🚨 FALL FABIAN (†8): Kann sie wirklich das Kind ihres Ex-Partners getötet haben? Diese Indizien fĂĽhrten zur Festnahme – Die ganze Wahrheit – und sie ist noch schlimmer, als du dachtest!
Ausgerechnet die Frau, die Fabians Leiche meldete, geriet vier Wochen später unter dringenden Mordverdacht. Durchsuchungen, ein sichergestelltes Auto und rätselhafte digitale Spuren brachten die Wende – aber die schwierigste Frage ist bis heute nicht abschließend beantwortet.
GÜSTROW/ROSTOCK – Es ist eine Vorstellung, die kaum zu ertragen ist: Könnte eine Frau tatsächlich den achtjährigen Sohn ihres früheren Partners getötet haben, um eine gescheiterte Beziehung wiederzubeleben?
Genau diese erschĂĽtternde Theorie steht im Mittelpunkt des Mordprozesses gegen Gina H.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, zu einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl gefahren und dort mit sechs Messerstichen getötet zu haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu beseitigen, indem sie den Leichnam teilweise in Brand setzte.
Doch Gina H. bestreitet die Vorwürfe. Ein Geständnis gibt es nicht, die mutmaßliche Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden und einen einzelnen direkten Beweis, der die Angeklagte zweifelsfrei überführt, hat das Gericht bislang nicht präsentiert.
Stattdessen stützt sich der Prozess auf ein dichtes Netz aus Indizien, Zeugenaussagen, digitalen Daten und auffälligem Verhalten.
Der Tag, an dem Fabian verschwand
Am Morgen des 10. Oktober 2025 fühlt sich Fabian nicht wohl. Der Achtjährige geht deshalb nicht zur Schule und bleibt allein in der Wohnung seiner Mutter.
Gegen 8.30 Uhr verabschiedet sich Dorina L. von ihrem Sohn und fährt zur Arbeit. Nach ihrer Darstellung sollte Fabian die Wohnung nicht verlassen, bis sie zurückkehrte.

Doch als seine Mutter nach Hause kommt, ist der Junge verschwunden.
Zunächst sucht die Familie selbst nach ihm. Freunde werden angerufen, mögliche Aufenthaltsorte überprüft und auch Fabians Vater wird informiert. Als Fabian nicht zurückkehrt, meldet seine Mutter ihn gegen 20.30 Uhr bei der Polizei als vermisst.
Zu diesem Zeitpunkt, so die spätere Annahme der Ermittler, ist der Achtjährige möglicherweise bereits tot.
Das mutmaĂźliche Tatzeitfenster liegt nach Angaben der Polizei zwischen 11 und 15 Uhr. Was genau in diesen vier Stunden geschah, ist die zentrale Frage des gesamten Prozesses.
VerlieĂź Fabian die Wohnung mit einer vertrauten Person?
Die Ermittler gehen davon aus, dass Fabian sein Zuhause möglicherweise freiwillig verließ. Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen wurden öffentlich bislang nicht bekannt.
Ein Fallanalytiker erklärte im Prozess, vieles spreche dafür, dass der Junge die Person kannte, mit der er mitging. Fabian dürfte sich zunächst sicher gefühlt haben.

Gina H. war für ihn keine Fremde. Sie war mehrere Jahre mit seinem Vater zusammen und kannte den Jungen aus dem familiären Umfeld.
Genau das macht den Vorwurf so verstörend: Sollte die Anklage recht behalten, hätte Fabian möglicherweise einer vertrauten Person geglaubt – ohne zu ahnen, dass er sich in tödliche Gefahr begab.
Vier Tage Hoffnung – dann der grausame Fund
Nach Fabians Verschwinden beginnt eine groß angelegte Suche. Hunderte Einsatzkräfte, Rettungshunde, Drohnen, ein Hubschrauber und zahlreiche freiwillige Helfer durchkämmen die Region rund um Güstrow.
Auch Gewässer und Waldgebiete werden überprüft. Seine Mutter wendet sich verzweifelt an die Öffentlichkeit und bittet ihren Sohn, nach Hause zu kommen.
