Gestrandeter Buckelwal: Demonstranten durchbrechen Absperrung, Umweltminister wehrt sichGestrandeter Buckelwal: Demonstranten durchbrechen Absperrung, Umweltminister wehrt sich
Niendorf/Wismar/Poel – Wochenlang versuchten Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen – ohne Erfolg. Nun ist klar: Der Wal wird sterben. TAG24 berichtet im Liveticker.

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Nachdem sich der Ozeanriese doch befreien konnte, strandete er wenig später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).
Das Tier schwamm daraufhin in verschiedene Richtungen, strandete schließlich am Dienstag vergangener Woche (31. März) kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren – jedoch ohne Erfolg.
Mittlerweile sind sich die Experten einig: Der Wal wird nicht überleben. Laut Umweltminister Till Backhaus verschlechtert sich sein Zustand weiter.
Eine Lebensrettung wird mittlerweile ausgeschlossen, der Wal soll an seinen letzten Tagen in Ruhe gelassen werden.
13. April, 21 Uhr: Demonstranten dringen in Sperrbereich ein
Am Montag kam es im Umfeld des gestrandeten Wals erneut zu einem Zwischenfall.
Laut des Umweltministeriums seien etwa zehn Demonstranten durch eine Absperrung gebrochen und in einen Sperrbereich eingedrungen. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, wie ein Sprecher erklärte.
Bereits in den vergangenen Tagen waren die Absperrungen mehrfach durchbrochen worden.

13. April, 19.31 Uhr: Umweltminister wehrt sich gegen Vorwürfe
In einer Mitteilung erklärte Umweltminister Backhaus, dass sich die Atmung des Tieres verändert habe. “Inzwischen gehen unsere wissenschaftlichen Berater davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dies wäre dann ein Hinweis, dass seine Organe schwer geschädigt sind. Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer.”
Der Politiker wehrte sich darüber hinaus gegen “wüste Verschwörungstheorien und Falschdarstellungen”, wie er er bezeichnete. So sei es zum Beispiel nicht richtig, dass das Land verpflichtet sei, alles zu tun, um den Wal zu retten.
Zwar sei der Staat zum Schutz der Tiere verpflichtet, dies begründe jedoch “keine konkrete Handlungspflicht im Einzelfall”. Auch aus Tierschutz- und Artenschutzgründen gebe es diese Handlungspflicht bei Wildtieren in der Wildnis nicht.
Ebenfalls falsch sei der Vorwurf, man verstoße gegen den Tierschutz, wenn nichts unternommen werde. Vielmehr sei es verboten, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Ein Eingreifen sei demnach nur zulässig, wenn es dem Tier tatsächlich helfe. Maßnahmen ohne Erfolgsaussicht seien rechtswidrig, so Backhaus.

13. April, 17.24 Uhr: Polizei begleitet Fähre zur Überwachung mit Boot
Eine Reaktion auf die Vorkommnisse der vergangenen Tage: Nachdem zuletzt mehrere Personen ins Wasser gesprungen waren und zum Wal schwimmen wollten, schaut die Polizei nun ganz genau hin.
Wie Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, gegenüber TAG24 bestätigte, wird die Fähre zwischen Wismar und Poel nun von einem Boot der Wasserschutzpolizei begleitet.
So soll überwacht und gegebenenfalls verhindert werden, dass weitere Personen von Bord der Fähre springen und zum Tier gelangen.

13. April, 12.40 Uhr: Tierrechtsorganisation mit Amphibienfahrzeug eingetroffen
Wird es noch einen Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal geben? Die Tierrechtsorganisation PixelHelper ist am Montagvormittag mit einem Amphibienfahrzeug eingetroffen.
“In den nächsten vier bis fünf Stunden trifft zusätzlich der Tieflader mit dem Baggerschiff ein und wird sich ebenfalls hier positionieren”, heißt es auf dem Instagram-Account der Organisation.
Das Team sei bereit, sofort loszulegen, wenn es grünes Licht bekomme. “Alles steht. Alles ist vorbereitet. Jetzt entscheidet das Gericht, ob wir helfen dürfen”, schreiben die Aktivisten.
Das Fahrzeug wurde bereits bei der ersten Rettung vor Niendorf genutzt und wurde von der Organisation nun beim Ökologischen Gewässerdienst Wandhoff gebucht. Geschäftsführer Hannes Wandhoff verriet im Gespräch mit TAG24 allerdings, dass es noch keine konkreten Pläne gäbe.
“Die haben die Hoffnung, dass der Wal dort gerettet werden darf und wollten dann auf Nummer sicher gehen und schon mal Fahrzeuge und dergleichen da stehen haben. Ich glaube nicht, dass das zustande kommt. Aber gut, wir werden es sehen”, so Wandhoff.

