„Mir wurde gesagt“: Zeuge berichtet in Mordfall Fabian von Bestechungsversuch
Im Prozess um den Mord an Fabian kommen skurrile Themen zur Sprache. Dazu gehört der Bericht eines Zeugen über einen angeblichen Bestechungsversuch.

Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow sitzt die Angeklagte Gina H. im Landgericht Rostock.
Unbekannte sollen versucht haben, im Dezember 2025 einen Zeugen im Mordfall Fabian zu bestechen. Für belastende Aussagen gegen die Angeklagte Gina H. seien ihm bis zu 5000 Euro angeboten worden, sagte der 24-jährige Mann aus Langen Trechow bei Bützow am Donnerstag am Landgericht Rostock.
Mordfall Fabian: Zeuge berichtet vor Gericht von angeblichem Bestechungsversuch
Er habe das aber abgelehnt und die beiden Besucher – eine Frau mit auffälliger Frisur und einen Mann – aufgefordert, zu verschwinden. Langen Trechow liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich von Güstrow. Der arbeitslose Zeuge war mit der 30-jährigen Angeklagten und Pferdesportlerin nach eigenen Angaben befreundet, weil man sich über den Reitsport und die Pferdehaltung kannte.
Wegen dieses und anderer Vorfälle hatte der Zeuge im Vorfeld versucht, dass das Landgericht ihn im Mordprozess um den 8-jährigen Fabian ohne Öffentlichkeit anhört, was Richter Holger Schütt aber abgelehnt hat. Einige Prozessbeteiligte haben allerdings Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen.
Bei der Frau soll es sich angeblich um eine enge Freundin der Mutter von Fabian handeln, der Mann sei unbekannt. Besagte Freundin saß am Donnerstag auch im Gerichtssaal und wurde vom Richter aufgefordert, den Saal zu verlassen, was sie auch tat.
„Mir wurde gesagt, ich solle aussagen, dass Gina H. psychisch nicht normal ist, dass sie Tiere misshandelt und mit Kinder nicht umgehen kann“, sagte der Zeuge im Prozess. Das stimme aber nicht. Das Paar mit dem Geld habe gesagt, man sei „im Auftrag der Wahrheitsfindung unterwegs“. Nach diesem Vorfall sei er auch noch einmal aus einem Auto heraus bedroht worden. Das alles habe er bisher nicht erzählt, weil Informationen an die Polizei schon einen Tag später in sozialen Medien auftauchten.
Mordfall Fabian: Der Angeklagten Gina H. wird „Mord aus Heimtücke“ vorgeworfen
In dem Prozess wird der 30-jährigen Angeklagten „Mord aus Heimtücke“ vorgeworfen. Sie soll laut Staatsanwaltschaft Fabian, der der Sohn ihres Ex-Freundes war, am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung der Mutter abgeholt und mit ihm zu einem Wasserloch bei Klein Upahl gefahren sein, wo Fabian getötet worden sein soll.
Seine angebrannte Leiche wurde am 14. Oktober gefunden. Im Zuge weiterer Ermittlungen richtete sich der Verdacht gegen die 30-Jährige aus Reimershagen, weil sie auf diese Art und Weise mutmaßlich ihre seit Sommer 2025 beendete Beziehung zu Fabians Vater unbedingt wiederbeleben wollte. Sie bestreitet den Anklagevorwurf, schweigt aber im Prozess bisher.




