Abschied von der Lütten: DDR-Star Angelika Mann ist tot

Abschied von der Lütten: DDR-Star Angelika Mann ist tot | © Imago

Von 1999 bis 2015 war Mann Moderatorin des Advents- und Weihnachtsprogramms im ORB (später rbb). | ©Imago

Die Berliner Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann ist tot. Wie ihre Familie bestätigte, starb Mann bereits am Mittwoch im Alter von 76 Jahren an einem Krebsleiden. Mann, die wegen ihrer Körpergröße von 1,49 Metern als “die Lütte” bekannt wurde, zählte zu den bekanntesten Künstlerinnen und Künstlern der DDR.

Mit Liedern wie “Kutte”, “Champus-Lied” oder “Was treibt mich nur” brachte es Angelika Mann in den späten Siebzigern und frühen Achtzigerjahren in der DDR zu großer Popularität. Auch in Kinderzimmern lief die Musik der Berlinerin. Das “Regenlied” aus “Der Traumzauberbaum” haben viele wohl bis heute im Ohr. Mit der Band Obelisk feierte Angelika Mann zwischen 1980 und 1984 Erfolge, ab 1982 moderierte sie zudem eine eigene Fernsehsendung.

Dennoch entschied sie sich dafür, 1984 einen Ausreiseantrag aus der DDR zu stellen. 1985 wurde diesem stattgegeben und Angelika Mann siedelte nach West-Berlin über. Mit 36 Jahren musste sie sich komplett neu erfinden. Im Westen fasste sie rasch wieder Fuß, kehrte nach dem Mauerfall dennoch gerne wieder zurück in den Osten Deutschlands. So war sie in der Comödie Dresden im Theaterstück „Kalender Girls“ unter anderem an der Seite von Viktoria Brams, Ursula Karusseit und Uta Schorn zu sehen. Auch vor der Kamera stand sie. In Rosa von Praunheims Film „Der Einstein des Sex“ spielte sie einen Mann.

 

 

 

2008 schilderte Mann in der Zeitschrift „SuperIllu“, dass sie wegen eines betrügerischen Steuerberaters in eine tiefe finanzielle und persönliche Krise geraten sei. Wegen hoher Schulden beim Finanzamt habe sie Privatinsolvenz anmelden müssen. Aber die Entertainerin war eine Kämpferin und ließ sich nicht aus der Bahn werfen. In der Rolle als Hausfrau Doris Bertram tourte Mann in der Show “Heiße Zeiten” durch deutschsprachige Länder. Auch die Musik hat sie nicht aus den Augen verloren. So wirkte sie 2018 an dem Album “Endlich Weihnacht” des DDR-Star-Kollegen Frank Schöbel mit.

2021 erlitt die Künstlerin mit dem frohen, optimistischen Wesen einen weiteren Schicksalsschlag: Sie erhielt eine Brustkrebs-Diagnose. Dennoch stand „die Lütte“ weiter auf der Theaterbühne, ließ sich nichts anmerken und trug Perücke. Angelika Mann war verheiratet, lebte zuletzt in Berlin-Rudow und hinterlässt eine Tochter, die Schauspielerin und Sängerin Ulrike Weidemüller.

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