13. April, 9 Uhr: Wal hat eine weitere Nacht überstanden
Auch am Morgen von Tag 22 seit der Strandung vor Niendorf ist der Buckelwal noch am Leben. Wie Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns gegenüber TAG24 bestätigte, sei die Lage unverändert.
Der Ozeanriese sitzt seit dem 31. März in der Kirchsee vor der Insel Poel fest.
12. April, 19.06 Uhr: Frau behauptet, Wal liege nicht im Sterben
Nach ihrer versuchten Kontaktaufnahme mit dem Wal sprach die Schwimmerin vor Ort über ihre Beweggründe.
Sie habe für “mediale Aufmerksamkeit” sorgen wollen, damit das Tier nicht einfach vergessen werde, erklärte die Frau, die laut eigener Aussage Nicola heiße und eigentlich Eisbachsurferin in München sei.
Nach ihrer Einschätzung sei der Wal “topfit” und es stimme nicht, dass er im Sterben liege, behauptete die Frau. Das Tier habe auf ihre Annäherung reagiert und sich “gefreut”, urteilte sie zudem.
Den Verantwortlichen warf sie vor, “kein Mitleid, Herz und Empathie” zu haben.

12. April, 18.11 Uhr: Frau will zum gestrandeten Wal schwimmen
Wie schon am Samstag gab es auch am Sonntag einen kleinen Zwischenfall: Eine Frau soll im Neoprenanzug ins Wasser gestiegen sein, um offenbar zum gestrandeten Wal zu schwimmen. Das berichtet NEWS5.
Mit einem Polizeiboot seien Einsatzkräfte daraufhin zu der Frau gefahren, um sie aufzuhalten. Sie sei schließlich an Bord geklettert und zurück an Land gebracht worden.

12. April, 13.35 Uhr: Weiterer Protest in Kirchdorf
Auch am Sonntag sollte von 12 bis 16 Uhr wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf stattfinden.
Gegen Mittag seien 80 Menschen vor Ort gewesen, wie die Polizei mitteilte.

12. April, 13.25 Uhr: Erneuter Rettungsversuch scheiterte
Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert.
Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden.
Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.
Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden.
12. April, 13.15 Uhr: Gestrandeter Buckelwal atmet schwächer
Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer.
Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte.
Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes.
Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung.

12. April, 8.10 Uhr: Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden
Auch am Sonntagmorgen atmet Meeressäuger “Timmy” noch.
Der Ozeanriese hat die Nacht zu Sonntag überstanden. Im Livestream von NEWS5 sind in regelmäßigen Abständen Fontänen über dem Wal zu erkennen.
11. April, 15.52 Uhr: Zahlreiche Menschen protestieren für Wal-Rettung
Am Samstag versammelten sich etwa 170 Menschen zunächst in Wismar und zogen schließlich weiter nach Kirchdorf auf der Insel Poel.
Dabei hielten die Demonstrierenden einige Plakate in die Luft und forderten lautstark unter anderem Hilfe für den gestrandeten Buckelwal.
Auch die Polizei war vor Ort. Insgesamt sei der Protest zwar emotional, aber friedlich abgelaufen, berichtete NEWS5.
Doch einige Teilnehmende der Demo hatten die Polizeiabsperrungen sogar durchbrochen, um weiter zum Ufer und damit in die Nähe des Wals zu kommen. Dort bildeten sie eine Menschenkette, um für die Rettung des Wals einzutreten.
Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden.

11. April, 13.56 Uhr: Wal ist keine Gefahr für die Umwelt
Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat aktuellen Erkenntnissen zufolge keinen Einfluss auf die Wasserqualität in der Wismarbucht in der Ostsee.
Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns mitteilte, geht von dem sterbenden Tier keine Gefahr für die Umwelt oder öffentliche Gesundheit aus. “Die Proben wurden ausgewertet, und ich kann sagen, dass das Wasser bei dem Wal Badewasserqualität hat”, sagte der zuständige Minister Till Backhaus (SPD) in der Pressemitteilung.
Demnach sind keine Grenzwerte überschritten worden. Zuvor war das Landesamt für Gesundheit beauftragt worden, den Zustand des Wassers bei dem Wal vor der Insel Poel zu untersuchen.

11. April, 10.15 Uhr: “Timmy” wird weiterhin mit Wasser benetzt
Der vor Wismar gestrandete Wal zeigt weiterhin Lebenszeichen.
Das Tier liege noch an der gleichen Position und gebe Geräusche von sich, berichtet ein dpa-Reporter vor Ort. Demnach stoße der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus.
Die aufgebauten Wassersprenger benetzen das verletzte Tier zudem weiter mit Wasser.

