47-Jähriger in Bayern hingerichtet : Hochzeitsgäste als K.i.l.l.e.r-Kommando!
Das Opfer (l.) wurde ins Krankenhaus gebracht, dort starb der Mann kurz darauf. Der Angeklagte (r.) drehte sich vor Prozessbeginn um, um seiner Mutter zuzuwinken
Fürth (Bayern) – Musik läuft, es wird getanzt, Menschen lachen und feiern, dann fallen plötzlich sechs Schüsse! Mitten auf einer Hochzeitsfeier wird ein Mann niedergeschossen. Vor den Augen von 600 Gästen stirbt Petrisor R. (47). Die fröhliche Feier wird zum Tatort.
Beim Opfer handelt es sich um den Ex-Schwiegervater des mutmaßlichen Täters. Der Schütze laut Staatsanwaltschaft: Isac C. (27). Auch er war Hochzeitsgast.
Beim Betreten des Gerichtssaals trägt der Angeklagte einen dunkelblauen Anzug, wird in Fußfesseln zur Anklagebank geführt
Opfer von sechs Kugeln getroffen
„Der Angeschuldigte nutzte die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers und feuerte sechs gezielte Schüsse auf den Oberkörper ab, die alle trafen“, sagte Staatsanwalt Roland Fleury.
Bei der rumänischen Hochzeit fielen Schüsse. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an
Vorwurf: Mord aus Heimtücke
Jetzt steht Isac C. wegen heimtückischen Mordes vor dem Landgericht Nürnberg (Bayern). Doch er schweigt. Einer seiner drei Verteidiger erklärt, sein Mandant werde sich zu den Vorwürfen nicht äußern.
Blick in den Saal, in dem im März 2025 mehr als 600 Hochzeitsgäste feierten
Das Opfer war kein Fremder: Petrisor R. war der Vater der ehemaligen Lebensgefährtin des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sieht das Motiv in einem eskalierten Familiendrama. Es soll u. a. um Unterhaltszahlungen für zwei Kinder und um Geld gegangen sein.
40.000 Euro „Entschädigung“
Nach der Trennung war die Ex zu ihrer Familie zurückgekehrt. Nach Sorgerechtsstreitigkeiten lebten die beiden Kinder zuletzt beim Angeklagten und dessen Familie in Frankreich. Inzwischen sind sie wieder bei der Mutter.
Isac C. (27) im Gerichtssaal mit seinen beiden Münchner Verteidigern Maximilian Pauls (r.) und Nico Werning
Wegen Unterhaltsansprüchen soll es sogar Verhandlungen vor einer Art „Familiengericht“ in Frankreich gegeben haben. Dort sei eine Art „Entschädigung“ an Isac C. in Höhe von 40.000 Euro festgelegt worden. Doch die Familie des späteren Opfers erkannte diese Forderungen nicht an und zahlte nicht.
Todesdrohungen vor der Tat
Die Eskalation folgte laut Anklage schnell. Als kein Geld floss, soll die Familie des Angeklagten der Gegenseite telefonisch und über Facebook mit dem Tod gedroht haben. Wenige Monate später fielen auf der Hochzeitsfeier die Schüsse.
Isac C. sitzt seit April in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat auch seinen Vater und zwei Brüder wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Das Landgericht Nürnberg hat für den Prozess 15 weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll Ende März fallen.




