Backhaus nennt Todeszeitpunkt von Buckelwal Timmy – „Wenn das stimmt, verändert es den ganzen Fall“ – Die neuesten Aussagen zu Buckelwal Timmy lassen viele Menschen fassungslos zurück
Die Senderdaten von Buckelwal Timmy sind ausgelesen. Bislang waren sie geheim, jetzt hat Umweltminister Till Backhaus die Infos öffentlich gemacht.
Update vom 12. Juni, 11:19 Uhr: „Timmy” ist nach seiner Freilassung gestorben. Im Interview mit News5 sagt Backhaus: „Das macht einen traurig, klar”. Der Wal sei aber erfolgreich in die Nordsee transportiert worden, ohne Schäden davonzutragen, und habe dann noch über 200 Kilometer zurückgelegt. Die Aktion an sich sei also erfolgreich gewesen. Aber er habe wohl die Kraft nicht gehabt, zu überleben. Sowohl im Innern als auch äußerlich wurden bei dem Tier keine Beschädigungen festgestellt worden, betont Backhaus erneut.
Backhaus sagt, dass es immer wieder Auseinandersetzungen mit der Initiative gegeben habe, etwa aufgrund angeblicher bürokratischer Hürden. Hierzu macht der Minister erneut klar: Es sei immer schnell gehandelt worden. Backhaus bedankt sich zudem bei dem Geldgeber für die Initiative. Aber er habe auch wahrgenommen, dass es innerhalb der Initiative Differenzen gibt – das müssten die Beteiligten aber unter sich klären. Obwohl eine Dokumentation des Transportes bislang nicht vorgelegt wurde, sagt Backhaus, dass die Obduktion gezeigt habe, dass das Tier nicht verletzt wurde. Warum bis zur Obduktion so viel Zeit verstrichen ist, habe daran gelegen, dass zunächst nicht klar war, ob das Tier überhaupt untersucht wird.
Update vom 12. Juni, 11 Uhr: Zum Abschluss der Pressekonferenz sagt Backhaus, dass darüber nachgedacht wird, ein Mahnmal für „Timmy“ zu errichten. Wie genau das aussehen könnte, sei noch unklar.
Update vom 12. Juni, 10:58 Uhr: Auf Nachfrage zu genaueren Informationen, wie „Timmy“ starb, sagt Backhaus, dass Wale beim Ableben zunächst an der Wasseroberfläche sein würden, dann würde es allerdings sehr schnell gehen, bis sie absinken. Durch das Absinken seien keine Bewegungsdaten mehr empfangen worden. Es müssten allerdings erst alle Daten ausgewertet werden, um beurteilen zu können, warum der Wal letztlich gestorben ist.
Update vom 12. Juni, 10:49 Uhr: Backhaus sagt deutlich, dass der GPS-Sender nicht beschädigt sei und sehr viele Daten vorliegen würden. Dadurch, dass „Timmy“ leicht auf dem Rücken lag, als er vor der dänischen Küste angespült wurde, sei es zunächst schwierig gewesen, an den Tracker heranzukommen.
Update vom 12. Juni, 10:37 Uhr: Es werden weitere Fragen gestellt, so auch zum Mageninhalt des Wals. Die Organe würden aktuell untersucht werden, sagt Backhaus. Bis die Analyse vorliegt, wird es noch einige Wochen dauern. Klar sei aber, dass keine Fremdkörper – auch kein Netz – in dem Wal gefunden wurden.
Update vom 12. Juni, 10:33 Uhr: Neben der Dokumentation habe die Initiative auch noch keine Informationen zum genauen Gesundheitszustand von „Timmy“ durch die involvierten Tierärzte und Tierärztinnen vorgelegt, sagt Backhaus. Für den Tracker gebe es jedoch eine klare schriftliche Vereinbarung mit der Initiative, dass alle Daten zur Verfügung gestellt werden müssen.
GPS-Tracker soll vielfältige Informationen liefern
Update vom 12. Juni, 10:30 Uhr: Auf Nachfrage zum GPS-Tracker und welche Daten dieser genau liefert, sagt Backhaus, dass der Tracker vielfältigste Informationen liefern könne: etwa noch mehr Gesundheitsdaten von „Timmy“. Die Daten seien gesichert und würden aktuell ausgewertet. Es sei schriftlich vereinbart worden, dass das Ministerium ebenfalls alle Daten bekommen wird, um diese mit eigenen Expertinnen und Experten auszuwerten.