Doch am 14. Oktober folgt die schreckliche Gewissheit.

An einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl wird eine Kinderleiche entdeckt. Ein DNA-Test bestätigt später, dass es sich um Fabian handelt. Der Junge wurde gewaltsam getötet, sein Leichnam teilweise verbrannt.
Besonders brisant: Ausgerechnet Gina H., die frĂĽhere Partnerin von Fabians Vater, informiert die Polizei ĂĽber den Fund.
Warum fand ausgerechnet Gina H. den Jungen?
Zunächst erscheint Gina H. öffentlich als die Frau, die bei der Suche nach Fabian die schlimmste Entdeckung machte.
Doch schon bald entstehen Fragen.
Warum suchte sie ausgerechnet an diesem abgelegenen Tümpel? Wie gut kannte sie die Gegend? War der Fund tatsächlich Zufall? Und weshalb berichteten später mehrere Zeugen, bereits vor der offiziellen Alarmierung der Polizei gemeinsam mit Gina H. an dem Leichnam gewesen zu sein?
Im Prozess sagten Bekannte aus, Gina H. habe sie gezielt zu dem Fundort geführt. Eine Zeugin erklärte, sie habe den Eindruck gewonnen, als Alibi für einen angeblich zufälligen Leichenfund dienen zu sollen.
Nach ihrer Darstellung sollte es so aussehen, als habe ein Hund Fabian während eines Spaziergangs entdeckt. Die Zeugin habe jedoch deutlich gemacht, dass sie gegenüber der Polizei nicht lügen werde.
Ob das Gericht diese Aussage vollständig für glaubhaft hält, wird erst im Urteil feststehen. Für die Staatsanwaltschaft bildet sie jedoch ein wichtiges Teil der Indizienkette.
Der erste groĂźe Polizeieinsatz
Wenige Tage nach dem Leichenfund durchsuchen Ermittler einen Bauernhof in Reimershagen. Die Behörden äußern sich zunächst nicht dazu, wonach genau gesucht wird.
Später folgt eine aufwendige Durchsuchung auf einer Mülldeponie. Polizeibeamte arbeiten sich durch Abfälle und alte Kleidungsstücke. Im Raum steht die Frage, ob dort die Tatwaffe, Bekleidung oder andere Gegenstände entsorgt worden sein könnten.
Der erhoffte spektakuläre Fund wird zunächst nicht bekannt gegeben. Doch die Ermittler setzen ihre Arbeit fort: Fahrzeuge, Telefone, Internetdaten, Zeugenaussagen und Bewegungsprofile werden ausgewertet.
„Aktenzeichen XY“ bringt 33 Hinweise – aber nicht die Festnahme
Am 5. November wird der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt. Gezeigt wird unter anderem ein Foto, das ein Feuer im Bereich des späteren Fundortes zeigen soll.
Während und nach der Sendung melden sich zahlreiche Zuschauer. Insgesamt gehen zunächst 33 Hinweise ein. Ermittlungsleiter Frank Focke spricht von vielversprechenden Informationen, ohne Einzelheiten zu nennen.
Als nur einen Tag später eine Frau festgenommen wird, entsteht sofort der Eindruck, einer dieser Hinweise habe den Durchbruch gebracht.
Oberstaatsanwalt Harald Nowack stellt jedoch klar, dass die Durchsuchungen und die Festnahme nicht durch die Fernsehsendung ausgelöst worden seien.
Die Ermittler mĂĽssen Gina H. demnach bereits vorher intensiv im Blick gehabt haben.
Am 6. November schlägt die Polizei zu
Am Morgen des 6. November durchsucht die Polizei mehrere Objekte in Reimershagen. Darunter befindet sich nach damaligen RTL-Informationen auch die Wohnanschrift von Gina H.
Ein GrundstĂĽck in der Nachbarschaft wird ebenfalls ĂĽberprĂĽft. AuĂźerdem beschlagnahmen die Ermittler das Fahrzeug der Frau und lassen es abschleppen.
