„Höchstwahrscheinlich ‚Timmy‘“: Details zu totem Buckelwal vor Dänemark – doch Sender fehlt

Vor der dänischen Insel Anholt wurde ein toter Buckelwal entdeckt. Eine Gewebeprobe soll nun Klarheit schaffen, ob es sich dabei um „Timmy“ handelt.

Update vom 15. Mai, 16:08 Uhr: Neue Erkenntnisse aus Dänemark im Fall des toten Buckelwals vor der Insel Anholt. Die Umweltbehörde Miljøstyrelsen teilte der Nachrichtenagentur Ritzau am Freitagnachmittag (15. Mai) mit, dass es keine eindeutigen Merkmale gebe, die darauf schließen lassen, dass es sich bei dem Kadaver um den mehrfach in der Ostsee gestrandeten Buckelwal „Timmy“ handelt.

Toter Wal vor dänischer Insel Anholt entdeckt
Vor der Insel Anholt (Dänemark) wurde ein toter Buckelwal angespült. Handelt es sich um den Ostsee-Wal „Timmy“? © Jonas Walzberg/dpa

„Der Wal liegt auf der Seite und ist halb unter Wasser. Es wurden keine deutlichen Kennzeichen beobachtet, die bestätigen können, dass es sich um den Buckelwal handelt, der zuvor in Deutschland gestrandet war und später durch dänische Gewässer transportiert wurde.“ Dennoch schließt die Behörde diese Möglichkeit nicht kategorisch aus.

Vom Kadaver wurden Gewebeproben gesichert, deren Auswertung nach Behördenangaben noch „einige Zeit“ in Anspruch nehmen wird. Bis dahin bleibt der tote Wal in rund 75 Metern Küstenentfernung auf ein bis zwei Metern Tiefe liegen – weitere Bergungsmaßnahmen sind vorerst nicht geplant. Schaulustige ruft Miljøstyrelsen eindringlich dazu auf, dem Tier fernzubleiben.

Update vom 15. Mai, 13:50 Uhr: Ob der tote Wal vor der dänischen Insel Anholt tatsächlich der Buckelwal „Timmy“ ist, bleibt weiterhin offen. Das erklärte Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Entscheidend: An dem Tier wurde kein GPS-Sender gefunden.

Abildstrøm hatte das Tier aus nächster Nähe begutachtet, als ihm eine Gewebeprobe aus der Schwanzflosse entnommen wurde. Diese Probe soll nun nach Deutschland geschickt und dort analysiert werden. Der Behördenvertreter gab an, zu 95 Prozent davon überzeugt zu sein, dass es sich um einen Buckelwal handelt – eine sichere Aussage sei jedoch nicht möglich, da das Tier auf der Seite liege und halb unter Wasser. Die Länge des Tieres bezifferte Abildstrøm auf zwölf Meter. Der Kadaver befindet sich demnach rund 75 Meter vor der Küste Anholts und ist nach Einschätzung der Umweltbehörde Miljøstyrelsen vermutlich bereits seit Längerem tot.

Unklar bleibt auch, ob der GPS-Sender, der laut der privaten Rettungsinitiative vor der Freilassung am 2. Mai an der Rückenfinne angebracht worden sein soll, tatsächlich installiert wurde – unabhängige Bestätigungen dafür gibt es nicht. Seit der Freilassung liefert das Gerät keinerlei Ortsdaten mehr; nach Angaben der Initiative gibt es schlicht keine Daten mehr.

Update vom 15. Mai, 12:13 Uhr: Nach wie vor ist unklar, ob es sich bei der tote Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt „Timmy“ ist. Die dänischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass es sich höchstwahrscheinlich um das zuvor in Deutschland gestrandete Tier handelt. Eine Karte zeigt seinen mutmaßlich letzten Weg.

Ist der tote Wal vor Dänemark „Timmy“?
Ist der tote Wal vor Dänemark „Timmy“? © dpa | OPSLAGSTAVLEN ANHOLT/Facebook

Backhaus äußert sich zu totem Wal vor der dänischen Küste

Update vom 15. Mai, 11:19 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich zu Wort gemeldet. Seit der Nacht stehe sein Haus in engem Austausch – sowohl mit dem Bundesumweltministerium als auch mit der dänischen Umweltbehörde. Die zentrale Frage dabei: Ist das tote Tier vor Anholt wirklich „Timmy“?

