Mitglied der Rettungsinitiative liefert “Beweise”: Wal vor Anholt soll nicht “Timmy” sein

Mitglied der Rettungsinitiative liefert "Beweise": Wal vor Anholt soll nicht  "Timmy" sein

Anholt/Poel – Glaube versetzt Berge! Sergio Bambarén (65) glaubt immer noch nicht, dass es die sterblichen Überreste von “Timmy” waren, die vor der Insel Anholt angespült wurden.

Sergio Bambarén (65) war Teil der privaten Rettungsinitiative.
Sergio Bambarén (65) war Teil der privaten Rettungsinitiative.  © Philip Dulian/dpa

Eigentlich sollte die Akte längst geschlossen sein, könnte man meinen. Die Fakten sprechen schließlich eine recht eindeutige Sprache. Der am Wal gefundene Tracker, die darauf enthaltenen Daten und die Obduktion lassen kaum Zweifel daran, dass es sich bei dem Mitte Mai vor der dänischen Insel Anholt angespülten Kadaver um die sterblichen Überreste von “Timmy” beziehungsweise “Hope” handelt.

Doch immer, wenn der Deckel zugeklappt wird, hält Bambarén einen Finger dazwischen. Auch nach der äußerst kuriosen Pressekonferenz zu den DNA-Ergebnissen, die laut Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies auf zwei unterschiedliche Tierarten deuten würden, spricht der “Walflüsterer” noch von einer anderen Wahrheit. “Meine Wahrheit”, wie der Autor es in den Instagram-Videos nennt.

In den vergangenen Tagen lieferte das Mitglied der Rettungsinitiative, die “Timmy” auf einer Barge aus der Kirchsee vor Poel bis in die Nordsee transportierte, zwei “Beweise”.

“Wie ihr wisst, hat Dr. Tönnies die wichtigsten Ergebnisse der DNA-Analyse bereits veröffentlicht. Und diese Ergebnisse allein reichen mehr als aus, um zu beweisen, dass die beiden Wale nicht derselbe Wal sind”, so der 65-Jährige, der die Tierärztin im Vorfeld der Pressekonferenz scharf kritisiert hatte.

Sergio Bambarén veröffentlicht Screenshots des Berichts

Sergio Bambarén (65) ist sich sicher, dass es sich bei dem Kadaver nicht um die sterblichen Überreste von "Timmy" handelt.
Sergio Bambarén (65) ist sich sicher, dass es sich bei dem Kadaver nicht um die sterblichen Überreste von “Timmy” handelt.  © Marcus Golejewski/dpa

Der Organisation, die die Ergebnisse analysiert hat, vertraue er zu 100 Prozent, wegen “ihrer hervorragenden Arbeit in der Vergangenheit”.

“Die beiden Wale sind weiblich, und sie sind nicht derselbe Wal”, ist sich Bambarén sicher. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Vertreter der Organisation nicht an der Pressekonferenz teilnehmen wollten.

“Diejenigen, die die Analyse dieser DNA vorgenommen haben, haben jetzt so viel Angst um ihren Berufsstand, dass sie mich eindringlichst gebeten haben, sie völlig außenvor zu lassen”, erklärte Dr. Tönnies.

Bambarén veröffentlichte dennoch Screenshots des Berichts. Hier heißt es: “Der paarweise genetische Abstand zwischen den Proben zeigt eine deutliche Individuen-Trennlinie.” Und: Die forensische Bewertung “stützt Individualisierung als zwei getrennte Individuen”.

“An all jene, die immer noch behaupten, ich wolle die Realität nicht akzeptieren: Okay, beweist mir das Gegenteil”, so die Forderung des 65-Jährigen.

Fluken sollen zu unterschiedlichen Tieren gehören

Sergio Bambarén (65) ist sich sicher, dass die Fluken von unterschiedlichen Tieren stammen.
Sergio Bambarén (65) ist sich sicher, dass die Fluken von unterschiedlichen Tieren stammen.  © Instagram/sergio_bambaren

Die Fluke des Wals zieht der Peruaner ebenfalls als “Beweis” heran.

“Es ist mir gelungen, die Originalfotografien zu beschaffen, die von der Schwanzflosse von Hope auf der Barge aufgenommen wurden, sowie von der Schwanzflosse des toten Wals in Dänemark”, sagt er.

Der Autor habe sie einem “wunderbaren und äußerst professionellen Menschen übergeben”.

“Er hat sich sehr viel Mühe gemacht, um diese Fluken zahlreichen Wal-Experten und Meeresbiologen auf der ganzen Welt zu zeigen. Und sie sind sich zu 100 Prozent einig, dass die Schwanzflossen nicht von demselben Wal stammen”, so das Mitglied der Rettungsinitiative.

“Das ist meine Wahrheit”, sagt er abschließend.

Wal-Experte Fabian Ritter, dem ebenfalls Aufnahmen der Fluken vorgelegt wurden, war zu einer ganz anderen Wahrheit gekommen.

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