Am Nachmittag folgt die Nachricht, auf die Deutschland beinahe einen Monat gewartet hatte: Gegen eine Frau war ein Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts erlassen worden.
Kurz nach den Durchsuchungen wird Gina H. festgenommen. Ihr damaliger Anwalt Andreas Ohm bestätigt, dass die polizeilichen Maßnahmen an ihrer Wohnanschrift beendet seien.
Einen Tag später wird der Haftbefehl verkündet und in Vollzug gesetzt. Gina H. kommt in Untersuchungshaft. RTL-Bericht zur Festnahme
Welche Spuren belasten Gina H.?
Im Laufe der Ermittlungen und des späteren Prozesses entsteht eine umfangreiche Indizienkette.
Der auffällige Pick-up
Überwachungskameras sollen den orangefarbenen Ford Ranger von Gina H. am Tag des Verschwindens in der Nähe von Fabians Wohnung aufgezeichnet haben.
Zwei Zeugen wollen ein entsprechendes Fahrzeug außerdem auf einem Feldweg in der Nähe des späteren Fundortes gesehen haben.
Gina H. soll ihren Pick-up noch am Nachmittag des 10. Oktober gereinigt haben. In Sprachnachrichten seien dabei Bürstengeräusche zu hören gewesen. Gegenüber der Polizei soll sie später bestritten haben, das Fahrzeug kürzlich gereinigt zu haben.
Die ausgeschalteten Mobiltelefone
Während des mutmaßlichen Tatzeitraums lassen sich nach Darstellung der Ermittler weder Fabians Telefon noch das Smartphone der Angeklagten eindeutig orten.
Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass Gina H. ihr Telefon bewusst ausschaltete. Die Verteidigung kann dagegen einwenden, dass fehlende Verbindungsdaten keinen Aufenthaltsort beweisen.
Die rätselhaften Internetrecherchen
Besondere Aufmerksamkeit erhielten Suchanfragen, die Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden vorgenommen haben soll.
Noch bevor sie nach ihrer Darstellung offiziell von der Vermisstensuche wusste, recherchierte sie angeblich nach Polizei- und Vermisstenmeldungen aus GĂĽstrow.
Später soll sie unter anderem gesucht haben, ob Wildschweine tote Menschen fressen. Während der noch laufenden Suche sprach sie in einer Nachricht außerdem über die Identifizierung von Wasser- und Brandleichen – obwohl öffentlich noch nicht bekannt war, dass Fabians Leichnam teilweise verbrannt worden war.
Die Staatsanwaltschaft prüft deshalb, ob es sich um sogenanntes Täterwissen handeln könnte. Die Verteidigung bestreitet, dass diese Suchanfragen zwangsläufig auf eine Tatbeteiligung hinweisen.
Die Faserspuren
Im Prozess wurden auĂźerdem winzige Textilfasern untersucht.
Unter Fabians rechtem Daumennagel fanden Sachverständige eine lila-blau gefärbte Baumwollfaser, die mögliche Übereinstimmungen mit einem Pullover von Gina H. aufweisen soll.
Eine weitere Faser an Fabians Ärmel könnte von einer Reithose der Angeklagten stammen.
Der Gutachter warnte jedoch vor vorschnellen Schlussfolgerungen: Es lasse sich nicht sicher feststellen, wann und auf welche Weise die Fasern übertragen wurden. Da sich Fabian und Gina H. kannten, wäre theoretisch auch ein früherer Kontakt möglich.
Das mögliche Motiv: War Fabian ein Hindernis?
Gina H. und Matthias R., Fabians Vater, waren fast vier Jahre lang ein Paar. Im August 2025 trennte er sich von ihr.
Nach der Theorie der Staatsanwaltschaft wollte Matthias R. die Beziehung nicht erneut aufnehmen, weil er befürchtete, dadurch das Verhältnis zu seinem Sohn zu gefährden. Gina H. könnte Fabian deshalb als Hindernis für eine Versöhnung betrachtet haben.
