SCHOCK IM FALL FABIAN (†8) – Zeugin zeigt Foto im Fabian-Prozess: „Bitte sagt nicht, dass es das Kind war“

Der Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow musste am Mittwoch erneut kurz unterbrochen werden – einer Frau kamen die Tränen. Dieses Mal war es aber keine Prozessbeteiligte, sondern eine Zeugin aus Klein Upahl (Landkreis Rostock).

Zeugin stand nur 70 Meter vom Fundort entfernt

Die 45-Jährige hatte am 10. Oktober 2025 an einem abgelegenen Tümpel ein kleines Feuer mit wenig Rauch beim Ausführen ihres Pferdes aufgenommen. Sie hatte das Ganze aber gleich wieder vergessen, weil alles schnell wieder ausgegangen war, wie sie am sechsten Prozesstag erzählt. „Ich dachte, da hat jemand ein bisschen Schilf abgebrannt.“

Bis am 14. Oktober die Polizei plötzlich im ganzen Ort war, denn an dem einsamen Tümpel hatte man die Leiche des achtjährigen Jungen gefunden, die auch Brandspuren aufwies. Die Ermittler befragten sie an ihrem Haus am Dorfrand, ob sie etwas bemerkt habe.

„Bei dieser Frage fiel es mir wieder ein“, erklärt die Zeugin und muss sich erst die Tränen wegwischen. Sie habe damals gesagt: „Ich hab das sogar fotografiert. Sagt bitte nicht, dass das das Kind war?“ – Kurze Unterbrechung im Prozess, Richter Holger Schütt lässt sich die Frau wieder beruhigen.

„Bei dieser Frage fiel es mir wieder ein“, erklärt die Zeugin und muss sich erst die Tränen wegwischen. Sie habe damals gesagt: „Ich hab das sogar fotografiert. Sagt bitte nicht, dass das das Kind war?“ – Kurze Unterbrechung im Prozess, Richter Holger Schütt lässt sich die Frau wieder beruhigen.

Im Gegensatz zu den anderen Zeugen berichtete eine andere Frau im Prozess, dass sie Gina H. und ihren Pickup am 10. Oktober gegen 14.50 Uhr allerdings auf der Fahrt von Reimershagen nach Krakow am See, also weiter ostwärts, gesehen hatte. „Sie kam aus dem Wald angeschossen.“ Beide sind Nachbarn aus Reimershagen. Man habe sich auch mit Kopfnicken gegrüßt. Gina H. hat dazu bisher angegeben, dass sie zu der Zeit ihren Sohn aus Krakow am See abgeholt haben soll.

Fabians Mutter und der Vater leben seit 2018 getrennt. Gina H. schweigt zu den Vorwürfen bisher vor Gericht und bestreitet nach Informationen des Nordkurier auch, den Jungen damals umgebracht zu haben. Eine Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

Richter Schütt kündigte aber an, dass am nächsten Verhandlungstag ein Ergebnis zu Messerprüfungen vorgestellt wird. Dabei geht es um ein Messer, dass ein Bekannter des Vaters gemeldet hatte, das aber anfangs nicht untersucht worden war. Inzwischen sollen bei den Ermittlern auch noch einige weitere Messer abgegeben worden sein.

Am Tattag mit einem Bekannten getroffen

Die Anklage der Staatsanwaltschaft fußt bisher vor allem auf Indizien. So soll der Wagen der Angeklagten auch an jenem Vormittag in Güstrow gesehen worden sein. Dafür hat die Angeklagte aber geltend gemacht, dass sie „Angelegenheiten der Großeltern“, bei denen sie wohnt, regeln wollte.

Laut Staatsanwaltschaft soll Fabian der On-off-Beziehung der Angeklagten mit dem 35 Jahre alten Vater im Wege gestanden haben. Die bisher dazu im Prozess vorgetragenen unzähligen Chatnachrichten des Paares, das sich Anfang Oktober 2025 gerade mal wieder getroffen, dann aber wieder gestritten und getrennt hatte, drehten sich allerdings bis zum Verschwinden des Jungen nicht um Fabian.

Aus einer Nachricht der Angeklagten an einen Bekannten geht aber hervor, dass Gina H. sich am Tattag mit diesem getroffen hatte. Das habe sie aber niemandem sagen wollen, weshalb sie lieber erzählt habe, dass sie gegen Mittag einen Spaziergang mit dem Hund gemacht haben will.

In vielen weiteren Chatnachrichten nach dem 10. Oktober bedrängte sie Fabians Vater immer wieder, sich ihr wieder zuzuwenden. Er solle sie „nicht noch wegstoßen“, hieß es.

Am Donnerstag wird der Prozess mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Gehört werden sollen ein Auto-Gutachter zu den Fahrten des Pickups der Angeklagten sowie zwei Fachleute zu Textil- und Blutspuren. Ein Urteil soll Ende August/Anfang September fallen.

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