„Ziel ist es, zu erfahren, ob es sich bei dem toten Wal um das Tier handelt, das zuvor mehrfach in der Wismarbucht gestrandet war“, so der Minister. Auf eine rasche Antwort hofft Backhaus jedoch nicht – die abgelegene Insellage erschwere die Untersuchung erheblich. Zugleich richtete er einen deutlichen Appell an die Öffentlichkeit: Wer jetzt „in den sogenannten sozialen Medien Verschwörungstheorien verbreiten oder solchen aufsitzen“ wolle, handle falsch. Erst wenn gesicherte Erkenntnisse vorlägen, werde das Ministerium an die Öffentlichkeit treten.

Dänische Behörden vermuten, dass toter Wal „Timmy“ ist

Update vom 15. Mai, 10:17 Uhr: Gegenüber dem dänischen Sender DRTV haben die dänischen Behörden eine Vermutung zum toten Wal geäußert. Behörden-Aufseher Morten Abildstrøm sagte: „Sowohl die deutschen als auch die dänischen Forscher, mit denen ich gesprochen habe, glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um den Buckelwal ‚Timmy‘ handelt.“ Abildstrøm will untersuchen, ob der Wal mit dem Sender versehen ist, den Timmy von den deutschen Behörden angebracht bekommen hatte. Die dänischen Behörden gehen davon aus, dass der Wal schon seit einiger Zeit tot ist.

Update vom 15. Mai, 10:08 Uhr: Noch ist unklar, ob es sich bei dem toten Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt um „Timmy“ handelt – doch der Fall lenkt den Blick auf den offiziellen Umgang Dänemarks mit Walstrandungen. Ein Bereitschaftsplan der Umweltbehörde Miljøstyrelsen aus dem Jahr 2024 legt fest: „Walstrandungen werden als ein natürlicher Teil des Gangs der Natur betrachtet, der nicht durch menschliche Eingriffe gestört werden sollte.“ Rettungsmaßnahmen sind damit grundsätzlich ausgeschlossen. Kranke Tiere dürfen allenfalls getötet werden – allerdings nur, wenn sie nicht größer als etwa vier Meter sind. Ausgewachsene Buckelwale übertreffen diese Grenze um ein Vielfaches.

Dass Wale an dänischen Küsten stranden, ist keine Seltenheit. Anfang des Jahres trieben mehrere tote Pottwale an verschiedenen Stellen des Landes an; ein obduziertes Exemplar war verhungert, weil Fischernetze seine Speiseröhre verstopft hatten. Im Frühjahr 2025 verendete ein Buckelwal in der Nähe von Aarhus. Schon im Sommer 2024 war ein toter Buckelwal auf Bornholm angespült worden – und hinterließ Monate später einen bizarren Fund: Strandreiniger stießen nahe Snogebæk auf einen anderthalb Meter langen Walpenis, der höchstwahrscheinlich zu dem verendeten Tier gehörte.

GPS-Sender funktionierte nach Timmys Freilassung nicht

Update vom 15. Mai, 9:17 Uhr: Wochenlang beschäftigte der Buckelwal „Timmy“ ganz Deutschland. Seit seiner Freilassung in der Ostsee am 2. Mai 2026 häufen sich jedoch die Fragen – und der Streit nimmt zu. Ob jetzt der in Dänemark vor der Insel Anholt gestrandete tote Wal für Aufklärung sorgt, bleibt abzuwarten.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht ein GPS-Sender, den die verantwortliche Privatinitiative nach eigenen Angaben vor dem Transport angebracht haben soll. Öffentliche Daten dazu wurden jedoch nie herausgegeben. Seit knapp zwei Wochen herrscht Funkstille – der Verbleib des Wals ist unbekannt.

„Unsere Juristen prüfen rechtliche Schritte“, erklärte mittlerweile eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern. Kommende Woche will das Ministerium entscheiden, wie es gegen die Privatinitiative vorgehen wird, die den Transport des Wals per Lastkahn von der Insel Poel organisiert hatte.

Auch Backhaus beschäftigt sich mit totem Wal in Dänemark

Update vom 15. Mai, 8:21 Uhr: Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich nach eigenen Angaben ebenfalls mit dem toten Wal vor der dänischen Insel Anholt. Ob von der Behörde jemand oder Landes-Umweltminister Till Backhaus (SPD) selbst Richtung Anholt fahren werde, sei bislang nicht klar, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Darüber solle im Laufe des Vormittags gesprochen und eine Entscheidung gefällt werden.

