PROZESS-BEBEN IM FALL FABIAN: Aussagen des Vaters lösen sofort neue Ermittlungen aus – was die Staatsanwaltschaft entdeckt haben will, wirft brisante Fragen auf!
🚨 PROZESS-BEBEN IM FALL FABIAN: Aussagen des Vaters lösen sofort neue Ermittlungen aus – was die Staatsanwaltschaft entdeckt haben will, wirft brisante Fragen auf!
Plötzlich steht nicht mehr nur Gina H. im Mittelpunkt: Nach der ausführlichen Vernehmung von Fabians Vater leitete die Staatsanwaltschaft ein separates Ermittlungsverfahren ein. Der Grund sind Widersprüche, die sich nach Ansicht der Ermittler nicht mehr einfach mit Erinnerungslücken erklären lassen. Doch was bedeutet diese Wendung wirklich für den Mordprozess?
ROSTOCK – Der Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat eine überraschende und für die Familie besonders belastende Wendung genommen. Nach den Aussagen von Fabians Vater Matthias R. reagierte die Rostocker Staatsanwaltschaft und leitete gegen den 35-Jährigen ein eigenes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts einer möglichen Falschaussage ein.
Es handelt sich dabei nicht um einen neuen Mordverdacht gegen den Vater. Dennoch rücken seine Aussagen und sein heutiges Verhältnis zur Angeklagten Gina H. stärker in den Fokus.
Was haben die Ermittler in seinen Schilderungen entdeckt? Und warum sah sich die Staatsanwaltschaft gezwungen, unmittelbar zu handeln?
Aussagen des Vaters werfen plötzlich neue Fragen auf
Matthias R. war vor dem Landgericht Rostock über mehrere Stunden hinweg als Zeuge befragt worden. Dabei ging es unter anderem um seine frühere Beziehung zu Gina H., die Trennung kurz vor Fabians Tod und Gespräche, die er während der Ermittlungen geführt hatte.
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sollen sich zwischen seinen Aussagen im Gerichtssaal und früheren Angaben bei der Polizei erhebliche Widersprüche ergeben haben.
Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte, es sei nur schwer nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Darstellung derart verändern könne. Die festgestellten Abweichungen hätten schließlich zur Einleitung des separaten Ermittlungsverfahrens geführt.
Damit wurde aus einem Zeugen plötzlich selbst ein Beschuldigter – allerdings ausschließlich im Zusammenhang mit dem Verdacht einer möglichen Falschaussage. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, ist noch offen.
Die Beziehung zu Gina H. sorgt für zusätzlichen Wirbel
Für besonderes Aufsehen sorgt die Tatsache, dass Matthias R. und Gina H. nach einer zeitweisen Trennung offenbar wieder ein Paar sind. Die 30-Jährige sitzt wegen der gegen sie erhobenen Mordanklage in Untersuchungshaft und hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Fabians Vater erklärte, er glaube an ihre Unschuld. Gleichzeitig soll er früher andere Zweifel geäußert haben. Genau diese unterschiedlichen Darstellungen könnten bei der Bewertung seiner Zeugenaussage eine wichtige Rolle spielen.
Die Staatsanwaltschaft äußerte zudem Zweifel daran, ob der Vater an einer objektiven Aufklärung interessiert sei. Als Begründung wurde unter anderem angeführt, dass er Möglichkeiten zur Akteneinsicht und zur Beteiligung als Nebenkläger nicht genutzt habe.
Das sind deutliche Worte – sie beweisen jedoch weder eine Falschaussage noch eine Beteiligung an Fabians Tod.
Was bedeutet die neue Ermittlung für den Mordprozess?
Das separate Verfahren gegen Matthias R. verändert die Mordanklage gegen Gina H. nicht automatisch. Das Schwurgericht muss seine Zeugenaussagen ohnehin unabhängig bewerten und prüfen, welchen Angaben es Glauben schenkt.
Die Richter werden dabei frühere Vernehmungen, Sprachnachrichten und weitere Beweismittel miteinander vergleichen. Entscheidend ist, ob die Abweichungen nachvollziehbar erklärt werden können oder ob tatsächlich bewusst unwahre Angaben gemacht wurden.
Dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, bedeutet noch keine Verurteilung. Auch für Fabians Vater gilt die Unschuldsvermutung.
Eine Familie zwischen Trauer und wachsendem Misstrauen
Für Fabians Mutter bedeutet die Entwicklung eine weitere emotionale Belastung. Sie kämpft im Gerichtssaal als Nebenklägerin um die vollständige Aufklärung des Todes ihres Sohnes.
Bereits ihre eigene Vernehmung war von tief bewegenden Momenten geprägt. Sie beschrieb Fabian als liebevollen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Jungen und erklärte unter Tränen, wie stolz sie auf ihn gewesen sei.
Nun muss sie erleben, dass die Aussagen des Vaters neue Fragen auslösen und zu einem weiteren Ermittlungsverfahren geführt haben. Wie stark das Verhältnis zwischen den Eltern dadurch zusätzlich belastet wird, lässt sich von außen kaum beurteilen.
Die wichtigste Grenze darf nicht überschritten werden
Die neue Ermittlung richtet sich nach der bisherigen offiziellen Berichterstattung ausschließlich auf den Verdacht einer möglichen Falschaussage. Es gibt keine bestätigte Information darüber, dass Matthias R. als Beteiligter an der Tötung seines Sohnes untersucht wird.
Spekulationen über weitere Täter oder einen angeblichen „Pakt des Schweigens“ sind daher nicht belegt. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits ausdrücklich davor gewarnt, unbestätigte Gerüchte über mögliche Täter öffentlich zu verbreiten.
Der dokumentierte Kern der Wendung bleibt dennoch brisant: Die Staatsanwaltschaft hält die Widersprüche in der Aussage des Vaters für so erheblich, dass sie ein separates Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.
Ob daraus eine Anklage entsteht oder sich die Zweifel anderweitig erklären lassen, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Sicher ist nur: Im Fall Fabian steht nun nicht mehr allein die Frage im Raum, was am Tattag geschah – sondern auch, ob vor Gericht wirklich die ganze Wahrheit gesagt wurde.




