Toter Wal vor Dänemark sorgt für Rätsel: Handelt es sich um den vermissten Timmy?
Vor der Insel Anholt in der Ostsee liegt ein toter Wal, Vögel machen sich über den Kadaver her. Ob es sich um Timmy handelt, ist noch unklar
Foto: Jonas Walzberg/dpa
Anholt (Dänemark) – Armer Timmy, bist du es? Vor der Insel Anholt, rund 200 Kilometer von der Stelle seiner Freilassung entfernt, ist ein Wal gesichtet worden. Dänische Medien spekulieren, dass es sich um den gestrandeten Ostseewal handeln könnte, dessen Schicksal Millionen von Menschen über Wochen hinweg verfolgten – in der Hoffnung, dass das riesige Tier gerettet werden kann.
Wie das dänische Boulevardmedium „Ekstra Bladet“ berichtet, könnte der Wal vor Anholt laut dänischer Umweltbehörde vermutlich schon länger tot sein. Die Wal-Initiative weiß nach BILD-Information derzeit nicht, ob es sich bei dem Tier um Timmy handelt. Am 2. Mai 2026 gegen 9 Uhr war Timmy im Skagerrak in die Nordsee entlassen worden.
Bei Niedrigwasser wurde am Freitag dem Wal eine Gewebeprobe entnommen, schreibt „Ekstra Bladet“. Behörden-Aufseher Morten Abildstrøm vermutet: Es könne sich tatsächlich um einen gestrandeten Buckelwal handeln. Das meldet der dänische TV-Sender „TV2“: „Wenn man ihn mit einem Fernglas betrachtet, kann man erkennen, dass er 10 bis 15 Meter groß ist“, sagt Abildstrøm. Auf ersten Fotos ist zu sehen, dass die Haut stark angegriffen ist. Die Umweltschutzbehörde warnt: Dem Tier nicht nähern! Es könnte krank sein, außerdem besteht die Gefahr einer Explosion – da sich in den toten Meeressäugern Gas ansammelt.
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Foto: Florian Manz/Greenpeace Germany/dpa
Wie der Krimi um Timmy weitergeht, berichtet BILD im Live-Ticker.
Toter Wal hat keinen Sender
Wie Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen zur Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde an dem toten Wal vor Anholt kein GPS-Sender gefunden. Er hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Abildstrøm sagte zudem, er sei sich zu 95 Prozent sicher, dass der verendete Meeressäuger ein Buckelwal sei. Letzte Gewissheit fehle, da der 12-Meter-Wal auf der Seite und halb unter Wasser liegt. Ob es sich um Timmy handelt, bleibt zunächst unklar. Es besteht weiter Hoffnung.
Ist es Timmy?:Neue Aufnahmen vom toten Wal
Quelle: Kaare Jørgensen, TNN, Schwarck Media
Tierärztin fotografiert toten Wal
Jetzt nähert sich eine Frau dem toten Wal, macht Fotos von dem Kadaver. Dabei handelt es sich mutmaßlich um eine Tierärztin aus der privaten Retter-Initiative, die Timmy zurück in die Nordsee brachte.
Wann kriegen wir das Ergebnis?
Millionen von Menschen bangen: Handelt es sich bei dem toten Buckelwal wirklich um Timmy? Noch herrscht Ungewissheit. Am Freitag wurde dem Wal-Kadaver eine Gewebeprobe entnommen. Sie soll jetzt untersucht werden. „Man will das so schnell herausfinden, wie möglich. Die Öffentlichkeit hat großes Interesse“, betonte Biologe Fabian Ritter im Gespräch mit BILD. Sollte eine Fotoidentifikation möglich sein, dann dauere die Identifizierung „im besten Fall nur noch Stunden“. Bis dahin heißt es: Abwarten.
Dem Wal wurde eine Geweprobe entnommen
Foto: Morten Abildstrøm
Wal liegt vor 150-Einwohner-Insel
Außerhalb der Saison leben auf der kleinen Insel Anholt nur etwa 130 bis 150 Menschen, wodurch Anholt sehr abgeschieden wirkt. Für Besucher ist die Insel vor allem ein Ziel zum Wandern, Baden, Sternebeobachten und Abschalten.
Foto: Kaare Jørgensen
Camperin entdeckte Kadaver
Nach BILD-Infos hat eine Frau vom örtlichen Campingplatz auf der Insel Anholt das tote Tier gestern entdeckt. Normalerweise gibt es hier nur Seehunde zu sehen.
BILD-Reporter: „Blut auf dem Wal“
BILD-Reporter Marco Dittmer flog mit dem Helikopter über dem Wal-Kadaver und schildert seine Eindrücke: „Überall ist Blut auf dem Wal und dutzende Möwen picken auf dem toten Tier herum.“
Foto: Martin Brinckmann
Experte: „Gibt Indizien“
Biologe Fabian Ritter erklärt in der BILD-Sondersendung, welche Indizien es gibt, die darauf hin deuten, dass es sich bei dem toten Wal um Timmy handeln könnte. „Der Fundort des toten Wales ist ein Indiz. Auch die Haut des Tieres. Soweit ich das beurteilen kann, ist die nicht die Beste. Jetzt müssen wir aber abwarten, bis der Wal identifiziert wurde. Bis dahin kann nur spekuliert werden.“
Ist es doch nicht Timmy?
