Schock im Gerichtssaal: Im Prozess um den Tod von Fabian (†8) sorgt das Verhalten des Vaters für Entsetzen

Fabians Mutter Dorina L. (r.) mit Anwältin Christine Habetha am ersten Prozesstag im Gericht: Heute sagt sie über den Mord an ihrem Sohn aus

Die Angeklagte Gina H. versteckt ihr Gesicht hinter einem roten Aktendeckel. Im Prozess lächelte sie Fabians Vater an

Foto: Fabian Matzerath/BILD

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Im Mord-Prozess um den getöteten Fabian (†8) sorgt der Vater, Matthias R., für Fassungslosigkeit. Seine Aussagen schwanken, frühere Vorwürfe gegen Gina H. relativiert er vor Gericht deutlich.

Er beschreibt die Angeklagte als liebevoll, sagt, die Beziehung sei „immer schön“ gewesen. Von Manipulation will er heute nichts mehr wissen. Auch frühere Schilderungen zu Kontrolle und Eifersucht klingen plötzlich abgeschwächt.

Für Entsetzen sorgt ein Moment im Saal, als er auf die Frage nach weiteren Tätlichkeiten sagt: „Nein. Nur im Schlafzimmer, falls Sie verstehen, was ich meine.“ Der Richter greift sofort ein: „Ich glaube die Situation ist auch nicht zum Spaßen ausgelegt. Es geht darum, was mit Fabian passiert ist.“ Die Vernehmung wird am Dienstag fortgesetzt.

Wie der Donnerstag vor Gericht ablief, können Sie im Live-Ticker nachlesen

    • Der Fall, der Deutschland erschüttert

      Der Mord an Fabian (8) bewegt viele Menschen. Wie der Junge verschwand, gesucht und schließlich tot aufgefunden wurde, hat BILD ausführlich rekonstruiert. Alle Hintergründe zum Fall lesen Sie hier.

    • Vernehmung endet für heute

      Für heute ist Schluss im Gerichtssaal.

      Die Vernehmung von Matthias R. wird am Dienstag fortgesetzt.

    • Aussage zur WhatsApp-Nachricht

      Der Richter liest eine frühere Aussage von Matthias R. bei der Polizei vor. Es geht um die Beerdigung seines Vaters.

      Die Eltern von Dorina L. hatten zuvor eine WhatsApp-Nachricht erhalten, dass sie nicht erwünscht seien. Auf dem Handy zeigten sie ihm die Nachricht, die von seiner Nummer kam und inzwischen gelöscht war. Er sagt, er habe sie nicht geschrieben.

      Nach Fabians Verschwinden gab er bei der Polizei an: „Ich vermute, dass Gina nach dem Tod meines Vaters an meinem Handy war. Aber ich kann es leider nicht beweisen.“ Vor Gericht erklärt er nun, der Polizist müsse das falsch verstanden haben.

    • Richter fragt nach Manipulation

      Schütt fragt: „Wie ist denn heute Ihr Gefühl, wurden Sie manipuliert?“

      Matthias R. antwortet: „Nein. Weil ich mich nach dem Tod meines Sohnes mit Gina getroffen habe und wir haben viel über unsere Beziehung gesprochen. Da kam raus, dass ich vieles missverstanden habe.“

Industriesauger im Test: Die Extremsportler unter den ReinigungsgerätenBild Kaufberater

  • Chefin berichtet von Spy-Software

    Der Richter liest die Aussage der Vorgesetzten von Matthias R. vor. Er habe erzählt, Gina H. habe auf seinem Handy eine Spy-Software installiert. So habe er Fabian zum Geburtstag angerufen. Kurz darauf habe Gina H. angerufen und gefragt, warum er nicht gemeinsam mit ihr gratuliert habe.

    Außerdem heißt es in der Aussage, Gina H. habe Fabian manipuliert, damit er keinen Kontakt mehr zu seinem Vater habe. Matthias R. widerspricht. Seine Chefin habe das alles missverstanden.

  • Freund schildert Kontrolle durch Gina H.

    Jetzt werden die Polizei-Aussagen eines Freundes von Matthias R. verlesen. Er schildert, Matthias R. habe Gina H. jeden Abend sein Handy zeigen müssen. In jeder Mittagspause habe er sie per Videochat anrufen und beweisen müssen, dass er allein ist.