Der Sprecher vermutete, dass es keine schnelle Identifizierung des Tieres geben werde. „Ich gehe davon aus, dass am Vormittag das Rätsel noch nicht gelöst wird.“ Die Insel Anholt liegt mitten im Kattegat – in dem Gewässer zwischen Dänemark und Schweden. Den Angaben zufolge fährt nur einmal am Tag eine Fähre auf die Insel.

Update vom 15. Mai, 6:42 Uhr: In Deutschland bangten unzählige Menschen wochenlang um Buckelwal „Timmy“. Das Schicksal des mehrfach in der Ostsee gestrandeten Tiers beschäftigte viele. Eine private Initiative konnte den Wal schließlich mit einer Barge ins offene Meer bringen. Als „Timmy“ dort freigelassen wurde, war die Hoffnung groß, er könne es zurück in gewohntes Areal schaffen und überleben. Doch jetzt lässt der Fund eines toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholm in Dänemark Schlimmes vermuten.

Toter Buckelwal vor dänischer Insel: Gewebeprobe soll Klarheit schaffen, ob es „Timmy“ ist

Der tote Wal soll nach Behördenangaben am Freitag gegen Mittag untersucht werden, berichten mehrere dänische Medien übereinstimmend. Es ei geplant, bei Niedrigwasser zu dem toten Wal zu gelangen und eine Gewebeprobe zu entnehmen, schreibt Ekstra Bladet.

Gleichzeitig warnt die dänische Umweltschutzbehörde Schaulustige eindringlich davor, sich selbst dem toten Tier zu nähern. Der Wal-Kadaver könne einerseits Krankheiten übertragen, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Außerdem sammeln sich im Inneren des toten Buckelwals Gase an, wodurch Explosionsgefahr besteht.

Erstmeldung vom 14. Mai: Vor der deutschen Küste strandete der Buckelwal „Timmy“ gleich mehrfach. Eine private Initiative konnte ihn schließlich bergen und brachte ihn wieder aufs offene Meer, wo er am 2. Mai freigelassen wurde. Also Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn der Sender, der eigentlich die Position des Tieres übermitteln sollte, sendet diese Daten nicht. Somit ist das Schicksal des Tieres letztlich ungewiss. Nun wurde vor der Küste Dänemarks ein Wal entdeckt – tot.

Dieses Bild soll einen toten Buckelwal vor der Küste der Insel Anholt (Dänemark) zeigen. Ob es Timmy ist, wird sich wohl schon am Freitag klären.
Dieses Bild soll einen toten Buckelwal vor der Küste der Insel Anholt (Dänemark) zeigen. Ob es Timmy ist, wird sich wohl schon am Freitag klären. © OPSLAGSTAVLEN ANHOLT/Facebook

Aktuell beobachtet die Naturschutzbehörde vor der Küste der Insel Anholt die Situation. Das dänische Portal TV2 beruft sich auf Morten Abildstrøm, einem Aufseher der dänischen Naturschutzbehörde in Anholt. Ihm zufolge handelt es sich wohl um einen Buckelwal. „Er ist ziemlich groß. Wenn man es mit einem Fernglas betrachtet, kann man erkennen, dass es 10 bis 15 Meter groß ist“, so Abildstrøm.

Wal vor Insel in Dänemark ist tot – doch handelt es sich wirklich um „Timmy“?

Für das Tier kommt aber wohl jede Hilfe zu spät. Wie die örtlichen Behörden gegenüber News5 verlauten ließen, sei der Buckelwal vor Anholm tot.

Laut Bild kursieren in den dänischen Medien Spekulationen, es könne sich bei dem Tier um „Timmy“ handeln. Bestätigt ist das allerdings nicht. Auch die Wal-Initiative gab auf Nachfrage des Nachrichtenportals an, nicht zu wissen, ob es sich bei dem Tier vor Dänemark um den bereits mehrfach gestrandeten Buckelwal aus Deutschland handelt. Weil „Timmys“ GPS-Tracker versagte, zeigt unsere Karte den Verlauf seiner Odyssee. (Quellen: Bild, TV2, News5) (sp)

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