Update vom 12. Juni, 10:25 Uhr: „Wir brauchen ein Konzept für Ereignisse wie diese“, betont Backhaus. Experten sollen sich dazu jetzt austauschen. Vom 25. bis 27. November 2026 soll dann ein Vorschlag unterbreitet werden, wie damit in Zukunft umgegangen werden soll. Abschließend sagt der Politiker: „Wir haben versucht, einem lebenden Tier zu helfen. Wer nicht versucht, der macht keine Fehler.“ Jetzt müsse eine wissenschaftliche Aufarbeitung stattfinden, um daraus zu lernen. „Wir alle sind Teil der Natur. Wie gehen wir eigentlich miteinander um? Deshalb ist es mir wichtig, dass wir einen Stil des Umgangs miteinander pflegen, um sagen zu können: ‚Wir haben alles versucht, um einem Tier zu helfen‘“, so Backhaus.
Update vom 12. Juni, 10:23 Uhr: „Ich habe keine Kritik an der Wissenschaft geäußert. Wir waren immer in einem kooperativen Austausch.“ Weiter sagt Backhaus, dass „Timmy“ ein Tier war, das in Not war. Er habe immer wieder Signale gesendet, sodass sich damit auseinandergesetzt wurde, ob und wie dem Tier geholfen werden kann. Dann habe man den Versuch unternommen, den Wal zurück in seinen Lebensraum zu transportieren. Der Transport sei erfolgreich gewesen – warum „Timmy“ dennoch starb, müsse durch weitere Untersuchungen ermittelt werden. In der Ostsee hätte das Tier keinerlei Überlebenschance gehabt, sodass der Versuch, es in die Nordsee zu bringen, „meiner Meinung nach richtig war“, sagt Backhaus.
Pressekonferenz zum Tod von „Timmy“
Update vom 12. Juni, 10:19 Uhr: Die gesamte Aktion sei durch die Landesbehörde überwacht worden. Es seien Entscheidungen oft innerhalb kürzester Zeit getroffen worden, betont Backhaus. Die Vorwürfe, dass Entscheidungsprozesse zu lang gedauert hätten, weist der Minister zurück. Alles sei ausdrücklich zum Tierwohl entschieden worden – so etwa das Auftragen der Zinksalbe auf dem Wal. „Der Rettungsversuch war aus unserer Sicht rechtlich und fachlich vertretbar“, sagt Backhaus.
Update vom 12. Juni, 10:12 Uhr: Durch den Transport seien keine Verletzungen an „Timmy“ entstanden, betont Backhaus. Zu dem Vorwurf, dass es sich bei der Rettungsaktion um ein „unkontrolliertes Experiment“ handeln soll, sagt der Minister: „Selbstverständlich hat es Expertisen gegeben, sonst hätten wir die Duldung gar nicht durchgeführt.“ Es habe ein ganzes Handbuch gegeben, in dem ausführlich erklärt wurde, wie die Aktion vonstattengehen soll. Auch wurde vereinbart, dass der Transport lückenlos dokumentiert werden soll. Diese Dokumentation sei dem Ministerium allerdings bislang nicht durch die Initiative vorgelegt worden.
Backhaus erläutert auch, dass es zweimal fast zu einem Abbruch der Aktion gekommen sei – „das habe ich so nie öffentlich gesagt“. Einmal vonseiten der Initiative aufgrund der bürokratischen Hürden und ein andermal durch das Ministerium, da die Bergung durch Popons und Plane nicht funktioniert habe.
Wann starb „Timmy“?
Update vom 12. Juni, 10:07 Uhr: Backhaus erklärt, dass es sich bei dem Tracker um neueste Software handelt und daher noch umweltrelevante, Wassertiefe, Temperaturen und Bewegungsabläufe ausgewertet werden müssen. Weiter sagt er: „Wir werden noch interessante Informationen bekommen, die dann auch für die Wissenschaft interessant sein werden.“
Backhaus äußert sich auch zu dem Todesdatum von „Timmy“. Demnach sei er zwischen dem 6. und 7. Mai gestorben – das gehe aus den Daten hervor. Danach sei das Signal abgebrochen. Das heißt, dass die Antenne unter Wasser gekommen sei und dementsprechend keine Daten mehr geliefert habe. Am 14. Mai sei der Wal dann vor Anholt gesichtet worden. „Timmy“ soll also nach der Freilassung noch mehrere Tage gelebt haben und geschwommen sein. Es wurden keine schwerwiegenden Verletzungen bei dem Wal festgestellt. „Es ist nichts Ungewöhnliches entdeckt worden“, so Backhaus.