    Als er Fabian einmal ohne ihr Wissen getroffen habe, habe sie ihm danach eine Szene gemacht. Fabians Vater weist das zurück. Er behauptet, sein Freund lüge.

  • Thema Eifersucht in der Beziehung

    Jetzt geht es um Eifersucht zwischen Gina H. und Matthias R.

    Er hatte vorhin gesagt, sie sei eifersüchtig gewesen – wie viele Frauen. Bei einer Zeugenvernehmung am 16.10. nannte er Eifersucht als Grund für Reibereien in der Beziehung. Sie sei auf wildfremde Frauen eifersüchtig gewesen, auf Dorina aber nicht.

    In einer späteren Vernehmung sagte Matthias R. zudem, Gina H. sei bereits eifersüchtig gewesen, wenn er sich mit anderen Frauen unterhalten habe.

  • Kurze Unterbrechung im Prozess

    Im Gerichtssaal gibt es jetzt eine Pause.

    In zehn Minuten geht es weiter.

  • Schwere Anschuldigungen aus Juni 2023

    In einer Textnachricht von Juni 2023 an Dorina L. behauptet Gina H., Matthias R. habe ihr in Groß Breesen den Arm gebrochen und in Krakow beinahe die Rippen.

  • Richter weist Aussage zurück

    Der Richter fragt: „Gab es andere Tätlichkeiten als die eine Situation?“ Matthias R. antwortet: „Nein. Nur im Schlafzimmer, falls Sie verstehen, was ich meine.“

    Der Richter stellt klar: „Ich glaube die Situation ist auch nicht zum Spaßen ausgelegt. Es geht darum, was mit Fabian passiert ist.“

    • Blicke und Lächeln im Saal

      Auch im Gerichtssaal suchen Gina H. und Matthias R. immer wieder Blickkontakt. Sie lacht ihn an. Er schaut freundlich zurück und zuckt mit den Schultern.

    • Beziehung scheiterte an Freiraum

      Gina H. hätten in der Beziehung nur zwei Dinge gestört, sagt Matthias R.: sein Alkohol-Konsum und das Rauchen. Er rauche 45 bis 50 Zigaretten am Tag.

      Die Beziehung sei trotzdem immer schön gewesen. Warum er sie beendet habe? „Ich wollte einfach ein bisschen mehr Freiraum für mich.“

    • Richter will Charakterisierung von Gina H.

      Der Richter fordert Matthias R. auf: „Beschreiben Sie mal Frau H.“

      Fabians Vater gerät ins Schwärmen. Er nennt sie liebevoll und einfühlsam. Sie habe viel Liebe und Lust in die Beziehung gesteckt. Sie sei lustig gewesen, habe aber nicht immer seine Späße verstanden. Die Mordverdächtige schaut ihn dabei träumerisch an und lacht bei der letzten Aussage.

    • Vater fühlte sich zeitweise überwacht

      Matthias R. sagt, er habe sich zeitweise von Gina H. überwacht gefühlt. Sie habe sich aber eigentlich nur Sorgen gemacht und das nicht böse gemeint. Er habe der Angeklagten sogar mitteilen müssen, wenn er sich bei der Arbeit zwischendurch etwas zu trinken holen ging.

    • Nachricht von September 2023

      In einer Nachricht an Dorina L. von September 2023 schreibt Matthias R., seine Ex-Freundin habe ihn manipuliert und über sein Leben bestimmt. Deshalb habe er keinen Kontakt mehr mit Fabian gehabt.

      Vor Gericht relativiert er das. Er sagt, er sei damals, kurz nach der Trennung, einfach sauer auf Gina H. gewesen.

    • Widerspruch bei Einschulung

      In einer Nachricht von Dorina L. an Matthias R. steht ausdrücklich, dass Fabian erlaube, dass sein Vater zum Einschulungs-Kaffee vorbeikomme.

      Der Richter fragt, warum er trotzdem nicht dort war. Der Vater erklärt, seine Eltern hätten auch nicht kommen dürfen. Deshalb sei er nicht hingegangen.

    • Einschulung 2023 ohne den Vater

      2023 wurde Fabian eingeschult. Gina H. habe das Fest mit ihrem Sohn besucht. Matthias R. habe hingegen nicht kommen dürfen. „Fabian wollte das nicht“, so der Vater.

    • Wie gewalttätig war Matthias R.?