Im Gericht wurden zahlreiche Sprachnachrichten abgespielt, in denen Gina H. über die Trennung, Eifersucht, Geldprobleme und ihren Wunsch nach einer Wiederannäherung gesprochen haben soll.
Ob aus emotionaler Verzweiflung tatsächlich ein Mordmotiv entstand, muss das Gericht klären. Sprachnachrichten und Beziehungsstreitigkeiten beweisen allein keine Tötungsabsicht.
Dann geschieht etwas, womit kaum jemand rechnete
Während Gina H. in Untersuchungshaft sitzt, nähert sich Matthias R. ihr wieder an.
Vor Gericht erklärt Fabians Vater schließlich, die beiden seien erneut ein Paar. Er besuche Gina H. im Gefängnis und glaube an ihre Unschuld.
Diese Aussage löst im Prozess heftige Diskussionen aus. Denn kurz nach dem Leichenfund soll Matthias R. gegenüber der Polizei noch deutlich kritischer über seine frühere Partnerin gesprochen und ihr möglicherweise alles zugetraut haben.
Wegen Widersprüchen zwischen seinen früheren und späteren Aussagen leitete die Staatsanwaltschaft ein separates Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ein. Ein Verdacht, dass der Vater an Fabians Tod beteiligt gewesen sein könnte, besteht nach ausdrücklicher Erklärung des Oberstaatsanwalts jedoch nicht.
Der entscheidende Beweis fehlt weiterhin
So belastend einzelne Indizien erscheinen: Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Es gibt kein öffentlich bekanntes Geständnis und offenbar keine einzelne DNA-Spur, die Gina H. unmittelbar als Täterin überführt.
Genau deshalb handelt es sich um einen Indizienprozess.
Das Gericht muss klären, ob die zahlreichen einzelnen Puzzleteile nur verdächtig erscheinen oder gemeinsam tatsächlich ein geschlossenes Bild ergeben, das keine vernünftige andere Erklärung mehr zulässt.
Die Verteidigung kritisiert, die Ermittler hätten sich früh auf Gina H. konzentriert und mögliche Alternativszenarien nicht ausreichend verfolgt. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen, dass Fahrzeugdaten, Suchanfragen, Faserspuren, Zeugenaussagen und das Verhalten am Fundort in ihrer Gesamtheit gegen die Angeklagte sprächen.
Gina H. will erstmals selbst sprechen
Nach bislang 19 Verhandlungstagen befindet sich der Prozess in der Sommerpause. Am 6. August soll die Beweisaufnahme fortgesetzt werden.
Für diesen Tag ist eine Einlassung von Gina H. vorgesehen. Ein Geständnis wurde von ihren Anwälten ausdrücklich nicht angekündigt.
Stattdessen will die Angeklagte möglicherweise erklären, warum sie mehrfach am späteren Fundort gewesen sein soll, weshalb die Polizei nicht sofort verständigt wurde und wie sie die auffälligen Suchanfragen, Sprachnachrichten und Zeugenaussagen einordnet.
Ihre Worte könnten neue Klarheit bringen – oder weitere Widersprüche erzeugen.
Die Wahrheit ist noch nicht gesprochen
Kann Gina H. wirklich den Sohn ihres früheren Partners getötet haben?
Die Anklage sagt: ja. Die Verteidigung zweifelt an der Beweiskraft der Indizien. Gina H. selbst hat ihre vollständige Version noch nicht vor Gericht vorgetragen.
Die ganze Wahrheit ist deshalb nicht „schlimmer, als man dachte“ – sie ist juristisch noch nicht festgestellt.
Was bereits sicher ist: Fabian wurde gewaltsam aus seinem Leben gerissen. Seine Familie lebt mit einem Verlust, der nicht rückgängig zu machen ist. Und das Gericht muss nun aus Hunderttausenden Dateien, Zeugenaussagen und kleinsten Spuren eine Antwort auf die Frage finden, die seit dem 10. Oktober ganz Deutschland bewegt:
Wer brachte Fabian dazu, sein Zuhause zu verlassen – und warum musste er sterben?
Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung.




