Wal-Rettung im Ticker und Livestream: Jetzt sind zwei Boote ganz dicht an Timmy – Taucher im Wasser

Lange galt das Schicksal des Buckelwals vor der Insel Poel als besiegelt. Nun kommt Bewegung in das Drama um Timmy. Ein erneuter Rettungsversuch ist gestartet – offenbar erfolgreich.

Update vom 20. April, 16:15 Uhr: Taucher und Helfer sind mit Booten der DLRG vom Hafen Kirchdorf Richtung Wal losgefahren. Im Livestream ist zu sehen, dass sich zwei Boote ganz dicht am Buckelwal befinden. Auch zwei Taucher befinden sich im Wasser. Ob noch einmal Spülungen vor Ort stattfinden oder eventuell ein GPS-Sender angebracht wird, ist zunächst noch unklar.

Update vom 20. April, 15:35 Uhr: Der zwölf Meter lange Buckelwal „floatet“ weiter am Übergang von der Kirchsee zur Wismarbucht. Mobilisierungsversuche mit Booten, den Wal in tieferes Fahrwasser zu treiben, blieben bislang ohne Erfolg. Montagfrüh gegen 7 Uhr war der Wal bei steigendem Wasser von selbst losgeschwommen – allerdings zuerst in die falsche Richtung. Helfern gelang es mit Booten, den Buckelwal auf den richtigen Kurs zu treiben – dann war nach zwei Stunden Schluss.

Update vom 20. April, 14:45 Uhr: Die Zeit rennt! Wenn der Wasserpegel unter dem Wal zu weit sinkt, könnte Timmy schwere Verletzungen davontragen. Jetzt ist auf Fotos von der Ostsee zu sehen, dass Gurte auf ein Boot der Wasserrettung geladen werden. Die Bild schreibt, die Helfer könnten den Buckelwal damit von der Sandbank bekommen.

Kurze Wal-Hoffnung in der Ostsee: Timmy bewegte sich in der Früh, jetzt liegt er aber wieder auf.
Kurze Wal-Hoffnung in der Ostsee: Timmy bewegte sich in der Früh, jetzt liegt er aber wieder auf. © dpa | Jens Büttner + dpa | Stefan Sauer

Aber Gurte wären nach Einschätzung von Fachleuten keine gute Idee. Bereits vor Wochen hatten Wal-Experten von jeglichen Versuchen mit Gurten abgeraten. Die Haut des Tiers ist von der salzarmen Ostsee so geschwächt, dass sie dem nicht standhalten kann. „Sollte es so sein, dass Gurte zum Einsatz kommen, könnte ich es nicht nachvollziehen“, sagt Bianca König von der Whale & Dolphin Conservation zu Ippen.Media. Eine solche Aktion wäre extrem qualvoll für den Buckelwal.

Laut NDR-Informationen gab es tatsächlich den Plan, den Wal mit zwei Schlinggurten zu ziehen. Die Tierärztin des Umweltministeriums habe das jedoch verboten. Die Gurte seien zu schmal und würden einschneiden, breitere Gurte stünden nicht zur Verfügung.

Update vom 20. April, 14:30 Uhr: Vor der Insel Poel peitscht ein kräftiger Sturm über die Ostsee. Windböen mit bis zu 70 km/h erschweren den Einsatz der Walretter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Warnung der Stufe „Orange“ vor Sturmböen bis 21 Uhr aktiviert.