      Im Gericht geht es jetzt um mehrere Nachrichten von Gina H. an Dorina L. aus dem Jahr 2023. Darin beschreibt Gina H. ein aggressives Verhalten von Matthias R. ihr und den Kindern gegenüber. Die Kinder hätten sich vor sie gestellt und sie vor ihm beschützen wollen.

      Fabians Vater weist das zurück. Zwischen Gina H. und ihm habe es keine Gewalttätigkeiten gegeben – nur dieses eine Mal.

    • Fabian nannte Gina H. Mama

       

      Der Vater erzählt von einem Streit mit Gina H. Man habe sich gezogen und geschubst. Mit der Faust habe er sie nicht geschlagen. Er habe sie nur einmal leicht am Oberarm getroffen. Zu Gina sei Fabian immer gern gegangen. Er habe sie wie die eigene Mutter gesehen und sie auch Mama genannt.

    • Matthias R. kritisiert Ermittlungen

      Matthias R. behauptet, die Ermittler seien nicht allen Hinweisen nachgegangen. Er habe gehört, dass ein Hausmeister 13 Kilometer von Klein Upahl (Fundort von Fabian, die Red.) entfernt in einem Mülleimer ein Messer gefunden habe. Das habe die Polizei nicht interessiert.

      Der Richter will wissen, woher er das weiß. Matthias R. sagt: „Ich weiß es von meiner Schwester, meine Schwester weiß es von einem Bekannten und der kennt diesen Hausmeister höchstpersönlich.“

      • Vater erhebt schwere Vorwürfe

        Der Richter fragt weiter: „Können Sie sich irgendjemanden vorstellen, der Fabian mitnehmen würde?“ Der Vater will nicht direkt darauf antworten. Er habe nur ein Gefühl, dass vielleicht jemand anderes dahintersteckt. Zudem äußert er Zweifel an der Staatsanwaltschaft. Seit dem 14. Oktober sei er außerdem sehr enttäuscht von der Polizei. Vom Tod seines Sohnes habe er aus den Medien erfahren.

      • Richter fragt nach Verschwinden am 10.10.

        Jetzt wird Matthias R. zu dem Verhältnis von Fabian mit den anderen Familienmitgliedern befragt.

        Der Richter sagt: „Dass wir hier sitzen, liegt an dem Umstand, dass Fabian am 10.10. verschwunden ist. Haben Sie eine Idee, wie das passiert sein kann?“ Fabians Vater antwortet: „Ich weiß es auch nicht.“

      • Fabian lief früher manchmal weg

        Vor dem ersten Kontaktabbruch zu Fabian sei sein Sohn manchmal weggelaufen, erzählt der Vater. Allerdings nur ein paar Meter vom Grundstück runter. Er habe ihn schnell wieder einfangen können. Später sei Fabian zuverlässig gewesen.

      • Richter beschreibt Fabian als Dorfjungen

        Der Richter sagt: „Fabian war also ein richtiger Dorfjunge. Und das meine ich im positiven Sinne: Fußballspielen, Fahrrad-, Treckerfahren.“

        Fabians Vater macht danach deutlich, dass er nicht glaubt, sein Sohn wäre mit einem Fremden mitgegangen.

      • Vater erinnert sich an gemeinsame Momente

        Fabians Vater erzählt von den kleinen Dingen, die sein Sohn liebte. Am liebsten sei Fabian mit dem Rasenmäher-Trecker gefahren. Morgens sei er aber immer erst mal mit dem Fahrrad gestartet und über den Hof gefahren. „Das hat er liebend gern gemacht“, so der Vater.

      • Emotion im Gerichtssaal

        Während der Vater erzählt, wird es still im Saal. Bei seinen Schilderungen wirkt es, als würde sich Gina H. eine Träne aus dem Gesicht wischen.

      • Vater spricht über enge Verbindung

        Fabians Vater berichtet, Fabian und der Sohn von Gina H. seien wie Brüder gewesen.

        Er habe sich erst kürzlich alte Fotos angesehen. Die Großeltern von Gina H., bei denen sie lebt, habe Fabian manchmal auch „Oma und Opa“ genannt.

      • Trennung wegen Alkoholproblem?

        Matthias R. bestätigt die Darstellung von Dorina L.: Sie habe sich 2018 von ihm getrennt – nach seinen Worten wegen eines angeblichen Alkoholproblems. Den Vorwurf weist er zurück: Er habe täglich ein bis zwei Feierabendbiere getrunken, am Wochenende auch mal mehr.

      • Vater soll zur Aufklärung beitragen

        Richter Holger Schütt wendet sich an Matthias R.: „Wir haben jede Menge Fragen und erhoffen uns, dass Sie uns helfen können, aufzuklären, was mit Ihrem Sohn passiert ist. Wir wollen die Wahrheit herausfinden. Sie sind sehr, sehr wichtig. Ihre Aussage ist sehr, sehr wichtig.“

        Matthias R. antwortet knapp: „Das würde ich auch gerne verstehen.“

      • Richter spricht Beileid aus

        Richter Holger Schütt spricht auch Fabians Vater sein tiefstes Beileid und seine Anteilnahme aus – wie am Vormittag bereits der Mutter.

        • Vater betritt den Saal – Gina H. lächelt ihn an

          Nach der Pause wird der Prozess fortgesetzt. Matthias R., Fabians Vater, betritt den Gerichtssaal. Die Angeklagte Gina H. lächelt ihn an.

          Die Angeklagte Gina H. schützt ihr Gesicht mit einer roten Mappe

          Die Angeklagte Gina H. schützt ihr Gesicht mit einer roten Mappe

          Foto: Fabian Matzerath/BILD
        • Unterricht und Deutschtest verpasst

          Fabian hätte am Freitag, am Tag des Verschwindens, eigentlich bis zur 5. Stunde Unterricht gehabt. Auch ein Deutschtest stand an diesem Tag an. Stattdessen blieb er krank zu Hause.

          Die Aussage von Dorina L. ist damit beendet. Jetzt ist Pause bis 14.15 Uhr. Danach wird Fabians Vater erwartet.

        • Staatsanwalt Harald Nowack fragt nach Friedhofsbesuchen

          Jetzt übernimmt Staatsanwalt Harald Nowack das Wort. Er will wissen, wie oft Dorina L. seit Fabians Tod auf dem Friedhof war.

          Die Mutter sagt, sie gehe zwei- bis dreimal die Woche zu seinem Grab.

        • Sprachnachricht von Gina H. abgespielt

          Im Saal wird eine Sprachnachricht vorgespielt, die Gina H. nach Fabians Verschwinden an ihre Friseurin geschickt hat.

          Darin behauptet die Angeklagte, Fabian sei schon öfter weggelaufen. Sie hoffe, es sei ihm nichts passiert. Die Befragung durch den Richter ist inzwischen abgeschlossen. Jetzt dürfen die anderen Verfahrensbeteiligten ihre Fragen stellen.

        • Verdacht am Tag des Verschwindens

          Schon am Tag von Fabians Verschwinden hatte seine Mutter einen schlimmen Gedanken. Dorina L. sagt, sie habe darüber nachgedacht, ob Gina H. etwas damit zu tun haben könnte. Bei ihr würde Fabian ohne Bedenken ins Auto steigen, so die Mutter.

        • Trennung zwischen Matthias R. und Gina H.

          Jetzt rückt die Beziehung von Matthias R. und Gina H. in den Mittelpunkt. Fabians Mutter Dorina L. berichtet, sie habe aus ihrem Umfeld gehört, dass Fabian ein Grund für die Trennung gewesen sein soll.

        • Prozess wird fortgesetzt

          Kurze Pause – jetzt geht es weiter im Saal. Noch immer steht Fabians Mutter Dorina L. im Fokus. Sie wird weiter befragt.

        • Befragung beendet

          Die Fragen des Richters an Dorina L. sind abgeschlossen. Es folgt eine zehnminütige Pause, danach dürfen die weiteren Verfahrensbeteiligten Fragen stellen. Die Verteidigung von Gina H. kündigt jedoch an, keine oder kaum Fragen stellen zu wollen.

        • Eltern haben keinen Kontakt

          Dorina L. berichtet, dass sie und Fabians Vater aktuell keinen Kontakt mehr haben. Zudem sagt sie, dass der Vater für Fabian eine Lebensversicherung abgeschlossen habe.

        • So erfuhr sie vom Tod ihres Sohnes

          Jetzt geht es um den 14. Oktober, den Tag, an dem Fabians Leiche gefunden wurde. Richter Holger Schütt fragt: „Wie haben Sie davon erfahren?“

          Dorina L. schildert den Moment, in dem eine Beamtin ihr die schlimmste Nachricht überbrachte, die man einer Mutter sagen kann. Dabei bricht sie in Tränen aus, ihre Erinnerung bleibt lückenhaft.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker