SCHOCK IM FALL FABIAN: „So hat alles begonnen…“ – Gina H. schildert ein Leben voller Gewalt, Sucht und Angst – doch ein Detail sorgt jetzt für Gänsehaut

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Der 16. Prozesstag um den Mord an Fabian (8) beginnt mit einer Überraschung. Der Vater des toten Jungen aus Güstrow tauchte am Mittwochmorgen im Gerichtssaal auf. Matthias R. (35) war seit seiner eigenen Aussage nicht mehr gekommen, hatte damit an insgesamt 13 Prozesstagen gefehlt.

Heute soll u. a. seine Chefin aussagen. Sie soll in einer Vernehmung bei der Polizei behauptet haben, dass Gina H. (30) auf R.s Handy eine Spy-Software installiert habe. Fabians Vater beharrte vor Gericht darauf, dass seine Chefin das alles missverstanden habe. Auch die Arbeitgeberin der Angeklagten Gina H. (30) ist geladen. Ihre Aussagen sollen Aufschluss über ihre Persönlichkeit geben.

  • Vergewaltigung als Wendepunkt

    Nach Angaben der Gerichtshelferin schilderte Gina H., dass sie nach einer Vergewaltigung psychisch „nicht mehr auf die Beine gekommen“ sei. Eine begonnene Ausbildung habe sie nicht abgeschlossen, beruflich habe sie sich nicht stabilisieren können.

    Aus einer früheren Beziehung stamme ihr leiblicher Sohn. Diese Partnerschaft sei nach Angaben von Gina H. wegen häuslicher Gewalt gescheitert.

  • Schwierige Kindheit geschildert

    Die Zeugin von der Gerichtshilfe berichtet aus dem Gespräch mit Gina H. Anfang Januar. Die Angeklagte habe von einer schwierigen Kindheit erzählt. Ihren leiblichen Vater habe sie nie kennengelernt. Die Beziehung zu ihren Großeltern beschrieb sie dagegen als besonders eng. „Das sind ihre wichtigsten Bezugspersonen“, sagt die Zeugin.

    Außerdem habe Gina H. von zahlreichen Schulwechseln und einer Halbschwester berichtet.

  • Der Fall, der Deutschland erschüttert

    Der Mord an Fabian (8) bewegt viele Menschen. Wie der Junge verschwand, gesucht und schließlich tot aufgefunden wurde, hat BILD ausführlich rekonstruiert. Alle Hintergründe zum Fall lesen Sie hier.

  • Zeugin sieht weder Streit noch besondere Nähe

    Zum Abschluss wird die Tierärztin gefragt, wie sie den Umgang von Gina H. mit den Kindern und Matthias R. erlebt habe. Etwas Negatives sei ihr dabei nie aufgefallen. Einen besonders liebevollen Umgang habe sie allerdings ebenfalls nicht wahrgenommen. „Da ist ja aber auch jeder anders“, ordnet die Zeugin ihre Beobachtung ein.

    Anschließend wird die Tierärztin unvereidigt aus dem Zeugenstand entlassen.

    • Hummels-Verdacht um KimmichBild

    • Mit Baby über das Feld galoppiert

      Besonders eindrücklich sei ihr eine weitere Situation in Erinnerung geblieben: Als ihr Sohn noch kein Jahr alt gewesen sei, habe Gina H. ihn in einer Kinderkraxe auf dem Rücken getragen und sei mit dem Pferd über ein Feld galoppiert.

      Außerdem berichtet die Tierärztin von einem Einsatz am Stall. Während sie ein Pferd behandelte, hätten Fabian und der Sohn der Angeklagten Schränke ihres Tierarztwagens geöffnet. „Damals musste ich etwas sagen“, erinnert sie sich. Gina H. und Matthias R. seien in dieser Situation nicht eingeschritten.

    • „Sie war sehr risikobereit“

      Auf Nachfrage der Nebenklage schildert die Tierärztin Situationen, die ihr besonders in Erinnerung geblieben sind. Gina H. habe sie „schon immer als sehr risikobereit oder sich des Risikos nicht bewusst“ erlebt.

      So sei sie häufig mit einem Pferd geritten, während weitere Pferde frei nebenherliefen. „Das würde ich nie machen“, sagt die Zeugin. Gina H. habe ihr erklärt, sie vertraue ihren Pferden.

    • Tierärztin: Gina H. war körperlich fit

      Der psychiatrische Sachverständige Dr. Keiper fragt, ob Gina H. den körperlichen Aufwand mit ihren Pferden überhaupt habe bewältigen können.