Sinkender Wasserstand für Wal bedrohlich

Update vom 20. April, 14:05 Uhr: Der Wasserstand in den Gewässern vor der Insel Poel sinkt. „Wenn der jetzt auf einer Sandbank liegt, wird es höchste Zeit, ihn da wieder wegzubugsieren. Die Retter haben nur wenige Stunden Zeit“, warnt Meeresbiologe Boris Culik laut der Nachrichtenagentur dpa. Sein unheimliches Gewicht werde noch vom Wasser getragen. Fällt der Pegel um 50 Zentimeter, wie für Dienstagmittag vorhergesagt, sei das Risiko enorm für den Wal: „Dann würden die Organe gequetscht werden: die Lunge, das Herz. Leber und so weiter.“

Update vom 20. April, 13:05 Uhr: Seit mehr als drei Stunden verharrt der Buckelwal nach seinem Freischwimmversuch unweit des Übergangs zur Wismarbucht. Aktuell ist ein Rettungsboot in der Nähe des Wals unterwegs, offenbar ist auch die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert an Bord, berichten Medien. Der Wal muss von seiner Position in die Wismarbucht, um in die Ostsee zu gelangen. „Es ist ein Nadelöhr, durch das er durch muss“, sagte Unternehmerin Karin Walter-Mommert, laut der Nachrichtenagentur dpa.

Update vom 20. April, 12:48 Uhr: Gegen 7.15 Uhr hatte sich Timmy freigeschwommen, bevor er nun wieder – zumindest teilweise – aufsitzt. Im Livestream war der überraschende Moment zu sehen. Jetzt herrscht wieder Stillstand und Ungewissheit.

Update vom 20. April, 12:20 Uhr: „Aus meiner Sicht ist er nicht gestrandet, sondern ruht sich aus“, betont Umweltminister Till Backhaus vor der Presse. Doch die Zeit läuft, die Pegelstände sinken. „Noch sind wir beim Plan A, nämlich, dass er sich mobilisiert.“ Backhaus wertet die Wal-Bewegungen an diesem Vormittag als einen enormen Erfolg. Der Wal „Hope“ habe seine Chance genutzt, wie er es schon mehrmals getan hätte. „Jetzt hoffen wir mal, dass wir weiterkommen.“

Update vom 20. April, 12:05 Uhr: Fontänen schießen in die Luft, doch der Buckelwal liegt noch immer auf seiner Position. Umweltschützer und Schriftsteller Sergio Bambaren schätzte seine Überlebenschancen am Montagvormittag auf „50:50“ ein. Bambaren, der auch zum privaten Rettungsteam gehört, habe den Wal am Morgen von einem Boot aus beobachten können, schreibt er in einem Post auf Instagram.

Update vom 20. April, 11:30 Uhr: Rund um die Mittagszeit soll der Buckelwal erneut „mobilisiert“ werden, sagte Karin Walter-Mommert, die Mitorganisatorin der privaten Rettungsmission dem NDR. Auf den Livebildern ist aktuell rund um den Wal kaum Aktivität zu sehen. Gegen Mittag soll auch der Wasserstand in der Kirchsee um 40 Zentimeter steigen.

GPS-Sender für Buckelwal

Update vom 20. April, 11:05 Uhr: Drei bis fünf Kilometer hat der Buckelwal vor der Insel Poel am Montagmorgen zurückgelegt, berichtet der NDR. Der Wal sei laut Umweltminister Till Backhaus mit einer verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit – zwischen fünf und sieben Knoten (neun bis 13 km/h) – unterwegs gewesen sein. Der Wal könne sich aktuell frei bewegen, heißt es vonseiten des Ministeriums. Das hätten Helfer auf den Booten festgestellt. Am Buckelwal soll ein GPS-Sender angebracht werden, falls sich Gelegenheit dazu bietet.

Update vom 20. April, 10:20 Uhr: Immer wieder fahren Boote und auch ein Retter mit einem Jetski ganz nah an den Buckelwal heran. Der Wal scheint sich jedoch wieder nicht mehr von der Stelle zu rühren. Zwischendurch sind Flossenbewegungen und Fontänen zu beobachten.

Update vom 20. April, 10:05 Uhr: Der Buckelwal muss die schmale Fahrrinne mit einer Wassertiefe von zweieinhalb bis drei Metern finden, um aus der Bucht von Wismar zu schwimmen. Ansonsten ist das Wasser vor der Insel Poel laut dem NDR etwa zwischen 90 Zentimeter und 1,10 Meter tief.

