Nach Feuer-Katastrophe : Chef der Schweizer Todes-Bar in U-Haft!
Jacques Moretti (49) betrieb gemeinsam mit seiner Frau Jessica die Todes-Bar. Jetzt wurde er Medienberichten zufolge festgenommen
Crans-Montana (Schweiz) – Nach dem tödlichen Brand in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana greift die Justiz durch: Jacques Moretti (49), Chef der Bar, in der 40 Menschen ums Leben kamen, ist am Freitagnachmittag nach einer Vernehmung von der Walliser Staatsanwaltschaft in Gewahrsam genommen worden.
Das berichtet die Zeitung „24 heures“. Die Maßnahme muss demnach innerhalb von 48 Stunden vom Walliser Zwangsvollstreckungsgericht bestätigt werden.
Bar-Chef wegen Fluchtgefahr festgenommen
Die Staatsanwaltschaft beantragte das Vorgehen wegen Fluchtgefahr. Am 4. Januar hatten sich die Walliser Staatsanwälte noch geweigert, den 49-jährigen Korsen ins Gefängnis zu schicken. In einer Pressemitteilung der Walliser Polizei hieß es damals: „Da die Voraussetzungen für Untersuchungshaft derzeit nicht erfüllt sind, wurden gegen die Angeklagten keine Zwangsmaßnahmen angeordnet.“ Damals habe kein Verdacht bestanden, dass die Angeklagten durch Flucht dem Strafverfahren oder der drohenden Strafe entgehen wollen.
Eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Schweizer Geschichte
Das Feuer in der Silvesternacht gilt inzwischen als eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Schweizer Geschichte. Als im Luxus-Skiort Crans-Montana in der Bar „Le Constellation“ hunderte junge Menschen ins neue Jahr feierten, brach im Keller plötzlich ein Brand aus.
Dieser Moment soll den Beginn der Katastrophe zeigen: Ein Teil der Deckenverkleidung brennt bereits
40 Menschen starben – viele von ihnen Teenager. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt. 119 Menschen wurden verletzt, etwa 80 davon kritisch. Die meisten Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahre alt. Sie erlitten lebensgefährliche Verbrennungen.
Ermittlungen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung
Jacques Moretti und seine Frau Jessica werden der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung verdächtigt. Nach bisherigem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass Feuerwerksfontänen an Sektflaschen den Brand ausgelöst haben könnten. Sie sollen im Kellerbereich zu nahe an die Decke gehalten worden sein.
Eine Person versucht, der Flammenhölle zu entkommen, indem sie an anderen vorbei über das Mobiliar zu der einzigen Öffnung in den Scheiben klettert
Die Morettis hatten sich erst am Dienstag öffentlich zu Wort gemeldet. In einer schriftlichen Erklärung kündigten sie ihre „vollständige Zusammenarbeit“ mit den Schweizer Behörden an. „Wir werden in keiner Weise versuchen, uns diesen Dingen zu entziehen“, erklärten sie. Zugleich betonten sie, sie seien „am Boden zerstört und voller Trauer“.
Nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion entschuldigte sich Jessica Moretti unter Schluchzen vor Medien: „Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können“, sagte sie. „Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen.“
Moretti sagte, ihre Gedanken seien die ganze Zeit über bei den Opfern und denjenigen, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen hätten.