Es gibt bis jetzt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei dem gestrandeten Buckelwal bei Anholt um Timmy handelt. Das teilte die dänische Umweltschutzbehörde am Freitagnachmittag gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau mit. Aber: Ausgeschlossen werden kann es derzeit auch nicht. Es muss noch die Auswertung der Gewebeprobe abgewartet werden.
BILD-Sondersendung zum toten Wal
Um 16 Uhr wird es eine BILD-Sondersendung zu dem gestrandeten toten Buckelwal vor Anholt geben. Zu Gast ist Biologe Fabian Ritter.
Foto: BILD
Hier liegt der tote Wal
Der tote Wal liegt vor der Küste der kleinen dänischen Insel Anholt im Kattegat, etwa zwischen Jütland und Schweden. Sie ist bekannt für ihre Ruhe, lange Sandstrände und eine fast unberührte Natur mit rund 25 Kilometern Küste.
Foto: Jonas Walzberg/dpa
Weiterer Experte äußert sich
Der dänische Sender TV2 sprach mit Wal-Experte Prof. Peter Teglberg Madsen von der Universität Aarhus. Er sagt, es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem toten Wal um Timmy handele. Der Experte erklärt außerdem, dass der Wal möglicherweise deshalb in Anholt gelandet ist, weil er zunächst gestorben und anschließend von den Wellen ins Kattegat getragen wurde.
Minister will nicht spekulieren
„Sobald es gesicherte Neuigkeiten in der Sache gibt, werden wir die Öffentlichkeit umgehend informieren“, erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD). Er sei in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und der dänischen Umweltbehörde. Zuvor wolle er sich nicht an Spekulationen beteiligen.
Timmy-Foto kann helfen
Schneller als die Untersuchung der Proben könnte eine ausführliche Begutachtung der Schwanzflosse (Fluke) des toten Wals Ergebnisse bringen. BILD-Fotograf Henning Schaffner gelang ein extrem gutes Foto der Fluke, als Timmy bei Niendorf gestrandet war. Sollten die Experten heute an den Kadaver vor Dänemark herankommen, wäre eine schnelle Identifizierung vielleicht möglich.
Meeresmuseum hofft auf Untersuchung
Sollte es sich bei dem toten Wal um Timmy handeln, hoffen die Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund auf eine Untersuchung des Tieres. „Es geht darum, Erkenntnisse für künftige Strandungen und Rettungsaktionen zu gewinnen“, sagte eine Sprecherin des Museums am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.
„Höchstwahrscheinlich Timmy“
Gegenüber dem dänischen Sender DRTV wurde Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde nochmals konkreter, was seine Vermutung über den toten Wal vor Anholt betrifft. Er sagte: „Sowohl die deutschen als auch die dänischen Forscher, mit denen ich gesprochen habe, glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um den Buckelwal Timmy handelt.“
Gewebeprobe für deutsche Forscher
Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde in Anholt sagte dem dänischen Sender DRTV, dass ein deutscher Tierarzt, der in den Fall Timmy involviert war, um eine Gewebeprobe gebeten hat. Es werde ein gutes Stück aus dem Tier geschnitten, das dann in Teilen sowohl Forscher in Deutschland als auch in Dänemark erhalten können. Darüber hinaus werde untersucht, ob der Wal mit einem Sender ausgestattet ist.
Keine Wal-Rettung in Dänemark
Wal-Strandungen vor Dänemark kommen selten vor. Wenn das passiert, wird zunächst geprüft, ob Universitäten oder Museen Interesse an Gewebeproben oder Knochen haben. Sollte dies nicht der Fall sein und auch keine größeren Beeinträchtigungen für den Schiffsverkehr befürchtet werden, bekommt die Natur freien Lauf. Rettungsversuche sollen nicht unternommen werden. Nur kleinere Tiere (bis etwa 4 m) werden hin und wieder getötet – etwa wenn sie krank sind oder eine Gefahr für Menschen besteht.
Wal-Minister auf Anholt?
Der tote Wal beschäftigt auch das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern. Ob von der Behörde jemand oder Landes-Umweltminister Till Backhaus (SPD) selbst Richtung Anholt fahren werde, sei zunächst unklar, sagte ein Sprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Das solle im Laufe des Vormittags besprochen und entschieden werden. Der Sprecher: „Ich gehe davon aus, dass am Vormittag das Rätsel noch nicht gelöst wird.“
Kadaver-Bergung fraglich
Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen, sagte ein örtlicher Naturaufseher dem Sender TV 2 Østjylland. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter.
Kein Signal seit Sonntag
Vor seiner vorläufigen Rettung war Timmy zwar mit einem Tracker versehen worden, doch der funktionierte nicht richtig, lieferte keine Daten zur Position des Wals. Immerhin sendete er zumindest Vitaldaten. Dazu gehören etwa Herz- und Atemfrequenz. Doch selbst das tut er seit dem letzten Sonntag nicht mehr, sagte Karin Walter-Mommert, die Geldgeberin der Rettungsmission.