đŸššđŸ˜± SCHOCK: Der Richter sagte zu Fabians Vater: „Ich flehe Sie fast an: Das ist Ihr Sohn – nicht meiner!“

Im Prozess um Fabians Tod analysiert das Gericht Nachrichten zwischen seinem Vater und der Angeklagten – und geht vor allem fĂŒr den Tag des Verschwindens des Jungen ins Detail.

Mit verschrĂ€nkten Armen dreht sich die Angeklagte im Gerichtssaal 2.002 des Landgerichts Rostock auf ihrem Drehstuhl hin und her. Gerade gibt das Gericht Einblick in die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Rostock, die sie beschuldigt den achtjĂ€hrigen Fabian aus GĂŒstrow ermordet zu haben.

Da ist das Video einer Überwachungskamera, das wĂ€hrend der Verhandlung abgespielt wird. Es zeigt den Wagen der Angeklagten binnen weniger Minuten zweimal unweit Fabians Adresse am Vormittag des 10. Oktobers 2025.

Im entsprechenden Zeitraum wurde Auswertungen zufolge nach zuvor permanenter AktivitÀt das Display von Fabians Handy deaktiviert. Es wurde demnach erst wieder am Nachmittag angeschaltet, als seine Mutter nach Hause kam, dort das Handy, aber nicht den Jungen auffand.

Außerdem wird das Foto eines Waldweges gezeigt, das am Vormittag des mutmaßlichen Tattages mit dem Handy der 30-JĂ€hrigen gemacht wurde und auch ihren Hund zeigt. Laut Ermittlern befindet sich der Weg unweit des spĂ€teren Fundortes von Fabians Leiche.

Gina H. wird vorgeworfen, den achtjÀhrigen Fabian ermordet haben.

Gina H. wird vorgeworfen, den achtjĂ€hrigen Fabian ermordet zu haben.Bernd WĂŒstneck/dpa

AuffÀllige Internet-Suchen

Die Angeklagte schweigt vor Gericht bislang zu den VorwĂŒrfen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen vor, den Jungen am 10. Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Das Tatmotiv soll mit dem Ende der mehrjĂ€hrigen Beziehung zusammenhĂ€ngen, die sie zu Fabians Vater hatte, und die er im August 2025 beendete.

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Die 30-jÀhrige Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., hÀlt sich im Landgericht Rostock einen Ordner vors Gesicht.
Die 30-jÀhrige Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., hÀlt sich im Landgericht Rostock einen Ordner vors Gesicht.Helmut Reuter/dpa

„Angst davor, die Wahrheit zu erfahren?“

Im Prozess ging es wiederholt um das angespannte VerhĂ€ltnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Demnach störte sie, dass er fĂŒr Absprachen den Sohn betreffend Kontakt mit der Mutter hielt. Bereits kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenĂ€hert.

Der Vater relativiert auf Nachfrage Chat- und Audionachrichten oder auch eigene vorhergehende Aussagen, die zuungunsten der Beschuldigten ausgelegt werden könnten.

Richter SchĂŒtt wird angesichts der teilweisen zurĂŒckhaltenden Aussagen des Zeugen deutlich: „Ich flehe Sie fast an, das ist Ihr Sohn, nicht meiner.“

Auch Oberstaatsanwalt Harald Nowack zeigt sich vom zurĂŒckhaltenden Engagement des Vaters im Verfahren irritiert, der sich anders als Fabians Mutter nicht als NebenklĂ€gerin anwaltlich vertreten lĂ€sst. Er hatte bislang nach eigener Aussage keine direkte Akteneinsicht und bezieht seine Informationen nur aus den Medien oder von Dritten. „Haben Sie Angst davor, die Wahrheit zu erfahren?“, fragt Nowack ihn.

Den Ermittlungen zufolge wurde mit dem Account der Angeklagten am Tag des Verschwindens frĂŒhzeitig nach Stichworten wie „Polizei“ oder auch „Person vermisst“ im Internet gesucht. Den AusfĂŒhrungen des Gerichts zufolge passierte dies schon, bevor Fabians Vater ihr mitteilte, dass sein Sohn vermisst wird.

Über den Account der 30-jĂ€hrigen Beschuldigten wurde demnach ferner am Tag nach Verschwinden des Jungen mit Stichworten gesucht wie „fressen Wildschweine tote Menschen“.

Vater glaubt an Unschuld der Angeklagten

Mittlerweile sind beide nach Aussage des Vaters wieder ein Paar. Er habe die Frau, fĂŒr die bis zu einer rechtskrĂ€ftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, regelmĂ€ĂŸig in der Untersuchungshaft besucht. Und er sagt: „Ich glaub’ an ihre Unschuld.“

Im Gericht werden auch Audionachrichten der Angeklagten abgespielt, in denen sie einem Bekannten vorschlĂ€gt, unter anderem bei Klein Upahl sĂŒdwestlich von GĂŒstrow nach dem damals noch vermissten Jungen zu suchen. Schlussendlich wurde die Leiche unweit des Ortes gefunden. Den Fund hatte die Beschuldigte der Polizei gemeldet.

Der dritte Verhandlungstag im Prozess um Fabians Tod ist eine Marathonsitzung – einziger Zeuge: der Vater des Jungen. Seine Befragung hatte bereits am zweiten Verhandlungstag vergangene Woche begonnen.

Anhand der im Prozess prĂ€sentierten Nachrichten wird deutlich, wie der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung vom Sommer 2025 ausgiebig die Probleme der Beziehung diskutierten. „Sie drehen die Beziehung hin und her“, sagt der Vorsitzende Richter Holger SchĂŒtt.

Trauerrede per ChatGPT

Deutliche Emotionen zeigt die Beschuldigte kaum. Auch Fabians Mutter gibt sich bewusst gefasst, aufrecht sitzend den Blick nach vorn gerichtet mit den HĂ€nden auf dem Tisch.

TrĂ€nen fließen bei der Beschuldigten, als es um den Tod eines Pferdes vor wenigen Jahren geht. Dieses kannte sie laut Fabians Vater seit ihrer Jugend und bestritt mit ihm erfolgreich Turniere. Bei den entsprechenden Schilderungen muss die Angeklagte zum Taschentuch greifen.

Gegen Ende des langen Prozesstages liest Rechtsanwalt Thomas Löcker eine berĂŒhrende Trauerrede fĂŒr Fabian vor, wohl in dem Versuch, die Beschuldigte als einfĂŒhlsamen Menschen darzustellen. Sie hatte die Rede fĂŒr den Vater verfasst, nachdem dieser vor der Beerdigung um Hilfe gebeten hatte. Allerdings verweist Richter SchĂŒtt spĂ€ter auf die Auswertung des Handys der Frau. Demnach stammten die Formulierungen nur zum Teil von ihr. Sie fĂŒtterte damit die KĂŒnstliche Intelligenz von ChatGPT, die letztlich die Rede verfasste.

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