FALL FABIAN: Freundin bricht im Gericht in Tränen aus – ihre Worte über Gina H.s Umgang mit Fabian erschüttern den Saal

In einem Telefonat soll die Angeklagte (30) sich abfällig über den ermordeten Fabian geäußert haben
Rostock – Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat eine Aussage am 17. Verhandlungstag besonders erschüttert: Sabine H., eine langjährige Familienfreundin der Angeklagten, hatte nach dem Fund der Leiche eine weinende, gebrochene Gina H. (30) am anderen Ende der Leitung erwartet. Sie wollte ihr Mut zusprechen. Stattdessen habe sie eine Frau erlebt, die völlig emotionslos wirkte: „Gina war extrem kalt“, sagte Sabine H. vor Gericht.
Im Prozess am Donnerstag sagten fünf Zeugen aus. Zunächst berichtete eine Nachbarin, die Gina fast täglich beim Spazierengehen traf. Als sie von Fabians Verschwinden erfuhr, habe sie sofort gedacht: „Gina! Mir lief es eiskalt den Rücken herunter.“ Für sie sei sofort klar gewesen, dass sie etwas damit zu tun habe. Nach dem Verschwinden des Jungen habe Gina H. normal im Garten gearbeitet. „Ich als Laie fand das komisch“, sagte die Nachbarin.
Fabian (8) war ein fröhlicher Junge, liebte Traktoren. Am 14. Oktober 2025 wurde seine Leiche an einem Tümpel in Klein Upahl (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden
Verteidiger nennt Zeugenaussagen „Dorftratsch“
Auch eine weitere Nachbarin aus Reimershagen (Mecklenburg) schilderte belastende Eindrücke. Sie beschrieb Gina H. als eiskalt und berechnend. Persönlichen Kontakt zu Gina H. hatte sie allerdings kaum. Vieles habe sie über die zwei Meter hohe Hecke zwischen den Grundstücken mitbekommen. Verteidiger Andreas Ohm tat Teile dieser Aussagen als „Dorftratsch“ ab, vieles davon sei nicht belastbar.
Verteidiger Andreas Ohm neben seiner Mandantin Gina H.
Sabine H. kennt die Familie seit vielen Jahren, Gina H. bereits seit deren Kindheit. Als sie im Radio hörte, dass Gina H. Fabian gefunden hatte, bot sie ihr ein Telefonat an. Sie habe zunächst befürchtet, jemand habe Gina H. manipuliert – und sie decke nun den wahren Täter.
Doch was sie dann hörte, erschütterte sie: „So nett war Fabian gar nicht, wie sie ihn jetzt darstellen“, soll Gina H. gesagt haben. Auch der Gedenkgottesdienst und „der Aufriss, den sie veranstalten“, hätten sie genervt. „Ich war erschrocken, wie schnodderig und großkotzig sie mit der Sache umging“, sagte Sabine H. Den Anruf bereue sie bis heute, sagte sie im Prozess.
So soll Gina H. über den toten Fabian gesprochen haben
Über den Achtjährigen soll Gina H. weiter gesagt haben: „Das ganze Drumherum kotzt mich an. Mein Name ist im Eimer, und in den Medien wird berichtet, dass er so ein lieber Junge ist. Der hat über Jahre versucht, uns auseinanderzubringen. Der hatte es nur darauf abgesehen, uns auseinanderzubringen.“ Eine liebende „Ziehmama“ rede nicht so über ein Kind, sagte Sabine H. vor Gericht.
Fabians Mutter Dorina L. neben ihrer Anwältin Christina Habetha
Während ihrer gesamten Aussage kämpfte die Zeugin mit den Tränen. „Die Gina, die ich kenne, habe ich von Herzen gern“, schluchzte sie. Nach dem Telefonat habe sie die ganze Nacht durchgeweint. Als Sabine H. nach ihrer Aussage den Zettel für ihre Fahrtkostenerstattung am Richterpult abholte, zitterten ihre Hände. Sie blickte noch einmal lange zu der Frau, die sie schon seit Jahren kennt. Gina H. senkte ihren Kopf und erwiderte diesen letzten Blick nicht.




