Mutter von totem Fabian (8) erhebt Vorwürfe gegen Ermittler – Staatsanwaltschaft gesteht Fehler

Die Ermittlungen im Fall Fabian dauern an. Zu einer Festnahme kam es bislang nicht. Nun erhob die Mutter des Achtjährigen Vorwürfe gegen die Polizei.

Die Ermittlungen im Fall Fabian dauern an. Zu einer Festnahme kam es bislang nicht. Nun erhob die Mutter des Achtjährigen Vorwürfe gegen die Polizei.

München – Die Trauer in Güstrow ist groß. Nachdem der acht Jahre alte Fabian am 10. Oktober verschwunden war, wurde vier Tage später seine Leiche in Klein Upahl gefunden. Die Ermittlungen laufen. Dem Obduktionsbericht zufolge wurde er Opfer eines Gewaltverbrechens. Laut Informationen des Nordkuriers soll die Mutter sofort von einem Fremdverschulden ausgegangen sein – die Polizei habe beschwichtigt, heißt es.

Trauer nach Tod von Fabian
Im Fall des mutmaßlich getöteten Fabian (8) aus Güstrow hat die Polizei nun erneut eine Suche gestartet. (Collage) © Stefan Sauer/dpa

Auf Anfrage von Ippen.Media nahm das Polizeipräsidium Rostock zunächst am Freitag (24. Oktober) keine Stellung. Aus ermittlungstaktischen Gründen halten sich die Ermittler ohnehin weitgehend mit Details bedeckt. Eine Festnahme gibt es zunächst nicht. „Die größte Aufgabe besteht darin, alle Informationen zu strukturieren und dann zu entscheiden, ob still weiterermittelt oder öffentlich gefahndet wird“, erklärte Christian Matzdorf Ippen.Media. Er ist Professor für Kriminalistik mit Schwerpunkt Kriminaltechnik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin).

Zeitlicher Ablauf im Fall Fabian

Die Mutter sah Fabian am Morgen des 10. Oktober das letzte Mal, wie sie in einem Video des Nordkurier erklärte. Um diese Uhrzeit sei sie zur Arbeit gegangen. Der Junge sei zuhause geblieben und nicht zur Schule gegangen. Er habe sich nicht wohlgefühlt. Als sie von der Arbeit nach Hause gekommen sei, sei Fabian nicht mehr da gewesen. Es folgte eine tagelange Suche. Vier Tage später wurde er tot aufgefunden.

Fall des getöteten Fabian: Ermittlungen setzen sich fort – Erkenntnisse noch offen

In der Woche nach dem Auffinden des toten Jungen gab es zwei größere Aktionen der Polizei, die die Öffentlichkeit mitbekam. Am Montag (21. Oktober) kam es zu Maßnahmen in einem landwirtschaftlichen Betrieb südlich von Güstrow. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei hieß es dazu am Dienstag: „Am gestrigen Tag fanden im Zusammenhang mit den Ermittlungen polizeiliche Maßnahmen in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Zehna statt.“

Tatsächlich war die Polizei mit mehreren Fahrzeugen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Reimershagen präsent – der Ort liegt in etwa acht Kilometer von Zehna entfernt. Dort untersuchten die Polizisten mit Mistgabeln einen Misthaufen. Wonach sie konkret suchten, bleibt zunächst unklar. Gegenüber dem Nordkurier bestätigte die Staatsanwaltschaft einen Fehler in der Pressemitteilung bezüglich des Ortes.

Der Fehler könnte möglicherweise irreführend für Zeugen oder vor Ort lebende Menschen gewesen sein. Ob Zehna ebenso in Bezug auf einen landwirtschaftlichen oder anderen Betrieb eine Rolle in den Ermittlungen spielt, bleibt vorerst unklar. Auf Anfrage von Ippen.Media reagierten die Ermittelnden hierzu vorerst nicht. Zehna stand aber bereits mit dem Fall Fabian in Verbindung: kurz nach dessen Verschwinden am 10. Oktober hatte es Suchmaßnahmen in der Gemeinde gegeben.

Ein Hund hatte eine kleine Fährte gefunden, die sich in einem nahegelegenen Wald laut früheren Polizeiangaben verloren hatte. Fabians Vater wohnt in der Nähe. Es war vermutet worden, dass Fabian am Tag seines Verschwindens zu ihm fahren wollte. (Quellen: dpa, Nordkurier, eigene Recherche) (mbr)

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