FALL FABIAN (†8): „Warum zweifelt der Staatsanwalt plötzlich an den Aussagen des Vaters?“ – Neue Widersprüche sorgen für Aufsehen
Fall Fabian: Widersprüche um den Vater rücken erneut in den Fokus – Prozess wirft immer neue Fragen auf
Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian beschäftigen sich Gericht und Prozessbeteiligte weiterhin mit den zahlreichen Aussagen aus dem Umfeld des getöteten Jungen. Besonders die unterschiedlichen Einlassungen von Fabians Vater Matthias R. sorgen erneut für Diskussionen und werfen Fragen auf, die im weiteren Verlauf der Beweisaufnahme geklärt werden sollen.
Der Fall erschüttert Deutschland seit Monaten. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter. Vier Tage später wurde der Achtjährige tot in einem Waldgebiet bei Klein Upahl gefunden. Die Obduktion ergab, dass er an mehreren Stichverletzungen starb und sein Leichnam anschließend in Brand gesetzt worden war. Wegen des Verdachts des Mordes steht Gina H., die frühere Lebensgefährtin von Fabians Vater, vor Gericht. Sie bestreitet die Tat.
Frühere Aussagen und spätere Erklärungen
Im Verlauf des Prozesses wurden verschiedene frühere Äußerungen von Matthias R. thematisiert. Dabei ging es unter anderem um Aussagen, die er unmittelbar nach dem Verschwinden und später nach dem Auffinden seines Sohnes gegenüber Polizeibeamten und Angehörigen gemacht haben soll.
Vor Gericht erklärte Matthias R., dass er heute hinter Gina H. stehe und sie regelmäßig in der Untersuchungshaft besucht habe. Gleichzeitig wurden frühere Aussagen bekannt, in denen er sie unmittelbar nach dem Leichenfund selbst als verdächtig bezeichnet haben soll.
Mit diesen unterschiedlichen Angaben konfrontiert, erklärte der Vater, er habe sich an einzelne Äußerungen nicht mehr erinnern können und sei damals emotional stark belastet sowie alkoholisiert gewesen.

Staatsanwaltschaft prüft die Aussagen
Die unterschiedlichen Schilderungen blieben auch der Staatsanwaltschaft nicht verborgen. Deshalb werden einzelne Aussagen des Vaters inzwischen rechtlich überprüft. Dabei geht es um die Frage, ob frühere Angaben und seine späteren Aussagen vor Gericht miteinander vereinbar sind.
Ob diese Widersprüche strafrechtliche Konsequenzen haben oder wie sie letztlich zu bewerten sind, ist derzeit offen. Eine endgültige Entscheidung darüber steht noch aus.

Weitere Gutachten und Zeugenaussagen
In den vergangenen Verhandlungstagen hörte das Gericht außerdem mehrere Sachverständige und Ermittler. Ein Profiler des Landeskriminalamtes rekonstruierte den mutmaßlichen Tatablauf und kam zu dem Ergebnis, dass vieles auf eine geplante Beziehungstat mit persönlichem Motiv hindeute. Zugleich betonte der Sachverständige mehrfach, dass seine Analyse kein Beweis für die Täterschaft einer bestimmten Person sei, sondern lediglich kriminalistische Wahrscheinlichkeiten beschreibe.
Auch Polizeibeamte schilderten die ersten Minuten nach dem Auffinden von Fabians Leiche sowie die damaligen Notrufe. Weitere Sachverständige erläuterten rechtsmedizinische Befunde und Spurenauswertungen.
Viele Fragen bleiben offen
Der Prozess macht deutlich, wie komplex die Ermittlungen in diesem Fall sind. Zahlreiche Zeugenaussagen, Gutachten und digitale Spuren müssen miteinander abgeglichen werden. Welche Bedeutung einzelne Widersprüche tatsächlich haben und welche Schlüsse daraus gezogen werden können, wird erst nach Abschluss der gesamten Beweisaufnahme feststehen.
Bis dahin gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Das Landgericht wird seine Entscheidung erst treffen, nachdem sämtliche Zeugen und Sachverständigen angehört sowie alle Beweise umfassend gewürdigt wurden.