      Die Tierärztin bejaht das. Gina H. sei nahezu täglich geritten. Kurz vor der Tat habe sie zudem ein freizügiges Foto veröffentlicht. „Da hat man jeden Muskel gesehen“, berichtet die Zeugin. „Ich habe damals noch zu meinem Mann gesagt: Die hätte ich auch gerne, die Muskeln.“

    • „Er wirkte einfach durch“

      Die Tierärztin schildert auch ihren Eindruck von Matthias R. nach Fabians Tod. Anfangs habe sie sogar Angst vor dem Treffen gehabt.

      Vor Ort habe sie jedoch einen völlig erschöpften Mann erlebt. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es ihm egal ist. Ich hatte das Gefühl, dass er es einfach nicht wahrhaben wollte und nach einer anderen Erklärung suchte.“ Als Psychologin verstehe sie sich nicht, sagt die Zeugin. „Er wirkte auf mich einfach durch.“

    • Matthias suchte nach einer anderen Erklärung

      Bei den Treffen auf der Koppel habe Matthias R. angedeutet, nicht an eine Täterschaft von Gina H. zu glauben, berichtet die Tierärztin.

      Er habe stattdessen lose Vermutungen über eine andere Frau namens Raffaela geäußert. Konkrete Vorwürfe habe er allerdings nicht erhoben. „Ich habe nur schwammige Antworten gekriegt und wollte nicht intensiver nachfragen“, sagt die Zeugin.

    • Matthias ließ die Pferde weiter versorgen

      Nach der Festnahme von Gina H. habe Matthias R. die Versorgung der fünf Pferde übernommen, berichtet die Tierärztin. Er habe sie beauftragt, die Tiere weiter zu behandeln und impfen zu lassen.

      „Die Pferde können am allerwenigsten dafür“, sagt die Zeugin. Noch heute kümmere sich Matthias morgens und abends um die Tiere.

      • „Bei Tiffy war sie völlig hysterisch“

        Richter Holger Schütt fragt die Tierärztin, wie Gina H. auf den Tod ihres Pferdes „Tiffy“ reagiert habe. Die Antwort fällt deutlich aus: „Sie war vollkommen aufgelöst, war nicht ansprechbar.“

        Auch als sich ein Fohlen im Sommer 2025 verletzt habe, sei Gina H. „völlig aufgelöst und total hysterisch“ gewesen. „So eine Reaktion habe ich bei Fabian überhaupt nicht erlebt. Das war komplett anders.“

      • „Warum warst du in Klein Upahl?“

        Die Tierärztin schreibt Gina H. noch am selben Tag zurück: „Ich verstehe auch nicht, welche Verbindung du nach Klein Upahl hast. Wieso warst du dort spazieren? Das ist ja schon komisch.“

        Die Antwort der Angeklagten: „Wir waren nicht in Klein Upahl, wir waren hinten in Lähnwitz im Wald. Da sind wir öfter.“ Außerdem beklagt sie sich über die Berichterstattung: „Hier wird sicher das Wildeste spekuliert in den Nachrichten und es stimmt alles nicht.“

      • „Ich habe damit nichts zu tun“

        Vor Gericht wird eine Sprachnachricht von Gina H. vom 18. Oktober 2025 abgespielt. Darin spricht sie erstmals über den Leichenfund.

        „Leider Gottes habe ich ihn gefunden“, sagt sie. Ihr eigener Sohn bekomme inzwischen zu hören, seine Mutter sei eine Mörderin. „Obwohl ich ja nicht mal tatverdächtig bin. Die Bilder waren schon schlimm genug für mich. Ich habe damit nichts zu tun.“

      • Danach brach der Kontakt ab

        Nach diesem Austausch riss der Kontakt zwischen der Tierärztin und Gina H. ab. Anfang November fertigte die Zeugin noch einen Screenshot von einem WhatsApp-Status der Angeklagten an.

        Darin schrieb Gina H.: „Manchen Menschen musst du ihre schlechte Seite zeigen, damit sie einfach mal realisieren, wie nett du die ganze Zeit zu ihnen warst.“

      • Nach Leichenfund fragte sie nach Klein Upahl

        Nach dem Fund der Leiche schrieb die Tierärztin Gina H. erneut. Als sie später erfuhr, dass die Angeklagte das Kind gefunden hatte, habe sie sie gefragt: „Was machst du denn in Klein Upahl?“

        Nach ihrer Schilderung habe Gina H. zunächst geantwortet, sie seien gar nicht in Klein Upahl, sondern in Lähnwitz spazieren gewesen. Daraufhin habe sie ihr geschrieben, dass die Polizei das sicher aufklären werde.

      • Tierärztin wundert sich über Gina H.

        In den weiteren Nachrichten spekuliert die Tierärztin, ob Fabian vielleicht bei Freunden oder Verwandten untergekommen sein könnte oder jemand den Jungen mitgenommen habe.

        Vor Gericht erklärt sie heute: „Ich fand es deshalb so verwunderlich, weil sie so wenig besorgt wirkte.“ Sie habe damals den Eindruck gehabt, Gina H. wisse vielleicht mehr als öffentlich bekannt gewesen sei.

      • „Gibt es bei dem Jungen schon etwas Neues?“

        Vor Gericht werden weitere Sprachnachrichten vom 11. Oktober 2025 abgespielt. Die Tierärztin fragt Gina H., ob es Neuigkeiten zum verschwundenen Fabian gebe.

        Die Angeklagte antwortet: „Nee, zum Thema Fabian gibt es leider noch nichts Neues.“

      • „Nicht, dass du was damit zu tun hast“

        Am Samstag behandelte die Tierärztin schließlich das Pferd auf der Koppel. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie bereits, dass in Güstrow ein Kind vermisst wurde – allerdings noch nicht, dass es sich um Fabian handelte.

        Erst Gina H. habe ihr gesagt: „Das ist ja der Sohn von Matthias, der vier Jahre wie mein Ziehsohn war.“ Die Reaktion der Angeklagten habe sie irritiert. „Da dachte ich mir: Ach du grüne Neune, dafür steht sie ja ganz entspannt da.“

        Die Tierärztin schildert offen ihren damaligen Gedanken: „Nicht, dass du was damit zu tun hast.“ Sie habe allerdings zunächst vermutet, Fabian sitze vielleicht bei Gina H. im Keller, um Matthias R. eins auszuwischen. „Wenn das mein Kind wäre, hätte ich für das Pferd keinen Kopf gehabt“, sagt die Zeugin.

      • Ungewöhnliches Verhalten bei der Behandlung

        Die Tierärztin berichtet weiter, dass Gina H. ihr am Abend des 10. Oktober zunächst gar nicht mehr antwortete. Erst am nächsten Tag habe sie sich wieder gemeldet und schließlich einen Termin für die Behandlung vereinbart.

        Dabei sei ihr Verhalten ungewöhnlich gewesen. Normalerweise habe Gina H. immer nach den Kosten gefragt oder ihre Pferde selbst in die Praxis gebracht, um die Anfahrt zu sparen. Diesmal sei das anders gewesen. „Da habe ich sogar zu meinem Mann gesagt: Mensch, was ist denn da los?“, erinnert sich die Zeugin.

      • „Das passte im Nachhinein nicht zusammen“

        Auf Nachfrage des Richters erklärt die Tierärztin, ihr sei damals nichts Besonderes aufgefallen. Rückblickend habe die Beschreibung des Pferdes jedoch nicht zu dessen tatsächlichem Zustand gepasst.

        Außerdem habe Gina H. an diesem Tag ungewöhnlich langsam geantwortet. „Normalerweise meldete sie sich innerhalb von etwa acht Minuten“, sagt die Zeugin.

      • Antwort erst nach mehr als einer Stunde

        Vor Gericht wird eine Sprachnachricht der Tierärztin vom 10. Oktober 2025 abgespielt. Um 11.32 Uhr fragt sie Gina H., wie es ihrem Pferd „Teddy“ geht.

        Die Antwort kommt erst um 12.46 Uhr – zu einem Zeitpunkt, als das Handy der Angeklagten erst seit wenigen Minuten wieder aktiv war. Darin berichtet Gina H. von Hautproblemen des Pferdes und einer auffälligen Pause mitten in der Nachricht.

      • Auffällige Funkstille am Tattag

        Dann geht es um den 10. Oktober 2025. Die Tierärztin berichtet, dass Gina H. sie wegen eines Hautproblems ihres Pferdes „Teddy“ kontaktiert hatte. Am Vormittag des Tattags schickte sie der Angeklagten eine Sprachnachricht und fragte, ob sie das Tier vor dem Wochenende noch untersuchen solle.

