Vermisste Bella (3) ist ertrunken: Polizei räumt Fehler bei Suche ein – „Pool nicht durchsucht“

Die Polizei suchte nach der dreijährigen Bella aus Preetz (Schleswig-Holstein). Jetzt wurde das vermisste Kind allerdings tot aufgefunden.

Update vom 7. August, 15:07 Uhr: Die dreijährige Bella aus Preetz ist ertrunken. „Das Kind wurde aus einem auf dem elterlichen Grundstück befindlichen Pool geborgen“, so die Polizei. Dass das Mädchen erst am Donnerstagvormittag (6. August) in dem Pool entdeckt wurde, hatte für Verwirrung gesorgt. Bereits am Mittwoch (5. August) hatten Einsatzkräfte gegen 14 Uhr erstmals die Wohnung und das Grundstück gesucht. „Entgegen vorheriger Angaben wurde der Pool auf dem Grundstück zu dieser Zeit nicht durchsucht. Es fand lediglich eine oberflächliche Sichtprüfung statt“, korrigiert die Polizei.

Polizeieinsatz in Preetz, wo das tote Mädchen gefunden wurde.
Polizeieinsatz in Preetz, wo das tote Mädchen gefunden wurde. © Marcus Golejewski / dpa

Gegen Mitternacht hatte die Polizei erneut das Wohnhaus und den Garten abgesucht. Erstmals suchten sie den Pool dabei genauer ab. „Warum die Absuche des Pools nicht zum Auffinden des Kindes geführt hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden“, heißt es.

Bella (3) starb bereits kurz nach ihrem Verschwinden

Fest steht aber: Bella ist unmittelbar nach ihrem Verschwinden in den Pool gefallen und ertrunken. Der Todeszeitpunkt dürfte demnach weit vor Mitternacht gelegen haben. Eine konkrete zeitliche Eingrenzung ist laut Polizei nicht möglich. Warum es zu Fehlinformationen kam, wird nun intern untersucht. „Wir bitten dies zu entschuldigen. Intern wird nachbereitet, warum der Pool zu diesem Zeitpunkt nicht durchsucht wurde“, teilten die Beamten mit.

Wieso das Kind in den Pool gefallen ist, wird ebenfalls ermittelt. „Hier muss man natürlich auch die Frage prüfen, ob ein Aufsichtsverschulden oder so etwas eine Rolle gespielt haben könnte“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Erst nach Abschluss der Beweissicherung lasse sich entscheiden, ob Tatsachen für ein Fremdverschulden vorliegen. Hinweise auf eine Gewalttat gebe es aber nicht.

Todesursache der vermissten Bella steht fest

Update vom 7. August, 11:12 Uhr: Die dreijährige Bella aus Preetz ist tot. Das Mädchen war am Donnerstag (6. August) leblos in einem Pool unweit des Hauses ihrer Familie gefunden worden. Die Vermutung der Ermittler hat sich jetzt bestätigt. Bella ist ertrunken. „Die Obduktion hat ergeben, dass Ertrinken die Todesursache war. Es gab keinerlei Anhaltspunkte auf eine Gewalttat“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler der Bild. Wie das Mädchen in den Pool kam, wird noch ermittelt. Nach Angaben der Zeitung hatten die Einsatzkräfte hier zuvor nach dem Kind gesucht.

Update vom 6. August, 10:30 Uhr: Traurige Gewissheit in Schleswig-Holstein. Die dreijährige Bella aus Preetz ist tot. Laut Informationen der Bild war das kleine Mädchen am Donnerstagvormittag leblos in einem Swimmingpool unweit des Hauses der Familie gefunden worden.

Verschwundenes Mädchen, umgefallene Bäume im Wald
Eine Dreijährige aus Preetz verschwand am Mittwochmittag von Zuhause. Erst hieß es, sie ging Richtung eines nahen Waldes. Jetzt wurde das Kind tot aufgefunden. © Polizeidirektion Kiel, picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Erstmeldung vom 5. August: Verschwinden Kleinkinder beinahe spurlos, ist immer Eile geboten. Im Fall der dreijährigen Bella S. kann aber jede Minute entscheidend sein. Denn das Mädchen aus Preetz im schleswig-holsteinischen Plön ist dringend auf medizinische Hilfe angewiesen, wie die Polizeidirektion Kiel mitteilt. Nach Informationen der Bild ist die Kleine Autistin.

Seit diesem Mittwoch um 12.30 Uhr wird Bella vermisst. Zuletzt wurde sie an ihrer Wohnanschrift in Preetz gesehen. Diese verließ das Mädchen mit unbekanntem Ziel. Laut Bild ging sie dabei durch die Haustür und den Garten, ihre Spur habe sich in Richtung eines Waldgebietes verloren.

Dreijährige Bella aus Preetz verschwunden: Polizei geht nicht von kriminellem Hintergrund aus

Dutzende Einsatzkräfte suchen dem Bericht zufolge angrenzende Wälder und Gewässer ab. Polizeibeamte mit Suchhunden seien ebenso beteiligt wie die Freiwillige Feuerwehr. Unter Berufung auf eine Polizeisprecherin heißt es, alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz.

Beschrieben wird Bella in der Polizeimitteilung wie folgt: Sie ist schlank, hat schwarze Haare und trägt einen nach oben gebundenen Zopf. Zur Zeit ihres Verschwindens war das Mädchen mit einem schwarzen Oberteil mit Schleifen, einer beigefarbenen Hose mit Schleifen und pinkfarbenen Crocs bekleidet.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, geht die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht von einem kriminellen Hintergrund für das Verschwinden aus. Da die Suchmaßnahmen nicht sofort zum Erfolg führten, wandte sich die Polizei an die Öffentlichkeit und bat Medien sowie Bevölkerung um Unterstützung. Personen, die Bella nach 12.30 Uhr gesehen haben oder Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 110 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Vermisstenfälle: Autistischer Junge 2024 tot gefunden – andere Kinder tauchen wieder auf

Der Fall erinnert an die Suche nach Arian, die jedoch kein gutes Ende nahm. Der autistische Junge aus Bremervörde verschwand am 22. April 2024 von Zuhause, und wurde rund zwei Monate später tot aufgefunden. Die Polizei schloss aus, dass der Sechsjährige Opfer eines Verbrechens wurde. Details zur Todesursache wurden jedoch nicht genannt, um die Privatsphäre von Arian zu wahren.

Dagegen wurde der im Januar 2026 vermisste achtjährige Noah nach wenigen Tagen gefunden. Allerdings geriet seine Mutter ins Visier der Polizei. Wenig später verschwanden zwei Kinder auf dem Weg zum Fußballtraining. Die beiden Cousins tauchten in Begleitung eines Familienangehörigen wieder auf. Ein kurioses Ende nahm die Suche nach einem Zweijährigen in diesem Sommer. (Quellen: Polizeidirektion Kiel, Bild, dpa) (mg)

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