11. April, 8.54 Uhr: Buckelwal hat die Nacht überstanden
Im Livestream von NEWS5 vor Ort ist zu sehen, wie der Buckelwal “Timmy” atmet.
Auch die Nacht zu Samstag hat der Ozeanriese überstanden. In gleichmäßigen Abständen sind Fontänen über dem Wal zu erkennen.
10. April, 18.30 Uhr: MediaMarkt-Mitgründer will “Timmy” retten
Auch MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz (80) hat sich zum gestrandeten Wal geäußert. Warum er das Tier nicht aufgeben will, obwohl Experten keine weiteren Rettungsaktionen angekündigt haben? “Ich habe mir schon immer gedacht: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen”, erklärt er im Gespräch mit NEWS5.
“Wenn man es nicht versucht, ist es eine Unterlassung”, so der Unternehmer über das im Sterben liegende Tier. Er ist der Meinung, dass es die Verantwortung des Menschen ist, dem Wal zu helfen. Zudem hat er angeboten, die Kosten für eine Rettung zu tragen, sofern es dem Tier helfen würde.
So habe Gunz mit seinen Kontakten nach eigenen Angaben sogar versucht, über juristische Wege eine neue Chance für den Buckelwal zu bekommen. “Ich kann nicht verstehen, warum man nicht von Anfang an versucht hat, mehr zu tun”, gesteht der Unternehmer. Dennoch räumt er immer wieder ein, dass er selbst nicht vom Fach sei und kein Biologe ist.
Die Pläne von Gunz zur Rettung des Tiers wurden am Freitag von den Experten diskutiert und abgelehnt. Der Millionär habe unter anderem vorgeschlagen, dem Buckelwal ein Antibiotikum in die Schwanzflosse zu spritzen, mit dem die Abwehrkräfte des Tieres gestärkt werden sollen.
Ein Bagger sollte schließlich ein Loch vor dem Wal graben, damit er langsam ins Wasser rutschen könne. Minister Backhaus sowie weitere Experten sind sich jedoch weiterhin einig: Jede weitere Rettungsaktion wäre eine Quälerei für das Tier.

10. April, 17.04 Uhr: Umweltminister über Anfeindungen “tief traurig”
Drohungen gegen Behörden, Wissenschaftler und Helfer häufen sich. Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigt sich dazu “tief betroffen”. “Diese aufgeheizte Stimmung, die in Teilen von Social Media abläuft sowie in anderen Bereichen, macht mich traurig, tief traurig”, so der Politiker zu dpa.
Er mache den Job seit vielen Jahren, “aber eine solch extreme Situation auch von Anfeindungen und von Vorwürfen, die schlicht und ergreifend unwahr sind, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt”.
Backhaus betonte, dass alle versuchen, dem Wal zu helfen und er lasse sich dazu auch extern wissenschaftlich beraten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe aktuell die Begleitung des Wals “bis zur letzten Minute”. Er sei dankbar für den Einsatz der freiwilligen Helfer rund um die Strandung.
10. April, 14.20 Uhr: Demonstrierende fordern weitere Rettungsmaßnahmen
Am Freitag versammelten sich erneut einige wenige Demonstrierende an der Sperrzone auf der Insel Poel und forderten unter Parolen wie “Helft jetzt!” eine Rettung des Wals. Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern bekräftigte jedoch, dass keine weiteren Rettungsaktionen stattfinden werden.
Eine Rettung wurde aus Tierschutzgründen ausgeschlossen, da der Wal zu schwach sei und weitere Maßnahmen ihn zusätzlich belasten würden. Gestern waren auf Live-Übertragungen Flossenschläge des Wals zu sehen, ein Zeichen für die Demonstrierenden, dass der Wal noch Leben wolle.

10. April, 12.45 Uhr: Bürgermeisterin spricht von Morddrohungen
Die Gemeinde Ostseebad Insel Poel weist Kritik und Vorwürfe rund um den gestrandeten Buckelwal zurück. Via Instagram äußerte sich die scheidende Bürgermeisterin der mecklenburgischen Ostsee-Insel Poel, Gabriele Richter (parteilos), am Donnerstag zu Vorwürfen und Schaulustigen.
Sie stellt klar: “Der Ort, an dem der Wal derzeit liege, gehöre zu einer Bundeswasserstraße, die nicht Teil des Gemeindegebietes sei.”
Zugleich kritisiert die Gemeinde Anfeindungen scharf: “Mit großer Sorge beobachten wir jedoch das Verhalten einzelner Personen, die ohne jegliche fachliche Qualifikation den zuständigen Stellen ein vorsätzliches, kriminelles Handeln zum Nachteil des Tieres vorwerfen oder sogar Morddrohungen gegen einzelne Personen aussprechen.” Weiter heißt es: “Die Gemeinde distanziere sich ausdrücklich davon.”
Richter stellt klar, dass die Gemeinde nicht für die Betreuung von Meeressäugetieren zuständig ist und keine verlässlichen Aussagen zum Zustand des Wals oder zu Maßnahmen der Behörden treffen kann. Gleichzeitig unterstützt sie vor Ort Maßnahmen, um den Wal zu schützen und Schaulustige fernzuhalten, und verweist für weitere Informationen an das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern.
10. April, 9.30 Uhr: Weiteres Vorgehen soll besprochen werden
Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal “Timmy” hat eine weitere Nacht überlebt. Das bestätigte Claus Tantzen, Sprecher des Schweriner Umweltministeriums. Laut ihm sei die Lage des Tieres unverändert.
Am Freitagvormittag soll besprochen werden, wie die weiteren Pläne aussehen. “Ich gehe davon aus, dass wir das Tier weiter in Ruhe lassen, wie wir es die letzten Tage gemacht haben”, so Tantzen.
Experten sind sich mittlerweile einig, dass der Wal im Sterben liege, da er schon nicht mehr auf Boote reagiere und das ein eindeutiges Zeichen sei.





