien bereit, den Wal sofort zu begleiten, falls er sich doch noch von seiner aktuellen Position auf einer Sandbank in der Ostsee vor der Insel Poel löse.

      Timmy gab am Wochenende immer wieder Lebenszeichen in Form von Fontänen

      Timmy gab am Wochenende immer wieder Lebenszeichen in Form von Fontänen

      Foto: Henning Schaffner
    • Was passiert mit dem Kadaver?

      Sollte der Wal in der Bucht vor der Insel Poel sterben, werde er laut Backhaus zunächst untersucht. Es gebe seit Jahren den Wunsch aus Rostock, ein Skelett zu wissenschaftlichen Zwecken zu erhalten. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, diese liege auch nicht bei Backhaus allein.

    • Öffentlicher Druck

      Gegenüber BILD verwies Umwelt-Minister Backhaus auf zahlreiche Verfahren und Anzeigen, laut Stand vom Freitagabend waren es 47. Erste gerichtliche Anträge seien abgewiesen worden. Gleichzeitig schilderte er großen Druck aus Öffentlichkeit, Medien und sozialen Netzwerken.

      Gleichzeitig wies Backhaus Vorwürfe zurück, er wolle das Skelett des Wals für ein Museum sichern oder die Situation bewusst in diese Richtung lenken. Solche Unterstellungen nannte er gegenüber BILD „verabscheuungswürdig“.

      Till Backhaus stellte sich am Wochenende auf der Insel Poel den Wal-Fragen interessierter Bürger. Auch ihn belaste die Situation um Timmy, dem Tier gelte sein Mitgefühl

      Till Backhaus stellte sich am Wochenende auf der Insel Poel den Wal-Fragen interessierter Bürger. Auch ihn belaste die Situation um Timmy, dem Tier gelte sein Mitgefühl

      Foto: Martin Brinckmann
    • Frage nach einem zweiten Gutachten

      Auf die BILD-Frage, ob ein weiteres unabhängiges Gutachten helfen könnte, verweist Backhaus auf das bereits vorliegende Gutachten mit hoher fachlicher Autorität und internationaler Rückkopplung. Weitere Hinweise wolle er zwar prüfen, sieht aber derzeit keinen Grund, die bestehende Einschätzung zu relativieren.

    • Die Rolle von MediaMarkt-Gründer Gunz

      Backhaus sagte zu BILD, er stehe mit MediaMarkt-Gründer Walter Gunz (79) in direktem Austausch. Gunz habe angekündigt, seine Anwälte und Biologen einzubinden und das Konzept weiter zu untersetzen. Ein Antrag liege aber noch nicht vor.

      MediaMarkt-Gründer und Multimillionär Walter Gunz

      MediaMarkt-Gründer und Multimillionär Walter Gunz

      Foto: Markus Hannich
    • Juristische Verantwortung

      Sobald jemand den Wal aktiv übernimmt oder aus der Situation bergen will, trägt er laut Backhaus die volle Verantwortung. Dann greifen Tier-, Straf-, Verwaltungs- und Artenschutzrecht. Das gelte für Privatleute ebenso wie für das Land. Der Minister betont gegenüber BILD: „Wer rettet, haftet.“ Diese Rechtsfolge sei für ihn ein zentrales Hindernis.

      In Niendorf versuchten Experten, den gestrandeten Wal per Bagger von einer Sandbank zu befreien

      In Niendorf versuchten Experten, den gestrandeten Wal per Bagger von einer Sandbank zu befreien

      Foto: Henning Schaffner
    • Das Bild vom „Hospiz“

      Backhaus beschreibt die Lage wiederholt mit dem Bild eines Hospizes: „Der Wal wird palliativ begleitet, befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet“, sagte der Umweltminister zu BILD. Es gehe nicht um Rettung um jeden Preis, sondern Begleitung eines sterbenden Tieres.

    • Hoffnung auf Selbstrettung des Wals

      Backhaus betont immer wieder: Die einzige realistische Rettungschance bestehe darin, dass der Wal sich selbst mobilisiert und von der Sandbank herunterkommt. Dann könne man ihn begleiten und lenken.