        Die Antwort kam erst mehr als eine Stunde später. „Normalerweise antwortet sie innerhalb von etwa acht Minuten“, sagt die Zeugin. Auf die ungewöhnlich lange Funkstille sei sie allerdings erst durch die Ermittler aufmerksam gemacht worden.

        Nun will das Gericht den WhatsApp-Verlauf vom 10. Oktober gemeinsam anhören.

      • 8000 Euro Tierarztkosten

        Richter Holger Schütt fragt nach den hohen Behandlungskosten. Für die Tierärztin ist die Summe nicht ungewöhnlich. „Wenn man sich gut um seine Pferde kümmert, dann ist das eine angemessene Größenordnung“, erklärt sie.

        Wer die Rechnungen letztlich bezahlt habe, könne sie allerdings nicht sagen. Die Abrechnung laufe über eine externe Stelle.

      • „Sie kümmerte sich gut um ihre Pferde“

        Die Tierärztin beschreibt Gina H. als fürsorgliche Pferdehalterin. „Sie hat sich sehr gut um ihre Pferde gekümmert, deshalb haben wir uns regelmäßig gesehen.“

        Auch finanzielle Probleme habe sie in der Praxis kaum erlebt. Rund 30 Rechnungen über insgesamt knapp 8000 Euro seien nahezu immer pünktlich bezahlt worden. Nur zweimal habe es Ratenzahlungen und eine erste Mahnung gegeben. „Es gab nie Probleme damit.“

      • „Die Pferde waren ihr sehr wichtig“

        Auf die Frage nach dem Stellenwert der Tiere sagt die Tierärztin: „Ich glaube, ihr waren alle Pferde sehr wichtig.“

        Schon vor Tiffys Tod habe Gina H. ihr immer wieder gesagt, sie wisse nicht, was sie machen solle, wenn das Pferd einmal sterbe. Nach dem Tod habe es eine Gedenkstätte gegeben – nach Erinnerung der Zeugin ein Kreuz im Garten. Außerdem habe Gina H. regelmäßig in den sozialen Medien über Tiffy gepostet.

      • Tierärztin erinnert sich an Tiffys Tod

        Richter Holger Schütt fragt nach Gina H.s Pferden. Die Tierärztin berichtet, dass die Angeklagte heute fünf Pferde habe. Zuvor habe sie das Reitpferd „Tiffy“ besessen.

        Das Tier sei bei einem Kutschenausflug plötzlich zusammengebrochen und gestorben. „Sie hat mich damals angerufen und so geweint, dass ich mit Matthias sprechen musste“, erinnert sich die Zeugin. Gemeinsam habe man überlegt, wie das tote Pferd vom Feld geborgen werden könne. Sie habe angeboten, eine Einäscherung zu organisieren. „Das hat sie aber abgelehnt.“

      • „Sie schrieb, sie habe keinen Grund mehr zu leben“

        Besonders in Erinnerung geblieben ist der Zeugin die Zeit nach der Trennung von Matthias R. Damals habe Gina H. öffentlich gepostet, sie habe „keinen Grund mehr, für den es sich zu leben lohnt“.

        „Das ging mir auch nahe“, sagt die Tierärztin. „Für mich könnte die Welt untergehen. Aber solange ich Kinder habe, habe ich einen Grund zu leben.“

        Matthias R. habe sie nur gelegentlich kennengelernt. Auch Fabian habe sie drei- bis viermal gesehen. Einen persönlichen Bezug zu beiden habe sie jedoch nicht gehabt.

      • „Vieles war öffentlich zu sehen“

        Obwohl beide privat nicht befreundet gewesen seien, habe sie viel über Gina H. mitbekommen. „Sie hat über Facebook und ihren WhatsApp-Status viel kundgetan“, sagt die Tierärztin.

        Neben Beiträgen über ihre Pferde habe Gina H. auch freizügige Fotos von sich veröffentlicht. In schwierigen Lebensphasen habe sie zudem öffentlich geschrieben, dass es ihr schlecht gehe und wer aus ihrer Sicht dafür verantwortlich sei.

      • Tierärztin sagt aus

        Als nächste Zeugin wird eine selbstständige Tierärztin vernommen. Die 37-Jährige betreut seit vielen Jahren die Pferde von Gina H. und kennt die Angeklagte bereits seit 2014. Privat habe es jedoch keinen Kontakt gegeben.

        „Sie war eine meiner ersten Kundinnen in meiner eigenen Praxis“, berichtet die Zeugin.

      • Verhandlung unterbrochen

        Nach der Aussage der Gerichtshelferin unterbricht das Landgericht die Verhandlung. Weiter geht es um 10.30 Uhr. Dann soll die nächste Zeugin gehört werden.

