🚨 SCHOCK IM FABIAN-PROZESS: Gina H. erhebt schwere Vorwürfe gegen Olaf – „Er hat das arrangiert“!
Rostock – Sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian steht der Mordprozess vor einem neuen Höhepunkt. Am Montag hat die angeklagte Gina H. erstmals ausführlich vor Gericht gesprochen – und dabei nicht nur ihre eigene Rolle verteidigt.
Sie richtete den Blick auf einen der Männer, dessen Aussage für die Anklage von großer Bedeutung ist: Olaf K.
Was Gina H. über ihn behauptet, könnte die bisherige Darstellung der Ereignisse erheblich infrage stellen. Gleichzeitig bleibt offen, welche Teile ihrer Schilderung das Gericht am Ende überzeugen werden.
„Olaf will mich vernichten“
Rund vier Stunden lang las Gina H. aus einer 95 Seiten langen Erklärung vor. Dabei schilderte sie ihre Beziehungen, ihre persönliche Situation und die Ereignisse rund um Fabians Verschwinden und den späteren Fundort.
Besonders deutlich wurde sie, als sie ĂĽber Olaf K. sprach.
„Olaf will mich vernichten“, soll sie vor Gericht erklärt haben.
Nach ihrer Darstellung habe er nicht nur eine andere Motivation gehabt, als von ihm bislang geschildert, sondern sie gezielt in eine Situation gebracht, die sie später belasten konnte.
Der wohl brisanteste Vorwurf: Gina H. behauptet, Olaf K. habe bestimmte Spuren beziehungsweise Gegenstände „arrangiert“.
Dazu zählt nach ihrer Darstellung auch die Suche nach einer möglichen Tatwaffe.
Das Messer, der Grillanzünder – und eine neue Version
Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Campingmesser, das Olaf K. vermisst haben soll und das später in einem Karton wieder aufgetaucht sei.
Auch eine Flasche mit GrillanzĂĽnder bringt Gina H. mit Olaf K. in Verbindung.
Ihre Darstellung lautet: Er habe diese Dinge nicht zufällig ins Spiel gebracht, sondern „arrangiert“.
Damit stellt sie die bisherige Beweislage aus ihrer Sicht auf den Kopf.
Doch Vorsicht: Das sind die Angaben der Angeklagten. Ob ihre VorwĂĽrfe zutreffen, muss das Gericht anhand der ĂĽbrigen Beweise und Zeugenaussagen prĂĽfen.
Und dann geht es um die Nacht am TĂĽmpel
Noch brisanter wird ihre Darstellung beim Fundort von Fabians Leiche.
Gina H. bestreitet, dass sie es gewesen sei, die Olaf K. oder andere Beteiligte zu dem Ort gefĂĽhrt habe, um dort Spuren zu beseitigen oder eine Tatwaffe zu suchen.
Vielmehr versucht sie, die Verantwortung fĂĽr entscheidende Schritte auf andere Beteiligte zu lenken.
Auch beim entscheidenden Moment, als sie und Christian D. die Leiche entdeckt haben sollen, schildert sie eine andere Version als bisher bekannte Zeugenaussagen.
Gina H. behauptet, sie selbst habe sofort die Polizei rufen wollen.
Christian D. habe sie dagegen darum gebeten, dies nicht zu tun. Er habe Angst um seine Jagdlizenz gehabt.
Sie habe in diesem Moment sogar den Eindruck gehabt, dass der sonst starke Mann den Tränen nahe gewesen sei.
Diese Darstellung steht in einem auffälligen Gegensatz zu anderen Aussagen im Verfahren. Genau deshalb dürfte die Frage, wer wann was gesagt und getan hat, für das Gericht besonders wichtig sein.
Warum schwieg sie dann?
Eine der größten Fragen bleibt jedoch bestehen:
Wenn Gina H. tatsächlich sofort die Polizei rufen wollte – warum geschah es nicht?
Ihre Erklärung dafür lautet, dass sie die beteiligten Männer schützen wollte.
Auch bei Christian D. räumte sie ein, gegenüber der Polizei zunächst eine andere Darstellung geliefert zu haben. Sie habe verhindern wollen, dass dessen Ehefrau von den nächtlichen Treffen erfährt.
Damit versucht Gina H., eine weitere belastende Ungereimtheit zu erklären.
Doch gleichzeitig entsteht dadurch eine neue Frage:
Wie viel von ihrer damaligen Geschichte war tatsächlich Schutz für andere – und wie viel könnte mit ihrer eigenen Rolle zusammenhängen?
Gina H. bestreitet den Mord
Eines machte die Angeklagte in ihrer mehrstündigen Erklärung unmissverständlich klar: Sie bestreitet, Fabian getötet zu haben.
Sie beschreibt ihr Verhältnis zu dem Jungen als gut und harmonisch. Fabian habe ihr nichts getan, und sie hätte ihm niemals etwas antun können.
Am Ende ihrer Aussage wählte sie einen besonders emotionalen Satz:
„Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten.“
FĂĽr die Familie des Jungen muss dieser Moment besonders schwer gewesen sein. Fabians Mutter Dorina L. war im Gerichtssaal und verfolgte die Aussage ihrer frĂĽheren Rivalin im Verfahren.
Auch die Blutspur bekommt eine neue Erklärung
Nicht nur Olaf K. geriet durch die Aussage ins Visier. Gina H. versuchte auch, ein weiteres wichtiges Indiz zu erklären: das Blut von Fabian auf einem Küchenpapier in ihrem Pick-up.
Die Angeklagte erklärte, Fabian habe sich bereits im August 2025 bei einem gemeinsamen Ausflug an einem See leicht am Fuß verletzt.
Sie habe die Wunde versorgt und mit KĂĽchenpapier abgetupft.
Das Papier sei anschlieĂźend im Fahrzeug geblieben.
Damit liefert Gina H. eine Erklärung dafür, warum das Blut des Jungen in ihrem Auto gefunden wurde. Eine genaue Altersbestimmung der Blutspur ist laut der aktuellen Berichterstattung allerdings nicht möglich.
„Ich stand von Anfang an als Täterin fest“
Neben den Vorwürfen gegen Olaf K. attackierte Gina H. auch die Ermittlungsbehörden.
Sie habe bereits vor ihrer Festnahme den Eindruck gehabt, dass die Ermittler sie als Schuldige festgelegt hätten.
Sinngemäß warf sie den Behörden vor, nicht ausreichend in andere Richtungen geschaut zu haben.
Damit präsentiert sich die Angeklagte in ihrer Erklärung nicht nur als unschuldig, sondern zugleich als jemand, der ihrer Ansicht nach von Beginn an in eine bestimmte Rolle gedrängt wurde.
Doch das Gericht stellt eine wichtige Einschränkung fest
So ausführlich Gina H. auch sprach: Fragen beantwortete sie nach ihrer Erklärung nicht.
Das ist fĂĽr das Verfahren von Bedeutung.
Denn eine Erklärung kann eine eigene Version der Ereignisse darstellen – doch ohne anschließende Befragung bleiben bestimmte Widersprüche möglicherweise ungeklärt.
Richter Holger Schütt wies entsprechend darauf hin, dass das Gericht ihren Angaben möglicherweise nicht in ihrer Gesamtheit Glauben schenken könne.
Damit könnte genau das passieren, was die Angeklagte mit ihren 95 Seiten eigentlich verhindern wollte: Statt die offenen Fragen zu schließen, könnten einige davon noch größer geworden sein.
Ein Prozess voller WidersprĂĽche
Die Aussage von Gina H. verändert den Fall zumindest auf der Ebene der Darstellung.
Sie präsentiert eine Geschichte, in der andere Beteiligte wichtige Entscheidungen getroffen haben sollen.
Sie behauptet, Olaf K. habe sie „vernichten“ wollen.
Sie stellt die Aussagen rund um das Campingmesser und den GrillanzĂĽnder infrage.
Sie erklärt das Blut im Auto mit einem Monate zurückliegenden Unfall.
Und sie behauptet, selbst habe sie beim Fund der Leiche die Polizei verständigen wollen.
Doch jede dieser Aussagen muss sich nun an den bereits erhobenen Beweisen messen lassen.
Was davon ist eine plausible Erklärung – und was ist lediglich der Versuch, belastende Indizien umzudeuten?
Genau diese Frage dĂĽrfte den weiteren Prozess bestimmen.
Der Mord an Fabian bleibt damit ein Puzzle, bei dem ein entscheidendes Teil noch immer fehlt.
Und ausgerechnet die Frau, die monatelang geschwiegen hat, hat nun ihre eigene Version vorgelegt.
Ob sie damit die Zweifel an der Anklage verstärkt – oder sich durch neue Widersprüche selbst weiter unter Druck bringt, dürfte sich in den kommenden Verhandlungstagen zeigen.