Update vom 20. April, 9:40 Uhr: Gegen 7 Uhr am Montagmorgen (20. April) hat sich der Buckelwal bewegt und hatte es fast schon aus der Bucht geschafft. Doch nun sitzt der Wal offenbar neben der Fahrrinne fest – und bewegt sich nicht mehr von der Stelle.

Buckelwal sitzt vermutlich wieder fest

Update vom 20. April, 9.25 Uhr: Erneut heißt es Bangen um Timmy. Der Buckelwal aus der Ostsee schwamm zuletzt nun offenbar doch wieder in die richtige Richtung, braucht aber nun eine Pause – oder steckt er erneut fest? Es ist noch ein weiter Weg ins offene Meer. Im Livestream sieht man nun die Rettungsboote auf den Buckelwal warten. Doch er verharrt schon seit mehreren Minuten vor der Wismarer Bucht.

Update vom 20. April, 8.35 Uhr: Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert, die die private Rettungsinitiative leitet, bestätigte gegenüber der dpa, dass die Einsatzboote bereits ausgelaufen seien. Begünstigt durch steigende Wasserstände und kräftigen Wind hatte sich der Wal am Morgen aus eigener Kraft in Bewegung gesetzt – live im Internet für jeden verfolgbar. Allerdings schwamm er dabei nicht zielgerichtet, sondern wechselte immer wieder die Richtung. Die Boote versuchten daraufhin, ihn zur offenen Ostsee zu dirigieren – zunächst ohne Erfolg.

Seit dem 31. März saß Timmy in der Wismarbucht vor Poel fest. Die ursprünglich geplante Rettungsaktion sah vor, eine Plane, die zwischen zwei Pontons gespannt war, unter den Meeressäuger zu manövrieren. So hätte er aus dem seichten Wasser gehoben und schließlich in Richtung Nordsee begleitet werden sollen. Da die Initiative jedoch auch den Fall einkalkuliert hatte, dass der Wal eigenständig losschwimmt, existierte parallel dazu ein „Plan B“: Timmy mithilfe der Boote auf den richtigen Kurs zu bringen. Ob das gelingt, ist nun völlig offen.

Buckelwal schwimmt in der Bucht

Update vom 20. April, 7.41 Uhr: Es sind Bilder, mit denen wohl die wenigsten noch gerechnet hätten. Minutenlang fand ihn die Kamera nicht mehr, wie zu sehen war, dann aber fing sie den Wal ein. Doch der Wal bewegt sich. Boote begleiten den Wal in sicherem Abstand. Timmy-Fans vor Ort sind aus dem Häuschen. Doch es gibt wohl einen Haken: Der Wal bewegt sich offenbar Richtung Hafen – und nicht ins offene Meer hinaus.

Update vom 20. April, 7.17 Uhr: Auch wenn das Wasser gestiegen ist, konnte der Buckelwal vor der Ostsee die Nacht nicht nutzen, um sich aus der Bucht zu befreien. Regelmäßig schossen allerdings kräftige Fontänen aus seinem Blasloch in die Höhe. Doch vor wenigen Minuten – etwa um 7.15 Uhr – drehte sich der Wal plötzlich nach rechts und schwamm aus dem Livestreambild von news5 (s. oben) aus dem Bild.

Update vom 19. April, 21:50 Uhr: In der Bucht von Poel herrscht vorerst Ruhe – zumindest was die aktiven Rettungsmaßnahmen betrifft. Der Bagger auf dem Ponton hat seine Schaufel eingefahren, die Taucher mit den Spülrohren sind aus dem Wasser. Ob die Arbeiten für diesen Tag beendet sind oder nur pausieren, ist derzeit offen. Fest steht: Der Ponton liegt inzwischen direkt neben dem gestrandeten Buckelwal.