      • Zeugin entlassen

        Richter Holger Schütt hat keine weiteren Fragen. Nebenklagevertreterin Christina Habetha hakt noch zur finanziellen Situation von Gina H. nach und bezweifelt, dass die geschilderte Rentenhöhe zu ihrem bisherigen Lebenslauf passt. Die Gerichtshelferin kann dazu keine Angaben machen.

        Anschließend wird die Zeugin entlassen.

      • Gerichtshelferin: Keine Trauer um Fabian erkennbar

        Die Zeugin schildert ihren Eindruck aus dem Gespräch. Gina H. habe berichtet, an Borderline und einer Persönlichkeitsstörung zu leiden. Außerdem habe sie von Suizidgedanken sowie der Einnahme von Antidepressiva und Schlaftabletten gesprochen.

        Auffällig sei gewesen: Als Gina H. über ihre Tiere sprach, habe ihre Sorge authentisch gewirkt. Als sie über Fabian erzählte, habe sie dagegen keine Trauer oder Betroffenheit wahrgenommen. „Es wirkte mehr, als würde sie aus einer heilen Familienwelt der Vergangenheit berichten“, sagt die Gerichtshelferin.

      • „Fabian war wie ein zweites Kind“

        Die Gerichtshelferin berichtet weiter, Gina H. habe ihre Tiere als „einzigen Halt“ in ihrem Leben bezeichnet. Besonders der Tod ihrer Lieblingsstute habe sie schwer getroffen.

        Über Fabian habe die Angeklagte gesagt, er sei für sie „wie ein zweites Kind“ gewesen. Er und ihr leiblicher Sohn hätten „wie Zwillinge ausgesehen“, wenn sie zusammen gewesen seien. Zugleich habe sie erklärt, sie verstehe nicht, warum ihr das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen worden sei. Sie fühle sich körperlich und seelisch am Ende, wolle aber „weiter kämpfen“.

      • „Matthias steht immer hinter mir“

        Nach Angaben der Gerichtshelferin sprach Gina H. Anfang Januar auch über ihre Beziehung zu Matthias R. Er sei für sie „Ex-Freund und Vielleicht-Freund“ und stehe weiterhin hinter ihr. Er wisse, „dass sie nichts mit der Tat zu tun habe“.

        Als wichtigste Menschen in ihrem Leben habe Gina H. ihre Großeltern, Matthias R., ihren Sohn sowie ihren verstorbenen „Papa“ genannt.

      • Trennung von Matthias R. traf sie schwer

        Beim Bau eines Carports habe Gina H. später Matthias R. kennengelernt, berichtet die Gerichtshelferin. 2022 seien beide gemeinsam mit ihrem Sohn nach Krakow am See gezogen.

        Die Trennung am 13. August habe Gina H. nach Darstellung der Zeugin stark belastet. Die gemeinsame Wohnung sei gekündigt worden, anschließend sei sie zu ihren Großeltern zurückgezogen.

        Während dieser Schilderungen wendet sich Gina H. mehrfach ihrem Verteidiger Andreas Ohm zu, nickt und kommentiert leise: „Stimmt.“

      • Schwere Vorwürfe gegen früheren Partner

        Nach Angaben der Gerichtshelferin schilderte Gina H. ihren aus Polen stammenden früheren Lebensgefährten als alkoholabhängig und gewalttätig. Er habe sie geschlagen und getreten – sogar während einer Schwangerschaft.

        Richter Holger Schütt fragt nach, ob Gina H. auch von einer Vergewaltigung oder Zwangsprostitution durch den Mann berichtet habe. Das verneint die Zeugin. Aus ihrem Bericht zitiert der Richter jedoch, dass Gina H. nach der Trennung befürchtet habe, der Vater könne den gemeinsamen Sohn ins Ausland bringen. Deshalb habe sie ein gerichtliches Kontaktverbot erwirkt.

      • Mobbing, Vergewaltigung und Frührente

        Die Gerichtshelferin berichtet weiter, Gina H. habe ihr erzählt, in der Schule häufig zurückstecken zu müssen – auch zugunsten ihrer Halbschwester. Sie sei gemobbt worden. Zu den schlimmsten Erlebnissen hätten gehört, dass Mitschüler ihr die Haare angezündet und sie in eine Mülltonne gesteckt hätten.

