Haftstrafe! Vater raste Sohn (10) in Sportwagen tot

Richter: „Autos können Waffen sein“

Der graue Audi der Familie wurde bei dem Aufprall völlig zerstört

Der graue Audi der Familie wurde bei dem Aufprall völlig zerstört

Foto: 7aktuell.de/Eric Pannier

Merseburg (Sachsen-Anhalt) – Es war einen Tag vor Weihnachten, als ein furchtbarer Unfall das Leben einer Familie zerstörte: Das geliebte Kind (10) starb, die trauernde Mutter kam in eine Psychiatrie und der Vater, der am Steuer saß, muss nun ins Gefängnis.

Er ist für das tragische Unglück und den Tod des Jungen verantwortlich, entschied am Dienstag das Amtsgericht Merseburg. Der 46-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil er zu schnell und offenbar berauscht einen Menschen totfuhr – schon wieder!

Mutter lief schreiend über die Fahrbahn

Am 23. Dezember des vergangenen Jahres war der Maurer aus Sachsen-Anhalt mit 230 km/h über die A9 gerast, obwohl es regnete und bereits dunkel war. „Sie haben extrem was falsch gemacht“, erklärte ihm der Richter. Am Kreuz Rippachtal übersah der Vater ein Stauende, sein Audi krachte mit 175 km/h in einen Lkw und einen Transporter.

Die A9 bei Bad Dürrenberg glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld. Ein zehnjähriger Junge starb

Die A9 bei Bad Dürrenberg glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld. Ein zehnjähriger Junge starb

Foto: 7aktuell.de/Eric Pannier

Der zehnjährige Sohn des Mannes, der ohne den benötigten Kindersitz auf dem Beifahrersitz saß, war sofort tot. Beide Eltern wurden leicht verletzt. Eine Zeugin berichtete, die Mutter sei ausgestiegen und schreiend über die Fahrbahn gelaufen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befindet sie sich mittlerweile in der Psychiatrie, zum Prozess konnte sie nicht kommen.

Vater hatte Rückstände von Drogen im Blut

Im Blut des Vaters wurden im Krankenhaus Rückstände der Droge Crystal Meth gefunden. Unklar blieb, ob er an dem Tag dadurch fahruntüchtig war. Experten konnten am Wagen auslesen, dass der Audi streckenweise viel zu schnell fuhr, bevor der Unfall passierte.

Für den Richter war klar: „Das war kein Sekundenversagen“. In den nächsten fünf Jahren soll der Angeklagte keine Fahrerlaubnis mehr bekommen. „Das Bewusstsein dafür, dass Autos Waffen sein können und man deshalb verantwortungsvoll damit umgeht, ist bei Ihnen nicht da“, hieß es weiter.

Vor 20 Jahren fuhr er schon einmal jemanden tot

Denn der Mann saß nicht zum ersten Mal vor Gericht. Vor mehr als zwanzig Jahren hatte er mit seinem Auto einen Radfahrer erfasst, der noch an der Unfallstelle verstarb. Unfassbar: Auch damals saß er schon unter Drogen am Steuer!

Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten war da noch zur Bewährung ausgesetzt worden. Dem Gericht zufolge hat der 46-Jährige in der Vergangenheit auch schon andere Haftstrafen abgesessen. Über seinen Anwalt ließ er ausrichten, dass ihm alles leidtue.

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