Die Nacht über behält die DLRG „Timmy“ im Auge. Im Livestream sind die Positionslichter der Boote auf dem dunklen Wasser zu erkennen – die Helfer lassen den Wal nicht aus dem Blick. Gleichzeitig braut sich über der Ostsee ein Sturm zusammen. Laut Seewetterkarte des Deutschen Wetterdienstes sind für die Gewässer vor der Wismarer Bucht am Montag Wellen zwischen 2,5 und drei Metern zu erwarten. Der Sturm treibt zusätzlich Wasser in die Bucht und hebt den Pegel – was „Timmy“ womöglich zugutekommen könnte.

Update vom 19. April, 19:03 Uhr: Auf dem Livestream der Rettungsaktion ist zu sehen, wie der Bagger auf dem Ponton Timmy auf wenige Meter nahegekommen ist. Doch die Annäherung allein reicht nicht: Sobald die Retter die verbleibende Distanz überwunden haben, muss das Gefährt zurück in den Hafen – für den Umbau, der das Netz aufnehmen soll. Dieser Vorgang verschlingt nach Bild-Angaben mehrere Stunden.

Wollen das Beste für den Wal: Constanze von der Meden, Rechtsanwältin von der privaten Rettungsinitiative (li.) und Umweltminister Backhaus (re.).
Wollen das Beste für den Wal: Constanze von der Meden, Rechtsanwältin von der privaten Rettungsinitiative (li.) und Umweltminister Backhaus (re.). © dpa | Stefan Sauer + dpa | Bernd Wüstneck

Update vom 19. April, 18:10 Uhr: Der gestrandete Buckelwal „Timmy“ bleibt auch an diesem Sonntag in der Kirchsee vor der Ostseeinsel Poel – ein Transport ist heute wohl nicht mehr drin. Das Tier liegt seit über 20 Tagen auf derselben Sandbank fest. Wie die Bild-Zeitung berichtet, haben die Retter den Zeitplan nicht halten können. Mehrere Stunden fehlen noch, um alle nötigen Vorbereitungen abzuschließen. Die Baggerarbeiten laufen zwar fieberhaft weiter – doch für eine Rettung am heutigen Tag reicht es nicht mehr.

Update vom 19. April, 16:49 Uhr: Laut Backhaus liegt die Netzplane, auf der „Timmy“ zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee und Atlantik gezogen werden soll, bereits im Wasser – und befinde sich in Sichtweite des Wals. Das Tier zeige weiterhin Lebenszeichen: Es aktiviere sich immer wieder, und die regelmäßigen Bewegungen seiner Brustflossen – der sogenannten Flipper – sprächen nicht für einen baldigen Tod.

Hoffnung kommt auch von der Wetterfront: Steigende Wasserpegel sowie Wind und Wellengang werden für die nächsten Stunden erwartet. Nach Einschätzung des Ministers könnten genau diese Bedingungen den Wal dazu bringen, sich aus eigener Kraft zu befreien und davonzuschwimmen.

Pressekonferenz von Wal-Helfern

Update vom 19. April, 16:14 Uhr: Backhaus zufolge habe sich die Zusammenarbeit vor Ort in den vergangenen Tagen merklich verbessert. Man stehe in engem Austausch. Denkbar sei auch, den Wal mit einem GPS-Sender zu versehen, um ihn im Falle einer erfolgreichen Befreiung orten zu können – dies müsse jedoch zunächst geprüft werden. „Wir tun alles, um das Tierwohl zu schützen und zu sichern, und das mit minimalinvasiven Maßnahmen.“ Backhaus äußerte die Hoffnung, dass dem Team der Einsatz gelingt. Darüber hinaus kündigte er an, einen Antrag an die Ministerkonferenz stellen zu wollen, um eine bessere Koordination für derartige Fälle zu entwickeln. Durch den Klimawandel könnten Wal-Strandungen künftig zunehmen. Bereits jetzt sei ein weiteres Tier auf dem Weg Richtung Flensburg. Mit einem Schmunzeln ergänzte Backhaus: „Der bekommt dann einen Punkt in Flensburg. Der hat hier Fahrverbot.“