        Außerdem habe Gina H. von einer Vergewaltigung im Jahr 2013 berichtet. Einen Täter oder eine Strafanzeige habe sie dabei nicht erwähnt. Wegen ihrer psychischen Belastung habe sie ihre Ausbildung schließlich abgebrochen. „Sie war nicht mehr frei im Kopf“, schildert die Zeugin. Seit 2015 beziehe Gina H. eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von rund 1400 Euro.

      • „Den nannte sie Papa“

        Richter Holger Schütt fragt nach einem Mann, den Gina H. in dem Gespräch mit der Gerichtshelferin erwähnt hatte. Dabei handelte es sich um einen früheren Partner ihrer Mutter.

        Die Zeugin berichtet, Gina H. habe diesen Mann als „Papa“ bezeichnet. Er sei die einzige männliche Bezugsperson gewesen, zu der sie ein väterliches Verhältnis aufgebaut habe. Auch nach der Trennung ihrer Mutter habe sie den Kontakt zunächst gehalten. Erst später sei dieser abgebrochen. Von seinem Tod im Alter von 54 Jahren habe sie schließlich über soziale Medien erfahren.

      • „Mein Ex und Vielleicht-Freund“

        Über Fabians Vater Matthias R. habe Gina H. Anfang Januar so gesprochen, als bestehe weiterhin Kontakt. Er unterstütze sie und habe auch Kontakt zu ihren Großeltern, berichtet die Gerichtshelferin.

        Irritiert habe sie dabei eine Formulierung der Angeklagten: Sie habe Matthias R. als „meinen Ex und Vielleicht-Freund“ bezeichnet.

        Auffällig sei außerdem gewesen, dass Gina H. große Schwierigkeiten gehabt habe, Lebensabschnitte zeitlich einzuordnen. Sobald es um ihre Pferde ging, habe sie jedoch „alles wie aus der Pistole geschossen“ gewusst. Zum Tatvorwurf selbst habe sie lediglich erklärt: „Sie soll etwas getan haben, was sie nicht getan hat.“ Weitere Angaben habe sie nicht gemacht.

      • Gerichtshelferin berichtet über Gespräch mit Gina H.

        Als erste Zeugin wird die Rostocker Gerichtshelferin Christina F. vernommen. Sie führte Anfang Januar ein rund halbstündiges Gespräch mit Gina H. in der JVA.

        Die Zeugin schildert, dass die Angeklagte vorab über Sinn und Zweck des Gesprächs informiert worden sei. Themen seien unter anderem ihre Kindheit, Familie, Partnerschaft, finanzielle Situation, ihr beruflicher Werdegang und auch die Tat gewesen.

        „Sie hat keinen Themenkomplex verweigert und sich allen Fragen gestellt“, berichtet die Gerichtshelferin. Anschließend beginnt sie, ihren ausführlichen schriftlichen Bericht zu verlesen.

      • Angeklagte wieder hinter ihrer Mappe

        Wenig später wird auch Gina H. in den Gerichtssaal geführt. Wie an den vergangenen Verhandlungstagen hält sie dabei ihre rote-rosafarbene Mappe vor das Gesicht, bevor sie auf der Anklagebank Platz nimmt.

        Die Angeklagte am 16. Prozesstag zwischen ihren Verteidigern Andreas Ohm (links) und Thomas Löker

        Die Angeklagte am 16. Prozesstag zwischen ihren Verteidigern Andreas Ohm (links) und Thomas Löker

        Foto: Fabian Matzerath/BILD
      • Fabians Vater heute im Gerichtssaal

        Heute verfolgt auch Fabians Vater die Verhandlung. Es ist erst sein dritter Besuch im Gerichtssaal – an den meisten der bisherigen Prozesstage war er nicht anwesend.

        Er nimmt als Zuschauer auf der Besucherbank Platz und verfolgt die Verhandlung von dort aus.

        BILD beim Prozess um Gina H.:Vater von Fabian wieder im Saal

        Quelle: BILD
      • Fabians Vater soll Prozess heute besuchen

        Als Zeuge konnte sich Matthias R. (35) plötzlich nicht mehr an einen Streit mit der Angeklagten Gina H. (30) erinnern. Er verzichtete auf Akteneinsicht, zweifelte aber die Ermittlungen an. Vor Gericht sagte er aus, dass er wieder mit der Angeklagten in einer Beziehung sei. Jetzt äußerte er sich in einem Statement, das wohl erneut viele Menschen verstören wird. Für den heutigen Prozesstag hat er sein Kommen angekündigt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Back to top button

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker