Interview mit Fabians Mutter: Wie ihr erstes Weihnachten ohne Fabian sein wird

In der St. Mary’s Church stehen Grablichter und Kuscheltiere zum Gedenken an den achtjährigen Fabian, der getötet wurde | Quelle: Getty Images

Dorina, die Mutter des getöteten Fabian aus Güstrow äußert sich in einem Interview über den Verlust ihres Sohnes und wie dieser schmerzliche Verlust das Weihnachtsfest nachhaltig verändert hat.

Nutzer kommentiert den traurigen Verlust von Fabian | Quelle: Facebook/Punkt12

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In vielen Wohnzimmern beginnt in diesen Tagen die Zeit der Lichterketten, des Plätzchendufts und der Vorfreude. Für Dorina aus Güstrow fühlt sich diese Jahreszeit jedoch fremd an.

Etwas, das früher selbstverständlich war, ist plötzlich unerträglich geworden. Weihnachten, einst das liebste Fest ihres Sohnes Fabian, ist nun mit Erinnerungen verbunden, die schmerzen.

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Genau deshalb hat Dorina in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen, die ihr selbst das Herz bricht: Es wird keinen Weihnachtsbaum geben. Die Erinnerungen an gemeinsame Rituale sind zu präsent, der Verlust zu nah.

Der Wendepunkt kam an einem scheinbar gewöhnlichen Oktobertag. Am 10. Oktober verabschiedete sich Dorina morgens von ihrem achtjährigen Sohn, bevor sie zur Arbeit ging. Fabian fühlte sich nicht wohl und blieb zu Hause.

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Es war ein Abschied wie viele zuvor – und doch sollte es der letzte sein. Als Dorina zurückkehrte, war Fabian verschwunden. Was folgte, waren Tage voller Angst, Hoffnung und Verzweiflung. Ganz Deutschland verfolgte die Suche nach dem Jungen, während Polizei, Helfer und Freiwillige alles daransetzten, ihn zu finden.

Die Hoffnung zerbrach, als Fabians Leiche schließlich an einem Tümpel entdeckt wurde. Die Erkenntnis, dass ihr Sohn getötet worden war, veränderte Dorinas Leben unwiderruflich.

Eine Frau aus dem familiären Umfeld, die Ex-Partnerin von Fabians Vater, gilt als dringend tatverdächtig und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an – auch während der Feiertage, die nun von Unsicherheit und offenen Fragen überschattet werden.

Für Dorina bedeutet diese Zeit vor allem eines: Leere. Wünsche für Weihnachten habe sie nicht, erzählt sie. Das, wonach sie sich sehnt, könne ihr niemand zurückgeben. Besonders schmerzhaft sind die Erinnerungen an frühere Feste. „Das Schmücken und so, das habe ich hier die letzten Jahre immer mit Fabi zusammen gemacht, und er hat sich immer so gefreut“, sagt sie im Gespräch mit RTL. Weihnachten habe für ihren Sohn pure Freude bedeutet – etwas, das nun fehlt.

Ganz allein muss Dorina die Feiertage dennoch nicht verbringen. Freunde stehen ihr zur Seite, planen Heiligabend gemeinsam mit ihr und sorgen dafür, dass sie diese Tage nicht isoliert in ihrer Wohnung verbringen muss. Es sind Menschen, die Fabian kannten, die ihn aufwachsen sahen und die wissen, dass Nähe und Verständnis jetzt wichtiger sind als Worte.

Der Alltag bleibt dennoch eine enorme Herausforderung. Jeder Gang nach draußen kostet Überwindung, jede Begegnung kann unerwartet schmerzen.

Besonders schwierig seien Situationen, in denen Menschen sie ansprechen – nicht aus Mitgefühl, sondern aus Neugier.

„Ich hatte jetzt gerade diese Woche wieder eine Situation, wo ich auch einfach angesprochen wurde. Also nicht mit Beileid, sondern: Gibt es schon was Neues? Und so was trifft einen dann immer noch sehr“, schildert Dorina offen.

Weihnachten wird für sie nie wieder dasselbe sein. Der Baum wird fehlen, die Rituale sind zerbrochen, und die Leichtigkeit vergangener Jahre scheint unerreichbar.

Und doch spürt Dorina, dass sich das Leben – so schwer es auch fällt – weiterbewegt. Nicht, weil der Schmerz kleiner wird, sondern weil sie lernen muss, mit ihm zu leben.

Dieses erste Weihnachten ohne Fabian ist kein Fest im klassischen Sinn. Es ist ein stilles Innehalten, ein Überstehen, getragen von Erinnerungen, Trauer und der Hoffnung, dass Nähe und Unterstützung zumindest ein wenig Halt geben können – in einer Zeit, die kaum schwerer sein könnte.

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