Die schreckliche Wahrheit hinter Gina H.s eiskalter Fassade – Ein Geheimnis, das den gesamten Gerichtssaal für 18 Tage verstummen ließ.
Mordprozess in Rostock:Erfahrene Polizistin bricht vor Gericht in Tränen aus
Gina H. (30) betritt mit einer roten Aktenmappe vor dem Gesicht den Saal
Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Wenn Polizisten vor Gericht aussagen, sind ihre Schilderungen meist nüchtern. Sie berichten in Beamtendeutsch, gehen ihre Protokolle durch, nutzen umständliche Formulierungen. Doch im Mordfall Fabian ist alles anders. Das Schicksal des 8-Jährigen berührt die Herzen – und brachte eine Polizistin am Dienstag an ihre emotionalen Grenzen.
Insgesamt sagten vor dem Landgericht Rostock am 18. Prozesstag vier Polizistinnen aus. Im Mittelpunkt standen zunächst die Auswertungen der Handys von Fabian, seinem Vater und Christian D. – dem Bekannten der Angeklagten Gina H. (30). Sie soll Fabian am 10. Oktober 2025 aus dem Haus gelockt und ihn an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet haben. Danach soll sie seine Leiche in Brand gesetzt haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte sie damit einen Streitpunkt mit Fabians Vater Matthias R. (35) aus dem Weg räumen und die Beziehung zu ihm – auch aus finanziellen Gründen – wieder aufleben lassen.
Fabian (8) wurde am 10. Oktober 2025 ermordet
Am Ende des Verhandlungstages trat eine 43-jährige, erfahrene Polizeibeamtin in den Saal. Das, was sie am 14. Oktober 2025 erlebte, war so grausam wie nichts zuvor in ihrer Laufbahn. An diesem Tag ging auf dem Kommissariat ein Anruf ein. Eine Frau, die sich als Gina H. vorstellte, gab an, eine Kinderleiche gefunden zu haben. Und dass es sich um den vermissten Fabian handeln könne.
Polizistin bricht in Tränen aus
Die Polizistin fährt mit ihrem Kollegen hinaus zum Fundort, trifft auf Gina H., die auf die Beamten wartet. „Sie war sehr kooperativ und redselig. Ohne dass ich großartig nachgefragt habe, hat sie erzählt, dass sie mit einer Freundin spazieren war. Dass ihr Hund über ein Feld gelaufen ist. Ich weiß nicht mehr, ob sie Senke, Schweinekuhle oder Suhle sagte“, sagt die Polizistin vor Gericht. Dann habe sie hinzugefügt, dass sie selbst zum Tümpel gegangen sei und deshalb ihre Spuren dort seien. Fabian habe sie am Gesicht erkannt.
Die Angeklagte mit einem ihrer Pferde
Diesen Weg gingen Gina H. und später auch die Beamten durchs Feld
An diesem Tümpel wurde Fabians Leiche gefunden
Bei der Erinnerung an den Anblick der Leiche bricht plötzlich ihre Stimme. Sie hustet und entschuldigt sich. Dann fängt sie an zu weinen. Im Saal wird es bedrückend still. Fabians Mutter schluckt. „Das war auch eine herausfordernde Situation“, sagt die Polizistin.
Richter Holger Schütt bot der Polizistin eine Pause an
„Die letzte Würde, die Ehre genommen“
„Tiefe emotionale Erschütterung“ habe sie bei der Angeklagten nicht bemerkt. Es habe gewirkt, als hätte sie sich ihre Worte vorher zurechtgelegt. Selbst als Gina H. um einen Seelsorger gebeten habe, habe die Polizistin gedacht: „Den bräuchten wir jetzt dringender.“
Der Richter fragt, ob sie noch etwas hinzufügen möchte. Sie sagt: „Es ist nicht nur der Umstand, dass der Junge gewaltsam zu Tode gekommen ist. Entschuldigung, dass ich das so sage. Mein Eindruck war: Er wurde entsorgt wie Müll. Er wurde dort hingelegt, ihm wurde die letzte Würde, die Ehre genommen.“
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