Italien-Bergtour wird zum Albtraum: Vier Wanderer von Schneesturm überrascht
Schnee und Wind brachten vier Wanderer in großer Höhe in Not. Bergretter forderten die italienische Luftwaffe an.
Monte Amaro – Die Urlauber-Gruppe hatte eigentlich am Samstag (4. Oktober) eine Route zum Monte Amaro (2.793 Meter) in den Abruzzen (Italien) geplant. Doch am Sonntag (5. Oktober) brach Panik aus. Daraufhin startete eine spektakuläre Rettungsaktion. Schlechtes Wetter und ein Schneesturm machten den Einsatzkräften der Bergrettung zu schaffen. Trotz verminderter Sicht und mithilfe von GPS spürte das Rettungsteam die vier Wanderer auf. Ein Hubschrauber der italienischen Luftwaffe rückte aus.

Schon beim Aufstieg zu einem der schönsten Gipfel im Nationalpark Majella verletzte sich eine Frau in der Gruppe am Knie, teilt die italienische Bergrettung in den sozialen Medien mit. Die vier Wanderer hätten daraufhin beschlossen, die Nacht in einer Schutzhütte auf etwa 2.400 Metern zu verbringen.
Am Sonntagmorgen soll die Gruppe trotz schlechten Wetters den Abstieg ins Tal versucht haben. Doch die widrigen Wetterbedingungen wie Schnee und Wind zwangen sie zur Umkehr. Nass und kalt seien die Wanderer zur Schutzhütte zurückgekehrt und hätten einen Notruf abgesetzt.
Spektakuläre Rettungsaktion bei Schneesturm in Italien – Militärhubschrauber im Einsatz
Bodenteams der Alpinen Rettung der Abruzzen machten sich sofort auf den Weg und erreichten die Wanderer „trotz Schneesturm und verminderter Sicht, orientiert mit GPS-Unterstützung“, berichten die italienischen Berg- und Höhenretter (CNSAS). Um die Wanderer in Sicherheit zu bringen, forderten die Rettungskräfte einen Hubschrauber der italienischen Luftwaffe an.
Zu diesem Zeitpunkt herrschten, laut der italienischen Luftwaffe, immer noch „komplexe Witterungsbedingungen“, mit niedrigen Wolken und starken Windböen. Durch den Einsatz von Nachtsichtgeräten (Night Vision Goggles) habe die Crew die vier Wanderer am späten Abend sicher zurückholen können. Von dem Rettungsflug in den Alpen teilt das italienische Militär teilt einen 16-Sekunden-Clip auf Facebook.
Alle vier wurden erschöpft, aber in einem guten Zustand ins Tal geflogen und später zur Kontrolle in ein Krankenhaus transportiert. Der Hubschrauber holte im Anschluss auch die Alpenretter ab. Die Rettungsaktion war um 23 Uhr beendet. Bei einem anderen Schneesturm-Drama in Italien kamen Retter tagelang nicht zu den Wanderern im Gebirge durch. Wetterumschwünge in den Alpen sind gefährlich. Nebel wurde einer Wanderer-Familie in Österreich zum Verhängnis.
Aktuell sind am Mount Everest hunderte Touristen nach einem plötzlichen Schneesturm in einer Höhe von über 4.000 Metern gefangen. Rettungsteams und Dorfbewohner versuchen, die Menschen in Sicherheit zu bringen. (Quellen: Soccorso Alpino e Speleologico, Aeronautica Militare) (ml)