Update vom 19. April, 16:07 Uhr: Nun ergreift Till Backhaus das Wort. „Seit 20 Tagen liegt Hope hier. Er lebt, er atmet, er ist unter Kontrolle von fünf Veterinären“, so Backhaus. Dem Wal gehe es den Umständen entsprechend okay. Er reagiere auf Interaktionen. „Ich glaube, man darf immer wieder feststellen, dass die Prognose, die uns die Wissenschaft gegeben hat, also dass es dem Tier nicht gutgeht, stimmt. Aber ich habe immer gesagt: Wir werden das Tier begleiten, lebend oder tot.“

Darüber hinaus betont Backhaus erneut, dass der Einsatz von staatlicher Seite beobachtet werde, die Verantwortung jedoch vollständig bei der Initiative liege. Er erklärt außerdem, dass die eigens aus Hawaii eingeflogene Tierärztin keine deutsche Zulassung besitze. Ihre Fachkompetenz sei jedoch geprüft worden, woraufhin entschieden wurde, dass sie an der Mission mitwirken darf. „Wir arbeiten hier sehr intensiv zusammen. Dass Entscheidungen viel zu lange dauern, stimmt nicht“, so der Minister weiter. „Wir arbeiten lösungsorientiert, das kann ich sagen, weil ich vor Ort bin und meine Kollegen vor Ort sind.“ Dazu zählten unter anderem Veterinäre und Einsatzkräfte der Walwacht.

Update vom 19. April, 15:58 Uhr: „Wir sind im Zeitplan“, sagt Janine Bahr von Gemmert, die als Tierärztin an der Rettungsmission für Timmy beteiligt ist. Die Helfer weisen darauf hin, dass mit dem steigenden Wasserpegel sogar die Möglichkeit bestehe, dass der Wal sich selbst befreien könnte. Die derzeit im Einsatz befindlichen Bagger würden das Tier dabei nicht beeinträchtigen. Für diesen Fall stünden bereits DLRG-Boote bereit, die Timmy anschließend durch die Nordsee bis in den Atlantik begleiten würden.

Update vom 19. April, 15:53 Uhr: Die Pressekonferenz der Rettungskräfte hat begonnen. „Wir können berichten, dass wir gut vorankommen.“ Die Absaugarbeiten seien im Gange. „Wir haben tolle Reaktionen von ihm gesehen, er hat viel Lebensenergie gezeigt.“ Eine zweite Helferin ergänzt: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Timmy atme tief, was ein positives Zeichen sei. Zudem betont sie, dass der Wal eine Chance habe. „Wir sind nicht hier, um dem Tier weiteres Leiden zuzufügen, sondern um ihm aus diesem Gefängnis herauszuhelfen. Er will frei sein.“

Update vom 19. April, 15:18 Uhr: Umweltminister Till Backhaus bleibt der Pressekonferenz der Wal-Helfer um 15:45 Uhr im Hafen von Kirchdorf fern. Das Team hatte zu dem Treffen eingeladen, um über den aktuellen Stand der Rettungsaktion zu informieren. Backhaus zieht es offenbar vor, einen eigenen Auftritt zu inszenieren: Er lud für 16 Uhr zu einer separaten Pressekonferenz direkt beim Wal Timmy ein – und geht damit einen anderen Weg als die Retter vor Ort.

Update vom 19. April, 14.38 Uhr: Was den Zustand des Wals angeht, zeigt sich Walter Gunz optimistisch. Der Unternehmer, der die Aktion mitfinanziert, bezieht sich auf den Schriftsteller Sergio Bambaren, der in dem Team der Initiative als „Wal-Flüsterer“ durchgehend nah dran am Tier sei und im Wasser eine Beziehung zum Wal aufgebaut habe.

Bambaren habe – entgegen den früheren Einschätzungen unabhängiger Fachleute – einen positiven Eindruck vom Gesundheitszustand. „Man hat den Eindruck, dass der Wal aufgrund seiner Empathie erkennt, dass man ihm Gutes will und dass die Kraft ausreicht.“ Tiere hätten eine sensible Wahrnehmung. „Manchmal spürt man ja, ob man geliebt wird.“

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

Update vom 19. April, 13.54 Uhr: Der Transport des gestrandeten Wals könnte laut den Plänen der privaten Rettungsinitiative auch in den späten Abendstunden oder während der Nacht beginnen. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, einer der Geldgeber, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Tatsache ist, dass wir einen Tag verloren haben durch unsägliche bürokratische Maßnahmen.“ Man strebe nun an, so schnell wie möglich voranzukommen, um keine weitere Zeit zu verlieren. Seinen Informationen zufolge sei es für den Rettungsversuch unerheblich, ob es Tag oder Nacht sei.

Update vom 19. April, 13.02 Uhr: Die private Rettungsaktion für Buckelwal „Timmy“ läuft. Schon am Samstag erklärte die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert bei einer Pressekonferenz, die Lage sei herausfordernd, doch der Buckelwal habe eine Überlebenschance. Sie betonte: „Wir machen das Beste für den Wal“. Damit wies sie die Kritik an der Aktion von anderen Wissenschaftlern von sich.

Andere Experten kamen hingegen zu dem Schluss, dass der Wal Ruhe brauche und der erneute Rettungsversuch ihm noch weiter schaden könnte. Bahr-van Gemmert und ihr Team versuchen unter anderem, das Maul des Tieres zu inspizieren. „Es sollte geguckt werden, ob noch ein Stück Netz in den Barten ist“, erklärte die Tierärztin. Dies sei jedoch nicht gelungen. Zudem legten sie erneut schützende Decken mit Zinksalbe auf die verletzte Haut des geschwächten Wals.

Lage beim gestrandeten Wal wohl positiv

Update vom 19. April, 12.08 Uhr: Vor Ort soll sich die Lage um Buckelwal „Timmy“ positiv entwickeln, berichtet die Bild-Zeitung. Am Morgen zeigte sich das Tier demnach ruhig und ließ etwa alle zehn Minuten eine Wasserfontäne ab, inzwischen soll der Wal deutlich aktiver sein – aktuell soll der kräftige Blasstoß etwa alle vier Minuten zu sehen sein. Tierärztin Janiene Bahr-van Gemmert hatte den Zustand bereits am Vortag als „gut“ eingeschätzt.

Das vorbereitete Netz, das als eine Art „Reisebett“ dienen soll, wurde am Sonntagvormittag im Wasser gespannt und ausgerichtet. Als nächster Schritt soll es in Sichtweite des Wals gebracht werden, damit er sich daran gewöhnen kann. Geplant ist, Timmy später darauf über mehrere Hundert Kilometer bis in die Nordsee zu ziehen.

Update vom 19. April, 11.28 Uhr: Ob der gestrandete Buckelwal am Sonntag ins offene Meer gebracht werden kann, bleibt weiterhin ungewiss. Zunächst soll geprüft werden, wie das Tier auf die vorbereitete Transportplane reagiert. Zwischen dem Hafen Kirchdorf und dem Wal vor Poel sind mehrere Boote der DLRG im Einsatz, um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten; etwa 20 Helfer sind beteiligt. Die privat finanzierte Rettungsaktion erfolgt in enger Abstimmung mit den Behörden. Vorgesehen ist, den Wal mithilfe einer Plane zwischen Pontons anzuheben und anschließend Richtung Nordsee zu ziehen. Die Geldgeber setzen auf die Kooperation des Tieres, während Fachleute angesichts seines geschwächten Zustands und seiner Orientierungslosigkeit skeptisch bleiben.

Update vom 19. April, 10.32 Uhr: Der nächste Rettungsversuch für Buckelwal „Timmy“ findet heute statt. Die private Rettungsinitiative um MediaMarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert will das Tier noch am heutigen Sonntag in Bewegung bringen. Gunz erklärte gegenüber der Bild-Zeitung: „Heute geht es los. Nach noch notwendigen Untersuchungen beginnt die Aktion, ihn in die richtige Richtung zu bewegen.“

Dabei setzt das Team auch auf einen ungewöhnlichen Helfer: einen sogenannten Wal-Flüsterer namens Sergio Bamberen, der bereits engen Kontakt zu Timmy aufgebaut haben soll. „Wir hoffen sehr, dass er wie bisher gut mitmacht und erkennt, dass wir ihm helfen wollen“, so Gunz. Im Hafen von Kirchdorf auf Poel liegen unterdessen die Traversen bereit, an denen das Netz für Timmy befestigt werden soll – bevor es an die Pontons montiert wird. Der Bagger arbeitet sich derweil durch die Fahrrinne, stößt dabei jedoch auf unerwarteten Widerstand: Der Untergrund unter dem Schlick ist härter als erwartet.

Rettungsversuch mit Verzögerung

Update vom 19. April, 9.37 Uhr: Eigentlich sollte es um 9 Uhr losgehen, doch die Aktion kommt nur schleppend voran. Zwar hat laut Bild der Bagger versucht, den Weg für das Tier freizumachen, der Grund unter dem Schlick sei aber härter als gedacht. Die Wal-Rettung sieht sich also neuen Problemen entgegengesetzt.

Update vom 19. April, 8.11 Uhr: Wal „Timmy“ liegt nun seit 20 Tagen auf einer Sandbank in der Kirchsee vor der Ostseeinsel Poel fest. Die private Rettungsinitiative um MediaMarkt-Gründer Walter Gunz hat nach eigenen Angaben alle Vorbereitungen abgeschlossen – der entscheidende Bergungsversuch soll ab 9 Uhr starten.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, wurde der Buckelwal am Sonntagmorgen bereits mit einer zinkhaltigen Salbe eingecremt, um seine verletzte Haut zu behandeln. An der geplanten Rettungsaktion ist auch die DLRG beteiligt, um den Wal zu sichern. Einsatzleiter Olliver Bartelt erklärte: „Natürlich kann jederzeit jeder ins Wasser fallen und untergehen, dafür sind wir da.“ Doch selbst für den Fall, dass die Rettungsaktion erfolgreich verläuft, gibt es Kritik. So geht Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack davon aus, dass der Wal nach der Rettung ertrinkt.

Update vom 18. April, 20:55 Uhr: Den Wal vor Poel „in Ruhe sterben zu lassen“, ist laut der an der Rettungsaktion beteiligten Tierärztin Janine Bahr van Gemmert „kein Tierschutz“. Die Expertin gehe zudem nicht davon aus, dass das Tier aufgrund von zu wenig Nahrung verhungern könnte. „Natürlich ist man nach zwei, drei Wochen nicht mehr fit, aber ein Buckelwal braucht im Winter eigentlich keine Nahrung.“ Gerade im Winter fresse ein Buckelwal in der Regel nicht viel.

Andere Experten bleiben aber skeptisch. „Es wird jetzt als die große Rettungsaktion dargestellt. Gerettet ist dieser Buckelwal aber erst, wenn er in seinem natürlichen Lebensraum im Nordatlantik frei schwimmt und sich dauerhaft ernähren kann“, sagt der Biologe Fabian Ritter bei Panorama 3 des NDR. Der aktuellen Initiative räume er keine großen Chancen ein. Stattdessen wird der Fachmann deutlich: „Was im Moment passiert, ist eine Bergung und der Versuch, ihn aus einer Situation rauszuholen, die an sich schon ziemlich hoffnungslos ist. Also ich drücke alle Daumen, dass das gut geht, aber ich bin da nicht sehr hoffnungsvoll.“

Ritter ist verwundert, dass Umweltminister Till Backhaus grünes Licht für die private Rettungsaktion gegeben hat: „Verständlich ist es für mich nicht, aber ich kann es nachvollziehen, dass er diesen Schritt gegangen ist, diese Bergungsaktion noch mal zu dulden“, so Ritter, der unter anderem auch Mitglied im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission ist.

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