      • Niendorf nicht mit Poel vergleichbar

        Backhaus weist Vergleiche mit früheren Strandungen zurück, weil die Ausgangslage am jetzigen Ort deutlich schwieriger sei. Auf den Verweis, dass in Niendorf schnell gebaggert worden sei, antwortet Backhaus BILD: „Dort hat es ebenfalls einen Antrag gegeben, der Fall ist jedoch anders gewesen. In Niendorf ist nur eine viel kürzere Strecke betroffen gewesen, hier geht es um rund 300 Meter.“

        Im März war Timmy in Niendorf auf einer Sandbank in der Ostsee gestrandet. Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen damals den Wal

        Im März war Timmy in Niendorf auf einer Sandbank in der Ostsee gestrandet. Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen damals den Wal

        Foto: Henning Schaffner
      • Land hatte eigene Bergungs-Idee

        Backhaus sagte am Sonntag zu BILD, das Land habe selbst ein technisches Modell geprüft: Unterspülen, breite Gurte unter den Wal bringen, dann schonendes Anheben mit Traverse. Eine Traverse ist ein stabiles Tragwerk, meist aus Aluminium oder Stahl, das verwendet wird, um Lasten sicher in der Höhe zu befestigen. Dieses Modell sei technisch weit entwickelt gewesen. Es wurde aber aus tierärztlichen Gründen abgelehnt – nicht mangelnder Wille habe das eigene Bergungskonzept gestoppt.

        Fragen nach Blutabnahme oder Untersuchung des Mauls weist Backhaus zurück. Dafür müsse man zu nah an das Tier heran, was lebensgefährlich für Wal und Helfer sei. Auch die Belastung für den Wal wäre zu groß.

      • Würde Sprengung Timmy erlösen?

        Der gewaltige Buckelwal Timmy kämpft in der Ostsee für jeden Atemzug – gefangen im flachen Wasser vor Wismar, zu schwach, um sich zu befreien. Während Experten bereits jede Hoffnung aufgegeben haben, bleibt eine quälende Frage offen: Gibt es wirklich keinen Weg, das Leiden des Tieres zu beenden? Oder wäre Sprengen grausamer als ein langsamer Tod?

        Eine Drohnenaufnahme von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht

        Eine Drohnenaufnahme von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht

        Foto: Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa
      • Timmys aktueller Zustand

        Umwelt-Minister Backhaus sagte am Sonntag zu BILD, dass Wal Timmy schwerstkrank ist. Er verwies auf Hautschäden durch Süßwasser, massive Schwächung, Probleme beim Atmen und fehlende Transportfähigkeit. Wissenschaftler hätten bestätigt, dass das Tier in sehr schlechtem Zustand ist.

        Zudem liegt Timmy teilweise in Schlick. Ein Anheben, Transportieren oder starkes Bearbeiten des Umfelds könne zusätzliche Schmerzen und Schäden verursachen. Jede invasive, also stark eingreifende Maßnahme, könnte dem Wal zusätzliches Leid zufügen, so Backhaus. Nach aktuellem Stand würde Timmy eine Rettungsaktion möglicherweise nicht überleben.

      • Kritik an Rettungskonzepten

        Zu BILD sagte Minister Backhaus über eingereichte Rettungsvorschläge: „Die diskutierten Rettungsideen sind aus Sicht des Ministeriums bislang nicht ausreichend ausgearbeitet, um genehmigt zu werden.“

        Über den Vorschlag von MediaMarkt-Gründer Walter Gunz (79) sagte Backhaus zu BILD: „Es liegt zwar ein Konzept bzw. eine Idee vor, aber kein vollständiger, prüffähiger Antrag mit belastbarer biologischer und veterinärmedizinischer Untersetzung.“ Das Land habe signalisiert, Anträge zu prüfen, aber bisher fehle die formale Grundlage.

      • Frau springt ins Wasser zu Timmy

        Am Sonntagabend ist schon wieder eine Frau ins Wasser gesprungen, um zu Timmy zu gelangen. Das berichtet der BILD-Reporter vor Ort. Die Frau heißt Nicola (58) und ist extra aus München angereist. Zu BILD sagte die Frau, dass sie Klimaaktivistin und Tierschützerin ist. Ziel ihrer Aktion sei gewesen, Aufmerksam in den Medien zu bekommen. Denn: „Der Wal stirbt nicht. Er weint. Er hat Vitalität. Das sieht man. Schlauchboote, die sich ihm nähern, begrüßt er mit einer Fontäne“, sagte sie zu BILD. Sie möchte, dass Timmy gerettet wird.