Update vom 12. Juni, 10:05 Uhr: 215 Kilometer soll „Timmy“ nach der Freilassung absolviert haben. Es stünden allerdings bisher nur die Bewegungsdaten zur Verfügung. Weitere Daten würden aktuell noch ausgewertet. Backhaus bedankt sich bei den dänischen Behörden, mit denen es eine sehr enge Zusammenarbeit gegeben haben soll, nachdem klar war, dass es sich bei dem gestrandeten Wal um „Timmy“ handeln sollte. Dadurch konnte etwa die Obduktion durchgeführt werden.
Update vom 12. Juni, 10.01 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärt, dass durch das hohe Interesse der Öffentlichkeit entschieden wurde, erneut eine Pressekonferenz zu veranstalten. Es soll vor allem um die Bewegungsdaten von „Timmy“ gehen – diese sollen nach der Konferenz veröffentlicht werden.
Was ist mit „Timmy“ passiert? Backhaus stellt Trackerdaten vor
Erstmeldung vom 12. Juni: Die Auswertung der Senderdaten von Buckelwal „Timmy“ ist abgeschlossen – und um die Rettungsaktion in der Ostsee könnte endlich Klarheit einkehren: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will die Ergebnisse nun öffentlich vorstellen. Der Fall des Buckelwals hatte monatelang für Schlagzeilen gesorgt.

„Timmy“ – tatsächlich ein weibliches Tier – war Anfang März 2026 erstmals im Hafen von Wismar aufgetaucht. Danach strandete der Wal mehrfach, zuletzt schwer geschwächt am 31. März vor der Insel Poel. Eine Privatinitiative entschied sich daraufhin zur spektakulären Rettungsaktion mit einer Barge.
„Timmy“ starb nach Bergungsaktion: Buckelwal tot an Ostsee-Insel geschwemmt
Am 28. April lud die Initiative den Wal auf einen Lastkahn und transportierte ihn von der Ostsee Richtung Nordsee. Am 2. Mai wurde „Timmy“ im Skagerrak, rund 70 Kilometer von der dänischen Stadt Skagen entfernt, freigesetzt. Kurz zuvor hatten Helfer wohl einen Tracker am Tier befestigt. Rund zwei Wochen nach der Freisetzung, etwa Mitte Mai, strandete „Timmy“ tot vor der dänischen Insel Anholt.
Der Sender sollte „Timmys“ Bewegungen nach der Freisetzung dokumentieren. Doch die Ortsdaten kamen nie an. Laut der Privatinitiative lag das an technischen Problemen – die Position des Wals sei schlicht nie erfasst worden.
Scharfe Kritik an Wal-Initiative: Tracker zu spät angebracht – Versprechen um Daten gebrochen
Experten kritisierten das Vorgehen: Der Tracker hätte vor der Freisetzung getestet und initialisiert werden müssen. Stattdessen wurde das Gerät erst kurz vor dem Freilassen am Wal befestigt. Warum die Daten nicht wie vereinbart direkt ans Ministerium übermittelt wurden, ist bis heute ungeklärt.
Der Tracker wurde nach Deutschland gebracht und der interne Speicher des Geräts nachträglich ausgelesen – denn solche Geräte speichern Daten auch dann, wenn keine Satellitenübertragung stattfindet.
Selbst Obduktion brachte keine Klarheit: Todesursache aktuell nach wie vor unklar
Dänische Behörden obduzierten den Kadaver. Eine konkrete Todesursache liegt bislang nicht vor. Die Überreste des Wals sollen in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden – ein Ende, das den Streit um die Rettungsaktion kaum befrieden dürfte.
Was die ausgelesenen Senderdaten des Wals nun tatsächlich über „Timmys“ letzte Tage verraten, will Till Backhaus bei der angekündigten Vorstellung der Ergebnisse öffentlich machen. Ob sie auch die Frage nach der Todesursache beantworten können, bleibt abzuwarten. (dpa/moe)