        Es handelt sich nicht um dieselbe Frau, die am Samstag ins Wasser gesprungen ist.

        Nicola aus München versuchte, zu Timmy zu gelangen. BILD zeigt das Foto mit ihrem Einverständnis

        Nicola aus München versuchte, zu Timmy zu gelangen. BILD zeigt das Foto mit ihrem Einverständnis

        Foto: Henning Schaffner
      • Schwache Atmung

        Am Sonntag atmet Timmy im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer. Außerdem gab es bei dem Wal eine neu beobachtete Zwischenatmung. Ob diese darauf hindeutet, dass der Wal bald stirbt, ist aber noch unklar.

        Nachdem die Schutzzone um Timmy am Samstag mehrfach durchbrochen wurde, kontrollieren nun mehr Einsatzkräfte das Gebiet. Der Wal soll seine Ruhe haben

        Nachdem die Schutzzone um Timmy am Samstag mehrfach durchbrochen wurde, kontrollieren nun mehr Einsatzkräfte das Gebiet. Der Wal soll seine Ruhe haben

        Foto: Henning Schaffner
      • Voraussetzungen für Rettungsmaßnahmen

        Welche bürokratische und rechtliche Voraussetzungen für Rettungsmaßnahmen von Timmy müssen erfüllt werden? Minister Backhaus zu BILD: „Bei Eingriffen in die Bundeswasserstraße braucht es Anträge beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Zusätzlich müssen artenschutzrechtliche, veterinärrechtliche und verwaltungsrechtliche Fragen geprüft werden. Zentral ist: Wer den Wal in Obhut nimmt, übernimmt Verantwortung und Haftung.“

        Eine Rettung scheitert aus Sicht von Backhaus nicht nur an Technik, sondern vor allem an Genehmigungs- und Haftungsfragen sowie am Tierschutzrecht.

      • Flut an Rettungsvorschlägen

        Wie viele Konzepte und Ideen für die Rettung von Timmy gehen beim Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern ein? Minister Backhaus zu BILD: „Das läuft wirklich über. Es gehen sehr viele Ideen und Vorschläge ein. Manche sind unausgereift oder schnell zusammengestellt, andere werden ernsthaft geprüft.“ Teilweise seien für deren Umsetzung jedoch Genehmigungen bei Bundesbehörden nötig.

        Aus Sicht des Ministeriums seien aus der Flut an Vorschlägen aber nur wenige sinnvoll und prüffähig.

        Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

        Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern

        Foto: Henning Schaffner
      • Backhaus: „Das Tier in Frieden gehen lassen“

        Minister Backhaus bekräftigte am Wochenende: „Aufgrund der wissenschaftlichen Expertise und Beratung habe ich entschieden, das majestätische Tier in Frieden gehen zu lassen.“ Mit Blick auf viele Bitten, dem Tier zu helfen, stellte er zugleich klar, dass die rechtliche Lage hier „eindeutig“ und gleichzeitig nicht leicht auszuhalten sei. „Es gibt keine gesetzliche Pflicht, den Wal aktiv zu retten.“

        Entscheidend sei ein anderer Grundsatz, denn nach dem Tierschutzrecht dürfe einem Tier kein zusätzliches Leid zugefügt werden, wenn es dafür keinen vernünftigen Grund gebe, fuhr der Minister fort. Eine Maßnahme sei also nur dann erlaubt, „wenn sie dem Tier tatsächlich hilft und nicht, wenn sie das Leiden verlängert oder verschlimmert“. Für den Wal gebe es aber aufgrund seines Gesundheitszustands „keine realistische Aussicht auf Rettung“.

        Timmy liegt auch am Sonntag auf einer Sandband in der Bucht vor der Insel Poel fest

        Timmy liegt auch am Sonntag auf einer Sandband in der Bucht vor der Insel Poel fest

        Foto: NEWS5

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